15.01.2026
ZAHLEN

Vier Monate nach Marktstart: woom verkaufte 15.000 selbstbalancierende Laufräder

Rund vier Monate nach der Markteinführung im Oktober 2025 zieht das Wiener Scaleup woom eine erste Bilanz zu seinem neuen Produkt. Mit seinem selbstbalancierenden Laufrad “Wow” betrat das Unternehmen Neuland. Erstmals richtete sich woom gezielt an Babys und Kleinkinder im Alter von neun Monaten bis drei Jahren.
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Das neue woom Wow | © woom GmbH
Das neue woom Wow | © woom GmbH

„Wobbeln“ nennt woom die Fahrweise, die das neue Laufrad ermöglichen soll. Statt klassischem Vorwärtsfahren bewegen sich die Kinder in einem kontrollierten Hin-und-Her-Wackeln. Diese intuitive Bewegung soll laut dem Unternehmen Gleichgewichtssinn, Motorik und Körperwahrnehmung fördern – auch bei Kindern, die noch nicht sicher gehen können. Entwickelt wurde das Konzept für Kinder ab etwa neun Monaten.

Neben dem pädagogischen Ansatz setzt woom beim “Wow” auch auf Nachhaltigkeit: Nach eigenen Angaben besteht das Laufrad zu bis zu 98 Prozent aus recyceltem Composite-Material und wird in Portugal produziert (brutkasten berichtete).

Frühkindliche Entwicklung

Die Nachfrage scheint groß zu sein. Nach knapp vier Monaten am Markt sollen laut Unternehmensangaben bereits über 15.000 Kinder das selbstbalancierende Laufrad nutzen. Das woom “Wow” sei in mehr als 80 Baby- und Kindergeschäften in Österreich und Deutschland erhältlich.

„Dass sich das woom Wow so schnell im Markt etabliert hat, zeigt, wie groß der Bedarf an durchdachten Mobilitätslösungen für die ganz Kleinsten ist“, sagt woom-CEO Bernd Hake. „Eltern suchen nach Produkten, die Entwicklungsförderung und Qualität mit Sicherheit vereinen – und genau hier setzt das woom Wow an.“ Der Marktstart zeige zudem ein wachsendes Bewusstsein für frühkindliche Mobilität als Teil einer aktiven und gesunden Entwicklung.

2025: Umsatzstarkes Jahr für woom

Auch abseits des neuen Produkts blickt woom auf ein wirtschaftlich starkes Jahr zurück. Im ersten Halbjahr 2025 erzielte das 2013 gegründete Unternehmen das beste Ergebnis seiner Geschichte: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 41 Prozent auf 90,1 Millionen Euro. Ende Juli wurde schließlich die Marke von 100 Millionen Euro überschritten (brutkasten berichtete).

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Rebel Music Distribution
© Rebel Music Distribution - Marko Celesty, Gründer Rebel Music Distribution.

Bei der italienischen Stadt Triest werden alte österreichische Gefühle wach. Von 1382 bis 1918 war sie der Haupt- und Seehafen der Habsburgermonarchie. Zudem verstärkt der Hafen, der 1719 unter dem österreichischen Kaiser Karl VI. zum Freihafen erhoben wurde, die wirtschaftlichen Verflechtungen mit Österreich durch zahlreiche Logistikverbindungen. Zusammen mit dem Zollkorridor Triest–Villach/Fürnitz gilt er heute als Logistikdrehkreuz zwischen Asien und Mitteleuropa. In dieser geschichtsträchtigen Stadt entstand 2021 Rebel Music Distribution, ein von Marko Celesty gegründetes Musik-Tech-Startup, das bereits über 25.000 Artists als User:innen vorweisen kann.

Rebel Music Distribution als Schnittstelle

Dem Founder nach ist die Musikindustrie längst auch eine Softwareindustrie. Hinter jeder digitalen Veröffentlichung stünden Metadaten, Plattformregeln, Rechteverwaltung, Abrechnungen und technische Prozesse. Genau an dieser Schnittstelle arbeitet Rebel Music Distribution, das unabhängigen Artists und Labels den Zugang zur globalen digitalen Distribution vereinfachen will.

Seine Perspektive als Musiker prägte die Produktidee von Beginn an: „Distribution sollte nicht nur technisch funktionieren, sondern für Artists möglichst verständlich, flexibel und ohne unnötige Einstiegshürden nutzbar sein“, beschreibt Celesty sein Mindset.

Aus diesem Ansatz entstand die Plattform, über die Künstler:innen ihre Releases verwalten, Metadaten organisieren und Musik an große Streaming- und Download-Dienste ausliefern können. Auch Labels und Nutzer mit mehreren Projekten können verschiedene Artists und Releases über einen zentralen Account verwalten.

Mehrere 10-Millionen-Streams im Monat

Der über die Plattform verwaltete Katalog erzielt nach Unternehmensangaben jeden Monat mehrere zehn Millionen Streams. Gleichzeitig bleibt die operative Struktur bewusst schlank: Das Kernteam besteht aus vier Personen.

Möglich wird diese Skalierung vor allem durch Automatisierung und eigene technische Prozesse. Statt jede Veröffentlichung manuell zu bearbeiten, werden große Teile des Workflows softwaregestützt abgewickelt.

Rebel Music Distribution versteht sich in diesem Sinne nicht nur als Vermittler zwischen Artist und Streaming-Plattform. Ein wesentlicher Teil des Unternehmens ist ebenjene eigene Software-Infrastruktur, die laufend weiterentwickelt wird. Sie bildet den technischen Kern für Release-Management, Datenverarbeitung und die Verwaltung wachsender Kataloge.

Gerade im digitalen Musikvertrieb sei diese technische Ebene entscheidend. Unterschiedliche Anforderungen der Plattformen, große Mengen an Metadaten und eine steigende Zahl von Releases würden vor allem skalierbare Systeme zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil machen, so der Gründer.

Rebel Music Distribution: Revenue-Share-Modell

Ein weiterer Bestandteil des Modells von Rebel Music Distribution ist der kostenlose Einstieg in die Musikdistribution. Artists können ihre Musik veröffentlichen, ohne für die reine Distribution zunächst eine klassische jährliche Abo-Gebühr zahlen zu müssen. Ergänzt wird das Angebot durch ein kostenloses Online-Mastering-Studio, monatliche Royalty-Auszahlungen und direkten Support.

„Das Angebot richtet sich damit besonders an Independent Artists, Produzenten, Songwriter und kleinere Labels, die professionelle digitale Infrastruktur nutzen möchten, ohne schon vor dem ersten Release hohe Fixkosten einzugehen“, heißt es per Aussendung.

Das Geschäftsmodell von Rebel Music Distribution basiert konkret auf einem Revenue-Share-Modell: Die Musikdistribution ist – wie erwähnt – für Artists grundsätzlich kostenlos, im Gegenzug behält Rebel Music laut eigenen AGB standardmäßig zehn Prozent der über die Plattform generierten Royalties, 90 Prozent bleiben bei den Künstler:innen. Zusätzlich monetarisiert das Unternehmen optionale Services wie YouTube Content ID, für das 25 Euro pro Track sowie 20 Prozent der daraus erzielten Einnahmen verrechnet werden, sowie die „QC Fast Track Validation“ (Fast-Track-Qualitätskontrolle) für 15 Euro pro Release.

Ohne Investoren

Das Startup wurde ohne externe Investoren aufgebaut. Nach Angaben des Unternehmens liegt die heutige Bewertung im Bereich von mehreren Millionen Euro. Die Kombination aus eigener Technologie, internationaler Nutzerbasis und einem stark wachsenden Markt mache das Unternehmen „zu einem Beispiel dafür, wie sich spezialisierte Softwareprodukte auch mit kleinen Teams global skalieren lassen“, so der Claim.

Für Celesty bleibt dabei der Musikerblick zentral, wie er sagt: „Die Technologie soll nicht Selbstzweck sein, sondern Probleme lösen, die unabhängige Künstler:innen im Alltag tatsächlich haben. Genau darin sieht Rebel Music Distribution die Grundlage für weiteres Wachstum.“

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