30.08.2015

Warren Buffett feiert 85. Geburtstag und ist kein bisschen leise

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(c) Wirtschaftsblatt/REUTERS/Lucas Jackson (UNITED STATES - Tags: BUSINESS) - RTR3MDHQ: Warren Buffett feiert 85. Geburtstag

Ruhestand ist nicht: „Ich plane zu arbeiten, bis ich über 100 bin“, hatte sich US-Multimilliardär Warren Buffett schon vor Jahren selbst versprochen. Der Investor, der für einen bescheidenen Lebensstil bekannt ist, feiert am 30. August seinen 85. Geburtstag. Die Aktionäre seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway hören das bestimmt gerne, denn es scheint, als werde der Börsenguru mit dem Alter nur besser: Jedes Quartal scheffelt er Milliardengewinne.

Zuletzt ließ es Buffett, der wegen seines Gespürs für lukrative Geldgeschäfte und seiner Herkunft das „Orakel von Omaha“ genannt wird, noch einmal so richtig krachen: Vor rund drei Wochen stemmte seine Berkshire Hathaway mit dem Kauf des Flugzeug-Zulieferers Precision Castparts Corp (PCC) die größte Übernahme ihrer Geschichte. Etwa 37,2 Milliarden Dollar (33 Milliarden Euro) lässt sich das Konglomerat den Deal kosten.

Buffett selbst, der mit einem geschätzten Vermögen von 63,4 Milliarden Dollar Platz Drei der vom US-Magazin „Forbes“ veröffentlichten und von seinem Freund Bill Gates angeführten Rangliste der reichsten Superreichen der Welt belegt, kommt nicht zur Ruhe. Im Sommer feierte er sein 50. Dienstjubiläum als Berkshire-Chef. Die alljährliche Generalversammlung seiner Beteiligungsgesellschaft fiel deshalb noch etwas spektakulärer aus als ohnehin schon. Das von den Besuchern als „Woodstock des Kapitalismus“ bezeichnete Event, zu dem Aktionäre aus der ganzen Welt anreisen, um ein Wochenende mit ihrem Idol zu verbringen, platzte aus allen Nähten. Über 40.000 Fans versetzten Buffetts Heimatstadt Omaha im US-Bundesstaat Nebraska in Ausnahmezustand. Beim ersten Aktionärstreffen vor fünfzig Jahren kamen zwölf Personen. Der Kult um die Investorenlegende wird jedes Jahr größer.

Starallüren sind dem Multimilliardär jedoch fremd. Trotz seines enormen Reichtums wirkt er wie der nette Großvater von nebenan und verzichtet auf jeglichen Luxus. Große Teile seines Vermögens spendet er für wohltätige Zwecke. Erst vor kurzem spendete er 2,8 Milliarden Dollar an gemeinnützige Stiftungen. Einmal im Jahr versteigert Buffett zudem ein Mittagessen mit sich für den guten Zweck. Der „Power Lunch“ spielte im Juni 2,3 Millionen Dollar ein.

Bodenständigkeit und Bescheidenheit erklären Buffetts hohe Sympathiewerte. Der von Fans als erfolgreichster Investor aller Zeiten verehrte Selfmade-Multimilliardär kann Fehler eingestehen und sich selbst auf die Schippe nehmen – eine Ausnahme im umkämpften Geldgeschäft. Von den auf kurzfristige Gewinne erpichten Renditejägern der Wall Street distanziert er sich.

„Jemand sitzt heute im Schatten, weil ein anderer vor langer Zeit einen Baum pflanzte“, meint Buffett. Nur ein langfristiger Ansatz könne stabiles Wachstum liefern. Allerdings wird kritisiert, halte Buffett selbst diese Prinzipien nicht durchwegs ein. Für Kritik sorgen beispielsweise Kooperationen mit dem Private-Equity-Riesen 3G, der auch vor dem Ausschlachten von Firmen nicht zurückschreckt. Aber selbst das kratzt kaum am Image des Vorzeige-Finanzkapitalisten.

Bleibt eigentlich nur die Frage: Wer soll seinen Job einmal übernehmen? Angesichts der Vitalität, die der Berkshire-Chef noch immer versprüht, scheint das Thema zwar noch nicht akut. Dennoch dürfte die Nachfolge intern bereits geregelt sein, zumindest gab es zuletzt recht klare Hinweise.

Buffetts Vize Charlie Munger, der sogar schon 91 ist, sieht keinen Grund zur Sorge: „Berkshire wird es gut gehen, wenn wir weg sind – vielleicht sogar besser“, versicherte er den Aktionären im Mai.

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Harald Nitschinger, Gründer von Prewave | (c) Prewave

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Prewave: KI-Agenten übernehmen Recherche

Hier soll Quantified Resilience helfen, die globalen Risikodaten von Prewave mit den eigenen Daten eines Unternehmens zu verbinden, darunter Stücklisten, Lagerbestände, alternative Bezugsquellen und Umsatzzahlen. Spezialisierte KI-Agenten würden dann die Recherche übernehmen, Risiken priorisieren und deren mögliche finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen bewerten.

Ein Bestandteil des neuen KI-Portfolios heißt Prewave Respond und beinhaltet KI-Agenten, die Signale aus der gesamten Plattform bündeln und Risikosituationen danach ordnen, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Risikomanager würden so auf einen Blick sehen, welche Situationen jetzt Aufmerksamkeit erfordern und welche warten können. Die Agenten lassen sich an die eigenen Prozesse und Prioritäten des jeweiligen Unternehmens anpassen.

Plattform zeigt Betroffenheit

„Die Bewertung einer Störung hat unser Risikoteam früher einen halben Tag gekostet, plus Abstimmung mit den Konzerneinkäufern, um die Auswirkungen auf die Lieferanten zu verifizieren“, erklärt Verena Rausch, Group Risk Manager bei der Vaillant Group, wie Prewave den Aufwand bei der Bewertung einzelner Störungen reduziert. „Beim Erdbeben von Kumamoto hat Prewave rund 50 aufgezeigte Lieferanten auf 11 eingegrenzt, die geprüft werden mussten, und einen unmittelbaren Produktionsstopp aufgezeigt. Das verkürzt den Zeitaufwand für jede Bewertung.“

Der Schlüssel zu dieser Priorisierung liege darin zu verstehen, was eine Störung für das Geschäft bedeutet. Die Prewave-Plattform kombiniert Informationen zu globalen Ereignissen, Lieferantenstandorten, Tier-n-Beziehungen und Rohstoffabhängigkeiten mit den eigenen Lieferketten- und ERP-Daten des Unternehmens. Sie zeige so, welche Lieferanten, Materialien oder Produkte tatsächlich betroffen sind.

Für Nitschinger ist Quantified Resilience der nächste Schritt im Umgang mit zunehmend komplexen Lieferkettenrisiken: „Unseren Kunden fehlt es nicht an Informationen. Im Gegenteil, sie werden mit Warnmeldungen, Ratings und Lieferanten-Updates überflutet. Wir geben ihnen jetzt Werkzeuge an die Hand, die diese Signale in eine konkrete Entscheidungsgrundlage verwandeln: Was verdient meine Aufmerksamkeit? Wo bin ich tatsächlich exponiert? Was steht finanziell auf dem Spiel? Und wo sollten wir Resilienz aufbauen, um die größte Wirkung zu erzielen? Quantified Resilience macht diese Zusammenhänge messbar und damit steuerbar.“

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Über die Priorisierung hinaus berechnet Prewave die finanziellen Auswirkungen einer Störung anhand von Daten wie Lagerbeständen, Stücklisten und Umsatz, heißt es. Damit soll die Resilienz von einem Kostenfaktor zu einer Investitionsentscheidung werden. Unternehmen könnten Ausgaben dorthin lenken, wo sie am meisten bewirken, und sie gegenüber Geschäftsführung und Vorstand mit belastbaren Zahlen untermauern.

Künftig will Prewave diesen Ansatz nutzen, um die Lieferketten seiner Kunden ganzheitlich und proaktiv zu optimieren. Prewave Optimise, ein weiteres Tool aus der „Quantified Resilience“-Strategie, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet, soll zeigen, wo Absicherungen über das notwendige Maß hinausgehen und wo gefährliche Lücken bestehen. Ziel ist ein Lieferantennetzwerk, das Kosten und Resilienz entsprechend der individuellen Risikobereitschaft eines Unternehmens ausbalanciert.

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