31.08.2023

Vincent aus Bregenz hilft der Landwirtschaft bei ihren Prozessen

Der Verwaltungsaufwand von Landwirt:innen ist hoch und kostet viel an Zeit. Ein Bregenzer Startup namens Bitlab hat daher Vincent erfunden.
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Bitlab, Vincent
(c) Bitlab - Die beiden Bitlab-Founder Simon Kohler (l.) und Adam Ölz.

Die beiden 20-Jährigen Simon Kohler und Adam Ölz haben sich dem Ziel verschrieben, die Landwirtschaft bei der Digitalisierung zu unterstützen. Ihr gemeinsam gegründetes Unternehmen BitLab arbeitet aktuell an einer Plattform namens Vincent, die sich auf die Optimierung und Vereinfachung landwirtschaftlicher Betriebsprozesse fokussiert.

BitLab und Vincent

Zur Einordnung: Landwirt:innen in Österreich sind mit einem hohen Verwaltungsaufwand konfrontiert, der zeitaufwändig und mühsam ist. Daten werden vorwiegend analog in Papierform erfasst, was eine effiziente Analyse, sowie die Sicherstellung der Datenvollständigkeit signifikant erschwert. Hier kommt die Bregenzer Plattform ins Spiel.

Vincent umfasst folgende Anwendungsgebiete: Tier- und Mitarbeiterverwaltung, To-Dos, Lager- und Bewässerungsmanagement. Zudem ermöglicht die Plattform die Erstellung und Versendung automatisierter Rechnungen, Lieferscheine, Kontrollberichte und weiterer wichtiger Dokumente. Auch für die ökologische Landwirtschaft und Pfandsysteme entwickelt das Startup Lösungen.

Zentrale Dateneingabe

Die Nutzung von Datenanalyse zur Optimierung landwirtschaftlicher Prozesse hilft Landwirt:innen dabei, ihre Betriebsabläufe zu verbessern und ihre Ressourcen effizienter einzusetzen, so das Argument der beiden Jung-Unternehmer für die Digitalisierung von Landwirtschaft. Auch die zentrale Dateneingabe und -verwaltung ermögliche es, Daten an einem Ort zu speichern und zu verwalten.

„All dies erleichtert die Organisation und den Zugriff auf Informationen und verbessert die Datenqualität“, sagt Ölz. „Die bürokratischen Herausforderungen in der Landwirtschaft sind komplex und zeitaufwändig. Vincent automatisiert diesen Prozess.“

Mehr als Verwaltung

Laut ihm und Kohler geht Vincent aber über eine Verwaltungsplattform hinaus: Denn, neben Kalenderfunktionen zur Überwachung wichtiger Fristen, bietet die Plattform ebenso tiefgehende Analysen betrieblicher Daten, die eine kontinuierliche Optimierung ermöglichen sollen.

Zusätzlich zur genannten Verwaltung von betrieblichen Abläufen, ist es auch möglich, notwendige Meldungen automatisch an relevante Stellen wie VIS und AMA zu übermitteln.

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Foto: Symbolbild / KI-generiert (Google Gemini)

Österreich bündelt seine Kräfte im Bereich digitale Gesundheit: Beim Austrian Life Sciences Day im Palais Niederösterreich wurde am heutigen Tag die Initiative „Digital Health Austria – Innovationen für das Gesundheitssystem von morgen“ vorgestellt. Hinter dem Programm stehen die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), die Austria Wirtschaftsservice (aws) und die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG). Umgesetzt wird es im Rahmen der Industriestrategie der Bundesregierung mit Schwerpunkt auf Schlüsseltechnologien im Bereich Life Sciences.

Drei Player, klare Rollen

Ziel ist es, digitale Lösungen mit konkretem Nutzen für Patient:innen und Gesundheitsversorgung schneller in die Anwendung zu bringen. Adressiert werden sollen reale Herausforderungen wie der demografische Wandel, steigende Anforderungen an die Versorgung, regionale Versorgungslücken oder die bessere Nutzung von Gesundheitsdaten.

Die Rollen sind klar verteilt: Die FFG verantwortet die Forschungs- und Innovationsförderung, die aws bringt ihre Expertise zu Verwertung, Skalierung und Innovationsschutz ein, die LBG unterstützt bei Co-Creation, Open Innovation und gesellschaftlicher Wirkung. Finanziert wird die Initiative aus Mitteln des Fonds Zukunft Österreich (FZÖ). Insgesamt stehen 13 Millionen Euro für Förderformate und Begleitmaßnahmen zur Verfügung.

Erste Ausschreibung gestartet

Mit dem Kick-off startet zugleich die erste Ausschreibung für großvolumige Leitprojekte („Flagship Projects“). Gefördert werden inter- und transdisziplinäre Vorhaben, die digitale Innovationen mit konkreten Herausforderungen im Gesundheitssystem verbinden. Schwerpunkte sind unter anderem KI- und datenbasierte Anwendungen, Interoperabilität und Gesundheitsdaten, Lösungen für strukturschwache Regionen sowie Gender Health und Diversität.

Für die Leitprojekte stehen 7,5 Millionen Euro bereit. Geplant ist die Förderung von bis zu drei Projekten mit einem Volumen von jeweils zwei bis drei Millionen Euro und einer Laufzeit von bis zu 24 Monaten. Ab 2027 soll eine zweite Förderschiene für kooperative F&E-Projekte („Ideas Labs“) folgen, in der potenzielle Konsortien Projektideen gemeinsam weiterentwickeln.

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