03.10.2022

Verschmelzung: card complete und DC Bank werden ein Unternehmen

Alle Mitarbeiter:innen der DC Bank werden von card complete übernommen.
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card complete
(c) card complete - CEO und Vorstandsvorsitzender von card complete Robert Wieselmayer.

Der Aufsichtsrat von card complete hat beschlossen, die DC Bank zum 30.09.2022 vollständig zu integrieren. Dabei handelt es sich um eine rückwirkende Verschmelzung zum 31.12.2021.

Integration für card complete rein organisatorische Umstellung

„Die DC Bank, die ausgebende Bank der Diners Club Karten, ist bereits seit mehreren Jahren eine 100-Prozent-Tochter der card complete und damit Teil der Gruppe“, erklärt Robert Zadrazil, Aufsichtsratsvorsitzender der card complete Service Bank AG. „Die nun stattfindende vollständige Integration ist eine rein organisatorische Umstellung. Die card complete Service Bank AG tritt die vollumfängliche Rechtsnachfolge an, das bedeutet, dass alle Rechte und Pflichten der Kund:innen und Partner:innen unverändert bleiben. Darüber hinaus freut es mich sehr, dass durch die Fusionierung neue und erfahrene Kolleg:innen für card complete gewonnen werden konnten und alle Mitarbeiter:innen von DC Bank und Diners Club übernommen werden.“

Breiteres Kartenportfolio

Auch CEO und Vorstandsvorsitzender Robert Wieselmayer sieht in der Fusion neue Wachstumschancen: „Wir führen die DC Bank, die die Marke Diners Club hält, mit unserem Unternehmen card complete zusammen, mit dem Ziel gemeinsam besser zu sein – als ein Unternehmen und ein Team. Damit können wir unseren Kund:innen ein noch breiteres Kartenportfolio anbieten, Synergien nutzen, unser Know-how konzentrieren und die Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette optimieren. Wir führen das Beste aus zwei Welten zusammen“, sagt er.

Erweiterung des Premium-Segments

Und ergänzt: „Diners Club, die wir in Österreich und Deutschland exklusiv anbieten können, fügt sich mit seiner klar definierten, eng abgegrenzten Zielgruppe perfekt in die Kartenstrategie der card complete ein und erweitert unser Premium-Segment. Zusätzlich werden wir durch unser eigenes Akzeptanzpartner-Netzwerk die Akzeptanz der Diners Club Kreditkarte in Österreich weiter verbessern und auf die Bedürfnisse spezieller Zielgruppen abgestimmte Kombi-Angebote aus card complete und Diners Club Produkten sowie erweiterte Versicherungs- oder Zusatzleistungen anbieten. Für uns steht der Kundenfokus im Mittelpunkt.“

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Bild: KI-generiert / Google Gemini

Die europäischen NATO-Länder werden ihre Verteidigungsausgaben in den kommenden zehn Jahren massiv erhöhen. Neben den direkten Verteidigungsausgaben, die auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen sollen, sind weitere 1,5 Prozent des BIP für sicherheitsrelevante Investitionen vorgesehen: etwa für die Anpassung der Verkehrsinfrastruktur, für den Bevölkerungsschutz oder für Cyber- und Netzwerksicherheit. Europaweit entspricht das jährlich rund 320 Mrd. Euro.

Auch für Österreich als Nicht-NATO-Staat hat das Folgen. Legt man das 1,5-Prozent-Ziel als Referenzmaßstab zugrunde, ergibt sich ein potenzieller jährlicher Investitionsbedarf von rund 7,5 Mrd. Euro. Das geht aus der Studie „Verteidigungsrelevante Infrastruktur als Rückgrat souveräner Sicherheitsvorsorge“ von EY und der deutschen DekaBank hervor.

Jeder Euro löst 2,45 Euro aus

Die Investitionen stoßen laut Studie in den europäischen NATO-Ländern eine Produktion von insgesamt 822 Mrd. Euro pro Jahr an, 17 Mrd. Euro davon entfallen auf Österreich. Jeder investierte Euro führt demnach zu einem gesamtwirtschaftlichen Impuls von etwa 2,45 Euro. Profitieren dürften vor allem Bauunternehmen, Informations- und Kommunikationsunternehmen, Logistikfirmen sowie die Elektronik- und Elektrotechnikbranche.

Dazu kommen die Beschäftigungseffekte: Sofern die Infrastrukturinvestitionen wie vorgesehen zu ohnehin geplanten Projekten erfolgen, entstehen europaweit 4,4 Millionen Arbeitsplätze. Knapp 1,8 Millionen davon direkt in der Infrastrukturindustrie, ähnlich viele bei Zulieferern. In Österreich wären es rund 75.000 Jobs.

„Investitionen in Infrastruktur, von Mobilität über Energie bis zu Häfen, Flughäfen, Schutzräumen und Cyber-Sicherheit, bilden das Rückgrat militärischer Fähigkeiten“, sagt Axel Preiss, Partner bei EY Österreich und Defence Leader Europe. Die Effekte gingen über den Rüstungssektor hinaus: Solche Investitionen könnten die Konjunktur stärker ankurbeln als Rüstungsinvestitionen im engeren Sinn und bieten zugleich die Chance auf eine Modernisierung von Logistik, Verkehr und Energie.

Investitionsstau und knappe Kassen

Der Bedarf trifft allerdings auf strukturelle Engpässe. In Österreich wie in ganz Europa besteht bereits heute ein hoher Investitionsstau, die zugesagten Mittel müssten zusätzlich und möglichst kurzfristig aufgebracht werden.

Für Matthias Danne, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der DekaBank, führt daran kein Weg vorbei: „Der Staat wird die hohen Kosten der militärischen Infrastrukturinvestitionen nicht allein schultern können, ohne privates Kapital ist eine ausreichende Resilienz nicht erreichbar.“ Er verweist auf ÖPP-Modelle, die bei deutschen Behörden unbeliebt, international aber etabliert seien. Besonders bei Dual-Use-fähiger Infrastruktur in den Bereichen Energie, Netze, Logistik und Kommunikation ermögliche privates Kapital eine zügigere Skalierung. Auch in Österreich werde verstärkt diskutiert, wie sich privates Kapital für öffentliche Zukunftsprojekte mobilisieren lässt, ergänzt Preiss.

Als weitere Hürden nennt der EY-Partner lange Vorlaufzeiten, komplexe Genehmigungsverfahren und begrenzte kurzfristige Skalierbarkeit. Nötig seien daher beschleunigte Genehmigungen, eine koordinierte zivil-militärische Planung und eine stärkere europäische Abstimmung bei grenzüberschreitender Infrastruktur.

Was das für die heimische Szene bedeutet

Für Österreichs Technologieunternehmen trifft der erwartete Investitionsschub auf ein Feld, das sich gerade erst öffnet. Reine DefenseTech-Startups gibt es hierzulande kaum, die meisten agieren im Dual-Use-Bereich, also mit Produkten, die sich zivil wie militärisch einsetzen lassen. Genau dort setzt auch die Studie an, wenn sie Dual-Use-fähige Infrastruktur in Energie, Netzen, Logistik und Kommunikation als bevorzugtes Feld für privates Kapital nennt. Bewegung kommt zusätzlich von politischer Seite: Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat angekündigt, gesetzliche Hürden für die heimische Rüstungs- und DefenseTech-Branche abzubauen, unter der Bedingung, dass die Neutralität gewahrt bleibt.

Erste Finanzierungsrunden zeigen, dass das Thema auch bei Investor:innen ankommt. Das 2025 gegründete Grazer Startup GuardAero, dessen Systeme Drohnenbedrohungen an Militärfahrzeugen autonom erkennen und neutralisieren, holte sich zuletzt ein Seed-Investment im niedrigen Millionenbereich von Angels United und der Beteiligungsgesellschaft von Bernhard Klemen. Zuvor hatte das Team die „Austrian Defence Innovation Garage 2025“ gewonnen und kooperiert bei Entwicklungstests mit dem Bundesheer. Ob die von EY skizzierten Milliarden tatsächlich auch bei heimischen Startups landen, wird weniger von den Zusagen abhängen als von Genehmigungsverfahren, Vergabepraxis und der Frage, wie schnell Österreich seinen eigenen regulatorischen Rahmen nachschärft.

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