28.01.2026
PAYMENT

ventopay: OÖ-Payment-Anbieter setzt Großprojekt für Lufthansa um

Das Hagenberger Payment-Unternehmen ventopay und das Forschungszentrum Software Competence Center Hagenberg (SCCH) haben für die Lufthansa-Tochter Lufthansa Group Taste & More (LGTM) eine digitale Lösung implementiert. Das System steuert ab sofort an den Großflughäfen Frankfurt und München die Versorgung von rund 25.000 potenziellen Nutzer:innen direkt im Flugzeug.
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Markus Manz (l.), CEO des Software Competence Center Hagenberg (SCCH) und Johannes Reichenberger, Geschäftsführer ventopay gmbh und Managing Director mocca-group.ai.

2012 gegründet, ist ventopay ein Hagenberger Unternehmen im Bereich der bargeldlosen Kassen-, Bezahl- und Abrechnungssysteme. Mit der Invest AG ist ein großer strategischer Eigenkapitalpartner an Bord. Im März 2025 ist ventopay auf den KI-Zug aufgesprungen und hat mit mocca.ai sein neuestes Produkt vorgestellt. Zwei Monate danach, vereinte die ventopay holding gmbh ihre beiden 100-prozentigen Tochtergesellschaften – die ventopay gmbh Österreich und die ventopay gmbh Deutschland sowie die Delegate Technology Group zur mocca-group.ai, wie brutkasten damals berichtete.

ventopay und SCCH

Nun hat man im Duett mit dem Software Competence Center Hagenberg (SCCH) ein Großprojekt an zwei der wichtigsten europäischen Luftfahrtknotenpunkte im Einsatz: Für die Lufthansa Group Taste & More (LGTM) wurde in München und Frankfurt eine digitale Vorfeldversorgung implementiert. Das System bedient damit aktuell rund 25.000 potenzielle Nutzer:innen direkt an Bord der Maschinen.

„Dieses Projekt zeigt beispielhaft, wie wir aus dem Softwarepark Hagenberg heraus Top-Innovationen unmittelbar auf die Straße – in diesem Fall auf das Vorfeld – bringen. Gemeinsam mit SCCH haben wir in kürzester Zeit für unseren langjährigen Kunden LGTM nicht nur Prozesse digital transformiert, sondern einen wichtigen Beitrag zur Erschließung neuer Geschäftsfelder geleistet. Gemeinsam entstanden Mehrwerte auf Basis echter, digitaler Transformation“, sagt Johannes Reichenberger, Geschäftsführer ventopay.

Das Großprojekt ist das Ergebnis einer engen Kooperation: Während ventopay als Generalunternehmer die gesamte Konzeption und Entwicklung verantwortete, steuerte das Forschungszentrum SCCH die technische Realisierung der Lösung bei.

Digitale Plattform als Knotenpunkt

Die technologische Basis dafür bildet die digitale Gesamtplattform mocca, die als zentraler Knotenpunkt für alle Crew-Bestellungen fungiert. Ein wesentlicher Aspekt der Architektur sei die automatische Gruppierung der Aufträge nach spezifischen Flügen, die durch eine direkte Anbindung an Fluginformationssysteme in Echtzeit erfolgt.

Diese Synchronisation ermögliche es dem System, autonom auf operative Änderungen zu reagieren. So werden Bestellungen bei Flugausfällen automatisch storniert, während das System bei kurzfristigen Dienstplanänderungen oder Krankmeldungen selbstständig Gutschriften erstellt. Für die Besatzungen wurde zudem das Bestellfenster flexibilisiert, sodass Anforderungen bis zu 60 Minuten vor dem Abflug entgegengenommen werden können.

Für die operative Abwicklung am Vorfeld wurde eine Infrastruktur zur Selbststeuerung der Logistik-Crew geschaffen. Über die sogenannte Apron-App erhalten die Fahrer einen Live-Überblick über den aktuellen Lieferstatus und können ihre Abläufe eigenständig koordinieren.

Unterstützt wird dies durch eine integrierte Routen- und Navigationsplanung, welche die Fahrwege zu den jeweiligen Flugzeugpositionen auf dem Rollfeld optimieren soll. Der gesamte Prozess bleibe dabei auch für die Endnutzer:innen transparent, da diese über automatisierte Status-Updates per E-Mail oder Push-Benachrichtigung informiert werden.

Zehn Jahre Kooperation

„Die digitale Vorfeldversorgung optimiert unsere Abläufe spürbar, eröffnet neue Geschäftsfelder und ist ein wichtiger Baustein für unser zukünftiges Wachstum. Die Zusammenarbeit mit ventopay und SCCH hat mich einmal mehr begeistert. Die Teams beider Unternehmen, sowie unser Team, waren von der ersten Idee bis zum erfolgreichen Launch top engagiert und hochprofessionell. Das Projekt hat trotz der kurzfristigen Umsetzung reibungslos funktioniert – das Ergebnis spricht für sich“, sagt Rainer Geng, Managing Director LGTM.

Und Markus Manz, CEO des SCCH, ergänzt: „In dieser Zusammenarbeit haben wir unsere Flexibilität und Umsetzungsstärke bewiesen. Seit mehr als zehn Jahren entwickeln wir gemeinsam mit ventopay innovative Lösungen, die Forschungsergebnisse erfolgreich in marktreife Produkte verwandeln. Die stabile Performance vom ersten Tag an in München und Frankfurt zeigt, wie effektiv die Kooperation funktioniert.“

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© Wiener Börse/Nik Pichler

Österreichische Unternehmen setzten im bisherigen Jahresverlauf 2026 positive Impulse am Kapitalmarkt, auch wenn die Belebung noch nicht alle Marktsegmente erfasste. Wie das aktuelle IPO Barometer der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY zeigt, stehen vier Neuzugänge an der Wiener Börse, ein neuer ATX-Rekord sowie zwei Börsengänge österreichischer Unternehmen im Ausland zu Buche.

Die zwei Auslands-Listings waren das Unternehmen Asta Energy, das im Jänner in Frankfurt an die Börse ging, sowie Innio Jenbacher mit dem Börsengang im Juni an der Nasdaq. Parallel dazu entwickelte sich der heimische Aktienmarkt stark: Der ATX inklusive Dividenden erreichte am 28. September mit 17.618,00 Punkten ein neues Allzeithoch und liegt seit Jahresbeginn mehr als 30 Prozent im Plus.

Vier Neuzugänge an der Wiener Börse

Am österreichischen Kapitalmarkt verzeichnete die Wiener Börse im laufenden Jahr vier Neuzugänge. Mit dem Handelsstart der Biogena Good Vibes AG am 10. September im Segment direct market plus kam der vierte Neuzugang an die Börse – brutkasten berichtete. Dem Listing ging eine außerbörsliche Kapitalerhöhung mit öffentlichem Aktienangebot voraus. Laut Unternehmensangaben zeichneten mehr als 2.300 neue Aktionär:innen Aktien, wobei sich der Mittelzufluss auf fast 18 Mio. Euro belief. Zuvor gingen dieses Jahr die Emerald Horizon AG im standard market (brutkasten berichtete), die FIT Group AG im direct market plus und die K2G Holding AG im direct market an den Wiener Markt.

Ein klassischer IPO eines österreichischen Unternehmens im geregelten Markt wurde im dritten Quartal hingegen nicht verzeichnet. Seit Anfang Juli ist der direct market plus zudem als EU-KMU-Wachstumsmarkt registriert, was insbesondere Wachstumsunternehmen und KMU den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern soll.

„Für nachhaltige Belebung des IPO-Markts braucht es gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen“

„Das dritte Quartal zeigt ein differenziertes Bild: Ein klassischer IPO im geregelten Markt blieb zwar aus, zugleich belegen die Neuzugänge und insbesondere das zusätzliche Listing von Biogena, dass der Kapitalmarkt auch für österreichische Wachstumsunternehmen eine relevante Finanzierungsoption sein kann. Dass mehr als 2.300 neue Aktionärinnen und Aktionäre gewonnen und fast 18 Millionen Euro eingeworben wurden, ist ein positives Signal für die Mobilisierung privaten Kapitals“, analysiert Martina Geisler, Partnerin und Leiterin IPO bei EY Österreich.

„Für eine nachhaltige Belebung des heimischen IPO-Markts braucht es nun eine gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen. Entscheidend sind eine überzeugende Equity Story, transparente Governance, realistische Bewertungsvorstellungen und die Bereitschaft, den Kapitalmarkt frühzeitig in die Wachstumsstrategie einzubinden. Der EU-KMU-Wachstumsmarkt kann dabei helfen, die Einstiegshürden für kleinere und mittlere Unternehmen zu senken“, so Geisler weiter.

Wer den Kapitalmarkt in Betracht ziehe, müsse daher „frühzeitig Börsenreife herstellen und seine Equity Story klar auf die Bedürfnisse eines internationalen Investorenkreises ausrichten“, heißt es von EY.

Erweiterung im global market

Neben den Neuzugängen erweiterte die Wiener Börse am 9. September den global market – das Handelssegment für bereits an anderen Börsen notierte internationale Aktien – um 45 Titel aus dem Nasdaq 100 und dem S&P 500. Damit sind dort nun erstmals mehr als 1.000 internationale Wertpapiere in Euro, zu Inlandskonditionen und während der Wiener Börsenzeiten handelbar. Bei diesen Einbeziehungen handelt es sich nicht um österreichische IPOs.

Im weltweiten Vergleich blieben die IPO-Märkte im dritten Quartal 2026 mit 367 Börsengängen nahezu stabil (Vorjahresquartal: 374), während das Emissionsvolumen um 79 Prozent auf 93,3 Mrd. US-Dollar stieg. „Die hohen Emissionsvolumina dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erholung des IPO-Markts noch nicht in der Breite angekommen ist. Das dritte Quartal wurde stark von wenigen sehr großen Transaktionen geprägt“, erläutert Geisler.

Weltweit entfielen im dritten Quartal rund 75 Prozent des Platzierungsvolumens auf die Branchen Advanced Manufacturing und Technology. Getragen werde der Markt laut EY von Equity Stories, die auf kritische Infrastruktur und Energie, KI und Robotik sowie Verteidigung einzahlen.

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