16.12.2025
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Warum DeepTech-Unternehmen wie planqc und infrared.city auf den Standort Österreich setzen 

Warum Österreich für führende DeepTech-Entrepreneure immer attraktiver wird, erklären planqc-CEO Alexander Glätzle und Angelos Chronis, CEO von infrared.city. Welche Rolle Forschungsexzellenz, Talente und die Unterstützung der Austrian Business Agency (ABA) dabei spielen, schildern sie im Interview mit brutkasten.
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Alexander Glätzle, CEO von planqc, und Angelos Chronis, CEO von infrared.city. | © infrared.city; planqc

Österreich entwickelt sich rasant zu einem Hotspot für DeepTech-Technologien, getragen von einem Innovationsökosystem, das hierzulande Forschung und Entwicklung vorantreibt. Von Künstlicher Intelligenz über Quantentechnologien bis zur klimaresilienten Stadtentwicklung entsteht ein Ökosystem, das in Europa Maßstäbe setzt. Österreich hat sich hier in den vergangenen Jahren weit vorne positioniert.  

Forschung und Anwendung wachsen eng zusammen 

Vor allem in der Quantentechnologie zählt das Land zur internationalen Spitzengruppe. Die Universität Innsbruck, das IQOQI der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, die Universität Wien und das ISTA sind seit Jahren wissenschaftliche Schwergewichte und ziehen Talente wie Unternehmen gleichermaßen an. 

Diese Stärke spiegelt sich auch im Startup-Ökosystem wider: 17 Prozent aller österreichischen Startups werden dem DeepTech-Bereich zugeordnet, womit rund jedes sechste junge Unternehmen auf besonders forschungsintensive Technologien setzt (brutkasten berichtete). Gleichzeitig zeigt sich die hohe Reife dieser Unternehmen in der Finanzierung: Laut dem aktuellen Austrian Startup Monitor haben 36 Prozent der DeepTech-Startups bereits mehr als 500.000 Euro an externem Kapital aufgenommen. Für immer mehr internationale Gründer:innen und Scaleups positioniert sich Österreich damit nicht nur als exzellenter Forschungsstandort, sondern zunehmend als strategischer Unternehmens- und Skalierungshub.

Hohe Talent- und Forschungsdichte

Eines dieser Unternehmen ist planqc, ein Spin-off des Münchner Max-Planck-Instituts. Der Quantencomputing-Hersteller holte dafür im Juli 2024 ein Series-A-Investment in Höhe von 50 Millionen Euro (brutkasten berichtete). Für den Tiroler Co-Founder und CEO Alexander Glätzle war Innsbruck nicht nur eine emotionale, sondern eine fachliche Entscheidung: Er habe hier studiert und promoviert. „In dieser Zeit erlebte ich, wie stark die Quantenforschung in Österreich ist”, erzählt er im Interview mit brutkasten.  

Rund um Universität und IQOQI sei eine Community entstanden, die weltweit Maßstäbe setze. Viele Ideen und Talente, auf denen planqc heute aufbaut, stammten genau aus diesem Umfeld, sagt Alexander. “Gleichzeitig ist der Talentpool in Österreich insgesamt außergewöhnlich stark, was für ein wachsendes Quantenunternehmen wie unseres ein großer Vorteil ist“. 

planqc
Das Founder-Team von planqc: Alexander Glätzle (CEO), Johannes Zeiher (Principal Scientist) und Sebastian Blatt (CTO). | © planqc/Dirk Bruniecki

Diese wissenschaftliche Dichte wirkt sich unmittelbar auf die Technologieentwicklung aus. Durch die enge Vernetzung mit heimischen Forschungsgruppen könne planqc laut Alexander in Innsbruck „direkt auf eines der weltweit führenden Ökosysteme für Quantenphysik zugreifen“. Viele Mitarbeitende kenne man seit Studienzeiten, gemeinsame Projekte beschleunigten den Transfer von Laborergebnissen in industrielle Anwendungen. Dadurch verkürze sich der Weg von einem Experiment zu einem einsatzfähigen Quantencomputer erheblich – ein zentraler Faktor für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. 

Kollaborationsnetzwerke

Auch infrared.city hat in Österreich seinen Ursprung. Das Unternehmen entwickelte eine Software, mit der Städte, Architekt:innen und Planer:innen Mikroklimabedingungen wie Hitze, Wind, Schatten oder thermischen Komfort in Echtzeit simulieren können. Die Technologie wurde am AIT City Intelligence Lab entwickelt – ein Umfeld, das laut CEO Angelos Chronis entscheidend war. Wien habe die idealen Voraussetzungen geboten. “Das starke Forschungsökosystem der Stadt, kombiniert mit Österreichs unterstützender Infrastruktur für DeepTech-Innovation, ermöglichte es uns, den Schritt von der akademischen Forschung zu einer kommerziellen Plattform zu vollziehen – mit fortlaufendem Zugang zu erstklassigem Fachwissen und starken Kollaborationsnetzwerken”, erklärt der gebürtige Grieche gegenüber brutkasten.  

Das Führungsteam von infrared.city. | © infrared.city

So lernte das Unternehmen im Rahmen des GO ASIA-Programms der Global Incubator Network Austria (GIN) das japanische Behavioral-AI-Unternehmen Godot kennen, das mithilfe künstlicher Intelligenz menschliche Verhaltensmuster analysiert. Diese Zusammenarbeit eröffnet infrared.city neue Perspektiven auf das Zusammenspiel von Umweltfaktoren und menschlichem Verhalten (brutkasten berichtete).

Der kontinuierliche Zugang zu führender Klimaexpertise, Validierungspartnerschaften sowie ein intensiver Austausch zwischen Forschung und Anwendung tragen laut Angelos dazu bei, die Plattform technologisch an der Spitze zu halten.

Austrian Business Agency als Beschleuniger im Hintergrund

Eine zentrale Anlaufstelle für internationale DeepTech-Gründer:innen ist die Austrian Business Agency (ABA), die Standortagentur der Republik Österreich, mit INVEST in AUSTRIA. Sie bewirbt den Standort international, vernetzt internationale Enterpreneure, Startups und Scaleups mit Forschungseinrichtungen in Österreich, unterstützt beim Markteintritt und baut Brücken zu lokalen Entscheidungsträger:innen.

Für planqc war diese Unterstützung in der Aufbauphase essentiell. Die ABA habe das Team „sehr gezielt mit den richtigen Leuten zusammengebracht – in der Forschung, bei potenziellen Partnern und in der lokalen Verwaltung“, erzählt Alexander. “Parallel dazu wurden wir bei der Suche nach passenden Flächen und bei den notwendigen Formalitäten unterstützt. Diese Kombination aus Vernetzung und pragmatischer Hilfe im Hintergrund hat den Aufbau unserer Aktivitäten in Österreich deutlich beschleunigt. ”

Ähnlich schildert es Angelos von infrared.city: Netzwerkveranstaltungen, Matchmaking und durch die ABA seien entscheidend gewesen, um Kontakte zu Städten, Forschungspartnern und Planungseinrichtungen aufzubauen.

Ein Standort, der weiterwächst

Die Ambitionen beider Unternehmen zeigen, wie eng Österreichs Forschungsstärke mit unternehmerischem Wachstum verknüpft ist. Planqc will Innsbruck weiter ausbauen, das Team vergrößern und die Verzahnung mit Universität und IQOQI noch stärken. Ziel sei es, dass neue Ideen aus der Spitzenforschung schneller in die Technologie einfließen und gemeinsam mit österreichischen Industrie- und Forschungspartnern konkrete Quantenanwendungen entstehen. “So entsteht in Österreich nicht nur exzellente Quantenforschung, sondern auch ein echter Anwendungs- und Wertschöpfungsort für Quantencomputing”, sagt Alexander. 

Infrared.city plant derweil, seine klimaresiliente Stadtplattform mit transskalaren Datenintegrationstechnologien und neuen Analyse- und Simulationsmodellen weiterzuentwickeln. Angelos sieht die Vision klar: KI soll zum Copiloten der urbanen Umwelt werden. 

Mit dieser Mischung aus exzellenter Wissenschaft, pragmatischer Unterstützung und offener, internationaler Vernetzung positioniert sich Österreich heute als eines der dynamischsten DeepTech-Zentren Europas und als Standort, an dem Zukunftstechnologien nicht nur erforscht, sondern auch gebaut werden. 

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v.l.: Ronald Pranz (COO & CFO), Nikolaus Weber (CEO) und Alexander Ortner (CTO) © 36Agency

Jede Firma sucht nach ihr: Effizienz. Keyvero hilft dabei, diese in Unternehmen zu verbessern. Mit seiner AI Office Solution dokumentiert das Unternehmen, was im Unternehmen passiert und wo Zeit und Qualität verloren gehen. Im vergangenen September beteiligte sich Ronald Pranz mit einem Investment an dem Wiener Startup. Über die Höhe wollte der Investmentbanker aus strategischen Gründen nichts sagen. Nächste Woche stünden Kooperationsverhandlungen mit einem asiatischen Unternehmen an. Nun verlautbarte Keyvero, dass Pranz als COO und CFO bei dem Unternehmen einsteigt.

„Definitiv gut, auch operativ mitzuwirken“

„Bei unserem ersten Auftritt bei Austrian Advantage ist das Produkt sehr gut angekommen und es hat gleich Fahrt aufgenommen. Deshalb habe ich mir gedacht, dass es definitiv sinnvoll ist, auch operativ mitzuwirken“, sagt Pranz gegenüber brutkasten, der auch Inhaber der runprosale GmbH ist, die sich auf Vertriebs- und Finanzstrategien spezialisiert hat. Bei Keyvero lege er seinen Fokus auf die Ausweitung der Marktposition im DACH-Raum und darauf, die nächsten internationalen Wachstumsschritte einzuleiten.

„Eine wesentliche Basis für den gemeinsamen Erfolg bieten die langjährigen Erfahrungswerte seines
Unternehmens, auf die wir in unserer Zusammenarbeit setzen“, sagt Nikolaus Weber, Co-Founder von Keyvero.

Gegründet, um Unternehmen zu entlasten

Keyvero wurde 2026 von Weber und Alexander Ortner gegründet. „Jedes Unternehmen hat Abteilungen, in denen KI heute schon spürbar entlasten könnte. Den meisten Betrieben fehlt jedoch das notwendige Know-how oder die Motivation, um KI in ihre Prozesse zu integrieren. Um diesen Firmen zu helfen, haben wir Keyvero gegründet“, sagt Weber.

Aus den unterschiedlichen Abteilungen in Unternehmen würden unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche an KI-Assistenzlösungen resultieren. Die Module von Keyvero arbeiten vernetzt innerhalb des Unternehmens und lernen aus den Informationen der Mitarbeitenden, um diese gezielt zu entlasten. Dabei helfe Keyvero jungen Unternehmen, schneller zu wachsen und etablierten, ihre Marktposition zu stärken.

„Der KI-analytische Ansatz soll unseren Kunden zeigen, wo ein KI-Modul in der Firma überhaupt
Sinn ergibt, um Qualität und Quantität zu optimieren“, heißt es von Keyvero. Pranz ergänzt: „Für die Unternehmen ist es wichtig, sich mit unseren KI-Assistenz-Modulen zu befassen und sie Schritt für Schritt in ihren täglichen Arbeitsablauf einzubauen.“

Keyvero biete auch das Modul Telefonassistenz an, das Wissen über Kundenverhalten strukturiert liefere. Für viele Unternehmen sei das der Einstieg in die Zusammenarbeit mit dem Wiener Startup.

Implizites Wissen nutzbar machen

Ende des Jahres soll der nächste Entwicklungsschritt folgen: Keyvero möchte einen KI-Assistenten auf den Markt bringen, der undokumentierte Arbeitsabläufe und implizites Wissen der Mitarbeitenden nutzbar macht. Dabei würden unterschiedliche unstrukturierte Datenquellen, beispielsweise E-Mails, Gesprächsnotizen oder Dokumente, analysiert werden. Das soll unentdeckte Potentiale sichtbar machen. Ein weiteres Keyvero-KI-Modul könne daraufhin selbstständig Lösungen umsetzen.

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