28.05.2025
KONZENTRATION

ventopay: OÖ-Payment-Startup stellt sich neu auf

Das Hagenberger Payment-Startup ventopay fusioniert seine beiden Tochterunternehmen und die Delegate Technology Group unter dem Dach der mocca-group.ai.
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ventopay, mocca-group.ai, delegate
(c) mocca-group.ai - Managing Team der ventopay und Delegate.

Ventopay ist ein Hagenberger Unternehmen im Bereich der bargeldlosen Kassen-, Bezahl- und Abrechnungssysteme und ging 2011 aus einer Abspaltung der Payment-Abteilung der
CDE Communications Data Engineering GmbH hervor, die von Christa und Josef Langer gegründet wurde (2021 wurde das Unternehmen verkauft). Vor Kurzem ist ventopay auf den KI-Zug aufgesprungen und hat mit mocca.ai sein neuestes Produkt vorgestellt – brutkasten berichtete. Damit soll eine „umfassende, KI-gestützte Anreicherung von Artikeldaten sowie detaillierte Analysen von Umsatzdaten und Käufergruppen“ ermöglicht werden, teilte man damals mit. Nun gibt es weitere Neuigkeiten.

ventopay vereint

Unter dem Dach der mocca-group.ai – die es seit Ende 2024 gibt und seit diesen März aktiv ist -vereint die ventopay holding gmbh ihre beiden 100-prozentigen Tochtergesellschaften – die ventopay gmbh Österreich und die ventopay gmbh Deutschland – sowie die Delegate Technology Group, an der sie (mittlerweile) die strategische Mehrheit hält. In der eigentümergeführten Gruppe wollen die Unternehmen künftig eine „klare Vision und Strategie sowie unter proaktiver Einbeziehung ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Kunden und Partner Mehrwerte für die Branche schaffen“, heißt es per Aussendung.

Die mocca-group möchte mit der Integration aller Produkte in die Plattform ein „einzigartiges Portfolio entlang der gesamten Wertschöpfungskette“ bieten – von zentraler Datenverwaltung, Warenwirtschafts- und Foodservice-Software, Patientenservice, Gästekommunikation, Bestell-, Kassen- und Bezahlsystemen bis hin zu Abrechnung und Reporting – speziell für die Bedürfnisse der Gemeinschaftsverpflegung, Systemgastronomie und des Gesundheitswesens.

Lösungen für „Herausforderungen der Branche“

„Die mocca-group wird die Großküche und Systemgastronomie mit der vollumfänglichsten digitalen Gesamtplattform am internationalen Markt revolutionieren“, sagt Johannes Reichenberger, Geschäftsführer und Managing-Partner von ventopay und der neuen Gruppe. „Durch intelligente Prozessautomatisierung, höchste Wirtschaftlichkeit, nachhaltige Lösungen und treffsichere KI-Unterstützung bieten wir einzigartige Lösungen für die Herausforderungen der Branche. Mit unserer führenden, digitalen Gesamtplattform sorgen wir für Begeisterung bei Kunden, Mitarbeitenden und Partnern und ermöglichen die Entwicklung neuer Geschäftsfelder.“

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KI-Pionier Sepp Hochreiter ist Co-Founder und Chief Scientist von NXAI | (c) NXAI
KI-Pionier Sepp Hochreiter ist Co-Founder und Chief Scientist von NXAI | (c) NXAI

Das Linzer KI-Startup NXAI hat sein neuestes Modell TiRex-2 veröffentlicht. Die Entwicklung des sogenannten „Time Series Foundation Models“ (Zeitreihen-Basismodell) stand unter der wissenschaftlichen Leitung von KI-Pionier Sepp Hochreiter, der Mitgründer ist und als Chief Scientist des Startups fungiert.

Das Modell wurde auch als Open-Source-Software frei zugänglich gemacht. Es ist darauf spezialisiert, historische Datenreihen aus der Industrie zu analysieren, um zukünftige Entwicklungen vorherzusagen. In der Presseaussendung zum Release zeigt sich das Startup selbstbewusst: „Europa kann doch SOTA-Modelle“ (Anm. State of the Art). Laut Hochreiter teilt sich das neue Modell in den offiziellen Bestenlisten „die Spitzenplätze mit AWS“.

Mehrere Signale gleichzeitig im Blick

Die wesentliche technische Neuerung des Modells liegt in der Verarbeitung multivariater Zeitreihen. Während herkömmliche Vorhersagesysteme oft nur eine einzelne Datenreihe anhand ihrer eigenen Vergangenheit analysieren, bezieht TiRex-2 zusätzliche Einflussfaktoren – in der Fachsprache Kovariaten genannt – mit ein. Für Industrieunternehmen soll das zum entscheidenden Vorteil werden, da Maschinen und Prozesse selten nur ein isoliertes Signal erzeugen. In der Praxis bedeutet dies: Will ein Logistik- oder Energiebetrieb den künftigen Verbrauch prognostizieren, kann das Modell neben den historischen Verbrauchsdaten auch begleitende Faktoren wie das Wetter, Kalenderdaten oder Produktionspläne auswerten. Das macht die Vorhersagen präziser und aussagekräftiger.

xLSTM soll Effizienz-Boost bringen

Im Gegensatz zu bekannten KI-Systemen wie ChatGPT, die auf der speicherintensiven Transformer-Architektur basieren, nutzt TiRex-2 das von Hochreiter mitentwickelte xLSTM-Verfahren. Das soll ein zentrales Problem industrieller Live-Anwendungen lösen: Bei kontinuierlich einlaufenden Datenströmen (Streaming) explodiere bei herkömmlichen Systemen nämlich der Rechen- und Speicheraufwand, argumentiert man beim Startup. TiRex-2 hingegen verarbeitet Daten sequenziell und aktualisiert fortlaufend einen internen Zustand. Dadurch würden der Speicherbedarf und die Rechenkosten auch bei unbegrenzten Datenströmen konstant niedrig bleiben. Lukas Fischer, Head of Applied Research bei NXAI, erklärt dazu: „Mit TiRex-2 können wir kontinuierliche Datenströme in Echtzeit analysieren, ohne Einbußen bei der Modellperformance.“ Dies prädestiniert das Modell für den direkten Einsatz an Maschinen vor Ort (Edge-Anwendungen).

„Kunden müssen für unterschiedliche Maschinen nicht immer ein neues KI-Modell trainieren“

Die Leistungsfähigkeit des Modells wird durch das begleitende wissenschaftliche Paper des Forscherteams untermauert. Darin zeigen die Wissenschaftler, dass sich TiRex-2 besonders gut für das sogenannte Zero-Shot-Forecasting eignet. Das bedeutet, dass das Modell ohne vorheriges, spezielles Training präzise Vorhersagen für völlig neue Maschinentypen oder Datensätze treffen kann.

Laut dem CEO von NXAI, Albert Ortig, bringt diese Generalisierungsfähigkeit handfeste wirtschaftliche Vorteile im Betrieb: „Die Kunden müssen für unterschiedliche Maschinen nicht immer ein neues KI-Modell trainieren.“ Ein weiterer Vorzug des vergleichsweise kompakten Modells mit 82 Millionen Parametern ist, dass es auf Wunsch direkt auf den eigenen Servern der Kunden (On-Prem) betrieben werden kann, was die Datensicherheit für sensible Industrie-Prozesse erhöht.

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