20.05.2015

Versandhändler OTTO gründet Startup für Data Driven Advertising

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Torsten Adlers ist Chief Executive Officer der Otto Group Media

Wie die Otto Group in einer Mitteilung heute verkündet hat, steigt das Unternehmen noch dieses Jahr ins Data Driven Advertising ein. Man möchte anderen Unternehmen bei der Werbevermarktung helfen. Und zwar mit dem neu gegründeten und zu 100-prozentig zur Konzerngesellschaft zählenden Startup „Otto Group Media“. Damit will Otto seinen Schwerpunkt auf nutzerbasierte Vermarktung und Aussteuerung von Werbeflächen legen. Torsten Ahlers, der ehemalige Chef von AOL Deutschland wird als CEO an Board des Startup sein.

Werbetreibende sollen künftig über Otto Group Media ihre Branding-Kampagnen nutzerspezifisch mit einer State-of-the-Art-Technologie auf reichweitenstarken Umfeldern ausspielen. Der Fokus liegt also auf datengetriebener Werbung – ähnlich eBay, das eigenes Inventar mit eBay Advertising selbst vermarktet. Immerhin verfügt die Otto Group über einen immensen Datenschatz der Online-Shop-Besucher. Diese ließen sich dann für eine gezielte Werbeansprache nutzen.

„Aktuell stellen wir ein professionelles, im Markt bekanntes Team auf, das von Anfang an für hohe Qualität und gute Marktkontakte stehen wird“, so Torsten Ahlers. „Wir sind überzeugt, dass die Otto Group als reichweitenstarker Data- und Website-Owner die besten Voraussetzungen hat, um eine maßgebliche Rolle im Data Driven Advertising zu spielen.“

Torsten Ahlers durchlief nach seinem Studium Betriebswirtschaftslehre in Hamburg verschiedene Karrierestationen bei Axel Springer, Gruner + Jahr und Tomorrow Focus. 2004 stieg Torsten Ahlers bei AOL ein, wo er später Geschäftsführer von AOL Deutschland wurde. 2010 wurde er von „Werben & Verkaufen“ zu einem der innovativsten Digital-Manager gewählt. Ab 2011 war Torsten Ahlers Geschäftsführer der Next Audience, einem Unternehmen der SinnerSchrader Gruppe, bevor er 2014 – zunächst interimistisch – bei der Otto Group einstieg.

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Das unbemannte Überwasserfahrzeug Variant 7 von Blue Ops, der Marine-Sparte von Red Cat. Laut Red Cat wird es von einem Motor von Steyr Motors angetrieben | © Red Cat Holdings / Blue Ops

Der US-Drohnenspezialist Red Cat Holdings (NASDAQ: RCAT) will die Steyr Motors AG übernehmen. Wie Red Cat am Montag mitteilte, legt das US-Unternehmen ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien vor. Der Angebotspreis soll 39 Euro je Aktie in bar betragen, ein Aufschlag von 28,9 Prozent auf den Schlusskurs vom 16. Oktober. Steyr Motors zählt zu Europas führenden Herstellern von Hochleistungsmotoren für Defense-Spezialfahrzeuge und maritime Anwendungen sowie von Hilfsaggregaten für Kampfpanzer und Lokomotiven. Red Cat bietet Drohnen- und Robotiklösungen für Verteidigung und nationale Sicherheit an, darunter auch unbemannte Wasserfahrzeuge.

Ganz neu ist die Annäherung nicht: Beide Unternehmen hatten bereits unverbindliche Gespräche geführt, die im Juli 2026 beendet wurden. Nun wurden sie laut Aussendung wieder aufgenommen und haben zu einem vollständig finanzierten Barangebot geführt.

B&C und Cassutti dienen an

Die Ankeraktionärin B&C Holding Österreich GmbH hat sich unwiderruflich verpflichtet, ihre rund 15 Prozent am Grundkapital anzudienen. Auch CEO Julian Cassutti will seine eigenen Steyr-Aktien im Rahmen des Angebots andienen. Der Vollzug setzt voraus, dass Red Cat zum Ende der Annahmefrist mindestens 50 Prozent plus eine Aktie hält; zudem sind behördliche Genehmigungen in Österreich, Italien, Australien und dem Vereinigten Königreich erforderlich. Die Annahmefrist soll am 18. Dezember 2026 um 17:00 Uhr MEZ enden.

Red Cat will Steyr Motors laut Aussendung als österreichisches Kompetenzzentrum erhalten und ausbauen. Die Belegschaft soll bleiben, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung verbleiben am Standort. „Wir sehen Österreich als zentral für die Zukunft des Unternehmens”, erklärt Red-Cat-CEO Jeff Thompson. Cassutti, der 2022 als CEO eingestiegen war und unter dem 2024 der Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgte, spricht vom nächsten Kapitel der Unternehmensentwicklung: „Zugleich steht Red Cat uneingeschränkt hinter unserem Standort und unseren Mitarbeitenden.” Der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Rolf Wirtz beurteilt die Transaktion vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage positiv.

Einordnung: Viel Absicht, wenig Garantie

Mit Steyr Motors würde ein Zulieferer für Kampfpanzer, Militärfahrzeuge und Marineanwendungen in den Besitz eines US-Unternehmens übergehen, Behörden in vier Ländern müssen zustimmen. Das Standortbekenntnis ist in der Aussendung als Absicht formuliert, eine vertragliche Garantie nennt sie nicht; das mittelfristige Potenzial von Steyr als europäischer Ankerpunkt will Red Cat erst „prüfen”. Und mit den rund 15 Prozent der B&C ist die Schwelle von 50 Prozent noch nicht erreicht. Bis Mitte Dezember bleibt der Ausgang offen.

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