Voxans: Wiener Startup entwickelt automatisierte Software für Video-Übersetzung
Mit dem All-in-One Video-Übersetzungstool hat das Wiener Startup Voxans einen digitalen Dolmetscher für Videos entwickelt. Die Software übersetzt, transkribiert und synchronisiert Videoaufnahmen in bis zu 45 Sprachen.
Ein Video innerhalb von nur wenigen Minuten automatisch transkribieren, übersetzen und synchronisieren – genau das bietet nun ein Wiener Startup mit seiner Übersetzungssoftware Voxans an. Gemeinsam mit Sebastian Bardach, Ahmed Al Yasiri und Christian Brom bietet das Jungunternehmen Übersetzungs-Leistungen von Videomaterialien in bis zu 45 Sprachen. “Mit Voxans haben wir einen digitalen Dolmetscher für Videos entwickelt, der ohne die Hilfe von Linguisten schnell und qualitativ hochwertige Ergebnisse erzielt”, erklären die Gründer.
Voxans unterbietet Preise der Konkurrenz
Die Idee zu Voxans war geboren, als Brom – Leiter der Limytd Online-Akademie – seine Ausbildungs-Videos rund um das Thema Blockchain in unterschiedlichen Sprachen anbieten wollte. Mit diesem Anliegen beauftragte er Bardach, der zugleich als CEO von Toptier Performace OG tätig ist. Innerhalb von nur sechs Monaten wurde das All-in-One Übersetzungstool – das seit Februar 2022 funktionsfähig ist – entwickelt.
Obwohl der Einsatz dieses Werkzeuges anfangs für den Eigennutzen gedacht war, hat das Trio schnell das Potential seiner Software erkannt und sich dazu entschlossen, Voxans zu kommerzialisieren. “Dank des Einsatzes von KI-Automatisierung können wir die Konkurrenz preislich deutlich unterbieten. Auch größere Auftragsvolumen arbeitet Voxans innerhalb kürzester Zeit ab. Dadurch sind wir gegenüber traditionellen Übersetzungs-Dienstleistern um ein Vielfaches schneller und in der Qualität viel besser”, so die Gründer.
Sprachausgabe mit menschlicher Stimme
Die auf künstliche Intelligenz basierte Übersetzungssoftware bietet mehr als nur eine rasche Translation-Funktion. Per Drag & Drop können Nutzer:innen jedes beliebige Video direkt von ihrem Computer in den Browser kopieren. Das Programm transkribiert daraufhin das Video und bietet die Möglichkeit, den generierten Text zu korrigieren. Nach der Überprüfung auf Fehler wird die Sprache ausgewählt und der Übersetzungs-Prozess gestartet.
Während übliche Translation-Tools eine monotone Roboter-Stimme verwenden, haben sich die Gründer bemüht, Voxans so natürlich wie möglich klingen zu lassen. “Die generierte Stimme kann kaum bis gar nicht von einer menschlichen unterschieden werden. Die automatisierte Sprachausgabe ist zudem hochwertig und synthetisch”, so das Trio. Die Softwarelösung sei einfach zu bedienen und könne ein ein-minütiges Video innerhalb von nur zwei Minuten übersetzen und synchronisieren, erklären die Co-Founder weiter.
Gründung und Wachstum folgen
Zudem bietet Voxans zu jeder Übersertzung eine SRT-Datei mit den Untertiteln, die über 85 Prozent Fehlerfreiheit vorweisen. Dank der wachsenden Nachfrage strebt das Startup die Gründung der Voxans GmbH schon im Mai dieses Jahres an. Auch das Team soll in Kürze um einen CFO wachsen. Dafür holt das Gründer-Trio den erfahrenen Business Angel und Gründer, Gerald A. Hollaus, ins Voxans-Boot.
Vom Labor zum Markt: Warum Innovation erst in der Produktion Realität wird
Österreich verfügt über starke Forschung, innovative Life-Science-Unternehmen und Top-Talente. Doch zwischen Wissenschaft und erfolgreicher Versorgung liegt ein entscheidender Schritt, der oft unterschätzt wird: die industrielle Umsetzung.
Vom Labor zum Markt: Warum Innovation erst in der Produktion Realität wird
Österreich verfügt über starke Forschung, innovative Life-Science-Unternehmen und Top-Talente. Doch zwischen Wissenschaft und erfolgreicher Versorgung liegt ein entscheidender Schritt, der oft unterschätzt wird: die industrielle Umsetzung.
Christoph Reinwald, General Manager des Pharma-Startups Complex Pharmaceuticals |
Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 Aufbrechen erschienen.
Wenn über Innovation gesprochen wird, stehen meist Forschung, neue Technologien oder bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse im Mittelpunkt. Gerade im Life-Science-Bereich sind es häufig neue Wirkstoffe, innovative Therapieansätze oder vielversprechende Biotech-Unternehmen, die Aufmerksamkeit erzeugen. Der eigentliche Härtetest beginnt aber oft erst dann, wenn aus einer wissenschaftlichen Idee ein marktfähiges Produkt werden soll.
„Zwischen Forschung und erfolgreicher Versorgung liegt die industrielle Umsetzung – eine hochkomplexe Phase“, gibt Christoph Reinwald zu bedenken. Er ist General Manager von Complex Pharmaceuticals, einem österreichischen Pharma-Startup, das mit neuen Ansätzen zur Versorgungssicherheit und Stärkung des Wirtschaftsstandorts Europa beitragen will.
Die unterschätzte Seite der Innovation
Dabei geht es um weit mehr als Produktion im klassischen Sinn: Verpackung, Serialisierung, Dokumentation, Qualitätssicherung, regulatorische Anforderungen, Lagerung und Distribution bilden gemeinsam jene Infrastruktur, die Innovation überhaupt erst für Patient:innen verfügbar macht.
Genau an diesem Punkt stehen viele europäische Life-Science-Unternehmen vor einer zentralen Herausforderung: „Forschungskompetenz ist vorhanden, technologische Ideen ebenfalls. Doch wenn es um flexible Produktions- und Verpackungskapazitäten geht, fehlen oft geeignete Strukturen“, weiß Reinwald aus eigener Erfahrung. Der Biotechnologe mit Spezialisierung auf Qualitäts- und Risikomanagement beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den regulatorischen und industriellen Anforderungen der Pharmabranche. In leitenden Funktionen verantwortete er Entwicklungs-, Produktions- und Qualitätsprozesse entlang der pharmazeutischen Wertschöpfungskette. Als Qualified Person gemäß EU-GMP-Richtlinie kennt er die Herausforderungen, die zwischen wissenschaftlicher Innovation und industrieller Umsetzung liegen, aus erster Hand.
Während viele industrielle Systeme auf große Produktionsmengen ausgelegt wurden, verändert sich die Branche zunehmend. Spezialisierte Therapien und Produkte, kleinere Chargengrößen und klinische Studien erfordern neue Produktionslogiken. „Gefragt sind heute Produktionssysteme, die schnell skalieren können, kurze Umrüstzeiten ermöglichen und unterschiedlichste Anforderungen des Marktes wirtschaftlich abbilden“, so Reinwald.
Infrastruktur als Innovationsmotor
Genau hier setzt er mit seinem Unternehmen Complex Pharmaceuticals an. In Traiskirchen, südlich von Wien, wird derzeit ein hochmodernes Produktions- und Verpackungszentrum für die pharmazeutische Industrie aufgebaut. Ziel ist es, flexible Kapazitäten für unterschiedliche Marktanforderungen bereitzustellen – von Klein- und Kleinstchargen bis hin zu kommerziellen Produktionsvolumina. Dabei versteht sich das Unternehmen nicht nur als Produktionsdienstleister, sondern als Teil eines größeren Ökosystems.
Denn die beste wissenschaftliche Idee bleibt wirkungslos, wenn sie nicht effizient produziert, verpackt und verteilt werden kann. Wettbewerbsfähigkeit entsteht heute entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Forschung bis zur Auslieferung. Daher braucht erfolgreiche Innovation laut Reinwald die richtige Infrastruktur.
Aus diesem Grund investiert Complex Pharmaceuticals bereits vor dem Produktionsstart Anfang 2027 in den weiteren Ausbau seines Standorts. Die Gesamtfläche wurde auf 15.200 Quadratmeter erweitert und damit beinahe verdoppelt. Neben den bereits vorhandenen Produktionskapazitäten bilden zusätzliche Lagerflächen sowie Infrastruktur für zukünftige Projekte die Grundlage für umfassende pharmazeutische Services.
Die Investition folgt dabei der Überzeugung, dass Europa nicht nur Forschungsexzellenz braucht, sondern auch die Fähigkeit, Innovationen industriell umzusetzen. Gerade Österreich bietet laut Reinwald dafür ideale Voraussetzungen: Universitäten, Forschungszentren, Startups und etablierte Industrieunternehmen bilden ein starkes Netzwerk. Werden diese Kompetenzen durch moderne Produktionsstrukturen ergänzt, entsteht ein Umfeld, in dem Innovation nicht nur gedeihen, sondern auch erfolgreich skaliert werden kann.
Für den Standort Traiskirchen bedeutet das eine langfristige Perspektive: Bis 2028 entstehen mehr als 60 neue Arbeitsplätze, gleichzeitig wird in Automatisierung, Digitalisierung und eine nachhaltige Gebäudetechnik investiert.
Von Science zu Business
Die eigentliche Bedeutung solcher Projekte reicht jedoch weit über einen einzelnen Standort hinaus. Sie zeigen, dass erfolgreiche Innovation nicht nur durch Forschung entsteht; sie entsteht dort, wo wissenschaftliche Erkenntnisse, unternehmerischer Mut und industrielle Umsetzung zusammenkommen. Oder anders gesagt: Der Weg von Science zu Business führt nicht nur durch das Labor, sondern auch durch die Fabrik.
Infobox: Complex Pharmaceuticals ist ein 2024 gegründetes Pharmaunternehmen mit Sitz in Wien und einem Produktions- und Verpackungszentrum in Traiskirchen. Mit seinem Fokus auf hochflexible Sekundärverpackung können unterschiedlichste Chargengrößen effizient und exakt hergestellt werden. So trägt das Unternehmen zur Versorgungssicherheit und Stärkung des Produktionsstandorts Europa bei. www.complex-pharma.com
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