19.05.2026
ERÖFFNUNG

ViennaUP 2026: Startup-Festival feiert Premiere im Wiener Rathaus

Das Startup-Festival ViennaUP ist in seine sechste Auflage gestartet. Erstmals fand die offizielle Eröffnung im Wiener Rathaus statt. Einleitende Worte kamen von mySugr und Digital-Health-Investor Fredrik Debong.
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Eröffnung im Wiener Rathaus © Philipp Lipiarski

Wien soll diese Woche einmal mehr zum zentralen Treffpunkt der europäischen Innovationsszene werden. Das von der Wirtschaftsagentur Wien ins Leben gerufene Festival vernetzt lokale Gründerinnen und Gründer mit internationalen Investorinnen, Investoren sowie etablierten Unternehmen.

Auftakt erstmals im Rathaus

Die diesjährige Eröffnungsfeier der Veranstaltungsreihe fand in einem neuen, repräsentativen Rahmen statt. Dafür versammelte sich die Community erstmals im Wiener Rathaus. Den inhaltlichen Startschuss setzte Fredrik Debong: Der Mitgründer der Diabetes-App mySugr und heutige Digital-Health-Investor gestaltete die Keynote des Eröffnungsabends. Dabei legte er einen Fokus auf die Herausforderung der Verknüpfung von wirtschaftlichem Erfolg mit der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen.

Von politischer Seite wurde die langfristige Standortwirkung des Formats unterstrichen. Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak betont, dass die ViennaUP die Stadt in den vergangenen Jahren international in das „Rampenlicht für Technologie und Innovation“ gerückt habe. Das dezentrale Festival habe sich mittlerweile zu einem „starken Hebel“ für den lokalen Wirtschaftsstandort entwickelt.

Die Highlights des ersten Tages

Bereits zum Festivalstart blickten die internationalen Teilnehmer:innen auf ein programmreiches Wochenende mit ersten konkreten Ergebnissen und zukunftsweisenden Debatten zurück. Beim zweitägigen „Europe Tech Hackathon“ entwickelten 15 Teams unter Hochdruck praxisnahe IT-Lösungen für aktuelle EU-Regulierungen; die Hauptpreise gingen an die Projekte Third Eye und Veloport.

Parallel dazu diskutierten Fachleute beim „Energy Launchpad“ über den Dächern der Stadt, wie die DACH-Region ihr wissenschaftliches Potenzial in der Tiefentechnologie besser nutzen und die Skalierungslücke bei der europäischen Energiewende schließen kann.

Ein zentrales Highlight bildete zudem das nationale Finale des „Startup World Cup Austria“. Hier überzeugte das Deep-Tech-Startup Factorymaker, die erst kürzlich ein 1,1 Millionen Investment holen konnten. Mit einer KI-basierten Plattform für die industrielle Werksplanung vertreten die beiden Gründer:innen Österreich nun beim globalen Finale in San Francisco.

Weitere Programmpunkte warten

Das insgesamt fünftägige Programm verteilt sich in den kommenden Tagen auf zahlreiche Locations im Wiener Stadtgebiet. Ein zentrales Highlight stellt der heute stattfindende „Connect Day“ dar, der als wichtigste Netzwerk-Plattform des Festivals gilt. Hier treten rund 1.000 Gründerinnen und Gründer mit internationalen Investor:innen und Corporates in den Austausch, um Kooperationen anzubahnen und Kapital zu mobilisieren.

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Links Mitgründer von NXAI Sepp Hochreiter und Mitte rechts CEO von Neura Robotics David Reger | (c) Neura Robotics / NXAI

„Ein Roboter, der im Alltag und in der Industrie wirklich hilft, muss sich erinnern“, sagt David Reger, Gründer und CEO von Neura Robotics. Daher arbeitet sein Unternehmen mit dem Linzer Startup NXAI an der Merkfähigkeit von Robotern. „Gedächtnis und Erfahrungen sind die Voraussetzungen für Roboter, Aufgaben über viele Schritte zuverlässig zu lösen“, ergänzt Sepp Hochreiter, Gründer von NXAI.

Die Grundlage bietet Neura Robotics mit einem multimodalen Foundation-Modell, das Funktionen wie 3D-Sehen, Tastsinn und Audio mit einer Gedächtnisfunktion verbindet. Der Physical-AI-Stack von Neura Robotics wird mit einem xLSTM von NXAI, also einem künstlichen neuronalen Netz, verbunden. „xLSTM ist dafür gebaut, ist schnell, speichereffizient und kann den Zustand über lange Sequenzen halten“, sagt Hochreiter.

NXAI plant, ein eigenes Modell auf Basis der xLSTM-Architektur auf Neura Robotics‘ hauseigener Neuraverse-Plattform bereitzustellen. „Mit dem Neuraverse schaffen wir die Plattform, auf der auch andere starke KI-Ansätze ihren Weg in Roboter finden“, erklärt Reger.

Gesteigerte Effizienz

Ein Roboter arbeitet in Schleifen und verarbeitet permanent Wahrnehmungen, Entscheidungen und Handlungen. Laut Neura Robotics braucht er dafür Gedächtnis auf zwei Ebenen: das Arbeitsgedächtnis und das episodische Gedächtnis. Ein Roboter, der einen Prozess wiederholt ausgeführt hat, soll bei derselben Situation auf frühere Erfahrungen zurückgreifen können und so aus der Erfahrung handeln.

Die Roboter der Zukunft

Langfristig möchten die beiden Firmen, dass Roboter nicht nur einzelne Fähigkeiten ausführen, sondern über die Zeit Erfahrung aufbauen. Fähigkeiten, die Roboter aus der Interaktion mit der realen Welt lernen, sollen verbessert und auf andere Maschinen und Umgebungen übertragen werden.

From Science to Business

NXAI, gegründet vor drei Jahren, ist ein Deep-Tech-Unternehmen mit Sitz in Linz, das Lösungen für industrielle Anwendungen entwickelt. Die Firma versteht sich als Brücke zwischen Wissenschaft und Industrie. So möchte sie die eigene KI-Forschung in marktreife Produkte überführen. Im Mittelpunkt der Forschung stehen xLSTM-Modelle in den Bereichen Time Series und Robotics.

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