07.12.2022

Viita Watches: OÖ-Smartwatch-Startup erhält für Umsatzbeteiligung Kapital in Millionenhöhe von Tauros Capital

Anteile musste das Unternehmen mit Sitz in Traun keine abgeben. Tauros Capital ist auf Revenue-based Finance spezalisiert und vergibt Nachrangkapital an Wachstumsunternehmen gegen eine Umsatzbeteiligung für einen bestimmten Zeitraum.
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Viita Watches - Viita Titan HRV
Die Viita Titan HRV | Foto: Spatzek/VIITA Watches

Über Viiita Watches hat der brutkasten erstmals im Oktober 2017 berichtet. Eineinhalb Jahre später war das Jungunternehmen aus Traun bei „Zwei Minuten, zwei Millionen“ zu Gast und präsentierte dort seine Smartwatch Viita Active HRV. Investment konnten sie damals keines holen, doch seit dem ist viel passiert.

Das Startup hat sich im Premium-Segment des Smartwatch-Marktes positioniert und arbeitet dafür unter anderem mit dem französischen Luxus-Autohersteller Bugatti zusammen. Nun hat Viita Watches Kapital aufgenommen – und zwar ein „siebenstelliges Investment“, wie es in einer Aussendung heißt.

Um ein klassisches Equity-Investment handelt es sich dabei aber nicht, sondern vielmehr um Revenue-based Financing. Investor Tauros Capital ist genau darauf spezialisiert und hat unter anderem auch schon mit dem Wiener Food-Tech-Startup Neoh einen ähnlichen Deal durchgeführt.

Nachrangkapital gegen Umsatzbeteiligung

Die Wiener Investmentgesellschaft vergibt bei Nachrangkapital an Wachstumsunternehmen und ist dann für einen bestimmten Zeitraum zu einem Prozentsatz am Umsatz des Unternehmens beteiligt. Der Vorteil für die Founder: Anteile werden dabei keine abgegeben.

Viita will das nun aufgenommene Kapital einerseits in die weitere Expansion stecken, andererseits aber auch neue Markenkooperationen entwickeln. „Die Smartwatches von Viita stehen für Qualität und hochwertige Materialien und haben dadurch am Markt einen besonderen Stellenwert“, sagt Yves Pircher von Tauros Capital. „Das Unternehmen ist für die weiteren Schritte gut aufgestellt und hat mit zusätzlichen Kooperationen und der Erschließung neuer Vertriebskanäle ein attraktives Wachstumspotenzial in Aussicht.“

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(c) Startups for Europe
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Bislang wurde Startup-Europa durch zwei Organisationen auf europäischer Ebene vertreten: Das European Startup Network (ESN) fungierte primär als Dachverband der nationalen Startup-Organisationen wie etwa AustrianStartups in Österreich. Allied for Startups, dessen Netzwerk auch mehrere außereuropäische Organisationen umfasst, trat als Interessensvertretung für Startup-politische Anliegen auf EU-Ebene auf. Nun schlossen sich die beiden Verbände zu „Startups for Europe“ mit Sitz in Brüssel zusammen.

„Europa zum besten Ort der Welt zu machen, um ein Unternehmen zu gründen, zu skalieren und im Wettbewerb zu bestehen“

Die Mission sei mutig und einfach: Europa zum besten Ort der Welt zu machen, um ein Unternehmen zu gründen, zu skalieren und im Wettbewerb zu bestehen, heißt es in einer Presseaussendung zum Start. In dieser werden einmal mehr die bekannten Probleme europäischer Startups thematisiert: mangelndes Risikokapital, Bürokratie, Fragmentierung und die aus all dem resultierende Abwanderung von Startups. „Das ist kein Schicksal, sondern ein Regelwerk – und Regeln können neu geschrieben werden“, konstatiert man bei Startups for Europe.

„Durch den Zusammenschluss machen wir aus der Erfahrung von Tausenden Gründer:innen echtes politisches Gewicht. Europa hat alles, was es braucht, um führend zu sein. Jetzt muss es seine Gestalter:innen bauen lassen“, kommentiert Simon Schaefer. Der bisherige Allied-for-Startups-Präsident ist nun Präsident von Startups for Europe. Schaefer war auch Co-Initiator der Initiative EU-INC. Ein weiterer Co-Initiator, der gebürtige Österreicher Andreas Klinger, ist nun auch Teil des neu gebildeten Vorstands von Startups for Europe – ebenso wie AustrianStartups-CEO Hannah Wundsam.

Wundsam: „Wir können es uns nicht mehr leisten, nur innerhalb unserer Landesgrenzen zu denken“

Wundsam kommentiert auf brutkasten-Anfrage: „Die EU-INC-Initiative hat gezeigt: Echte Reformen in Europa brauchen eine starke, klare Stimme von außen. Wir können es uns nicht mehr leisten, nur innerhalb unserer Landesgrenzen zu denken. Auch nicht in der Politik. Die Rahmenbedingungen für Startups werden in Brüssel gesetzt. Deshalb müssen wir unsere Kräfte bündeln und gemeinsam unüberhörbar sagen, was sich ändern muss, damit Europa der Ort wird, an dem die Zukunft gebaut wird.“

Konkrete und übergeordnete Ziele altbekannt

Die Umsetzung der paneuropäischen Rechtsform EU Inc. ist auch – wie nicht anders zu erwarten – eines der zentralen konkreten Anliegen der neuen Dachorganisation. Daneben nennt man den European Innovation Act, die Spar- und Investitionsunion und die Regulierung von KI und dem digitalen Bereich als konkrete Bereiche, die priorisiert werden sollen. Die übergeordneten Ziele überraschen ebenso wenig: ein echter europäischer Binnenmarkt für Startups, mehr verfügbares Kapital und das Ziel, Frontier-Technologien tatsächlich am Kontinent zu Größe zu bringen.

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