08.06.2021

Vytal: Verpackungsstartup für Restaurants launcht in Wien

Nachdem Vytal mit seinem Mehrwegverpackungssystem für Essen bereits in Salzburg und Tirol aktiv war, startet das deutsch Startup seinen Dienst nun auch in Wien.
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Vytal, Mehrwegverpackung,
(c) Vytal - Das Vytal-Team breitet sein Mehrwegverpackungssystem in Österreich aus.

„Man merkt es“, sagt Vytal-Gründer Tim Breker. „Jetzt wo das Wetter besser wird, sieht man immer mehr wie Grünflächen ‚vermüllen'“. Der deutsche Unternehmer meint damit die Essensverpackungen, die achtlos einfach liegen gelassen oder weggeworfen werden. Aus diesem Grund und mit der Zunahme von „Take Away“- und bestelltem Essen hat er gemeinsam mit Sven Witthöft sein Startup gegründet.

Vytal gegen den „Einwegverpackungswahnsinn“

Vytal betreibt ein digitales und pfandfreies Mehrwegsystem mit Essensverpackungen für Mitnahme- und Lieferessen. Es richtet sich an Kantinenbetreiber, Restaurants, Supermärkte und Lieferdienste, die gegen den „Einwegverpackungswahnsinn“ ankämpfen und Vytal pro Befüllung bezahlen. Für Konsumenten ist das Konzept vergleichbar mit anderen Sharing-Diensten wie z.B. eScootern.

Per App registrieren

Kunden registrieren sich einmalig in der Vytal-App oder kaufen eine Offlinekarte und können damit bei jedem Partner frisch gespülte Bowls ausleihen und zurückbringen. Die Abwicklung des gesamten Prozesses erfolgt digital über die QR-Code-Etiketten der Behältnisse. Mit Hilfe von Erinnerungen, Anreizen, Gamification und Promotions werden die Nutzer zur regelmäßigen Nutzung und Rückgabe der Bowls motiviert, um so den ökonomischen und ökologischen Mehrwert des Systems zu maximieren. Mit über 99 Prozent Rückgabequote und einer durchschnittlichen Leihdauer von drei Tagen erziele Vytal bessere Rücklaufquoten als das deutsche Flaschenpfandsystem, so der Gründer. Bisher war man in Österreich in Salzburg und Tirol (Baguette-Filialen von MPreis) aktiv, nun launcht man in Wien.

Ra’mien und Madame Curry als Partner von Vytal

Unter dem Motto Bowlsharing statt Plastikmüll konnte man Restaurants der Hauptstadt wie das Ra’mien, Madame Curry oder neuDeli sowie insgesamt mehr als ein Dutzend Gastronomen gewinnen. „Ich bin überzeugt von Vytal und meine Kunden sind es auch. Die Handhabung ist einfach, sowohl für uns Gastronomen als auch für die Gäste – für die es auch noch völlig kostenfrei ist. Ich bin glücklich Teil einer nachhaltigen Bewegung zu sein. Noch nie war es einfacher in der Gastronomie Einwegverpackungsmüll und -kosten einzusparen“, meint Tie Yang, Inhaber von Ra’mien.

EU-Verbot von Einwegessensverpackungen aus Styropor

Felix Vornholt, City Manager von Vytal in Wien, ergänzt: „Nicht erst seit des auf EU-Ebene beschlossenen Verbots von Einwegessensverpackungen aus Styropor ist das Thema hochrelevant für Gastronomen. Allein durch die Corona-Pandemie ist der Plastikmüll durch Take-Away und Lieferessen nochmal um zehn Prozent angestiegen. Konsumenten suchen und erwarten zunehmend eine bequeme umweltfreundlichere Alternative. Mit der Vytal-App beweisen wir, dass Nachhaltigkeit und Convenience sich nicht ausschließen.“

Zwei Wochen Zeit für Rückgabe

Kunden können über die App oder die Mitgliedskarte bei jedem Partner-Restaurant Mehrwegbehälter kostenlos ausleihen und nach der Benutzung zurückbringen. Dafür haben sie 14 Tage Zeit bevor die Leihe kostenpflichtig wird. Es ist auch möglich, dass Lieferanten die Bowls bei der nächsten Bestellung wieder mitnehmen – allerdings gilt das „nur“ bei „Essensbringern“, die zum jeweiligen Restaurant gehören. Lieferdienstfahrer sind bei diesem Service nicht dabei.

„Nach dieser Zeit geht die Schale in den Besitz des Kunden über. Zehn Euro werden vom hinterlegten Zahlungsmittel abgebucht. Sollte man sich dann aber doch umentscheiden und merken, dass man die Bowls gar nicht braucht, kann man sie auch zurückgeben und erhält dafür fünf Credits gutgeschrieben, mit denen man essen bestellen kann“, erklärt Breker.

Liefercode-Funktion

Dank einer Liefercode-Funktion können Vytal-Nutzer auch Lieferessen von Wolt oder Lieferando in den Mehrwegbehälter bestellen – Gespräche mit Mjam für die Ausweitung des Angebots nach Österreich laufen bereits. Mittlerweile sind in Deutschland und Österreich über 1.200 nachhaltige Restaurants, Kantinen und Supermarkt-Partner Teil des Startups, das einer breiten Masse bekannt wurde, als sie in der „Höhle der Löwen“ Georg Kofler für sich gewinnen konnten.

Auch dabei sind große Caterer wie Dussmann, Compass und Aramark sowie die REWE Group. Billa etwa plane die Einführung von Vytal in ihren Märkten für Juli 2021. Für die weitere Zukunft möchte das Startup das Partnernetzwerk weiter ausbauen und in anderen Großstädten starten.

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Das Founder-Team von hello again rund um Franz Tretter (2.v.l.) | (c) hello again
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Mehr als 1.000 Unternehmenskunden mit insgesamt rund 18 Millionen App-User:innen – da steht hello again mit seinem Loyalty-App-Angebot aktuell. Zu den Kunden des Scaleups mit Sitz in Leonding neben Linz zählen große Ketten wie Müller, Deichmann, Klipp, L’Osteria oder Vamed Vitality World ebenso wie zahlreiche kleinere Ketten und Betriebe, wie etwa Leberkas-Pepi.

Im Mittelstand sei man im DACH-Raum Marktführer, sagt Gründer und CEO Franz Tretter gegenüber brutkasten. In der Region liegt bislang auch der klare geografische Fokus. „Wir haben zwar Kunden in 25 Ländern, aber keine Verkaufsteams vor Ort“, erklärt Tretter. Dazu gekommen sei es hauptsächlich über Weiterempfehlung, über Kunden die in weiteren Märkten aktiv sind oder etwa im Fall Südtirols über die kulturelle Nähe.

„Mont Blanc“, noch nicht „Mount Everest“

Doch nun stehen weitere Expansionsschritte bevor. „Wir wollen die Nummer 1 in Europa werden“, so Tretter selbstbewusst. Dafür nahm hello again nun eine größere Summe Kapital auf. Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Emeram steigt mit einem nicht konkret bezifferten achtstelligen Betrag ein. Es sei ein „mittlerer“ achtstelliger Betrag, präzisiert Tretter auf brutkasten-Rückfrage. Das Gründer-Team behalte dabei die Mehrheit und bleibe „im Driver-Seat“.

Dabei habe man mehrere konkrete Angebote gehabt und sich letztlich für die Münchner Gesellschaft entschieden: „Es ist der absolute best case“, so der Gründer. „Das ist schon Oberliga. Es fühlt sich an, als hätten wir den Mount Everest bestiegen“, sagt Tretter, um sich gleich selbst auszubessern: „Oder besser den Mont Blanc. Weil fertig sind wir noch lange nicht, es warten noch viele höhere Gipfel.“ Und schließlich sei ihm in den vergangenen Jahren als Unternehmer auch eines immer mehr bewusst geworden: „Der Weg ist das Ziel.“

Spanien oder Polen als nächster Markt

Und dieser Weg soll nun in weitere europäische Fokusmärkte führen. Konkret teste man aktuell bereits die Märkte Polen und Spanien, um die nächsten großen Schritte auszuloten. Tretter betont aber: „Der DACH-Raum bleibt noch unser größter Wachstumsmarkt. Es gibt noch sehr viel Potenzial.“ Schließlich kommen etwa vier der aktuell rund 18 Millionen App-User:innen aus dem Heimatmarkt Österreich. Entsprechend viel ist im mittlerweile wichtigsten Markt Deutschland noch zu holen.

Die geografische Expansion ist aber nicht die einzige aktuelle Entwicklung. So arbeite man etwa seit Kurzem mit netzwerkübergreifenden Prämien. „Es bekommt also zum Beispiel ein Leberkas-Pepi-Kunde einen Benefit bei Sky angeboten. Das ist ein riesiger Reichweiten-Vorteil“, erklärt Tretter.

Ein weiteres Thema, auf das man stark setze, sei Individualisierung durch KI. „Wir können auf Basis anonymisierter Daten zielgenaue personalisierte Angebote verschicken. Die User bekommen Benefits, die genau gerade relevant für sie sind. Das steigert den Umsatz nachweislich um acht Prozent“, sagt der Gründer. Denn diese Personalisierung sei auch eine „absolute Konsumentenerwartung“.

„Wir waren immer bodenständig“

Der Plan steht also. Das Mindset soll dabei das bewährte bleiben. „Wir waren immer bodenständig. Aber die Dampflok rollt und fährt und fährt“, sagt Tretter. Getreu dem zuvor erwähnten Motto – „der Weg ist das Ziel“ – soll es auch weitergehen. „Wird morgen alles einfacher?“, fragt Tretter in den Raum. „Nein, die nächsten Challenges kommen und wir werden gemeinsam weiter wachsen. Nicht nur das Unternehmen sondern auch die Mitarbeiter.“

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