05.03.2025
STARTUP-PROGRAMM

Venturecake: Erster Batch des neuen weXelerate-Accelerators startet mit 5 Startups

Der erste Venturecake-Batch soll "laufend erweitert" werden. Dem Sieger-Startup winken unter anderem 25.000 Euro Preisgeld.
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Der erste Venturecake-Batch startet | (c) WeXelerate
Der erste Venturecake-Batch startet | (c) WeXelerate

Es ist soweit. Im Wiener weXelerate läuft der Accelerator-Betrieb wieder an. 2017 hatte das Wiener Innovationszentrum mit einem Startup-Accelerator gestartet. Im Laufe der Zeit nahmen mehr als 200 Startups teil, darunter etwa Refurbed, Mostly AI, Prewave und Fiskaly. 2020 wurde das Geschäftsmodell komplett auf Corporate Innovation umgestellt und das Programm eingestellt. Mit Venturecake gibt es nun einen neuen Anlauf – brutkasten berichtete bereits. Als Partner sind unter anderen Speedinvest, Elevator Ventures, Push Ventures, Investors Austria und i5 Invest an Bord.

Batch soll „laufend erweitert werden“

Nun starten fünf Startups, die laut weXelerate aus mehr als 100 Bewerbungen ausgewählt wurden, in den ersten Venturecake-Batch, der über sechs Monate läuft. Und es könnten noch mehr werden: „Der Batch wird zudem laufend erweitert, wenn weitere vielversprechende Startups mit hoher Qualität und gutem Ecosystem-Fit hinzukommen“, heißt es in einer Aussendung. Das Programm verspricht Vernetzung mit Unternehmen, Zugang zu Investor:innen, Marketing-Support und ein Mentoring-Programm mit erfolgreichen Gründer:innen. Am Ende wird ein Sieger-Startup ausgezeichnet und erhält 25.000 Euro Preisgeld.

Venturecake-Startups: Drei mal KI, Event-Becher und Glamping-Bungalows

Bei den Teilnehmern im ersten Venturecake-Batch überwiegen mit drei von fünf Startups wenig überraschend KI-basierte Produkte. Zwei Unternehmen haben ihren Sitz in Österreich, zwei im Vereinigten Königreich und eines in Bulgarien:

  • Legal-Pythia aus dem Vereinigten Königreich beschäftigt sich mit KI-gestützter Betrugserkennung für Compliance-Prozesse.
  • Retrnal mit Sitz in Wien hat ein digitales System für wiederverwendbare Becher aus Aluminium bzw. Polymer für Events entwickelt, die das Engagement der Besucher:innen steigern sollen.
  • Alle-AI aus dem Vereinigten Königreich verspricht verbesserte Ergebnisse bei der Nutzung generativer KI durch die Kombination von Large-Language-Modellen unterschiedlicher Anbieter.
  • IntervAI aus Wien bietet KI-gestützte Jobinterview-Simulation, um sich besser auf Bewerbungsgespräche vorbereiten zu können.
  • Nextribe aus Bulgarien baut Bungalows für den Glamping-Bereich, die durch Nachhaltigkeit punkten sollen.
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Das Bitpanda Headquarter in Wien © Bitpanda

Sie machte Wien zum beliebten Standort für die EU-Niederlassungen internationaler Krypto-Unternehmen: die EU-Kryptoregulierung MiCAR. Denn die heimische Finanzmarktaufsicht FMA genießt den Ruf, bei der Erteilung der für das Krypto-Geschäft in der EU notwendigen MiCAR-Lizenz hart, aber fair zu sein.

FMA: „MiCAR auch im Enforcement angekommen“

Nach einigen Meldungen rund um die Erteilung solcher Lizenzen – und in einem Fall einer vorübergehenden Sanktionierung – in den vergangenen Monaten, erfolgte nun erstmals die Verhängung einer Strafe wegen eines MiCAR-Verstoßes durch die FMA. „Damit wird sichtbar, dass die MiCAR nicht mehr nur ein Konzessions- und Aufsichtsthema ist, sondern auch im Enforcement angekommen ist“, heißt es von der Behörde in einer Aussendung dazu.

Termin-Fehler und fehlende Telefonnummer und Mail-Adresse

Getroffen hat es ausgerechnet Österreichs Krypto-Regulatorik-Musterschüler Bitpanda. Konkret machte das Wiener Unicorn bei der Veröffentlichung eines Whitepapers im Zuge eines Token-Launchs im vergangenen Jahr einige Termin- bzw. Formfehler, wie aus der Bekanntmachung der FMA hervorgeht: Das Whitepaper hätte laut Regelwerk bis spätestens 20 Werktage vor Veröffentlichung an die FMA übermittelt werden müssen, was nicht passierte; eine Marketingmitteilung zum Whitepaper wurde unerlaubterweise bereits vor dessen Veröffentlichung verbreitet; und in einer weiteren Marketingmitteilung fehlten ein Disclaimer, eine Telefonnummer und eine Mail-Adresse.

„Unmittelbar nach dem behördlichen Hinweis in Abstimmung mit der FMA behoben“

70.000 Euro Strafe wurden letztlich verhängt. Seitens Bitpanda stellt man auf brutkasten-Anfrage klar: „Alle von der FMA aufgezeigten Punkte wurden jeweils unmittelbar nach dem behördlichen Hinweis in Abstimmung mit der FMA behoben. Wir haben uns für eine rasche, einvernehmliche Beendigung des Verfahrens entschieden. Die Veröffentlichung erfolgte nach dem österreichischen MiCA-Vollzugsgesetz. Das Verfahren ist damit abgeschlossen.“

Zudem betont man beim Scaleup: „Kundengelder, die Sicherheit unserer Plattform oder die Integrität des Bitpanda-Ökosystems waren zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Aus den beanstandeten Punkten ist unseren Kundinnen und Kunden kein finanzieller Schaden entstanden.“

Analyse: Musterschüler als erster Bestrafter als falsches Signal

Das genau Bitpanda die erste Strafe auf MiCAR-Basis ausfasst, ist nachvollziehbar und könnte dennoch ein falsches Signal aussenden. Als größter heimischer Player, der in seinen Prozessen eng mit der FMA zusammenarbeitet, überrascht es nicht, dass gelegentlich Formfehler nicht nur passieren sondern auch unmittelbar bemerkt werden. Indessen sind einige große internationale Player weiterhin ohne MiCAR-Lizenz am heimischen Markt aktiv und entziehen sich erfolgreich der Strafverfolgung. Dass der Formfehler durch die FMA verfolgt wird ist korrekt und konsequent; dass ausgerechnet Bitpanda damit zum Exempel wird, wird den großen regulatorischen Themen am Krypto-Markt aber nicht gerecht.

In der Aussendung der FMA äußert man sich zu dieser Thematik indirekt und gewohnt sachlich: „Der Umstand, dass es sich um den ersten veröffentlichten MiCAR-Fall handelt, begründet für sich genommen keine Sonderstellung des betroffenen Unternehmens oder der festgestellten Verstöße.“

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