11.10.2022

Venture Capital- und Private Equity-Studie: So viel verdienen Startup-CEOs

Es gibt hier und da doch deutliche Unterschiede.
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Gehälter Startups, CEO Gehalt,
(c) Adobe Stock/ weyo

Über Geld redet man nicht. Außer, es geht um Investorenkapital. Oder Gewinnmargen. Was allerdings in der Szene noch immer eine kleine Black Box scheint, sind Gehälter.

Wie die Gründerszene berichtet, hat sich der Personalvermittler Erevena diesem Thema angenommen und 1.700 Führungskräfte in privaten, öffentlichen, Venture Capital- und Private Equity-unterstützten Unternehmen in 24 Ländern in Europa befragt. Und ein paar (Vergleichs-)Daten geliefert.

Gehälter: Startup-CEOs mit Private Equity-Finanzierung stehen besser da

Den Ergebnissen nach erhalten CEOs in VC-finanzierten Startups (im Vergleich zu privaten-, börsennotierten- und Private-Equity-unterstützten Unternehmen) weniger Gehalt als ihre Kollegen. Durchschnittlich liegen hier die Gehälter bei 196.000 Euro. Geschäftsführer in Private Equity-finanzierten Startups nehmen im Schnitt jedoch über 25.000 Euro mehr Einkommen mit.

Im Risikokapital-finanzierten Bereich liegen andere Führungskräfte nicht allzu weit weg von ihren Firmenchefs: CFOs führen der Studie nach diese Liste mit durchschnittlichen Gehältern von 209.000 Euro an, dicht gefolgt von CTOs mit 205.000 Euro.

Chief Operations Officers hingegen können im Durchschnitt mit 182.000 Euro rechnen – was genau wie die CEO-, CFO- und CTO-Bezahlungen unter dem Durchschnitt der Kollegen aus dem privaten, börsennotierten und Private-Equity-unterstützten Bereich läge. Bloß zwei Positionen haben Erevena nach bei VC-finanzierten Startups im Vergleich einen finanziellen Vorteil: der Chief Marketing Officer und Chief of Product, wie es heißt.

Lohngefälle bei Frauen deutlich sichtbar

Auch beim geschlechtsspezifischen Lohngefälle zeigen sich enorme Unterschiede. Bei männlichen CEOs in risikofinanzierten Early-Stage-Startups liegen die Gehälter im Schnitt bei 173.000 Euro. Frauen erhalten 135.000 Euro.

Dieser Unterschied wächst in späteren Phasen noch weiter. Während Männer im Durchschnitt in weiter entwickelten Startups 289.000 Euro auf ihr Konto bekommen, nehmen Firmenchefinnen 224.000 Euro mit heim.

Startup-Gehälter: Spanien vor GB vor Deutschland

Europaweit dominiert Spanien die Gehälter-Liste bei Frühphasen-Startups. Laut der Studie liegt das dortige Grundgehalt der CEOs bei 200.000 Euro. Großbritannien reiht sich hier mit 180.000 Euro dahinter ein, Deutschland hingegen liegt mit 141.000 Euro noch vor Frankreich, Skandinavien und dem Baltikum.

Sieht man sich Later-Stage Startups an, so erhalten britische Firmenchefs von Startups, die zumindest eine „Series C“ hinter sich haben, ein Durchschnittsgehalt von 222.000 Euro. Sie liegen damit deutlich vor ihren nordisch-baltischen (194.000 Euro), deutschen (178.000 Euro), spanischen (175.000 Euro) und französischen (163.000 Euro) Kollegen.

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21.08.2026

Wholomics: Rieder Startup entwickelt neue Methode zur Krebsfrüherkennung

Wholomics hat sich zum Ziel gesetzt, diverse Krebsarten bereits im Stadium eins zu erkennen. Eine Validierungsstudie gibt Hoffnung, aktuell befindet sich das Startup in der zweiten Finanzierungsrunde.
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(v.l.) Wholomics-Geschäftsführer Patrick Strasser und Maximilian Schneider | © Wholomics GmbH

Es ist wohl eine der schockierendsten Nachrichten, die man erhalten kann: Diagnose Krebs. Dabei werden verschiedenste Krebsarten oftmals erst in späten Stadien erkannt, was die Überlebenschance stark verringert. Das soll sich bald ändern. Die beiden Wholomics-Gründer Patrick Strasser und Maximilian Schneider entwickelten einen Test, der mit hoher Genauigkeit verschiedene Krebserkrankungen bereits im Stadium eins feststellen können soll.

“Heutzutage zählt es als Durchbruch, wenn ein Medikament für Krebspatienten im Stadium vier eine sechs Monate längere Überlebensdauer erzielt. Allerdings hätte man einen viel größeren Impact, wenn man Krebs einfach früher erkennen könnte”, erklärt Wholomics-CEO Strasser im brutkasten-Interview. Denn bei den meisten Krebsarten, die man bereits im Stadium eins erkennt, hätten die Patienten eine “5-Jahres-Überlebensrate von über 90 %”. Im Stadium drei bzw. vier falle die Überlebenschance rapide ab. 

Daher entwickelten Strasser und Wholomics-CTO Schneider einen Test, der darauf ausgelegt ist, mehrere Krebsarten bereits in frühen Stadien aus einer einzigen Blutprobe zu erkennen. Der Test analysiert diverse Veränderungen im Blutserum, also der Flüssigkeit im Blut, die mit einer frühen Tumorentwicklung in Zusammenhang stehen können. Die Ergebnisse einer Validierungsstudie sind vielversprechend, denn der Wholomics-Test erkannte eigenen Angaben zufolge 38 von 40 Krebserkrankungen im Stadium eins, darunter Darm-, Magen- und gynäkologische Tumore. Die Intellectual Property der Methode liegt bei Wholomics. Eine erste Version des Tests, der Wholomics Multi-Cancer Check, ist bereits über eine Partnerfirma, Novogenia, erhältlich. Strasser und Schneider möchten sich aber darauf konzentrieren, den Test in der breiten Bevölkerungsmasse einsetzen zu können.

Vom Forscher zum Unternehmer

Die beiden Wholomics-Gründer kennen einander seit ihrem Studium an der TU München und fassten gerade wissenschaftliche Publikationen zusammen, als ihnen die Idee für einen neuen Test zur Krebsfrüherkennung kam. Die Umstellung vom Forscher zum Unternehmer beschreibt der Biochemiker Strasser als “leicht”. Dennoch stellt ihn das Unternehmertum vor einige Herausforderungen. “Als Startup-Founder lernt man im Endeffekt nie aus. Das heißt, jeden Tag, jede Woche gibt es neue Dinge, die man sich selbst beibringen oder die man lernen muss“, erklärt Strasser und ergänzt: “Ein Founder hat mir mal gesagt, die wissenschaftliche Grundlage ist sozusagen das A und O deines Unternehmens. Aber 80 Prozent werden dann im Endeffekt auf der Business-Seite durchgesetzt.”

Wholomics wurde bisher mit dem aws First Incubator und der Forschungsprämie unterstützt. Aktuell befindet sich das Unternehmen in der zweiten Finanzierungsrunde und ist noch auf der Suche nach Investoren. Strasser und Schneider wollen die Runde im letzten Quartal dieses Jahres schließen. “Wir suchen nicht nur nach Geldgebern, sondern eben auch nach strategischen Partnern, die z. B. im Bereich Diagnostik Erfahrung haben”, sagt Strasser. Mit der Entwicklung ihres Startups zeigt sich der Biochemiker zufrieden, auch wenn der Standort Österreich seine Schwierigkeiten mit sich bringe. Die Regulierungen in der EU erschweren laut dem Krebsforscher jedem Diagnostik-Startup den Start.      

Das Ziel sind 2027 die USA, aber ohne FDA-Approval

Zudem brauche es in der EU hohe Investments, um ein medizinisches Produkt auf den Markt zu bringen. “Da muss man dann abwägen, wie die tatsächliche Marktzugangslage ist. Und die ist in Österreich oder im DACH-Raum generell etwas schwieriger”, erklärt Strasser, der mit Schneider den Großteil von Wholomics besitzt. Der Blick der beiden Österreicher richtet sich daher über den großen Teich. Sie arbeiten aktuell in den USA an der Eröffnung eines sogenannten CLIA-Labors. Dadurch soll der Test zur Krebsfrüherkennung als “Lab Developed Test” in den Vereinigten Staaten 2027 auf den Markt gebracht werden können. Er werde somit firmenintern validiert und könne anschließend an Privatpersonen weiterverkauft werden. Ein FDA-Approval sei dann nicht mehr nötig.

Wholomics als die nächste Generation der Krebsfrüherkennungstests

“Im Endeffekt wollen wir quasi die nächste Generation von Multi-Cancer Early Detection Tests auf den Markt bringen. Der größte Unterschied zwischen uns und anderen Anbietern ist, dass wir einfach sehr hohe Frühstadien-Erkennungsraten haben”, sagt Strasser. Langfristig will sich Wholomics am Markt als “First Line Diagnostic” platzieren, also als eine erste Reihe an Untersuchungen, die bei Krebsverdacht durchgeführt werden. Diese Tests sollen dann von Versicherern rückerstattet werden. Als potentielle Kunden beschreibt Strasser in den USA zu Beginn unter anderem Ärzte, später auch Krankenkassen, wobei man den Test immer unter ärztlicher Begleitung durchführen muss.

In Zukunft kann es mehrere unterschiedliche Use-Cases für Wholomics geben, wie z. B. einen Stratifizierungstest. Durch diese Tests werden Personen in klare Gruppen eingeteilt. Dadurch kann in der Medizin einer Person die passende Behandlung verschrieben werden. “Im Endeffekt laufen alle diese Use-Cases darauf hinaus, dass eine Blutprobe analysiert wird und wir das molekulare Profil nach Krebs-Signaturen untersuchen”, sagt Strasser.

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