13.04.2026
EXKLUSIV

„Verschlankung“: Storebox baut bei Tochtergesellschaften um und nimmt Investment auf

Das Wiener Scaleup Storebox schließt seine Tochtergesellschaften in der Schweiz und den Niederlanden und setzt dort künftig voll auf Franchise. Die Deutschland-Tochter wird in einem „Schutzschirmverfahren“ restrukturiert. Begleitet werden die Maßnahmen von einem mittleren siebenstelligen Investment. Ziel ist die Profitabilität. Wir sprachen mit CEO Johannes Braith.
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Johannes Braith, Co-Founder und CEO von Storebox | © brutkasten
Johannes Braith, Co-Founder und CEO von Storebox | © brutkasten

2016 gegründet, ist Storebox eines der profiliertesten Scaleups des Landes, das nicht zuletzt wegen großer Investmentrunden auch immer wieder als „Soonicorn“ genannt wurde. Mit seinem auf Self-Storage, Last-Mile-Logistik und Click-and-Collect-Lösungen aufgeteilten Modell betreibt das Unternehmen mittlerweile rund 370 Standorte in 150 europäischen Städten – einen erheblichen Teil davon über ein Franchise-System.

„Verschlankung der gesamten Gruppe“ soll Profitabilität bringen

Schwarze Zahlen auf Gruppenebene wurden dabei aber noch nicht erreicht. „In Österreich sind wir bereits profitabel“, betont Co-Founder und CEO Johannes Braith im Gespräch mit brutkasten. Nun soll ein Bündel an Maßnahmen auch für Profitabilität im Gesamtunternehmen sorgen. „Es ist eine Verschlankung der gesamten Gruppe“, sagt der Gründer. „Es war seit zehn Jahren immer unsere DNA, weitere Standorte zu eröffnen und das machen wir auch weiterhin. Zugleich sehen wir uns aber die vorhandene Struktur genauer an.“

Tochtergesellschaften in der Schweiz und den Niederlanden sperren zu

Konkret werden die Tochtergesellschaften in der Schweiz und den Niederlanden geschlossen. In beiden Märkten setzt Storebox künftig komplett auf etablierte Franchise-Partner, die bislang den Großteil des Geschäfts dort abdeckten. „In der Schweiz betreiben wir schon bisher gar keinen eigenen Standort. In den Niederlanden haben wir nur drei eigene Standorte“, erläutert Braith. Mit dem Schritt, den Storebox auch mit „teilweise sehr herausfordernden behördlichen Rahmenbedingungen“ begründet, reduziere man die gruppenweiten Overhead-Kosten deutlich.

Deutschland-Tochter wird mit „Schutzschirmverfahren“ restrukturiert

Einen Einschnitt gibt es auch bei der Deutschland-Tochter. Diese wird im Rahmen eines sogenannten „Schutzschirmverfahrens“, einem vorinsolvenzlichen Sanierungsinstrument, restrukturiert. „Das ist eine Maßnahme, die es in Österreich so nicht gibt. Sie muss von einem Gericht bewilligt werden und ermöglicht uns eine rasche Konsolidierung“, so Braith.

„Herausfordernd, aber notwendig“

Die Schritte seien „herausfordernd, aber notwendig“. Das Ziel ist dabei klar: „Mit diesen Maßnahmen werden wir in Deutschland profitabel werden und damit auch auf Gruppenebene einen großen Schritt in Richtung Profitabilität machen“, sagt Braith. Damit wolle man langfristige Stabilität erlangen, um dann in der neuen Struktur weiter skalieren zu können.

Neuerliches Millioneninvestment „unterstreicht das Vertrauen der Gesellschafter“

Begleitet werden die Maßnahmen von einer – für die Verhältnisse des Scaleups – kleinen Finanzierungsrunde im mittleren siebenstelligen Bereich. Das Kapital kommt dabei ausschließlich von den bestehenden Gesellschaftern, darunter auch von den Gründern selbst. „Damit wird die finanzielle Basis weiter gestärkt und ein klarer Fokus auf organisches, balanciertes Wachstum ermöglicht“, heißt es von Storebox. Das Investment unterstreiche das Vertrauen der Gesellschafter in das Geschäftsmodell und in die langfristige Entwicklungsperspektive.

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Das Bitpanda Headquarter in Wien © Bitpanda

Das Bitpanda-Kryptoangebot direkt im Online-Banking der Hausbank – damit gewann die Bitpanda B2B-Schiene Bitpanda Enterprise bereits zahlreiche Banken in Europa, im arabischen Raum und auch in Südamerika als Kunden. Nun holte man sich mit der bulgarischen Fibank, die mehr als eine Million Kund:innen zählt, einen weiteren europäischen Player an Bord.

„Logischer nächster Schritt“

Das Service soll ab Anfang 2027 verfügbar sein, die Fibank sei dann die erste Bank in Bulgarien mit einem derartigen Angebot, heißt es von Bitpanda. „Die Art und Weise, wie unsere Kunden ihre Finanzen verwalten, verändert sich rasant. My Fibank muss sich mit ihren Bedürfnissen weiterentwickeln. Die Partnerschaft mit Bitpanda ist deshalb der logische nächste Schritt auf dem Weg zu einer digitalen Plattform, über die unsere Kunden bequem auf ein immer breiteres Spektrum an Finanzlösungen zugreifen können“, kommentiert Fibank-CEO Nikola Bakalov.

Regulatorik als wichtigstes Verkaufsargument

Er spricht auch das zentrale Verkaufsargument des Wiener Krypto-Unicorns an, das sich seit Jahren als Musterschüler in Sachen Regulatorik positioniert. „Besonders wichtig ist uns, diese neue Möglichkeit gemeinsam mit einem etablierten europäischen Technologiepartner und im Einklang mit den geltenden europäischen Anforderungen umzusetzen“; so Bakalov.

CEE-Expansion für Bitpanda Enterprise auch über RBI-Kooperation

Die Kooperation mit Fibank ist nicht der einzige Expansionsschritt von Bitpanda Enterprise im CEE-Raum. Erst kürzlich präsentierte man gemeinsame Pläne mit der Raiffeisen Bank International (RBI), das bereits in mehreren österreichischen Raiffeisen-Landesbanken laufende Krypto-Angebot schrittweise auch auf die CEE-Töchter des Konzerns auszuweiten (brutkasten berichtete). In Bulgarien hat die RBI seit einem Verkauf 2022 keine Tochterbank mehr.

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