24.09.2021

Veggie Crumbz: Dieses Startup macht die Schnitzel-Panier „gesund“

Veggie Crumbz macht seine Alternative zu Semmelbröseln aus Kartoffeln und drei verschiedenen Gemüsesorten. Das soll mehrere Vorteile gegenüber klassischem Paniermehl haben.
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Veggie Crumbz: Die Gründer Marlon Harms und Wayne Kock
(c) Veggie Crumbz: Die Gründer Marlon Harms und Wayne Kock

Panierte (und damit üblicherweise frittierte) Speisen gelten allgemein nicht gerade als gesund. Doch ein Startup aus Hamburg will das – zumindest bis zu einem gewissen Grad – ändern. Das üblicherweise für die Panade benutzte alte Weißbrot habe „null Nährstoffe, dafür aber jede Menge Gluten“, meint Wayne Kock von Veggie Crumbz. Gründer und CEO Marlon Harms konstatiert: „Es hat sich in den letzten Jahren bei der Ernährung so viel getan, es gab so viele Entwicklungen, aber wir panieren immer noch mit altem Brot“.

Drei Jahre Forschung für richtige Konsistenz

Auch aus seinem familiären Hintergrund in Gemüsehandel und -Verarbeitung heraus sei die Idee entstanden, eine Paniermehl-Alternative aus Gemüse zu entwickeln. „Doch Gemüse knuspriger als Semmelbrösel hinzubekommen, ist gar nicht so leicht. Wir mussten einen komplett neuen Weg der Verarbeitung von Gemüse erdenken und entwickeln, haben drei Jahre geforscht, eine eigene Produktionslinie gebaut und erst nach unzähligen Testessen waren wir restlos zufrieden“, so Harms.

Nun gibt es die Veggie Crumbz in den Sorten Red Beet, Orange Carrot und Cauliflower. Eine weitere Zutat ist in jeder Variante enthalten: „Unser Produkt besteht aus lediglich zwei natürlichen Zutaten: Kartoffel und dem jeweiligen Gemüse. Das Gemüse wird schonend bei 60 Grad gebacken und anschließend in eine paniermehlartige Konsistenz gebracht“ erklärt Kock.

Veggie Crumbz: Mehr Ballaststoffe, weniger Fett

Damit eine gesündere Alternative zur klassischen Schnitzel-Panade zu schaffen, ist tatsächlich gelungen, wie die Gründer erläutern. Im Vergleich zu klassischem Paniermehl weise Veggie Crumbz den rund vierfach höheren Ballaststoffgehalt auf und nehme beim Braten oder Frittieren rund 50 Prozent weniger Fett auf. Zudem seien alle Produkte vegan, allergen- und glutenfrei.

Geschäftlich machten die Gründer die ersten Schritte mit dem Gemüse-Paniermehl im B2B-Bereich. Nun will man sich auch im Geschäft it Endkunden etablieren. Um Veggie Crumbz entsprechend bekannt zu machen, soll auch ein Auftritt in der VOX-Show Die Höhle der Löwen helfen, der kommende Woche ausgestrahlt wird. Harms und Kock bieten dort zehn Prozent Firmenanteile ihrer Ebbe & Food GmbH für ein Investment von 200.000 Euro.

Außerdem in dieser Folge von Die Höhle der Löwen: Kleiderly, Moovya, Stur und Holy Pit.

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Mistral.
© LinkedIn/Canva - Arthur Mensch, Co-Founder und CEO Mistral AI.

Drei Milliarden Euro. Das ist die Summe, die der französische Anthropic- und OpenAI-Herausforderer Mistral in seiner heute verkündeten Series-D-Finanzierungsrunde aufnahm. Es ist die größte VC-Runde für ein Tech-Unternehmen in der europäischen Geschichte – und das für ein gerade einmal drei Jahre altes Unternehmen.

Den Lead in der Runde übernahm mit Samsung – wenig überraschend – ein außereuropäischer Player. Dazu kommen große US-Investoren wie PSG Equity als Co-Lead, a16z und Nvidia, aber auch eine ganze Reihe europäischer Kapitalgeber, darunter der Scaleup Europe Fund der schwedischen EQT als weiterer Co-Lead.

Keine normalen Umstände

Drei Milliarden Euro. Eine Bewertung von 21 Milliarden Euro. Das sollte unter normalen Umständen ein Garant für den großen Durchbruch sein. Zum Vergleich: Meta (damals Facebook) genügten vor seinem Börsengang insgesamt 2,27 Milliarden US-Dollar VC-Kapital, um sich im Social-Media-Wettlauf klar an die Spitze zu setzen und zum Tech-Giganten zu werden.

Doch die Umstände sind nicht normal. Der KI-Wettlauf hat die Volumina an VC-Kapital vor allem in den USA auf ein nie dagewesenes Level gehievt. Anthropic, das Unternehmen hinter Claude, hat allein in seiner Series-H-Runde im Mai dieses Jahres 65 Milliarden US-Dollar aufgenommen und steht bei einer Bewertung von 965 Milliarden Dollar. OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, hat diesen März in seiner Finanzierungsrunde sogar 122 Milliarden US-Dollar eingesammelt und steht bei einer Bewertung von 852 Milliarden Dollar.

Beim insgesamt aufgenommenen Kapital steht Mistral (ca. 6 Mrd. Euro inklusive Kredite) in einem Verhältnis von etwa 1:19 zu Anthropic (mindestens 130 Mrd. US-Dollar) und 1:26 zu OpenAI (mindestens 180 Mrd. US-Dollar). Das wird im beinharten internationalen Tech-Wettlauf vermutlich nicht ausreichen.

Digitale Souveränität als Verkaufsargument

Und das weiß man auch beim französischen Scaleup. Der größte Trumpf, den es in der Hand hat, ist, dass es aus Europa kommt. Punkten kann das Unternehmen vor allem bei den Themen Digitale Souveränität und Datensicherheit. Und das wiederum sind Fragen, die im B2B- und vor allem im öffentlichen Bereich deutlich schwerer wiegen als im B2C-Bereich, den aktuell Anthropic, OpenAI und Google dominieren.

„Während der ersten Welle der generativen KI lautete die zentrale Frage: Wer kann das leistungsstärkste Modell entwickeln? Unternehmen und Regierungen stellen sich nun eine andere Frage: „Wie können sie die Leistungsfähigkeit der KI für ihre geschäftskritischen Anforderungen nutzen, ohne die Kontrolle über die Infrastruktur und den Informationskreislauf abzugeben?“, heißt es von Mistral in der Presseaussendung zur aktuellen Kapitalrunde.

Die Frage will man freilich mit dem eigenen Produkt beantworten. „Die Nachfrage nach dieser Kombination aus Leistung, Kontrolle, Auswahlmöglichkeiten und Unabhängigkeit nimmt weltweit zu“, ist man sich sicher. Und Mistral sei das weltweit einzige KI-Unternehmen, das den gesamten Stack entwickle, der dafür erforderlich ist: „Open-Weight-Modelle, die Infrastruktur und die Rechenkapazität, auf der sie laufen, und die Produkte, mit denen sie in den Unternehmen wirksam werden“.

Ausstehender Beweis

Dass diese Argumente angesichts des europäischen Diskurses durchaus valide sind, liegt auf der Hand. Ob die Rechnung am Ende auch betriebswirtschaftlich aufgeht, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Mistral bekommt durch die Mega-Runde genug Luft, um sich innerhalb Europas weiterhin im öffentlichen und im Unternehmenssegment zu etablieren. Doch dass das ausreicht, um das eingesetzte Kapital (mehrfach) zurückzuspielen, muss erst bewiesen werden.

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