19.08.2022

Dieses Startup steckt hinter der ersten veganen Weißwurst am Oktoberfest

Erstmals wird es dieses Jahr beim Oktoberfest in München eine vegane Weißwurst geben. Hinter dem rein pflanzlichen Produkt steckt das ebenfalls in München ansässige Startup Greenforce, das von zahlreichen prominenten Investoren unterstützt wird.
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(c) Weisswurst

Ende September ist es wieder soweit. Mit dem Münchner Oktoberfest wird das größte Volksfest der Welt über die Bühne gehen. Und es ist ein Fest der Superlative. Alljährlich strömen Millionen von Besucher:innen auf die Wiesn. Nicht nur das Gelände mit seinen 34,5 Hektar ist rekordverdächtig, sondern auch das Ausmaß an verzehrten Speisen und Getränken. Neben den rund 7,5 Millionen Litern Bier werden jährlich rund 120 Ochsen, 80.000 Schweins-Haxen und eine halbe Million Hendel verzehrt. Und eine Speise darf traditionsgemäß natürlich nicht fehlen: Die beliebte Weißwurst.

Vegane Weißwurst am Oktoberfest

Dieses Jahr dürfen sich vegan oder vegetarische Besucher:innen des Oktoberfestes besonders freuen. Erstmalig wird nämlich eine vegane Weißwurst angeboten, die vom Münchner FoodTech-Startup Greenforce entwickelt und produziert wird. Konkret wird die rein pflanzliche Köstlichkeit auf der Speisekarte des „Herr`schafts`zeiten“ zu finden sein. Allerdings wird sie ohne Haut serviert, was das Zuzeln somit erübrigt. Drei Stück sollen inklusive Breze und süßem Senf 7,50 Euro kosten.

Die pflanzliche Weißwurst verfügt laut Greenforce-Chef Thomas Isermann über 76 Prozent weniger Fett und 62 Prozent weniger Kalorien. Zudem kommt sie ohne Zusatz von Laktose, Gluten und Soja aus und wird auf Basis von Erbsenprotein hergestellt.

Das Wachstum von Greenforce

Die Gründung von Greenforce durch Thomas Isermann erfolgte vor rund zwei Jahren. In der erst jungen Unternehmensgeschichte verzeichnete das Startup ein rasantes Wachstum. Mittlerweile arbeiten über 100 Mitarbeiter:innen für das Unternehmen, das auch den Sprung in den österreichischen Einzelhandel geschafft hat und international expandiert. Neben veganen Fleischersatzprodukten führt Greenforce auch pflanzlichen Fisch und Ei-Produkte in seinem Sortiment.

Und Greenforce hat sich zum Ziel gesetzt in den nächsten Jahren sein Geschäft stark zu skalieren. Laut Angaben des Startups möchte das Unternehmen nämlich zum „führenden Anbieter von pflanzlichen Food-Alternativen“ in Europa werden. 2021 schloss das Startup dafür eine Eigenkapitalrunde in Höhe von 15 Millionen Euro ab, an der sich auch der bekannte deutsche TV-Moderator und Unternehmer Joko Winterscheidt und Oktoberfest-Wirt Michael Käfer beteiligten. Und die Liste an prominenten Investoren lässt sich noch weiterführen. Erst im April diesen Jahres stieg auch FC-Bayern Star Thomas Müller bei Greenforce ein.


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© Wiener Börse/Nik Pichler

Österreichische Unternehmen setzten im bisherigen Jahresverlauf 2026 positive Impulse am Kapitalmarkt, auch wenn die Belebung noch nicht alle Marktsegmente erfasste. Wie das aktuelle IPO Barometer der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY zeigt, stehen vier Neuzugänge an der Wiener Börse, ein neuer ATX-Rekord sowie zwei Börsengänge österreichischer Unternehmen im Ausland zu Buche.

Die zwei Auslands-Listings waren das Unternehmen Asta Energy, das im Jänner in Frankfurt an die Börse ging, sowie Innio Jenbacher mit dem Börsengang im Juni an der Nasdaq. Parallel dazu entwickelte sich der heimische Aktienmarkt stark: Der ATX inklusive Dividenden erreichte am 28. September mit 17.618,00 Punkten ein neues Allzeithoch und liegt seit Jahresbeginn mehr als 30 Prozent im Plus.

Vier Neuzugänge an der Wiener Börse

Am österreichischen Kapitalmarkt verzeichnete die Wiener Börse im laufenden Jahr vier Neuzugänge. Mit dem Handelsstart der Biogena Good Vibes AG am 10. September im Segment direct market plus kam der vierte Neuzugang an die Börse – brutkasten berichtete. Dem Listing ging eine außerbörsliche Kapitalerhöhung mit öffentlichem Aktienangebot voraus. Laut Unternehmensangaben zeichneten mehr als 2.300 neue Aktionär:innen Aktien, wobei sich der Mittelzufluss auf fast 18 Mio. Euro belief. Zuvor gingen dieses Jahr die Emerald Horizon AG im standard market (brutkasten berichtete), die FIT Group AG im direct market plus und die K2G Holding AG im direct market an den Wiener Markt.

Ein klassischer IPO eines österreichischen Unternehmens im geregelten Markt wurde im dritten Quartal hingegen nicht verzeichnet. Seit Anfang Juli ist der direct market plus zudem als EU-KMU-Wachstumsmarkt registriert, was insbesondere Wachstumsunternehmen und KMU den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern soll.

„Für nachhaltige Belebung des IPO-Markts braucht es gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen“

„Das dritte Quartal zeigt ein differenziertes Bild: Ein klassischer IPO im geregelten Markt blieb zwar aus, zugleich belegen die Neuzugänge und insbesondere das zusätzliche Listing von Biogena, dass der Kapitalmarkt auch für österreichische Wachstumsunternehmen eine relevante Finanzierungsoption sein kann. Dass mehr als 2.300 neue Aktionärinnen und Aktionäre gewonnen und fast 18 Millionen Euro eingeworben wurden, ist ein positives Signal für die Mobilisierung privaten Kapitals“, analysiert Martina Geisler, Partnerin und Leiterin IPO bei EY Österreich.

„Für eine nachhaltige Belebung des heimischen IPO-Markts braucht es nun eine gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen. Entscheidend sind eine überzeugende Equity Story, transparente Governance, realistische Bewertungsvorstellungen und die Bereitschaft, den Kapitalmarkt frühzeitig in die Wachstumsstrategie einzubinden. Der EU-KMU-Wachstumsmarkt kann dabei helfen, die Einstiegshürden für kleinere und mittlere Unternehmen zu senken“, so Geisler weiter.

Wer den Kapitalmarkt in Betracht ziehe, müsse daher „frühzeitig Börsenreife herstellen und seine Equity Story klar auf die Bedürfnisse eines internationalen Investorenkreises ausrichten“, heißt es von EY.

Erweiterung im global market

Neben den Neuzugängen erweiterte die Wiener Börse am 9. September den global market – das Handelssegment für bereits an anderen Börsen notierte internationale Aktien – um 45 Titel aus dem Nasdaq 100 und dem S&P 500. Damit sind dort nun erstmals mehr als 1.000 internationale Wertpapiere in Euro, zu Inlandskonditionen und während der Wiener Börsenzeiten handelbar. Bei diesen Einbeziehungen handelt es sich nicht um österreichische IPOs.

Im weltweiten Vergleich blieben die IPO-Märkte im dritten Quartal 2026 mit 367 Börsengängen nahezu stabil (Vorjahresquartal: 374), während das Emissionsvolumen um 79 Prozent auf 93,3 Mrd. US-Dollar stieg. „Die hohen Emissionsvolumina dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erholung des IPO-Markts noch nicht in der Breite angekommen ist. Das dritte Quartal wurde stark von wenigen sehr großen Transaktionen geprägt“, erläutert Geisler.

Weltweit entfielen im dritten Quartal rund 75 Prozent des Platzierungsvolumens auf die Branchen Advanced Manufacturing und Technology. Getragen werde der Markt laut EY von Equity Stories, die auf kritische Infrastruktur und Energie, KI und Robotik sowie Verteidigung einzahlen.

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