08.10.2014

Was in einen Business Plan für Startups muss

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Businessplan Startups

Am Anfang steht die Idee. Diese ist immer unterschiedlich. Wie aus der Idee ein Unternehmen wird, folgt jedoch genauen Spielregeln.
Das A und O ist der Businessplan: Der Gründer muss das Projekt in Worte fassen und seine konkreten Ziele darstellen.

Dabei müssen laut Experten des AWS vor allem folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Eigentumsverhältnisse
  • Management
  • Technologie
  • Produkte/Dienstleistungen
  • Unternehmensziel
    (Was ist der Kundennutzen?)
  • Markt
  • Zielgruppen
  • Potenzial
  • Konkurrenten
  • Vertrieb
  • Produktion
  • Mitarbeiter
  • Höhe der Investitionen
  • Finanzierung Ist-Stand
  • Soll und Rechnungswesen
  • Zeitplan inkl. Break-Even
  • Genaue Vorschaurechnung
  • Planbilanz und Plan-GuV-Rechnung

Der Umfang ist nicht entscheidend; wenige Seiten reichen. Wichtig ist, das Projekt der Bank, der Förderstelle oder dem Investor zu erklären. Er soll erfahren, wer es entwickelt hat, wie die Eigentumsverhältnisse verteilt sind, was der Kundennutzen ist, wie die Konkurrenz- und Marktsituation aussieht, wo und wie die Leistung erbracht wird und wie der Zeitplan ist.

Auch etwaige Referenzen des Gründers dürfen nicht fehlen. Entscheidend sind auch Zahlen – der finanzielle Aufwand für Personal, Materialien, Vertrieb, Betriebsstätte usw. sowie der „Break-even“, also das Erreichen der Gewinnschwelle.
Im ersten vollen Geschäftsjahr wird die Gewinnzone wohl in den seltensten Fällen erreichbar sein, mehr als zwei, drei Jahre warten Geldgeber aber nicht.  Auch der Fremdkapitalaufwand sollte für eine Bankfinanzierung weniger als 100.000 € betragen.

„Mangelnde strategische Planung, keine Vision, keine Formulierung der Ziele und keine Messlatte für das Erreichte“, Axel Dick von Quality Austria über die typischen Managementfehler von Start-ups

Die typischen Management Fehler zu vermeiden beginne bereits vor der Gründung – denn auch der beste Businessplan könne nur den Status quo abbilden, aber nicht die dynamischen Prozesse im Unternehmen und am Markt berücksichtigen.

„Die richtige Vorgangsweise heißt: planen – tun – messen – bewerten“, sagt Dick.

Ein Schwerpunkt soll auf Kundenbeziehungen, dem Umgang mit Reklamationen, liegen: Man müsse die Fehler eingestehen und aus ihnen lernen. Wichtig sei auch das Management der internen Prozesse.Start-ups würden sich oft verzetteln, indem sie einzelne Mitarbeiter zu sehr belasteten oder die Verteilung der Kompetenzen nicht im Überblick hätten.

Wirklich gute Projekte bekommen immer eine Finanzierung, sagt Achim Hartmann, Head of Business Planning & Consulting bei der Bank Austria. Damit sie aber der Bank vorgestellt werden können, brauche es einen guten Businessplan.

Für einen guten Businessplan gibt es genaue Regeln

Wichtig sei es, die Umsatzerwartungen nicht allzu hoch anzusetzen: In der Praxis kommen 90 Prozent der Erwarttungen nicht zustande. Auch die Kosten müssen genau kalkuliert sein. So komme es immer wieder vor, dass der Gründer sich selbst im Businessplan vergisst. Schöne Planzahlen aus dem PC helfen auch nicht: Oft ist der Markt doch nicht da, ein Mitbewerber anders als gedacht schon vorhanden oder das Geschäftsmodell kommt erst in vier, fünf Jahren in die Gewinnzone.

„Und ein Standardprogramm wie Excel hat keine betriebswirtschaftliche Logik“, widerspricht Hartmann der Annahme der meisten Gründer, eine Erfolgsrechnung sei ausreichend.

„Die Liquiditätsplanung ist entscheidend“, sagt er. Gerade Start-ups werden von Lieferanten oft nur gegen Vorkassa bedient, während ihre Leistungen von den Kunden erst später bezahlt würden. Daher müsse man auch Zahlungsziele sowie Finanz und Vermögenssituation berücksichtigen; so können Investitionen abgeschrieben werden, müssen am Anfang jedoch trotzdem voll bezahlt werden. Saisonabhängige
Gründer von der Bauwirtschaft bis zum Tourismus würden zudem oft vergessen, dass das Geschäftsjahr vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember
dauert. All diese Fehler würden erklären, warum viele Gründer rasch wieder scheitern. „Am besten ist es, drei Szenarien zu entwickeln,
sprich Best Case, Normalfall und Worst Case“, sagt Hartmann.

Auch auf den Termin bei der Bank sollten sich Gründer in spe genau vorbereiten: Die Person und die Vision sind mitentscheidend bei der Bankenfinanzierung.

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Manuel Sonnleithner und Ingmar Mattus | (c) TradersYard
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„Wir haben die letzten Jahre damit verbracht, das richtige Produkt und das richtige Team aufzubauen“, wird Manuel Sonnleithner, CEO des Wiener Prop-Trading-Startups TradersYard, in einer Aussendung zitiert. In dieser wird der Abschluss einer neuen Finanzierungsrunde verkündet. Das Geld stammt von Andromeda Capital Partners Suisse unter der Führung des Investors Ingmar Mattus. Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft übernahm bereits im Jahr 2023 die Mehrheit des Unternehmens, wie brutkasten damals berichtete. Die nun erfolgte Kapitalzufuhr soll die Expansion in Europa, Afrika und dem asiatisch-pazifischen Raum vorantreiben.

„Bauen statt Ausleihen“

Als Basis für dieses Wachstum soll eine selbst entwickelte technologische Infrastruktur dienen. TradersYard hat ein System aufgebaut, das vom Risikomanagement bis zum CRM reicht. Erst kürzlich brachten die Entwickler:innen eine neue Version dieser hauseigenen Handelsplattform auf den Markt. Investor Mattus sieht in diesem Ansatz einen strategischen Hebel: „Was mich von Anfang an zu TradersYard zog, war ihre Bereitschaft zu bauen statt auszuleihen.“ In einer Branche, in der sich so viele auf die Technologie von Drittanbietern verlassen, verschaffe die firmeneigene Infrastruktur einen erheblichen Wettbewerbsvorteil und ein solides Fundament für nachhaltiges Wachstum.

„Schneller bewegen“

Diese technologische Basis ermögliche nun die Einführung neuer Funktionen. Die frischen Mittel sollen direkt in den Start von sogenannten Instant-Funded-Accounts fließen. Diese Modelle sollen Trader:innen einen sofortigen Zugang zu kapitalisierten Konten bieten. Zeitgleich bereitet die Firma Auszahlungen auf Abruf vor. „Dieses neue Kapital erlaubt es uns, uns schneller zu bewegen und unsere Plattform zu mehr Tradern weltweit zu bringen“, sagt Sonnleithner. Der Manager übernahm die Rolle des CEO im November 2024 (brutkasten berichtete). Die aktuellen Produkteinführungen seien dabei nur die ersten von vielen geplanten Funktionen.

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