26.02.2025
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VERBUND X Accelerator: Neuer Batch startet in Pilotprojekt-Phase

Zwischen Abschluss und Neubeginn: VERBUND X präsentierte Ergebnisse aus Batch 6 und neue Pilotprojekte aus Batch 7.
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Beim Demo Day wurden Pilotprojekte aus Batch 6 und Batch 7 des VERBUND X Accelerators vorgestellt | (c) VERBUND
Beim Demo Day wurden Pilotprojekte aus Batch 6 und Batch 7 des VERBUND X Accelerators vorgestellt | (c) Noah Neumaier/VERBUND

Das Ende der Acceleration-Phase ist für VERBUND, die Corporate-Partner und die Startups in vielen Fällen nicht das Ende der Kooperation, sondern der Startpunkt einer Partnerschaft – das war auch beim Demo Day des VERBUND X Accelerators im Februar wieder die klare Message. Dort wurden die Ergebnisse der Pilotprojekte aus Batch 6 nach vier Monaten gemeinsamer Arbeit präsentiert. Aber nicht nur das: Mit dem siebten Durchlauf des Programms sind nun sieben neue Projekte offiziell in die Acceleration-Phase gestartet.

„Wie gut wir wirklich sind, zeigt sich in der Krise“

Dabei sind die globalen Rahmenbedingungen zuletzt keineswegs einfacher geworden, wie Franz Zöchbauer, Managing Director VERBUND X Ventures, in seinen Eröffnungsworten hervorhebt: „Wir stehen vor wirklich herausfordernden Zeiten: politische Instabilität, wirtschaftliche Herausforderungen und globale Umwälzungen.“ Eine der Herausforderungen sei es, die Energiesicherheit zu gewährleisten – diese würde aber auch enorme Chancen bieten. „Wie gut wir wirklich sind, zeigt sich in der Krise. Jetzt ist der Zeitpunkt, gemeinsam anzupacken und gemeinsam mutig zu sein, um Innovation nach vorne zu bringen“, so Zöchbauer. Hinter dieser Mission stehe das gesamte Unternehmen: „Dass Vertreter:innen des Top-Managements hier sind, unterstreicht, dass Innovation ganz oben auf der Agenda steht – und das ist gerade in diesen Zeiten wichtig.“

Mehr als Technologie: Kooperation und Partnerschaft als Schlüssel zum Erfolg

Entsprechend setzt der Managing Director das Ziel: „Wir sind heute hier, um gemeinsam Innovationen voranzutreiben.“ Und er stellt klar: „Dabei geht es nicht nur um Technologie. Es geht auch um Verbindungen und um Zusammenarbeit.“ Diese Philosophie wird nicht nur in der Kooperation mit Startups, sondern auch in der Zusammenarbeit mit den Corporate-Partnern des Accelerators sichtbar. Bei Batch 6 waren namenhafte Unternehmen wie Porsche Holding, MOON, Axpo, RHI Magnesita und voestalpine AG sowie verschiedene VC-Partner wie Speedinvest, Uniqa Ventures, Greiner Innoventures und Elevator Ventures beteiligt. Für Batch 7 sind neben VERBUND auch RHI Magnesita, BIG und Axpo als Partner mit an Bord.

„Vorteile des neuen Energiesystems für alle sichtbar machen“

Von der Wichtigkeit der Zusammenarbeit im Rahmen des Accelerators ist auch Susanna Zapreva, CRO bei VERBUND, überzeugt, wie sie bei einem „Fireside Chat“ gemeinsam mit Gerald Beck, Geschäftsführer BIG (Bundesimmobiliengesellschaft) und Pia Dorfinger, Leiterin Abteilung Startup-Ökosystem der Deutschen Energie-Agentur ausführt. Neben der Rolle von Innovation, Künstlicher Intelligenz und Partnerschaften zwischen Startups und etablierten Unternehmen, um die Energiewende zu beschleunigen, wurden in der Diskussion auch Hausforderungen und Chancen, etwa in der Regulatorik, beleuchtet.

Der Fireside-Chat (vlnr.) Moderator Benedikt Weissenberger, VERBUND, mit Susanna Zapreva, CRO VERBUND, Pia Dorfinger, Director Start-ups Ecosystem, German Energy Agency, und Gerald Beck, COO, BIG | (c) Noah Neumaier/VERBUND

Dabei spricht Zapreva ein konkretes Thema an, das sich in der Energiewende ergebe: „Für die Kund:innen sind die Vorteile nicht offensichtlich – sie sehen vor allem Änderungen der Energiepreise. Es braucht daher Innovation und neue Geschäftsmodelle, um die Vorteile des neuen Energiesystems für alle sichtbar zu machen. Das machen wir bei VERBUND – wir suchen nach Wegen, die Energietransformation gemeinsam mit unseren Kund:innen zu schaffen.”


Ergebnisse aus Batch 6: Drei Pilotprojekte im Fokus

Auch die Kooperationsprojekte der aktuellen Batches sollen einen wichtigen Beitrag zu diesen großen Zielen leisten. Beim Demo Day wurden die Ergebnisse aus Batch 6 präsentiert, bei denen sich das Publikum von den Resultaten von vier Monaten intensiver Zusammenarbeit überzeugen konnte. Drei Pilotprojekte wurden am Demo Day präsentiert:

BReact, Heureka Labs & VERBUND

Gemeinsam mit den Startups BReact und Heureka Labs arbeitete VERBUND in diesem Projekt an einem „AI Agent“. Das Ziel: Daten automatisiert überprüfen und Fehler finden. Bedient wird dieses Large Language Model wie gewohnt über einen Chatbot. Es kann auf Daten zugreifen, diese analysieren und sich selbst wiederholt abfragen, um Antworten zu generieren. Das soll die Datenanalyse vereinfachen und sogar autonome Prozesse ermöglichen, bei denen der Agent proaktiv Fehler erkennt und Korrekturmaßnahmen vorschlägt, wodurch die Datenqualität verbessert wird. Das Large Language Model soll zudem später auch für andere Usecases eingesetzt werden können.

Hive Power & VERBUND, Moon und Porsche Holding

Um Schwankungen bei Photovoltaik und Windenergie auszugleichen, sollen künftig auch E-Autos aggregiert als Stromspeicher genutzt werden. VERBUND, Moon und Porsche Holding testeten im Pilotprojekt dazu gemeinsam mit dem Schweizer Startup Hive Power und dessen System Flexo neue Möglichkeiten. Die These des Projekts, dass sich die (automatisierte) Verschiebung des Ladevorgangs in Zeiten niedrigerer Preise finanziell auszahlt, konnte bestätigt werden. Im Test mit Porsche Holding zeigte sich ein deutliches Einsparungspotenzial pro E-Auto pro Jahr, das sich noch weiter steigern ließe. Im nächsten Schritt soll ein größeres Pilotprojekt folgen, um das Geschäftsmodell zu testen und die Skalierbarkeit der Lösung zu beweisen.

EMCEL & Axpo

Damit grüner Wasserstoff richtig genutzt werden kann, muss er Qualitätsansprüche erfüllen, was eine Reinheitsmessung erfordert. Das Unternehmen EMCEL hat ein vergleichsweise kompaktes Gerät dazu entwickelt, das im Pilotprojekt mit Corporate-Partner Axpo getestet wird. Dieses soll vor allem in kleinen Wasserstoff-Produktionsanlagen eingesetzt werden, wo eine große und kostspielige Anlage nicht sinnvoll wäre. Aktuell befindet sich das Projekt noch in der Evaluierungsphase.

Lisa Kratochwill begleitete als Programmleiterin des VERBUND X Accelerators die Präsentationen | (c) Noah Neumaier/VERBUND

Pilotprojekte aus Batch 7: Ein vielversprechender Start

Batch 7 hat bereits mit sieben spannenden Pilotprojekten gestartet, die am Demo Day präsentiert wurden. Diese Projekte basieren auf ersten Konzepten, die im Rahmen eines zweitägigen „Innovation Camps“ weiterentwickelt wurden.

Pointly & Axpo

Axpo steht vor der Herausforderung, dass man auch für ältere Anlagen detaillierte digitale Baupläne braucht – etwa für Umbau-Arbeiten. Hier soll das Startup Pointly mit einer KI-Lösung helfen. In einem „Scan to BIM“-Prozess werden zunächst Daten mit detaillierten Laser-Scannern erhoben. Ein KI-Modell von Pointly soll diese später automatisch klassifizieren. Im Rahmen des Pilotprojekts soll dieses Modell nun speziell für die Anforderungen von Axpo trainiert werden.

Cintoo & RHI Magnesita

Einen ähnlichen Usecase behandelt RHI Magnesita und das Startup Cintoo in ihrem Projekt. Cintoo soll dem Industrie-Unternehmen dabei helfen, Punktwolken-Daten effizienter in 3D-Modelle umzusetzen. Nach der Acceleration-Phase will man in drei Monaten bereits konkrete Ergebnisse vorzeigen können.

RoBoa & BIG

Die BIG betreibt etwa 2.000 Liegenschaften. Deren Instandhaltung ist zeit- und arbeitsintensiv. Einer konkreten Herausforderung, nämlich der Inspektion und Wartung an schwer zugänglichen Stellen, etwa in Zwischendecken und Lüftungskanälen, soll sich in einem Pilotprojekt das Startup RoBoa widmen. Der Name steht für „Robotic Boa“ und ist Programm: Der schlangenartige Roboter soll besonders gut schwerzugängliche Stellen erreichen, um dort für Inspektion und Wartung eingesetzt zu werden. Das will man nun in den kommenden drei Monaten gemeinsam testen.

neoom & BIG

Auf einigen ihrer Liegenschaften, etwa auf Schul-Standorten, betreibt die BIG große Photovoltaik-Anlagen. Für diese suchte die Bundesimmobiliengesellschaft nach Speicherlösungen, die keine großen Umbauten erfordern. Hier soll das oberösterreichische Startup neoom mit seiner Expertise helfen. Im Pilotprojekt will man nun die Möglichkeiten in einem konkreten Projekt ausloten.

Cryo Collect & Axpo

Axpo betreibt bereits umfangreiche Biogas-Kraftwerke in der Schweiz und will sich auch verstärkt in der Biomethan-Produktion engagieren. Dazu suchte das Unternehmen im VERBUND X Accelerator unter anderem nach Transport-Lösungen. Fündig wurde es beim französischen Startup Cryo Collect, mit dem nun ein Pilotprojekt umgesetzt wird. Mit der Technologie des Startups kann Biogas auch in kleinem Maßstab verflüssigt werden.

Bright & VERBUND

Smart-Meter-Daten ermöglichen heute bereits genaue Einblicke in den Energieverbrauch. Diese will VERBUND auch für Endkund:innen zugänglich und damit nutzbar machen. Passieren soll das und mehr mit einer App, für die das Energieunternehmen im Accelerator Unterstützung suchte. Im Rahmen eines Pilotprojekts will man nun gemeinsam mit dem Unternehmen Bright in den kommenden drei Monaten die Möglichkeiten ausloten.

Skydio, Major Drones & VERBUND

Bei der Inspektion von Wasserkraftwerken werden Drohnen mittlerweile umfassend eingesetzt. Diese müssen aber aktuell noch manuell gesteuert werden. Denn prinzipiell wäre ein Einsatz autonomer Drohnen zwar möglich, die dafür notwendige Satellitennavigation fällt jedoch aufgrund des Terrains oft aus. Dieses Problem will VERBUND Hydro Power nun im Pilotprojekt mit den Startups Skydio und Major Drones, die entsprechende Lösungen entwickelt haben, nun angehen.

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TikTok
Mit „Sell Across Europe" sollen heimische KMU künftig EU-weit verkaufen können | (c) AdobeStock

Nach Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Irland und Großbritannien folgt die nächste Ausbaustufe: Am 15. Juni geht TikTok Shop in Österreich, Belgien, den Niederlanden und Polen live. Bemerkenswert: In den Vorab-Berichten internationaler E-Commerce-Medien tauchte Österreich bislang gar nicht auf – die Branche hatte primär Polen, Benelux und Skandinavien als nächste Märkte erwartet.

Laut TikTok nutzen über 2,7 Millionen Menschen in Österreich die Plattform monatlich. Sie sollen künftig direkt in der App über Shoppable Videos, Live-Shopping-Formate und einen eigenen Shop-Tab einkaufen können, ohne TikTok zu verlassen. Für österreichische Unternehmen öffnet sich die Registrierung bereits zwei Wochen früher, am 1. Juni.

Was den österreichischen Markt aus TikTok-Sicht auszeichne?

„Wir expandieren schrittweise. Dieses Jahr ist der richtige Zeitpunkt für Österreich“, erklärt Ningxin Wu, die TikTok Shop in Österreich, den Niederlanden, Belgien und Polen verantwortet. Man wolle „Learnings aus Deutschland, Italien und anderen Märkten direkt einsetzen“.

Was den österreichischen Markt aus TikTok-Sicht auszeichne? Wu nennt drei Punkte: digital affine Kund:innen, eine Vorliebe für lokale und hochwertige Produkte – ein Muster, das man auch in Deutschland beobachtet habe – und Live-Shopping bzw. -Selling, das in dieser Form bisher keinen breiten Player in Österreich habe.

Ein österreichisches Scaleup als Anker

Zum Start setzt TikTok auf ein Einladungsmodell. Als einziger österreichischer Launch-Partner ist das Wiener Scaleup Neoh unter den ersten Marken – bekannt für zuckerreduzierte Riegel und Süßwaren-Innovationen. Das 2016 gegründete Unternehmen hat seine Discovery-E-Commerce-Strategie zuvor bereits in Deutschland erfolgreich erprobt.

„TikTok Shop ist für uns mehr als ein neuer Kanal – es ist eine andere Art zu verkaufen“, sagt Lisa Krapinger-Rüther, SVP Digital bei Neoh. „Das Einkaufserlebnis entsteht direkt im Content, organisch und authentisch. Wir haben in Deutschland gesehen, wie gut das funktioniert: Produkte, die sich über echte Community-Empfehlungen verkaufen, ohne sich wie klassische Werbung anzufühlen.“

Neben Neoh werden zum Start unter anderem deutsche Marken wie Hitschies, Judith Williams, More Nutrition und Svenja Walberg auf dem österreichischen Markt verfügbar sein. Der Roll-out ist schrittweise geplant, User:innen sollen mehr und mehr Marken und Produkte finden können.

„Sell Across Europe“: Die Chance für heimische KMU

Strategisch relevant für die heimische Startup- und KMU-Landschaft dürfte vor allem die Funktion „Sell Across Europe“ werden, die kurz nach dem Launch freigeschaltet wird: Mit einer einzigen Registrierung können Händler:innen in alle EU-Märkte verkaufen, in denen TikTok Shop verfügbar ist. Produktbeschreibungen lassen sich pro Markt lokalisieren, der Versand erfolgt direkt oder über TikTok-Logistikpartner.

„Österreichische Mittelständler haben durch TikTok Shop jetzt eine Plattform, ihre Produkte europaweit zu verkaufen“, sagt Wu. Lokale Produkte – sie nennt Ski-Sportartikel und Delikatessen – seien bisher häufig nur im Inland entdeckbar gewesen.

Eine Größenordnung liefert Christian Blum, Communications Lead bei TikTok Shop: Nach einem Jahr TikTok Shop in Deutschland habe man laut NielsenIQ 15 Prozent Penetration bei den Online-Shopper:innen erreicht. EU-weit – ohne UK – verzeichne man laut Unternehmensangaben dreistelliges Wachstum beim täglichen Umsatzvolumen seit dem Launch, mit über 100.000 lokalen Verkäufer:innen.

Die Temu-Frage: Wie grenzt man sich ab?

Während TikTok Shop wirbt, geraten Plattformen wie Temu und Shein wegen Billigimporten und Produktsicherheit zunehmend unter Druck. Wie grenzt sich TikTok ab? Wu verweist auf “Discovery-E-Commerce” als neue Art des Online-Shoppings, das vorläufige Einladungsmodell und generell eine strenge Listing Policy auf TikTok Shop, die EU-Compliance-Anforderungen wie der seit Dezember 2024 geltenden General Product Safety Regulation (GPSR) entsprechen müsse.

Konkrete Zahl: Laut TikTok seien 2025 weltweit 700 Millionen Produkte präventiv geblockt worden, bevor sie überhaupt gelistet werden konnten. Zusätzlich verifiziere man Identität, Mehrwertsteuernummer und Bankdaten der Händler:innen; neue Verkäufer:innen durchlaufen eine Probezeit.

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