26.03.2021

Warum der Wiener Philharmoniker weit mehr als nur Gold ist

Der Wiener Philharmoniker wurde im Oktober 1989 erstmals als Anlagemünze im Handel angeboten und wird mittlerweile auf allen Kontinenten der Erde gehandelt. Der brutkasten hat einen Blick auf die Entstehungsgeschichte geworfen und hat erfahren, warum der Wiener Philharmoniker wirklich weit mehr als nur Gold ist.
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Wiener Philharmoniker
(c) Münze Österreich
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Die Münze Österreich prägt seit 1989 als Tochterunternehmen der Oesterreichischen Nationalbank die europäische Bullionmünze, den „Wiener Philharmoniker“. In den über 30 Jahren seines Bestehens wurde die begehrte Münze nicht nur ein fixer Bestandteil der österreichischen Identität, sondern hat auch über die Grenzen Österreichs Bekanntheit und Beliebtheit erlangt. Mittlerweile wird die Anlagemünze auf allen Kontinenten der Erde gehandelt.

Ein ganzes „Orchester“ als Wertanlage

Den goldenen „Wiener Philharmoniker“ gibt es in fünf Größen: 1 Unze, ½ Unze, ¼ Unze, ¹⁄₁₀ Unze und ¹⁄₂₅ Unze. Seit 2008 ist auch der silberne „Wiener Philharmoniker“ in einer Unze verfügbar. In Platin stehen 1 Unze und ¹⁄₂₅ Unze seit 2016 zur Auswahl. Damit bietet der Philharmoniker unterschiedliche Möglichkeiten der Edelmetall-Wertanlage.

Kleine Randnotiz: Der Wiener Philharmoniker ist die einzige europäische Anlagemünze mit Euro-Nennwert und kann somit theoretisch als offizielles Zahlungsmittel eingesetzt werden. 2000 Schilling betrug der Nennwert ab 1989. Seit der Euroumstellung beläuft er sich auf 100 Euro.

Zwei Seiten, die die Welt faszinieren

Seit 10. Oktober 1989, dem Geburtstag des „Wiener Philharmonikers“ ist die Münze Österreich treu geblieben, was seine Gestaltung betrifft. Mit besonderer Präzision gearbeitet, ist das Motiv seit jeher dasselbe, nur das Prägejahr ändert sich Jahr für Jahr.

Von der ersten Prägung an zeigt die Münze auf der einen Seite Instrumente des berühmten Wiener Orchesters – ein Wiener Horn, ein Fagott, eine Harfe, mittig ein Cello und daneben links und rechts je eine Viola und darüber je eine Violine. Auf der anderen Seite ist die Orgel im Großen Saal des Musikvereins abgebildet. Sein Aussehen verdankt der Wiener Philharmoniker Thomas Pesendorfer, der viele Jahre (bis zu seiner Pensionierung) der Chefgraveur der Münze Österreich war.

Bei der Verarbeitung werden nicht nur höchste technische, sondern auch ökologische und soziale Standards erfüllt | (c) Münze Österreich

Ökologische & soziale Standards

Kenner von Anlagemünzen wissen zu schätzen, dass bei der Herstellung nicht nur höchste Anforderungen an Reinheit und die technische Gravur, sondern auch an die Nachhaltigkeit gestellt werden. Dies umfasst sowohl ökologische als auch soziale Standards.

„Unser Haus hat eine mehr als 825 Jahre lange Geschichte. Wir denken also in großen Zeitperioden. Das spürt man auch, wenn es darum geht, woher wir unser Gold beziehen, wie wir miteinander arbeiten und umgehen und wie viel Qualität hier entsteht“, so Gerhard Starsich, Generaldirektor der Münze Österreich AG.

Gerhard Starsich, Generaldirektor der Münze Österreich AG | (c) Münze Österreich

Hintergrund der Lieferanten

Wie Starsich weiters ausführt, legt die Münze Österreich den höchsten Wert darauf, dass für die Herstellung des „Wiener Philharmonikers“ nur Edelmetalle zur Anwendungen kommen, die unter guten Arbeitsbedingungen gewonnen werden. Dies gilt zudem auch für die Weiterverarbeitung.

„Sie als Kunde wünschen sich einen hohen Wiederverkaufswert und wir achten darauf, das Gold für den „Wiener Philharmoniker“ aus sicheren Quellen zu beziehen. Daher ist es uns sehr wichtig, den Hintergrund unserer Lieferanten zu kennen“, so Starsich.

Wenn beispielsweise mit dem Erlös aus Rohstoffverkäufen bedenkliche Investitionen getätigt werden, ist das für die Münze Österreich ein Grund, die Partnerschaft zu beenden oder gar nicht zu beginnen. Der Wiener Philharmoniker ist somit weit mehr als nur Gold, sondern auch ein Stück „geprägte Verantwortung“ gegenüber Mensch und Natur.

Tipp der Redaktion:

Die Münze Österreich bietet mit dem sogenannten GoldDepot eine sichere Möglichkeit an, um Gold im Rahmen einer Sammelverwahrung in ihren Tresorräumen zu lagern. Über ein eigenes Online-Konto haben Kunden die Möglichkeit, ihre Goldgeschäfte unkompliziert und transparent zu verwalten. Produkte, die im Shop oder Webshop der Münze Österreich gekauft werden, können direkt ins GoldDepot überführt werden. Dies gilt auch für den weltbekannten „Wiener Philharmoniker“. Mehr darüber könnt ihr hier lesen.


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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
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Er ist seit vielen Jahren einer der obersten Punkte auf der politischen Wunschliste der heimischen Startup-Szene: der Beteiligungsfreibetrag. Das Prinzip ist schnell erklärt: Man kann mit ihm Startup-Investments bis zu einem gewissen jährlichen Betrag von der Steuer absetzen. Das soll einen starken Anreiz schaffen, Risikokapital anderen Veranlagungsformen vorzuziehen und somit mehr privates Kapital für Startups mobilisieren.

Die genaue Ausgestaltung wäre bei einer möglichen Umsetzung Gegenstand politischer Verhandlungen. Die Forderungen aus dem Ökosystem gehen bis zu einem Betrag von 500.000 Euro pro Jahr, wie etwa in der „Vision 2030“ von invest.austria, AustrianStartups, Junge Wirtschaft und StartupNOW aus dem Jahr 2024. Großes internationales Vorbild ist das Vereinigte Königreich, das unter anderem dank eines solchen Modells konstant die mit Abstand höchsten Startup-Investment-Volumina Europas vorweist.

Bei der SPÖ nicht durchzubringen

Doch im Gegensatz zur anderen großen Forderung des heimischen Startup-Ökosystems, dem Dachfonds, der mittlerweile im Entstehen ist, schaffte es der Beteiligungsfreibetrag 2025 nicht ins schwarz-rot-pinke Regierungsprogramm. Hinter vorgehaltener Hand wird der Grund dafür in ÖVP-Kreisen klar benannt: Der Vorschlag sei beim Koalitionspartner SPÖ nicht durchzubringen. Im Frühling 2024, also noch in der Opposition, äußerte sich SPÖ-Chef Andreas Babler, konkret auf das Thema angesprochen, gegenüber brutkasten knapp, aber deutlich: „Steuerbegünstigungen für private Investoren, die in der Regel zu den Top 1 Prozent der Einkommens- und Vermögensverteilung zählen, sind keine Priorität der SPÖ.“

Für Zehetner „nächster logischer Schritt“

On the record ging man dem Thema in der ÖVP seit der Regierungsbildung 2025 dagegen mit Verweis auf die Koalitionsvereinbarung lieber aus dem Weg. Bis jetzt. Denn Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner forderte den Beteiligungsfreibetrag nun via LinkedIn-Posting offen ein. Nach dem Dachfonds wäre dieser, „der nächste logische Schritt“, schreibt sie und führt eine EcoAustria-Studie und internationale Vorbilder ins Treffen.

Unverhoffte Schützenhilfe in der Diskussion

Doch woher kommt der plötzliche Mut zur offenen Forderung entgegen dem koalitionären Konsens? Zehetner bekam Anfang dieser Woche eine Steilvorlage aus Deutschland, über die auch brutkasten berichtete. Dort war es nicht etwa CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, sondern mit Lars Klingbeil der amtierende SPD-Chef, Vizekanzler und Finanzminister, der Steuererleichterungen für Startup-Beteiligungen aufs Tapet brachte.

„Deutschland will mehr privates Kapital für Startups mobilisieren. Österreich sollte das auch tun“, schreibt Zehetner und verweist direkt auf die Ankündigung des SPD-Chefs. Das argumentative Kalkül dahinter liegt auf der Hand: Gegen den Vorstoß des deutschen Parteigenossen, dessen Schützenhilfe für Zehetner wohl unverhofft kam, lässt sich in der österreichischen Sozialdemokratie deutlich schwerer argumentieren, als gegen die Dauerforderung aus der liberalen Ecke. Ob dadurch tatsächlich eine offene Diskussion innerhalb der Koalition angestoßen wird, ist freilich zu bezweifeln.

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