20.05.2022

Vienna ESG Segment: Wiener Börse schafft neues Regelwerk für ESG-konforme Anleihen

Das "Vienna ESG Segment" der Wiener Börse soll künftig für mehr Transparenz im wachsenden Angebot der ESG-konformen Anleihen sorgen. Neue Emittenten verpflichten sich unter anderem zum Einholen einer externen Prüfung durch eine zweite Partei.
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ESG
(c) Adobestock

Bereits seit Juni 2018 verfügt die Wiener Börse über eine eigene Plattform für ESG-konforme Anleihen. Diese wird künftig unter dem Namen „Vienna ESG Segment“ geführt, wie die Wiener Börse am Freitag in einer Aussendung bekannt gab. Mit der Namensänderung geht auch ein neues Regelwerk einher, das verpflichtende Aufnahme- und Folgepflichten für nachhaltige Anleihen umfasst.

Vienna ESG Segment setzt auf internationale Standards

Das Regelwerk basiert laut der Wiener Börse auf international etablierten Standards des internationalen Branchenverbands für Kapitalmarktteilnehmer ICMA. Emittenten einer grünen Anleihe müssen dabei künftig zahlreiche Standards erfüllen. So muss beispielsweise der Verwendungszweck vor der Emission klar definiert werden. Weiters bedarf es auch der Nachvollziehbarkeit, wofür das Geld verwendet wurde. In diesem Zusammenhang kommt auch ein laufendes Reporting ins Spiel.

„Second Party Opinion“ erforderlich

Im Rahmen des Vienna ESG Segment kommt zudem eine weitere Neuerung auf die Emittenten zu: Diese verpflichten sich demnach zum Einholen einer externen Prüfung durch eine unabhängige Partei (Second Party Opinion). Wie eine Sprecherin der Wiener Börse gegenüber brutkasten Earth erläutert, handelt es sich dabei um international anerkannte Provider, die für „nachhaltige ESG-Ratings“ bekannt sind. Dazu zählen etwa Sustainalytics oder ISS.

Mit Hilfe des neuen Regelwerks soll Anleger:innen künftig mehr Transparenz bei Investition in einen ESG-konformen Bonds geboten werden. Dies umfasst auch erweitere Filtermöglichkeiten sowie eine eigene visuelle Kennzeichnung bei der Navigation auf der Website.


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beel, Tokenize.it-Founder Christoph Jentzsch und Head of Development Lukas Fiedler | Foto:
beel-Founder Christoph Jentzsch und Head of Business Development Lukas Fiedler | Foto: Tokenize.it

Zum Start des Syndikats-Features von beel rund um Gründer Christoph Jentzsch und Head of Business Development Lukas Fiedler, haben bereits drei bekannte Akteure aus der deutschen Startup- und Venture-Capital-Szene eigene Syndikate auf beel eingerichtet. Andy Bruckschlögl ist Unternehmer, Investor und Mitgründer von Bits & Pretzels. Er war zudem Gründer des SEO-Softwareunternehmens Ryte und ist seit vielen Jahren als Business Angel aktiv. Alex von Frankenberg indes ist seit rund zwei Jahrzehnten im Venture-Capital- und Startup-Bereich tätig. Er war langjähriger Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds (HTGF), der sich auf Frühphasenfinanzierungen von Technologie-Startups konzentriert. Seit 2025 ist er als Venture Partner bei May Ventures tätig.

Und Roland Fassauer ist Unternehmer, Investor und Professor an der CODE University of Applied Sciences in Berlin. Er war unter anderem als Gründer tätig und beteiligt sich als Investor an Startups. Zudem ist er mit der Berliner Startup- und Hochschulszene verbunden. Über ihre Syndikate können weitere Investoren an ausgewählten Startup-Investments dieser drei Angels teilnehmen.

beel: Syndikat-Lead im Zentrum

Zur Erklärung: Im Zentrum jedes Syndikats steht der Syndikat-Lead, der in der Regel ein erfahrener Angel-Investor ist und das Syndikat, also seine Investment-Community, leitet. Der Lead legt die Beitrittsregeln fest und entscheidet, ob sein Syndikat öffentlich für alle zugänglich oder privat geführt wird. In beiden Fällen bestätigt er jeden Investor individuell.

Mit dem Beitritt schließen Investor:innen einen Vertrag mit dem Syndikat-Lead ab, der eine vom Lead festgelegte Carry Fee bei Auszahlungen (Exit oder Dividenden) vorsieht. Auf diese Weise können Angels ihren Dealflow monetarisieren. Im Gegensatz zu klassischen VC-Fonds wird kein Kapital gepoolt. Jeder Investor investiert eigenständig und direkt über virtuelle Anteile in das jeweilige Startup. Dadurch entfallen die Strukturen und Kosten eines klassischen Fonds, heißt es per Aussendung. Der Syndikat-Lead gibt lediglich eine Anlageempfehlung ab. Die Entscheidung über eine Investition und deren Höhe liegt beim jeweiligen Investor oder bei der jeweiligen Investorin.

Ohne Fonds

„Syndikate sind das fehlende Puzzle-Teil der deutschen Startup-Community. Starke, erfahrene Investoren können Carry-Fees durch ihren gut kuratierten Dealflow verdienen, ohne dass sie dafür einen Fonds benötigen. Neue Investoren oder Business Angels müssen sich nicht durch hunderte Pitch-Decks kämpfen, sondern treffen ihre Investmententscheidungen basierend auf gut vorselektierten Startups. Das wird eine Menge Kapital hebeln”, kommentiert Jentzsch. “Mit Andy Bruckschlögl, Alex von Frankenberg und Roland Fassauer haben wir gleichzeitig drei Lead-Investoren an Bord, deren Dealflow und Erfahrung eine Benchmark für die Qualität der Syndikate sein wird.“

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