11.02.2025
STRATEGISCHES INVESTMENT

Verbund X Ventures steigt bei VC-Fonds Vireo Ventures ein

Vireo Ventures aus Berlin investiert in frühphasige Startups im Bereich Energie- und Mobilitätswende. Verbund X Ventures steigt als strategischer Investor ein.
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vlnr.: Michael Strugl – CEO Verbund AG, Tanja Reiter – Investment Managerin Verbund X Ventures, Matthias Engel – Managing Partner Vireo Ventures, Franz Zöchbauer – Managing Director Verbund X Ventures | © VERBUND/Markus Schlögl
vlnr.: Michael Strugl – CEO Verbund AG, Tanja Reiter – Investment Managerin Verbund X Ventures, Matthias Engel – Managing Partner Vireo Ventures, Franz Zöchbauer – Managing Director Verbund X Ventures | © VERBUND/Markus Schlögl

Auf nicht weniger als sechs Startup-Investments kam Verbund X Ventures im Vorjahr, wie brutkasten berichtete – und es soll laut Managing Director Franz Zöchbauer so weitergehen. Neben diesen direkten Startup-Investments startet der Corporate VC von Österreichs größtem Energieanbieter nun aber in ein weiteres Feld: Er wird strategischer Investor beim Berliner Early-Stage-VC-Fonds Vireo Ventures.

Verbund X Ventures kommt bei Vireo als strategischer Investor zu EIF und EnBW Ventures hinzu

Die deutsche Investmentgesellschaft fokussiert sich auf Pre-Seed- und Seed-Investments in europäische Startups im Bereich Energie- und Mobilitätswende. 2023 setzte sie ihren ersten Fonds in der Höhe von 50 Millionen Euro auf. Strategische Investoren sind unter anderem der Europäische Investitionsfonds (EIF) und EnBW New Ventures. Verbund X Ventures kommt nun als „einer der größten strategischen Investoren“ von Vireo Ventures hinzu. Ein konkreter Beteiligungsbetrag wird allerdings nicht genannt.

Strugl: „strategische Möglichkeit, die Energietransformation voranzutreiben“

„Diese Investition unterstreicht unsere Bemühungen, einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten. Für Verbund AG stellt die Beteiligung an Vireo Ventures eine strategische Möglichkeit dar, die Energietransformation voranzutreiben und durch Corporate Venture Capital wegweisende Technologien zu identifizieren und zu unterstützen“, kommentiert Verbund-CEO Michael Strugl. Und Franz Zöchbauer führt aus: „Der Fokus von Vireo auf Frühphasen-Startups im Energiesektor sowie die klare geografische Ausrichtung auf Europa ergänzen unsere Strategie ideal.“

Zöchbauer: „erhebliche Synergien“

Das erfahrene Team beeindrucke mit einer überzeugenden Erfolgsbilanz, „die uns nicht nur Zugang zu einem erstklassigen Dealflow verschafft, sondern auch durch geteiltes Fachwissen und Co-Investmentmöglichkeiten erhebliche Synergien schafft“, so Zöchbauer. Zu den bisherigen Portfoliounternehmen von Vireo Ventures zählen etwa Eco2Grow, das KMU aus der Industrie bei der Einführung erneuerbarer Energien unterstützt, Green Fusion, ein Anbieter von KI-basiertem Heizungsmanagement, und Pionix, eine Open-Source-Lösung zum Laden von Elektrofahrzeugen.

Vireo Ventures: „Zugang zum umfangreichen Netzwerk eines der führenden Versorgungsunternehmen Europas“

Matthias Engel, Managing Partner von Vireo Ventures, betont in seinem Statement: „Die Partnerschaft mit Verbund X verschafft uns Zugang zum umfangreichen Netzwerk eines der führenden Versorgungsunternehmen Europas und ermöglicht die gemeinsame Erkundung von Investitionsmöglichkeiten und die Validierung von Markthypothesen“. Darüber hinaus erhielten die Portfoliounternehmen wertvolle Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit den Geschäftsbereichen von Verbund, „wodurch das gegenseitige Wachstum und die Innovation gefördert werden“, so Engel.

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Das Linzer Startup Flatwise will zeitaufwändige Tätigkeiten in der Immobilienverwaltung wie Mietanpassungen, Abrechnungen und Steuerunterlagen mit KI automatisieren. Schon vor dem offiziellen Marktstart setzen Vermieter:innen mit über 3.000 Wohnungen auf die Plattform, wie Mitgründer Johannes Reichl im Interview mit brutkasten erklärt.
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Das Flatwise-Gründertrio (v.l.) Marc Lindorfer, Edwin Schneider und Johannes Reichl © Flatwise

Wenn es nach Johannes Reichl, Edwin Schneider und Marc Lindorfer geht, ist Immobilienverwaltung bis heute vor allem eines: kleinteilig, zeitintensiv und von manuellen Abläufen geprägt. Genau hier wollen die drei Linzer mit ihrem Startup Flatwise ansetzen. Das Gründerteam entwickelt eine Software, die zentrale Aufgaben von Vermieter:innen, von Mietanpassungen über Betriebskostenabrechnungen bis zur Vorbereitung von Steuerunterlagen, mithilfe von KI-Agenten automatisieren soll. Bereits vor dem offiziellen Marktstart setzen laut Angaben des Startups Vermieter:innen mit insgesamt mehr als 3.000 Wohnungen auf die Plattform.

Von der Pilot- zur Marktphase

Das Team, das erst im August 2026 eine GmbH gegründet hat, hat sein Produkt in den vergangenen Monaten eng mit den ersten 100 Pilotnutzer:innen weiterentwickelt, mit Feedback, Interviews und echten Kund:innendaten, wie Mitgründer Johannes Reichl im Interview erklärt. Der Ansatz unterscheide sich damit von klassischen Proptech-Lösungen, die bestehende Prozesse lediglich digitalisieren: „Wir wollen Immobilienverwaltung nicht nur digitalisieren, sondern grundlegend neu denken. Immobilien sollen sich künftig weitgehend von selbst verwalten können. Vermieter:innen können durch die Software von Flatwise professionell vermieten, ohne dabei selbst Fachexpert:innen sein zu müssen“, so Reichl.

KI-Agenten im Einsatz

Konkret möchte Flatwise KI dort einsetzen, wo Verwaltungsprozesse sinnvoll automatisiert oder unterstützt werden können. Dazu zählen für das Team unter anderem die Vorbereitung und Berechnung von Mietanpassungen, die Unterstützung bei Betriebskostenabrechnungen sowie die strukturierte Aufbereitung von Finanz- und Steuerinformationen. Der KI-Agent verbindet dabei unterschiedliche Daten und Prozessschritte innerhalb der Software, bereitet relevante Informationen auf und unterstützt Vermieter:innen bei der weiteren Bearbeitung.

Der Weg zum Ökosystem

Im Schnitt verwaltet ein:e Flatwise-Nutzer:in laut Unternehmen aktuell rund zehn Wohnungen. Für Reichl zeigt sich dabei ein klares Bild der Branche: „Der Markt ist extrem fragmentiert, es gibt viele Anbieter, die eigentlich zusammenhängen müssten, aber kaum vernetzt sind.“

Dieses Nebeneinander will Flatwise auflösen und sich schrittweise zu einem Ökosystem entwickeln, das Vermieter:innen, Mieter:innen und Dienstleister:innen auf einer Plattform zusammenbringt. „Wir glauben daran, dass gute Vermieter:innen das Wohnen für alle besser machen. Flatwise soll es einfacher machen, gut zu vermieten“, heißt es dazu vom Gründungsteam.

Enterprise-Lösung in Arbeit

Flatwise richtet sich an Vermieter:innen mit Beständen zwischen einer und hundert Immobilien. Mittlerweile hätten sich aber auch Hausverwaltungen und Bestandshalter:innen mit deutlich größeren Portfolios gemeldet. Deshalb entwickelt Flatwise momentan ein Enterprise-Modell, das künftig gezielt auf die Anforderungen größerer Bestandshalter:innen und Hausverwaltungen eingehen soll, wie der Mitgründer im Interview erklärt.

Wachstum vorerst ohne Angels oder VCs

Trotz bestehender Investmentangebote will das Team bei der Finanzierung vorerst auf Förderungen und den eigenen Cashflow setzen. Rund 20 Angebote von Angels und Venture-Capital-Geber:innen sind laut Reichl bereits eingegangen. Aufgegriffen werden sollen sie frühestens, wenn erste Umsätze stehen. Für eine geplante Wachstumsphase ist jedoch in der ersten Jahreshälfte 2027 eine Finanzierungsrunde angedacht. Unterstützung erhält das Gründerteam zudem im Inkubatorprogramm von tech2b durch ein Advisory Board aus Immobilienexpert:innen und erfahrenen Unternehmer:innen.

Wissen als Türöffner

Um neue Kund:innen zu erreichen, setzt Flatwise zusätzlich auf einen eigenen Immobilienratgeber mit aktuell rund 160 Artikeln, der komplexe Themen rund um Immobilien und Wohnen laienverständlich aufbereitet. Bereits mehrere tausend Personen sollen die Inhalte monatlich lesen. Für Reichl ist das ein wichtiger Kanal, um Vertrauen aufzubauen und so langfristig neue Nutzer:innen für die Plattform zu gewinnen.

Im kommenden Jahr will Flatwise nach eigenen Angaben marktführend in Österreich werden. Mittelfristig ist auch eine internationale Expansion, etwa nach Deutschland, angedacht. Ein konkreter Zeitpunkt steht laut Reichl aber noch nicht fest.

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