Warrify: So müssen Händler keine Belege drucken und übergeben
Das Klosterneuburger Startup Warrify will sich (mittlerweile) als Anbieter für digitale Belege etablieren. In der Coronakrise lässt der accent-Incubee Händler die Möglichkeit, Rechnungen kontaktlos zu "übergeben", kostenlos testen.
Screenshot: Warrify-Co-Founder Simon Hasenauer, Accent-Geschäftsführer Michael Moll (r.o.) und NÖ Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger (r.u.) bei der virtuellen Betriebsbesichtigung
Bereits vor einigen Jahren begann die Reise des Klosterneuburger Startups Warrify als Projekt an der FH Krems. Die Mission sei von Beginn an gewesen, dass keine Gewährleistungs- oder Garantie-Ansprüche mehr verloren gehen sollen, erzählt Co-Founder Simon Hasenauer bei einer „virtuellen Betriebsbesichtigung“ mit dem niederösterreichischen Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger. Auf der Plattform (als App für iOS und Android verfügbar) können User all ihre Rechnungen und Belege, die sie entweder per Smartphone abfotografieren oder digital ohnehin erhalten haben, übersichtlich ablegen.
Erfasst werden von der Software nicht nur Händler, Beträge und Rechnungsdaten, sondern auch die gekauften Produkte und Details zu diesen. User bekommen dann eine Reihe von zusätzlichen Services angeboten – etwa Reparatur, Weiterverkauf oder Garantie-Verlängerung auf Knopfdruck und sie werden erinnert, bevor Ansprüche ablaufen.
Garantie-App alleine „nicht für die breite Masse geeignet“
Mit dem Konzept holte sich das niederösterreichische Unternehmen Anerkennung von vielen Seiten, gewann Wettbewerbe, bekam Förderungen bewilligt und ergatterte bei 2 Minuten 2 Millionen vor der Kamera ein Invstement, das es im Nachgang von sich aus absagte – der brutkasten berichtete. Wie viele andere Startups musste aber auch Warrify mit seinem B2C-Modell feststellen, dass der Massenansturm der User zunächst ausblieb. Vor etwa einem Jahr gelauncht, stehe man derzeit bei einer „mittleren vierstelligen“ Anzahl an Usern, sagt Gründer Hasenauer. „Wir haben viele Early Adopter, aber das Produkt ist so nicht für die breite Masse geeignet“, räumt der Gründer ein.
Warrify mit B2B-Modell für digitale Belege
Deswegen versucht man sich bereits seit vergangenem Herbst in einem anderen Feld, in dem man eine B2B-Strategie fährt: Als Anbieter digitaler Belege. Händler, die die Warrify-Lösung nutzen, können ihren Kunden anbieten, statt den Beleg zu drucken, einen QR-Code anzuzeigen (üblicherweise auf einem dem Kunden zugewandten Zweitbildschirm, wenn vorhanden). Die Endkunden können den Code per Smartphone scannen und gelangen dann zum digitalen Beleg im Web – eine vorangehende Registrierung, bzw. ein App-Download, sind nicht notwendig. Den Beleg können sie dann als pdf speichern, direkt per Mail versenden oder in der Warrify-App mit den oben beschriebenen Möglichkeiten hinterlegen (die sie dann gegebenenfalls downloaden und sich dafür registrieren können).
Kontaktloser Beleg: Kostenlose Nutzung für Händler in der Coronakrise
Nun in der Coronakrise bietet das Startup Händlern hierfür eine mehrmonatige kostenlose Testphase an, wie der brutkasten bereits berichtete – innerhalb von rund zwei Tagen soll das System implementiert sein. „Natürlich hoffen wir, dass wir in dieser Zeit Händler und Kunden überzeugen, unser Produkt dauerhaft zu nutzen“, sagt Hasenauer. Nach dem Test können die Händler auf ein Saas-Modell mit monatlichen Gebühren auf Basis der Anzahl der Rechnungsterminals umsteigen. Daneben verdient das Startup mit Provisionen für die in der App angebotenen Services Geld.
Gerade jetzt sei die Möglichkeit, dank des digitalen Belegs, an einer weiteren Stelle einen direkten Kontakt zwischen Kunden und Händler-Personal zu vermeiden, ein wichtiges Argument, erklärt der Gründer. „In Krisenzeiten merkt man, dass innovative Menschen sich schnell auf die neuen Gegebenheiten umstellen und nicht nur die Gefahr sehen“, kommentiert Wirtschaftslandesrat Danninger, das wolle man unterstützen.
Hilfe auch in der anderen Krise: Ressourcen schonen mit Warrify
Es gehe aber weiterhin auch um Ressourcenschonung und eine Verringerung der Umweltbelastung durch unnötig gedruckte Belege, erklärt Gründer Hasenauer. Jährlich würden derzeit weltweit 300 Milliarden Belege gedruckt. Diese hätten eine durchschnittliche Lebensdauer von gerade einmal drei bis vier Sekunden, bevor sie im Müll oder irgendwo auf der Straße landen.“Die Registrierkassenverordnung ermöglicht es in Österreich, Kunden einen rein digitalen Beleg zur Auswahl zu stellen und den nur als QR-Code anzuzeigen. Prinzipiell müssen Kunden den Code dann auch nicht scannen, können also dank unserer Lösung auf den Ausdruck verzichten, ohne noch irgendetwas tun zu müssen“, erklärt Hasenauer.
Möglich ist dies bislang in Geschäften von EP (Electronic Partner), dem ersten großen Kunden des Startups mit der Lösung – der brutkasten berichtete. Man sei jedoch derzeit in Gesprächen mit sechs größeren heimischen Händlern und auch deutschen Unternehmen. Eine Kooperation mit einem der großen heimischen Telekom-Anbieter, der die Warrify-Lösung in all seinen Shops anbieten will, soll in Kürze spruchreif sein.
accent unterstütze von Beginn an
Einen „maßgeblichen Beitrag“ zum bisher erreichten habe Accent geleistet, sagt Hasenauer. Das Startup war bereits im ersten Stadium als FH-Projekt im Creative Pre-Incubator (CPI), von wo aus es eine „Learning-Weltreise“ machte und an der Berkeley Summer School teilnahm, und wurde anschließend im accent Tough Tech Incubator aufgenommen. „Wenn das System gut angenommen wird, kann das eine sehr interessante langfristige Perspektive für Warrify bedeuten“, meint accent Geschäftsführer Michael Moll. „Wir sind stolz, Warrify schon seit ihrem Start 2018 im Creative Pre-Inkubator-Programm und jetzt im accent Inkubator begleiten zu dürfen“. In den kommenden Monaten strebt das Startup übrigens eine sechsstellige Finanzierungsrunde an.
Startup-Land Oberösterreich: Von der Industrie-Hochburg zum Hightech-Zentrum
Wenn es einem Bundesland gelingt, in der öffentlichen Wahrnehmung einen Gegenentwurf zum dominanten Startup-Hub Wien aufzubauen, dann ist es Oberösterreich: Das Industrie-Bundesland und insbesondere die Hauptstadt Linz fallen auf — sei es durch bekannte Scaleups, spektakuläre Exits, KI-Forschung auf Weltniveau oder die umfassende Infrastruktur für Startups mit der Tabakfabrik Linz als markantem Monument. Wir werfen einen genaueren Blick auf das vielseitige Startup-Land Oberösterreich.
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Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.
Jung, zufrieden und KI-affin
Ein Blick auf die Ergebnisse des Austrian Startup Monitor 2025 zeigt: Mit seinen 442 Startup-Gründungen seit 2015 liegt Oberösterreich mit 12 Prozent aller Gründungen österreichweit zwar weit hinter dem dominanten Hub Wien (46,5 Prozent), aber nahezu gleichauf mit der zweitplatzierten Steiermark (12,4 Prozent). Während das Bundesland beim Anteil an Scaleups (9,1 Prozent) oder Spinoffs (15,9 Prozent) an sämtlichen Gründungen und noch mehr beim Gründerinnen-Anteil (7,4 Prozent) nicht an die heimischen Spitzenreiter herankommt, stechen drei Statistiken positiv hervor:
37% – Oberösterreich hat laut Austrian Startup Monitor 2025 mit 37 Prozent der Gründer:innen, die bei der erstmaligen Gründung unter 25 Jahre alt waren, eine im Vergleich (Österreich-Schnitt: 25,6 Prozent) sehr junge Founder-Community.
74% – 74 Prozent der oberösterreichischen Startups nennen KI als für sie wichtigste Schlüsseltechnologie — auch das ist ein Spitzenwert innerhalb Österreichs, knapp vor Wien (72,7 Prozent).
7,2 Punkte – Kein anderes Bundesland kommt in der Frage nach dem Standort auf eine so hohe Weiterempfehlungsrate: Auf einer Skala von 0 bis 10 liegt Oberösterreich mit durchschnittlich 7,2 Punkten österreichweit auf Platz eins und deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 6,2.
Startups und Scaleups: Die Aushängeschilder
Oberösterreich brachte schon eine ganze Reihe großer Startups und Scaleups hervor. Bei manchen liegt der Exit mittlerweile lange zurück, etwa bei Dynatrace oder Runtastic, bei anderen wie Agilox ein paar Jahre, bei Tractive ist er erst kürzlich (in Rekordhöhe) erfolgt. Wieder andere, etwa der von Analysten milliardenbewertete Spezialist für Sicherheitslösungen Loxone oder das Spacetech Peak Technology, sind der Scaleup-Phase bereits entwachsen und haben sich endgültig als große Player am Weltmarkt etabliert. Es gibt aber auch einige aktive „heiße Eisen“ — rechts vier herausragende Beispiele.
Mit mehreren Mega-Investments, zuletzt einer 80-Millionen-US-Dollar-Runde im Jahr 2024, steht Storyblok aus Linz auf der exklusiven Liste der heimischen „Soonicorns“ und ist damit das Scaleup-Aushängeschild Oberösterreichs. Mit seinem Headless-CMS kann das Scaleup Referenzen wie Netflix, Tesla und Adidas vorweisen.
neoom
Zu den herausstechenden Scaleups Oberösterreichs zählt auch das auf Energielösungen spezialisierte Unternehmen neoom aus Freistadt. Auf sich aufmerksam machte es mit mehreren achtstelligen Investmentrunden, darunter eine 25-Millionen-Euro-Series-B-Runde 2023. Der Außenumsatz ist laut Unternehmensangaben indes neunstellig.
Entstanden im Runtastic-Umfeld ist hello again aus Leonding längst selbst eine Größe. Das Scaleup ist Marktführer im DACH-Raum bei Kundenbindungs-Apps und erreicht über diese mehr als 16 Millionen Endnutzer:innen. Unter den mehr als 1.000 Unternehmenskunden sind etwa Deichmann, Müller und Klipp.
Und noch einmal Linz: Blockpit hat mit seinem Steuer-Tool erfolgreich eine Nische im gigantischen Krypto-Markt besetzt, die vor allem in der EU von Bedeutung ist. Das Linzer Scaleup ist in seinem Bereich Marktführer im DACH-Raum und hat seine Lösung bei Playern wie Bitpanda und Bybit EU integriert.
Wer in Oberösterreich ein Startup gründet, kann neben den bundesweiten Angeboten auf eine ganze Reihe von landesspezifischen Unterstützungsmöglichkeiten zurückgreifen.
Viele davon, etwa der Tech-Inkubator tech2b, der Co-Working-Anbieter Tech Harbor, der auch umfassende Werkstattflächen bereitstellt, und der Kreativwirtschafts-Spezialist creative region, haben gemeinsam mit den oberösterreichischen Unis und FHs, der Wirtschaftskammer und weiteren Playern eine zentrale Anlaufstelle geschaffen: hub’ert. Dort können Startups die passende Unterstützung bzw. die passenden Unterstützungen für ihr Business finden.
Oberösterreichische Startups profitieren nicht nur von der Fülle an einzelnen Angeboten, sondern auch von der Vernetzung zwischen diesen. Dabei spielt — wie sollte es anders sein? — auch die Industrie eine entscheidende Rolle, zum Beispiel über Pier4 von tech2b, das Startups mit etablierten Unternehmen vernetzt. Und wer etwa im MedTech-Inkubator von tech2b ist, findet damit bereits Anschluss an den Medizintechnik-Cluster Oberösterreich.
Teil dieses Ökosystems, wenn auch nicht Teil von hub’ert, ist auch die Startrampe der Sparkasse Oberösterreich mit Sitz in der Linzer Tabakfabrik. Sie bietet unter anderem einen Accelerator, Workspace und Beratung bei Businessplänen und Finanzierung.
Finanzierung
Wer in Oberösterreich Kapital für sein Startup braucht, wird sowohl bei öffentlichen als auch privaten Geldgebern fündig. Mit Business Upper Austria hat auch Oberösterreich eine landeseigene Förderstelle; und mit dem OÖ Gründerfonds und dem Landes-VC OÖ HightechFonds zwei weitere Finanzierungsvehikel.
Auf privater Seite sind es vor allem erfolgreiche Gründer:innen, die über ihre Vehikel als Investor:innen agieren. Heraus stechen hier die Runtastic-Gründer mit ihrer gemeinsamen Investmentgesellschaft 8eyes, aber etwa auch Tractive-Gründer Michael Hurnaus, der schon vor seinem Rekord-Exit (siehe Abschnitt zu Exits) als Business Angel agierte. Mit startup300 nahm zudem das bislang wohl ambitionierteste heimische Angel-Netzwerk seinen Ausgang in Linz, zog sich aber bereits vor einigen Jahren schrittweise wieder zurück.
Auch Österreichs nach Assets under Management größter Private-Equity-Investor hat seinen Sitz in Oberösterreich: die Invest AG der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Sie hat ein breites Portfolio unterschiedlicher Unternehmen, wobei Startup-Finanzierungen in den vergangenen Jahren eine immer größere Rolle spielen.
Der monumentale Knotenpunkt
Was hub’ert auf der organisatorischen Ebene ist, ist die Tabakfabrik Linz auf der physischen: Nicht alle, aber viele Fäden des oberösterreichischen Startup-Ökosystems laufen in der ehemaligen Fabrik zusammen — wo sonst in der Industriestadt? Auf den nicht weniger als 80.000 Quadratmetern Nutzfläche haben nicht nur zahlreiche Ökosystem-Player, sondern auch eine große Zahl an Startups ihren Sitz. Auch das einstmals denkbar ambitionierte Projekt startup300 wählte die Tabakfabrik als Hauptquartier — und betreibt hier heute unter anderem noch den Co-Working-Bereich factory300.
Mit der IT:U (Interdisciplinary Transformation University Austria) hat Österreichs jüngste öffentliche Universität ihren Sitz in Linz. Neben einem neuen inhaltlichen Fokus auf digitaler Transformation und neuen Wegen in der Lehre setzt die IT:U von Beginn an auch auf eine Spinoff-Strategie. Dabei kann sie in Oberösterreich durchaus auf ein starkes Ökosystem aufbauen: Sowohl die Johannes Kepler Universität Linz (JKU) als auch die FH Oberösterreich können jeweils eine ganze Reihe erfolgreicher Spin-offs vorweisen. Außerdem setzen beide stark auf die Zusammenarbeit mit Industrie und Wirtschaft. Besonders deutlich wird das im Softwarepark Hagenberg: Dort betreibt die JKU Forschungsinstitute und die FH OÖ ihren IT-Lehr-Standort und den Coworking- und Inkubationsspace Bytewerk. Dabei werden Synergien mit dem außeruniversitären Comet-Zentrum Software Competence Center Hagenberg und mehreren Konzernen und großen Playern am Standort gelebt.
KI-Forschung von Weltrang
Wer die oberösterreichische Universitätslandschaft durch die Innovationsbrille betrachtet, kommt an KI-Koryphäe Sepp Hochreiter nicht vorbei. Der gebürtige Bayer gilt mit seiner Arbeit über Long Short-Term Memory (LSTM) als einer der globalen Wegbereiter der modernen KI. Bereits seit 2006 lehrt er an der JKU und leitet dort das Institut für Machine Learning. Bei der Lehre belässt Hochreiter es aber nicht: Mit dem Spinoff NXAI arbeitet er an der nächsten KI-Grundlage „xLSTM“ (Extended Long Short-Term Memory). Die ist wiederum Basis für spezialisierte KI-Modelle, die die globalen Größen in der jeweiligen Nische übertreffen. Der Schwerpunkt ist dabei — auch hier zeigt sich das oberösterreichische Ökosystem — Industrial AI. In diesem Feld bewegt sich auch das NXAI-Spinout Emmi AI, das mit seinem Exit an den französischen KI-Riesen Mistral dieses Jahr für Aufsehen sorgte.
Doch auch abseits der JKU entstehen in Oberösterreich KI-Startups, etwa das Linzer Unternehmen Straion, das dieses Jahr eine Seed-Finanzierungsrunde im Millionenbereich abschloss. Die Plattform des Startups stellt sicher, dass KI-generierter Code interne Standards, Sicherheitsanforderungen und Architekturvorgaben von Unternehmen einhält und damit „enterprise-ready“ ist.
Katrin Freihofner, Straion
Das Exit-Bundesland
Der oben erwähnte Verkauf von Emmi AI an Mistral um kolportierte mehr als 300 Millionen Euro war spektakulär — ist aber bei Weitem nicht der einzige große oberösterreichische Startup-Exit. Ebenfalls dieses Jahr gelang dem Paschinger Haustier-Tracking-Scaleup Tractive mit dem Verkauf an die italienische Bending Spoons um kolportierte 900 Millionen US-Dollar der vermutlich größte Übernahmedeal der heimischen Startup-Geschichte. Mehr als ein Jahrzehnt zuvor hatte der Exit von Runtastic an Adidas um 220 Millionen Euro maßgeblich zum ersten großen Startup-Hype in Österreich beigetragen. Die vier Runtastic-Gründer — Florian Gschwandtner, René Giretzlehner, Christian Kaar und Alfred Luger — wurden danach nicht nur über ihre Beteiligungsgesellschaft 8eyes selbst zu wichtigen Ökosystem-Playern: Tractive etwa wurde von Gschwandtner mitgegründet; bei Scaleups wie hello again waren die vier Gründer von Beginn an als Investoren an Bord.
300 Mio. € – Verkauf von Emmi AI an Mistral
900 Mio. $ – Verkauf von Tractive an Bending Spoons
220 Mio. € – Exit von Runtastic an Adidas
Alte, neue und große Player
Als Industrie-Bundesland beheimatet Oberösterreich bekanntlich Größen wie voestalpine, Miba, KTM, FACC, Lenzing, Greiner oder Engel — um nur ein paar zu nennen. Einige davon sind längst ins Ausland verkauft, haben aber nach wie vor ihren Sitz in Oberösterreich. Hinzu kommen internationale Riesen wie BMW und Siemens, die im Bundesland konzernweit wichtige Standorte betreiben.
Doch auch Tech-Größen sind in Oberösterreich zu finden. In der Schnittmenge zwischen Industrie- und Tech-Unternehmen befindet sich Keba, das mit seinen Lösungen für industrielle Automatisierung zu den globalen Playern im Feld zählt und dabei massiv auf KI setzt — mehr dazu in der Coverstory mit Keba-CEO Christoph Knogler. So wie Keba stammt ebenfalls aus Linz das international erfolgreichste IT-Unternehmen mit Wurzeln in Österreich: Dynatrace. Seinen formellen Sitz hat der Observability-Weltmarktführer, bei dem Co-Founder Bernd Greifeneder nach wie vor CTO ist, zwar schon lange in den USA; der weltweit größte Standort ist jedoch in der Stahlstadt und wurde erst dieses Jahr mit einem neuen Campus erheblich ausgebaut.
Über Industrie und IT hinaus hat Oberösterreich noch ein drittes Aushängeschild: die Ars Electronica. Was 1979 als Festival an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft begann, ist heute eine vierteilige Institution aus Festival, Prix, dem Museum Ars Electronica Center und dem Futurelab. Letzteres ist für das Innovationsökosystem das relevanteste Element: Das Labor entwickelt gemeinsam mit Unternehmen Prototypen und Zukunftskonzepte und schlägt damit die Brücke zurück zur Industrie. Linz trägt seit 2014 den Unesco-Titel „City of Media Arts“.
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Warrify: So müssen Händler keine Belege drucken und übergeben
Bereits vor einigen Jahren begann die Reise des Klosterneuburger Startups Warrify als Projekt an der FH Krems.
Die Mission sei von Beginn an gewesen, dass keine Gewährleistungs- oder Garantie-Ansprüche mehr verloren gehen sollen, erzählt Co-Founder Simon Hasenauer bei einer „virtuellen Betriebsbesichtigung“ mit dem niederösterreichischen Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger.
Auf der Plattform können User all ihre Rechnungen und Belege, die sie entweder per Smartphone abfotografieren oder digital ohnehin erhalten haben, übersichtlich ablegen.
Inzwischen setzt das Startup mit rein digitalen Belegen auch auf ein B2B-Modell, das vor allem jetzt in der Coronakrise wegen einer weiteren Möglichkeit zur Vermeidung von direktem Kontakt gut angenommen wird.
Es gehe aber weiterhin auch um Ressourcenschonung und eine Verringerung der Umweltbelastung durch unnötig gedruckte Belege, erklärt Gründer Hasenauer.
Das Startup war bereits im ersten Stadium als FH-Projekt im Creative Pre-Incubator (CPI), von wo aus es eine „Learning-Weltreise“ machte und an der Berkeley Summer School teilnahm, und wurde anschließend im accent Tough Tech Incubator aufgenommen.
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Warrify: So müssen Händler keine Belege drucken und übergeben
Bereits vor einigen Jahren begann die Reise des Klosterneuburger Startups Warrify als Projekt an der FH Krems.
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