21.02.2024

Viita Watches: OÖ-Smartwatch-Startup beantragt Sanierung

Mit seinen auf Health fokussierten Smartwatches positioniert sich Viita Watches aus Traun bei Linz im Luxus-Segment. Doch nun ist das Unternehmen insolvent.
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Viita Watches - Viita Titan HRV
Die Viita Titan HRV | Foto: Spatzek/VIITA Watches

Swarovski und Bugatti – die beiden Kundenreferenzen, die das oberösterreichische Startup Viita Watches auf seiner Website anführt, zeigen schon, in welchem Umfeld das Unternehmen tätig ist. Brachte es seine auf Health fokussierten Smartwatches zunächst nur unter der eigenen Marke auf den Markt, baut es bereits seit mehreren Jahren gebrandete Uhren für Kunden im Luxussegment, darunter die beiden oben genannten.

2019 bei 2 Minuten 2 Millionen, 2022 Fremdkapital-Millionenfinanzierung

Eine gewisse Bekanntheit erlangte die Marke, über die brutkasten schon 2017 erstmals berichtet hatte, auch mit einem Auftritt des Gründers in der Show 2 Minuten 2 Millionen im Jahr 2019. Investment konnte man damals aber keines holen. Anders im Dezember 2022, als Viita Watches eine Millionenfinanzierung verkündete. Das Kapital wurde damals jedoch nicht, wie in der Startup-Welt gängig, in Form eines Eigenkapitalinvestment aufgenommen. Das auf Revenue-based Finance spezialisierte Unternehmen Tauros Capital vergab ein Nachrangdarlehen (also Fremdkapital) an das Startup und erhielt im Gegenzug eine Umsatzbeteiligung für einen bestimmten Zeitraum.

Viita Watches beantragt Sanierung ohne Eigenverwaltung

Doch wie die Kreditschutzverbände KSV1870 und AKV vermelden, ist Viita Watches nun insolvent. Das Startup brachte selbst einen Antrag auf Sanierung ohne Eigenverwaltung ein. Über die Höhe der Passiva sowie weitere Zahlen wie die Anzahl betroffener Mitarbeiter:innen und Gläubiger:innen gibt es aktuell keine weiteren Angaben auf den Seiten der Kreditschutzverbände. Inwieweit das 2022 von Tauros Capital aufgenommene Fremdkapital von der Insolvenz betroffen ist, ist somit auch nicht klar. Im Sanierungsantrag wird eine Quote von 20 Prozent vorgeschlagen.

Eine Anfrage von brutkasten bei Viita Watches mit der Bitte um ein Statement zu den Insolvenzursachen und den Sanierungsplänen wurde bislang noch nicht beantwortet. Falls bzw. sobald ein Statement eintrifft, wird es hier ergänzt.

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signteq-Gründer Simon Schnabl | © Daniel Willinger | dwphoto.at
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Digitale Identifikation, regulatorische Prüfungen (u.a. KYC und KYB) und rechtsgültige digitale Verträge – damit überzeugte das 2019 gegründete Wiener RegTech-Unternehmen schon bislang Banken wie die Raiffeisen Bankengruppe und die Bawag, Versicherungen wie Wüstenrot, Fintechs wie froots und Conda, Krypto-Unternehmen wie Cryptonow und WhiteBIT und öffentliche Institutionen wie Wiener Wohnen. Neben Österreich ist man etwa auch in Deutschland, der Schweiz und mehreren Ländern in Südost- und Osteuropa aktiv.

„Know Your Agent“ als zusätzliches Geschäftsfeld

Eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung des Angebots soll nicht nur die European Digital Identity Wallet (EUDI Wallet) spielen, die bis Ende dieses Jahrs von allen EU-Staaten bereitgestellt werden muss. Mit „Know Your Agent“ (KYA) will signteq auch ein zusätzliches Geschäftsfeld aufbauen, das den Boom-Bereich Agentic AI aus RegTech-Perspektive adressiert. „Heute müssen Unternehmen wissen, wer ihr Kunde ist. Morgen müssen sie zusätzlich wissen, welcher KI-Agent für wen handelt, wozu er berechtigt ist und wer dafür verantwortlich ist“, erläutert Simon Schnabl, Gründer und Geschäftsführer von signteq.

Steinberger, Giretzlehner, Compass-Verlag u.a. investieren

Für diese Pläne und die weitere internationale Expansion holte sich signteq nun eine nicht genau bezifferte siebenstellige Kapitalspritze. Mit OpenClaw-Entwickler Peter Steinberger gewann das Unternehmen dabei nicht nur einen denkbar prominenten Investor, sondern auch eine der international zentralen Figuren im neuen Zielmarkt Agentic AI. Hinzu kommen in der aktuellen Runde der bereits seit 2024 beteiligte Compass-Verlag, Runtastic-Mitgründer René Giretzlehner, die Franz-MayrMelnhof-Saurau Beteiligungs GmbH und weitere nicht genannte Investor:innen.

Steinberger kommentiert in einem Statement: „KI-Agenten werden schon bald eigenständig für Menschen und Unternehmen handeln. Damit wird Vertrauen zur Schlüsselfrage: Wer steckt hinter einem Agenten – und was darf er? signteq baut dafür heute schon die Infrastruktur und denkt digitale Identität konsequent weiter: von Know Your Customer zu Know Your Agent. Diese Kombination aus starkem Kerngeschäft und klarer Zukunftsvision hat mich überzeugt.“

„Was wir in Österreich aufgebaut haben, skalieren wir jetzt international“

„Digitale Identität ist längst zu einer zentralen Infrastruktur für digitale Geschäftsmodelle geworden. Was wir in Österreich gemeinsam mit Banken, Versicherungen, Technologieunternehmen und der öffentlichen Hand aufgebaut haben, skalieren wir jetzt international – mit Europa als starkem Ausgangspunkt“, kommentiert Gründer Simon Schnabl. Zugute kommen sollen dem Unternehmen neben der erwähnten EUDI-Wallet, die Teil der eIDAS 2.0-Verordnung ist, noch weitere Regulierungen aus diesem Gesetzespaket sowie die kommendes Jahr anwendbare europäische Geldwäscheverordnung AMLR.

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