13.04.2023

VERBUND X: „Eine Plattform, wo Leute zusammen anpacken, um Lösungen zu finden“

Die Proof of Concept-Phase des dritten Durchgangs des VERBUND X Accelerator-Programms ist abgeschlossen. Vorbei sind die entstandenen Kooperationsprojekte aber keineswegs.
/artikel/verbund-x-demo-day-2023
Beim VERBUND X Demo Day pitchten sieben Teams ihre Proo of Concept-Projekte | (c) VERBUND
Beim VERBUND X Demo Day pitchten sieben Teams ihre Proo of Concept-Projekte | (c) VERBUND
sponsored

„Ich liebe es, diese Energie hier zu haben, von jungen Leuten, die gemeinsam an Lösungen arbeiten“, sagt VERBUND COO Achim Kaspar. Er spricht vom VERBUND X !!Accelerator. Wenige Minuten später wird beim !!Demo Day Ende März im Wiener weXelerate verkündet, welche Kooperationsprojekte über die !!Proof of Concept-Phase (PoC) hinaus weiterverfolgt werden. Zurück liegen sieben Präsentationen vielversprechender Ansätze.

Co-Innovation: VERBUND holte OMV, voestalpine, Post, RHI Magnesita und Alperia ins Boot

Dabei geht es nicht nur um Kooperationen zwischen VERBUND und Startups – der brutkasten berichtete bereits. Auch OMV, voestalpine Steel, Post AG, RHI Magnesita und Alperia sind auf Corporate-Seite dabei. Neben Startups aus mehreren europäischen Ländern und den USA ist auch ein Forscherteam der TU Wien an einem Projekt beteiligt. „Wir bauen eine Innovationsplattform nicht nur für VERBUND, sondern für das ganze Land auf. Eine Plattform, wo Leute zusammen anpacken, um Lösungen zu finden“, sagt Achim Kaspar. Der VERBUND X Accelerator könne über seine „Innovations-Sandboxes“ unbürokratisch arbeiten und werde so zum Beschleuniger für diese Lösungen im wahren Wortsinn.

vlnr. VERBUND X Accelerator-Lead Edward Feltmann, VERBUND COO Achim Kaspar und OMV Executive Officer Refining Martijn van Koten | (c) VERBUND
vlnr. VERBUND X Accelerator-Lead Edward Feltmann, VERBUND COO Achim Kaspar und OMV Executive Officer Refining Martijn van Koten | (c) VERBUND

Für OMV Executive Officer Refining Martijn van Koten ist klar: „Die OMV ist ein großes, internationales Unternehmen, das sich in vielen Bereichen ändern muss. Wir haben die Innovationskraft und den Willen dazu und arbeiten mit Hochdruck daran, unser Geschäftsmodell von einem linearen zu einem zirkulären System umzubauen. Dabei erfinden wir gerade die Lieferkette und das Energiesystem neu. Das kann man nicht alleine machen. Dazu braucht es Partnerschaften und eine Allianz der besten Köpfe“. Und dass sie bereit für diesen Co- !!Innovation-Ansatz ist, bewies die OMV im aktuellen Durchgang des VERBUND X Accelerators eindrücklich: Gleich drei !!PoC-Projekte mit Startups wurden durchgeführt, zwei davon gemeinsam mit den Corporate-Partnern voestalpine und RHI Magnesita.

PoC-Phase im VERBUND X Accelerator: 5 Monate um sich zu beweisen

Aus ursprünglich 191 Bewerbungen aus 32 Ländern waren im Oktober im Rahmen des “ !!Innovation Camps“ die sieben !!PoC-Projekte hervorgegangen. In den folgenden Monaten mussten die gemeinsamen Teams aus Corporate- und Startup-Mitarbeiter:innen dann den Beweis antreten, dass ihre Konzepte den versprochenen Mehrwert erbringen können.


Das waren die sieben PoC-Projekte im VERBUND X-Accelerator

SmartHelio & VERBUND

Ein Team von VERBUND und dem Schweizer Startup SmartHelio will mit seinem System detaillierte Echtzeit-Datenanalysen zur Leistung von PV-Systemen liefern. Damit sollen Störungen viel früher als mit aktuellen Systemen erkannt werden. Das soll Einbußen verhindern und damit viel Geld sparen. In der !!PoC-Phase wurde das System unter anderem mit einer großen PV-Anlage von VERBUND in Österreich erprobt, wobei eine Produktionssteigerung von zehn Prozent erreicht und damit ein großes Einsparungspotenzial bewiesen werden konnte. „Heute ist es noch kein Riesen-Geldbetrag. Aber wenn das geplante exponentielle Wachstum von VERBUND im PV-Bereich umgesetzt wird, geht es zukünftig um große Beträge“, erklärt das Team im Pitch.

TU Wien & OMV, voestalpine und RHI Magnesita

Ein Team des Instituts für Materialchemie der TU Wien arbeitete in seinem !!PoC-Projekt mit OMV, voestalpine und RHI Magnesita zusammen. Dass das Thema für alle drei Corporate-Partner spannend ist, verwundert nicht: Es geht um CO2-Recycling. Der vom Team Entwickelte Katalysator „co2ol catalyst“ wandelt CO2 und Wasserstoff zu Methanol. Im Gegensatz zu bestehenden Technologien soll das Endprodukt dabei viel geringere Verunreinigungen durch Schwefelverbindungen enthalten, der Wasserstoffverbrauch soll viel geringer sein.

Genau das wurde in der !!PoC-Phase zunächst mit Emissionsproben der OMV getestet. Die Tests werden mit Proben der anderen Partner fortgesetzt. Das bisherige Ergebnis: Die Technologie liefert bei sehr unterschiedlich zusammengesetzten Emissionen trotz verschiedener Verunreinigungen durchwegs gute Ergebnisse. Bis zur Serienreife ist es aber noch ein weiter Weg und ein Startup dazu muss auch erst einmal gegründet werden, räumt das Team ein. Im nächsten Schritt ist der Bau eines tragbaren Vollsystem-Prototypen geplant, um die Technologie in einer Betriebsumgebung am Standort der Industriepartner zu demonstrieren.

Lun Energy & VERBUND

Ein Team aus Mitarbeiter:innen des dänischen Startups Lun Energy und von VERBUND widmete sich in seinem Projekt dem Thema Wärmepumpen. Konkret geht es dabei um die Frage, wie der Weg vom Kund:innen-Erstkontakt über Beratung und Angebotslegung bis zur Installation effizienter gestaltet werden kann. Entsprechend wurde die Software des Startups in der !!PoC-Phase an die österreichischen Gegebenheiten angepasst und dann direkt mit fünf Testkund:innen ausprobiert. „Es gab jeweils ein Erstgespräch via Videocall und dann eine Beratung durch einen Partnerbetrieb vor Ort“, erklärt der Teamsprecher. Weitere Verbesserungen und Automatisierungen sollen in einem nächsten Schritt erfolgen, um VERBUND-Kund:innen einen komfortablen und schnellen Wechsel ihres Heizungssystems zu ermöglichen.

Compact Membrane Systems & OMV, voestalpine und RHI Magnesita

Auch im zweiten Projekt, das OMV, voestalpine und RHI Magnesita gemeinsam mit einem Startup durchführten, geht es um CO2-Recycling – allerdings um einen früheren Schritt im Prozess. Das US-Startup Compact Membrane Systems hat eine Membran entwickelt und patentiert, mit der CO2 aus Abgasen gefiltert und eingefangen werden kann. Im Vergleich zu bestehenden Systemen braucht dieses weniger Platz, Energie und Druck. In der !!PoC-Phase wurde die Membran nun mit Abgasproben der Corporate-Partner im Labor getestet – erfolgreich. Das Team gibt einen Ausblick: „Der nächste Schritt ist die Installation von ersten Schiffscontainer-großen Anlagen für den Testbetrieb vor Ort“. Die innovative Membran-Technologie soll mit einer kleinen mobilen Laboranlage bei OMV, voestalpine und RHI Magnesita eingesetzt werden.

Kraftblock & VERBUND

Das deutsche Startup Kraftblock hat ein neuartiges System zur Hochtemperatur-Energiespeicherung entwickelt. Der Speicher besteht komplett aus Recycling-Material, kann Temperaturen von mehr als 1000 Grad Celsius speichern und kann innerhalb von einer Minute vollständig geladen werden. Die gespeicherte Wärme steht dann etwa für Industrieprozesse zur Verfügung.

In der !!PoC-Phase wurde die Nutzung von Abwärme sowie unterschiedliche Power-2-Heat Use Cases am Kraftwerksstandort Mellach im Detail evaluiert. Bei letzterem soll das Net-Zero Wärmesystem, unter anderem Ökostrom in Wärme umwandeln und saubere Prozesswärme direkt für den Gasturbinenbetrieb liefern. Das Team zieht beim VERBUND X !!Demo Day ein Fazit zum Testbetrieb: „Das System funktioniert. An der Kosteneffizienz müssen wir aber weiterarbeiten“. Das gemeinsame Team will den Einsatz der Wärmespeichertechnologie deswegen auch mit möglichen Anwendern aus der Industrie besprechen.

Bamomas & Post

Das finnische Startup Bamomas hat eine Software zur Echtzeit-Analyse von Blei- und Lithium-Ionen-E-Auto-Batterien aus der Ferne entwickelt. Damit soll die tatsächliche Lebensdauer der „Akkus auf Rädern“ besser eingeschätzt werden. Das machte das Startup für die Post besonders spannend als Kooperationspartner. Denn diese betreibt aktuell bereits eine Flotte von 3.000 E-Autos für die Zustellung. Bis 2030 sollen dann alle 10.000 gelben Post-Fahrzeuge in Österreich E-Autos sein.

Im !!PoC-Projekt wurden sechs vorhandene E-Fahrzeuge der ältesten Generation mit der Technologie untersucht. „Wir stießen dabei auf Hindernisse und konnten nicht alle Daten wie gewünscht auslesen. Unser Ziel der Bewertung der gesamten Flotte konnten wir daher vorerst nicht erfüllen“, räumt der Teamsprecher ein. Dennoch konnten wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden. Das Projekt wolle man entsprechend mit adaptierter Zielsetzung fortführen.

Biofuel Technology & OMV

Biofuel Technology A/S aus Dänemark hat ein System entwickelt, mit dem organische Rohstoffe forst- und landwirtschaftlichen Ursprungs, etwa große Strohballen, in großem Maßstab in Biokraftstoffe umgewandelt werden können. Durch ein weltweit patentiertes System zur Vorverarbeitung des Rohmaterials können gepresste und vorbehandelte Briketts effektiv und wirtschaftlich eingesetzt werden. Das soll Engpässe bei der Herstellung von Zellulosekraftstoffen verhindern. In einem gemeinsamen Team mit OMV-Mitarbeiter:innen wurden nun in der !!PoC-Phase erste Tests durchgeführt. „Die ersten Resultate sehen vielversprechend aus. Der nächste Schritt wäre eine Anwendung direkt bei Bioethanol-Produzenten“, erklärt Veronika Ruthensteiner von OMV beim VERBUND X !!Demo Day.


In der Acceleration Phase wurde der Weg für langfristige Kooperationen geebnet

„So sieht es aus, wenn die Zukunft des Energiesektors geprägt wird. Das ist es, was wir tun können, um die Wirtschaft zu dekarbonisieren“, resümiert VERBUND X !!Accelerator-Lead Edward Feltmann nach den Pitches. Und welche Projekte werden nun weiterverfolgt? Die Jury sorgt für eine Überraschung: Alle sieben Kooperationsprojekte bekommen die Chance, gemeinsam weiter Richtung Markt-, Serienreife bzw. Rollout weiterzuarbeiten. „Jetzt ist der Weg frei, um die nächsten Schritte zu setzen“, so Feltmann.

Deine ungelesenen Artikel:
15.07.2026

Q.ANT-Gründer Michael Förtsch: „Jede neue KI-Welle bietet Europa die Chance auf eigene Champions“

Das Stuttgarter Startup Q.ANT ist nach eigenen Angaben das weltweit einzige Unternehmen, das Prozessoren auf Basis von Photonic Computing ausliefert – gerechnet wird mit Licht statt Strom. Im Interview mit brutkasten spricht Gründer und CEO Michael Förtsch über Europas Chance im nächsten KI-Zyklus, die Schwächen des europäischen Venture-Capital-Markts und die Frage, wo Q.ANT an die Börse geht.
/artikel/q-ant-gruender-michael-foertsch-jede-neue-ki-welle-bietet-europa-die-chance-auf-eigene-champions
15.07.2026

Q.ANT-Gründer Michael Förtsch: „Jede neue KI-Welle bietet Europa die Chance auf eigene Champions“

Das Stuttgarter Startup Q.ANT ist nach eigenen Angaben das weltweit einzige Unternehmen, das Prozessoren auf Basis von Photonic Computing ausliefert – gerechnet wird mit Licht statt Strom. Im Interview mit brutkasten spricht Gründer und CEO Michael Förtsch über Europas Chance im nächsten KI-Zyklus, die Schwächen des europäischen Venture-Capital-Markts und die Frage, wo Q.ANT an die Börse geht.
/artikel/q-ant-gruender-michael-foertsch-jede-neue-ki-welle-bietet-europa-die-chance-auf-eigene-champions
Q.ANT-Gründer und CEO Michael Förtsch beim World Venture Forum in Kitzbühel | (c) Martin Pacher / brutkasten

Photonic Computing gilt als eine der großen Wetten auf die nächste Generation der Recheninfrastruktur: Statt mit Strom wird mit Licht gerechnet – was drastisch weniger Energie verbraucht und in Zeiten explodierender KI-Rechenlast zum entscheidenden Faktor werden könnte.

Mit Q.ANT hat sich ein Stuttgarter Deep-Tech-Startup an die Spitze dieses Feldes gesetzt: Nach eigenen Angaben ist es weltweit das einzige Unternehmen, das photonische Prozessoren bereits in Rechenzentren ausliefert. Für Gründer und CEO Michael Förtsch ist die Technologie mehr als ein Effizienzversprechen. Sie ist für ihn eine der wenigen realistischen Chancen, mit denen Europa im nächsten KI-Zyklus doch noch eigene Champions hervorbringen kann. Getroffen haben wir Förtsch beim World Venture Forum in Kitzbühel.


brutkasten: Michael, für alle, die sich mit Photonic Computing noch nie beschäftigt haben – wo steht Q.ANT aktuell?

Michael Förtsch: Wir sind im Moment die einzige Firma weltweit, die Prozessoren basierend auf dieser Technologie liefern kann. Könnten wir heute die Stückzahlen eines Nvidia stemmen? Nein. Aber wir sind in kleineren Stückzahlen genau in den Rechenzentren verbaut, wo Nvidia in größeren Mengen installiert ist. Auf der Skala der Technology Readiness Levels würde ich uns zwischen sieben und acht eingruppieren – unsere Serversysteme kann man inzwischen per Cloud-Service buchen. Das funktioniert nicht nur im Labor unter zwangsbeatmeten Konditionen, sondern im regulären Rechenbetrieb als Co-Processing-Unit im Rechenzentrum. Was uns noch fehlt, um zu den ganz Großen aufzuschließen, ist die Produktionsfähigkeit. Das werden wir nicht alleine hinkriegen, sondern mit Partnern aus der Halbleiterindustrie.

Mit den ganz Großen meinst du Nvidia – oder auch Lightmatter aus den USA?

Lightmatter ist kein Competitor. Wenn man Photonik und Computing zusammenbringt, gibt es zwei Strömungen. Die erste ist das Interconnect-Thema: Da geht es nur darum, Licht zu nutzen, um Datenpakete schneller an den klassischen Prozessor heranzubringen – die sogenannten Co-Packaged Optics. Dort ist Lightmatter unterwegs, genauso Ayar Labs oder Intel. Der zweite Bereich ist der Prozessor-Markt: Da wird mit Licht statt Strom tatsächlich gerechnet. Wir waren 2024 weltweit die Ersten, denen es gelungen ist, einen Prozessor aufzubauen, der wirklich rechnen konnte – und diese Führungsposition haben wir bis heute gehalten. Wir führen das Feld im photonischen Computingbereich an, nicht im Datentransport.

Ihr challengt also Nvidia?

Nuanciert betrachtet: Ich sehe nicht, dass wir die Grafikkarte ergänzen. Stell dir den Computer als Fuhrpark vor. Die Host-CPU ist der VW Passat – das universellste Teil im Stack, kann alles, aber nichts besonders schnell. Die GPU ist der Viertelmeilen-Dragster: Sie kann genau eine Rechenoperation brutal gut, die Vektor-Matrix-Multiplikation, mehr nicht. Wir sind das Formel-1-Auto. Wir beherrschen deutlich mehr Befehle als die GPU – auch hochkomplexe mathematische Zusammenhänge in einem Takt. Mit uns solltest du nicht zum Bäcker fahren, aber am Nürburgring sind wir die Schnellsten. Und der Quantencomputer ist das Boot: Der fährt gar nicht auf der Straße.

Ihr steht bereits in Rechenzentren. Was heißt das konkret für die Effizienz?

Das schönste Beispiel ist das Hochleistungsrechenzentrum in München. Dort stehen unsere Server direkt neben denen von Nvidia. Vor deren Grafikkarten-Rechenschrank herrschen sechzig Grad Innentemperatur – so viel Hitze entsteht da drin. Bei uns stehst du davor und es ist kühl. Da laufen keine Wasserleitungen zum Kühlen rein, du siehst einfach nur Server, die rechnen. Man erlebt die Effizienz physisch. Und wir haben in den letzten drei Jahren gezeigt, dass wir von Prozessorgeneration zu Prozessorgeneration hundertmal schneller geworden sind – das entspricht zehn Jahren Digitalindustrie pro Jahr. Nächstes Jahr werden wir in bestimmten Anwendungen den State of the Art der Digitalindustrie überholt haben.

Welche Anwendungen sind das?

Erstens Bilderkennung: Wie viele Bilder identifizierst du korrekt pro Sekunde – und wie viel Strom hat es gekostet? Ob Robotics oder Autonomous Driving, überall werden Bilddaten verarbeitet. Zweitens Next-Level-LLMs. Der weltweite Strombedarf von LLMs wird bald so groß sein wie der von Japan; skaliert man das weiter, wären wir 2035 beim weltweiten Energiebedarf. Das wird nicht funktionieren. Es braucht die Revolution in der Revolution – Ende des Jahres zeigen wir, wie wir uns das vorstellen. Und drittens Physical AI: Wenn du einen Roboter mit KI versorgen willst, willst du ihm keinen seitenlangen Text geben, sondern das Problem auf Signalebene beschreiben – so wie wir Menschen. Da werden wir als einer der heißesten Kandidaten für den effizienten Einstieg gehandelt.

Das Rennen um generative KI hat Europa gegen die USA verloren. Ist Physical AI das Feld, wo Europa noch mitspielen kann?

Alle haben Sorge, wir hätten im KI-Zeitalter alles verloren. Aber jede neue KI-Welle bietet Europa die Chance auf eigene Champions. Nur weil OpenAI und Anthropic heute gut sind, heißt das nicht, dass sie die nächste Welle automatisch gewonnen haben. Wir haben jüngst gemeinsam mit NXAI, dem österreichischen Startup von Sepp Hochreiter, ein erstes TiRex-Modell auf unserer photonischen Hardware gezeigt. Wir haben Hochreiter und Björn Ommer, die mit Time Series Prediction und Diffusion Models Weltstandards gesetzt haben. Wir haben Mistral, Aleph Alpha, Black Forest Labs, wir haben Q.ANT – Europa hat eigentlich alles in der Hand, um vom Prozessor bis zum KI-Modell alles zu machen. Man muss nur sagen: Wir investieren jetzt eher in der Kategorie zehn Milliarden in dieses Ökosystem, um wirklich einen großen Schuss zu landen. Während die Amerikaner Milliardenbeträge in ihre AI Factories gesteckt haben, hieß es bei uns: Fünfhundert Millionen sind schon ein Haufen Geld. Wenn deine Kapitalisierung um Faktoren unterschiedlich ist, hast du keine Chance in dem Rennen.

Fehlt das Kapital in Europa?

Das Kapital ist da – der Mut muss kommen. Venture Capital ist kein High-Risk-Gambling, sondern hochstrategisches Investment in die innovative Zukunft dieser Region. Was Europa nicht verstanden hat, ist die Geschwindigkeit. Bei einem großen US-VC liegen zwischen Erstgespräch und Datenraumzugang zwei Wochen. Wir haben in den USA ungelogen null Pitchdeck gebraucht: Fünfzeiler per E-Mail, dann sitzt dir jemand gegenüber, der brutaler Experte ist, selbst schon zwei Firmen im Halbleiterbereich groß gemacht hat und dich im Erstgespräch technologisch grillt. In drei, vier Wochen redet man über ein Termsheet. In Europa ist man dagegen oft sehr Governance-getragen: Der Erste hat keine Entscheidungsbefugnis, dann entscheidet ein Board, das gar nicht weiß, worum es geht.

Trotzdem habt ihr fast ausschließlich europäische Investoren – untypisch für Deep Tech.

Genau das ist ein Signal für ein Wiedererwachen Europas. Wir haben international gesucht und international Zuspruch bekommen. IMEC, Xpand, Cherry Ventures, UVC und Venionaire waren wirklich schnell und gut und so haben wir die Series A in Europa zusammenbekommen – mit der nötigen Geschwindigkeit und dem technologischen Zutrauen. Europa hat äquivalente Optionen geboten wie die USA, also blieb ich in Europa. Aber eben nicht im Selbstaufgabemodus, sondern nur, weil Europa die besten Konditionen geboten hat.

Wie sieht die weitere Roadmap aus – kauft euch irgendwann Nvidia?

Ich habe die Firma gegründet, um sie an die Börse zu führen und einen neuen Weltmarktführer in der Prozessortechnologie zu bauen. Einen Verkauf schließe ich nicht kategorisch aus – als Gründer muss man in Varianten denken. Aber das Ziel ist: ein, zwei Finanzierungsrunden, dann ein IPO zum richtigen Zeitpunkt. Mein Wunsch ist, dass diese Firma ihr Headquarter in Europa hat und in Europa gelistet ist. Aber immer mit wirtschaftlichem Rational: Warum soll ich Geld aus patriotischen Gründen liegen lassen? Aktuell ist die Valuation bei einem europäischen IPO gerade im Deep-Tech-Bereich nicht so gut wie in den USA. Gleichzeitig erlebe ich, dass Europa aufwacht – es fängt an, seine eigene Technologiegeschichte wieder schreiben zu wollen. Bis zum Ende der Dekade soll Photonic Computing jedenfalls ein ganz normaler, integraler Bestandteil des Compute Stacks sein – wie die Grafikkarte heute.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

VERBUND X: „Eine Plattform, wo Leute zusammen anpacken, um Lösungen zu finden“

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

VERBUND X: „Eine Plattform, wo Leute zusammen anpacken, um Lösungen zu finden“

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

VERBUND X: „Eine Plattform, wo Leute zusammen anpacken, um Lösungen zu finden“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

VERBUND X: „Eine Plattform, wo Leute zusammen anpacken, um Lösungen zu finden“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

VERBUND X: „Eine Plattform, wo Leute zusammen anpacken, um Lösungen zu finden“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

VERBUND X: „Eine Plattform, wo Leute zusammen anpacken, um Lösungen zu finden“

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

VERBUND X: „Eine Plattform, wo Leute zusammen anpacken, um Lösungen zu finden“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

VERBUND X: „Eine Plattform, wo Leute zusammen anpacken, um Lösungen zu finden“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

VERBUND X: „Eine Plattform, wo Leute zusammen anpacken, um Lösungen zu finden“