06.03.2023

VLOW: Wie ein Vorarlberger Startup neues On-Demand-Ridesharing ermöglicht

Das Vorarlberger Startup VLOW rund um die beiden Gründer Patrick Schedler und Stefan Türtscher entwickelt eine neue Mitfahr-App, die freie Kapazitäten im Individualverkehr nutzbar machen möchte. Die Vermittlung der Mitfahrgelegenheiten erfolgt On-Demand. Angebot und Nachfrage werden dabei in Echtzeit generiert.
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Vlow
Die beiden Gründer Patrick Schedler und Stefan Türtscher | (c) Nina Bröll
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In den letzten 30 Jahren hat sich der Autoverkehr in Österreich verdoppelt. Grund für die Zunahme ist laut VCÖ unter anderem der stark gesunkene Besetzungsgrad. Waren 1980 im Schnitt noch 162 Personen in 100 Autos unterwegs, sind es heute nur noch 115. Diesen Umstand wollten die beiden Vorarlberger Gründer Patrick Schedler und Stefan Türtscher nicht hinnehmen und gründeten im Jänner 2023 das Vorarlberger Startup VLOW. Mit einer neuartigen Mitfahr-App soll laut den Gründern das Mitfahren wieder attraktiv gemacht werden.

Die Motivation zur Unternehmensgründung

Beide Gründer stammen aus demselben Dorf, einer 3000-Seelen-Gemeinde, die an einer Hauptverkehrsader im Bregenzerwald liegt. “In den letzten fünfzehn Jahren hat die Verkehrsbelastung stark zugenommen. Eine Umfahrung wurde lange Zeit als Lösung diskutiert. Kern des Problems ist jedoch, dass einfach zu viele Menschen alleine im Auto fahren” so Schedler.

Die Vorbereitungen zur Entwicklung der Mitfahr-App starteten bereits im Oktober 2021. Dazu zählte auch eine Marktanalyse bestehender Mitfahr-Apps. “Wir haben festgestellt, dass bereits vorhandene Lösungen eher für längere Fahrten ausgelegt sind und einen starken Planungscharakter aufweisen. Oftmals müssen Fahrten ein bis zwei Wochen im Vorfeld geplant werden”, so Schedler. Da 95 Prozent der Fahrten allerdings kürzer als 50 Kilometer sind, wollten die beiden Gründer eine neue Lösung entwickeln, die ohne großen Planungsaufwand auskommt. 

Spontane Vermittlung von Fahrten

Im Oktober 2022 wurde der erste MVP-Scope für die mobile App abgeschlossen. Die beiden Gründer von VLOW bezeichnen das System als sogenannte „Dynamic-Ride-Sharing“ -Lösung. Fahrer:innen und Mitfahrer:innen bzw. Angebot und Nachfrage werden dabei in Echtzeit zusammengeführt. Ein intelligenter Matching-Algorithmus liefert in Sekundenschnelle die besten Mitfahrgelegenheiten auf das Smartphone der Nutzer:innen. Des Weiteren sorgt die App für eine transparente Fahrkosten-Teilung, wobei sich der Preis am amtlichen Kilometergeld orientiert und vorab festgelegt wird. Dadurch soll auch die gewerbliche Nutzung der App umgangen werden. VLOW wiederum verdient Geld mit der Einhebung von Transaktions- und Vermittlungsgebühren.

Das weitere Wachstum VLOW

Gemeinsam wurde die App mit einem regionalen Verkehrsbetrieb in Vorarlberg erprobt. Die gesammelten Learnings sollen laut Türtscher nun in die Weiterentwicklung der App fließen. Das Startup wurde von der Austria Wirtschaftsservice (aws) mit einer Preseed-Förderung unterstützt. “Mit Hilfe der aws konnten wir an unserem MVP arbeiten und den Proof-of-Concept abschließen”, wie Schedler anmerkt. 

Derzeit ist die App für interessierte Nutzer:innen verfügbar, wobei in den nächsten Monaten am schrittweisen Wachstum gearbeitet wird. Zunächst soll die App für Fahrten im Familien- oder Freundeskreis zur Anwendung kommen. In einem weiteren Schritt möchte das Startup mit Event-Veranstalter:innen kooperieren. So soll die App im Zuge von Großveranstaltungen wie Messen oder Konzerte beworben werden. Auch eine Kooperation mit dem Bund oder Land schließen die Gründer nicht aus, wobei hier künftig auch Fahrtkostenbeiträge übernommen werden könnten.


*Disclaimer: Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice

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Beim Start 2019 war „H2FUTURE“ von voestalpine und Verbund das weltweit größte Wasserstoffpilotprojekt. Sieben Jahre später ist von derartigen Superlativen zwar nicht mehr die Rede, doch im Rahmen der Weiterführung unter dem Titel „H2FUTURE-Follow-Up“ sollen die Grundlagen für einen grundlegenden Wandel in der Stahlproduktion bei der voestalpine geschaffen werden. Dafür investieren die Projektpartner weitere 16,4 Millionen Euro.

Schon bislang wurde am Standort mittels „Protonen-Austausch-Membran-(PEM)-Elektrolyseanlage“ grüner Wasserstoff erzeugt – konkret knapp unter 2.000 Tonnen im gesamten Zeitraum. Die Anlage wird aktuell insbesondere dafür genutzt, um Frequenzschwankungen im Stromnetz auszugleichen, die durch die unregelmäßige Verfügbarkeit erneuerbarer Energien oder unterschiedliche Strombedarfe entstehen.

Erweiterung bringt neue Funktionen und Möglichkeiten

Mit der Erweiterung der Anlage kommen zur Erzeugung des Wasserstoffs nun auch die Verdichtung, Reinigung, Speicherung sowie die Verladung und Weiterverwendung hinzu. Vier von insgesamt fünf neuen Wasserstoffspeichertanks sollen Schwankungen zwischen der fluktuierenden Wasserstofferzeugung und dem Verbrauch ausgleichen und so zur Versorgungssicherheit beitragen. Über den fünften (Versand-)Tank soll ab Ende 2027 die Demonstrationsanlage „HY4SMELT“ direkt über eine rund einen Kilometer lange Rohrleitung mit Wasserstoff versorgt werden. Dabei handelt es sich laut voestalpine um Österreichs größtes Klimaschutz-Forschungsprojekt. Außerdem kann der Wasserstoff nun mittels Hochdruckverdichtern auf bis zu 500 bar komprimiert und in Trailer für den Straßentransport abgefüllt werden, um auch an externe Abnehmer:innen geliefert werden zu können.

Die Wasserstoffpilotanlage H2FUTURE | (c) Verbund

„Wir haben mit greentec steel eine klare Strategie zur Transformation unserer Stahlproduktion. Wir werden bereits im 1. Halbjahr 2027 je einen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz in Betrieb nehmen und können damit in einem ersten Schritt bis 2029 bis zu 30 Prozent unserer CO2-Emissionen einsparen. Langfristig streben wir bis 2050 eine Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen an. Wasserstoff wird dabei eine wichtige Rolle einnehmen“, sagt dazu voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner.

Erste neue Forschungsergebnisse Ende des Jahres

Die ersten Funktionstests des erweiterten Projekts wurden bereits gestartet, erste Forschungsergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Das Projekt endet im Dezember 2030 und wird auch aus Mitteln der Umweltförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus gefördert. „Das Projekt zeigt im industriellen Maßstab, wie erneuerbarer Strom in grünen Wasserstoff umgewandelt und für konkrete industrielle Anwendungen nutzbar gemacht werden kann“, kommentiert Verbund-CEO Michael Strugl.

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