02.03.2022

Warum Bitcoin gerade steigt – und warum das noch keine Trendwende ist

Krypto-Experte Christopher Obereder erklärt den aktuellen Anstieg des Bitcoin-Kurses und blickt vorsichtig in die Zukunft.
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Bitcoinsymbol und Christopher Obereder
(c) Adobe Stock; Christoper Obereder

Dass es sich bei der Bezeichnung “digitales Gold” für Bitcoin um einen Trugschluss handelt, haben spätestens die Kursbewegungen der letzten Wochen unterstrichen. Auch im brutkasten wurde das bereits mehrfach erläutert. Nach einem Einbruch der Kryptomärkte, lässt sich in den vergangenen Tagen jedoch wieder ein leichter Anstieg des Bitcoin-Kurses verzeichnen. Es gibt mehrere Thesen, welche Einflussfaktoren dafür verantwortlich sind. Krypto-Experte Christopher Obereder nennt hierbei die Entwicklungen des Ukraine-Kriegs und zugleich jene der Fed-Entscheidung über Zinserhöhungen. Zudem erklärt er, wieso er aktuell noch von keiner Trendwende sprechen würde.

Grundsätzlich gelte es stets, verschiedene Faktoren mit Blick auf die Kursbewegungen des Bitcoins zu beachten. Hinzu komme laut Obereder, dass auch bei diesem Risk Asset durch neue Aussagen, ein schneller unvorhersehbarer Kurswechsel ausgelöst werden könne. Zum derzeitigen leichten Anstieg des Bitcoin-Kurses gibt Obereder zwei Faktoren als Erklärungsansatz.

Ukraine-Krieg und Fed-Entscheidung als Haupttreiber

Die Unsicherheit am Markt habe bereits in den letzten Wochen die Kurse stark belastet. „Der Krieg in der Ukraine hat dann den Kurs zum Kollabieren gebracht“, so Obereder. Man habe nun aber gesehen, dass die Anzahl der Wallets, in denen Investor:innen mit mindestens 1000 Bitcoins ihre Assets halten, gestiegen sei. Zwar könnte dies auch an den Börsen liegen, die umschichten, die überzeugendere Theorie sieht Obereder hier aber mit Blick nach Russland und in die Ukraine.

„Es gibt die Theorie, dass jetzt viele Großinvestor:innen in Russland und in der Ukraine in den Kryptomarkt eingestiegen sind – in Form von OTC-Trades, also nicht auf den Börsen. Da diese Investor:innen bereits Sanktionen gespürt haben, haben sie vermutlich angefangen, ihre Assets in Krypto zu diversifizieren um damit auch ein dezentrales Asset zu halten“, meint Obereder.

Zugleich würde aktuell die Hoffnung bestehen, dass die US-Zentralbank Federal Reserve (kurz: Fed) ihre angekündigten Zinserhöhungen aufgrund des Krieges verschieben könnte. Sollte die Leitzinserhöhung um 0,5 Prozent kommen, geht Obereder davon aus, dass der Kryptomarkt davon stark nach unten beeinflusst wird. Je länger die Zinswende also hinausgezögert werde, desto besser für den Kryptomarkt. Zwar habe die Fed sich bereits dazu geäußert, dass sie an ihrem Plan festhalten wolle, Obereder hegt aber die Hoffnung, dass die Zinspolitik aufgrund der turbulenten Entwicklungen doch erst einmal so beibehalten wird.

Kurze Verschnaufpause aber keine Trendwende

“Wenn man sich die Preisanstiege ansieht, stellt man sich nicht nur die Frage, woran diese Entwicklung liegt, sondern auch, ob das Ganze nachhaltig ist. Ich denke, dass es nicht nachhaltig ist, sondern dass wir uns nach wie vor in diesem Bärenmarkt befinden”, erklärt der Krypto-Experte. Den aktuellen Kursanstieg verstehe er vielmehr als eine kurze Verschnaufpause nach oben, langfristig sehe er aber weiterhin den Abwärtstrend. Eine wirkliche Trendwende würde Obereder erst dann sehen, wenn der Bitcoin für ein paar Tage wieder über 50.000 US-Dollar klettern würde. „Solange er immer nur kurzfristig steigt und dann wieder abverkauft, ist das noch keine Trendwende“, stellt er abschließend fest.

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Das Ohana Gründer-Trio Christian Orgler, Stephan Brunner und Kevin Snajda | (c) Ohana
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Ohana ist eine Kinderschutz-App von Christian Orgler, Stephan Brunner und Kevin Snajda. Kurz nach der Gründung 2022 investierten die Runtastic-Gründer rund um Florian Gschwandtner mit ihrer Beteiligungsgesellschaft 8eyes einen nicht näher genannten Betrag in das Startup (brutkasten berichtete). Im Jahr darauf holte man Hansi Hansmann an Bord, welcher ein siebenstelliges Investment mitfinanzierte. 2025 folgte eine Partnerschaft mit Drei. Nun lanciert Swisscom mit Kids Security eine neue App für digitale Kindersicherheit. Die Technologie dahinter stammt vom österreichischen Unternehmen Ohana.

Ohana setzt auf Inklusion und Transparenz

Für ihre neue App Kids Security liefert und betreibt Ohana die Grundlage des neuen Angebots der größten Schweizer Telekommunikationsanbieterin. Sie soll konkret Familien bei einem sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Smartphone und Internet unterstützen. Die plattformübergreifende Technologie verbindet dabei technische Schutzfunktionen mit einem Ansatz, der auf Transparenz, Medienkompetenz und die aktive Einbindung von Kindern setzt.

Kids Security ermöglicht Eltern unter anderem, Bildschirmzeiten zu strukturieren, Apps und Online-Inhalte zu verwalten sowie Einblicke in die Gerätenutzung ihrer Kinder zu erhalten. Dabei setzt die Lösung nicht auf reine Kontrolle: Kinder werden aktiv eingebunden, Regeln und Einstellungen bleiben für sie nachvollziehbar und Familien werden dabei unterstützt, gemeinsam einen gesunden Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln.

Neues Handlungsfeld für Telekommunikationsanbieter

„Telekommunikationsanbieter begleiten Familien jeden Tag in der digitalen Welt. Damit sind sie auch in einer besonderen Position, Eltern und Kinder dabei zu unterstützen, sich sicher und selbstbestimmt darin zu bewegen“, sagt Orgler, Geschäftsführer von Ohana. „Dass Swisscom digitale Kindersicherheit als Teil des eigenen Angebots aufgreift, zeigt, welche Bedeutung das Thema mittlerweile hat.“

Smartphones, Social Media und Gaming sind längst fester Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig stehen viele Eltern vor der Frage, wie sie ihre Kinder schützen können, ohne ihre Privatsphäre übermäßig einzuschränken, heißt es in der Presseaussendung. Für Telekommunikationsanbieter entsteht laut Ohana damit ein neues Handlungsfeld: Neben Konnektivität und Zugang zur digitalen Welt gewinnt auch die Frage an Bedeutung, wie Familien bei der sicheren Nutzung unterstützt werden können.

Ohana-Founder: „Ein Meilenstein“

„Swisscom ist für uns eine wichtige Partnerin und der Launch von Kids Security ein großer Meilenstein“, so Orgler weiter. „Digitale Kindersicherheit wird für Telekommunikationsanbieter zunehmend zu einem Thema, an dem sie nicht mehr vorbeikommen. Wer Familien Zugang zur digitalen Welt bietet, muss sich auch damit auseinandersetzen, wie Kinder diese sicher und gesund nutzen können. Swisscom geht diesen Schritt jetzt und wir sind überzeugt, dass weitere Anbieter folgen werden.“

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