17.04.2026
REGULATORIK

Validvent: Wiener Krypto-Beratung holt MiCAR-Lizenz

Das Wiener Beratungsunternehmen Validvent erhält einer MiCAR-Konzession als Crypto Asset Service Provider (CASP) für die Anlageberatung zu Kryptowerten.
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Das Validvent-Team (vl.) Christian Viehof, Robert Schwertner und Georg Brameshuber | (c) Validvent
Das Validvent-Team (vl.) Christian Viehof, Robert Schwertner und Georg Brameshuber | (c) Validvent

Der regulatorische Rahmen für Krypto-Dienstleistungen in der EU hat sich durch die Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCAR) bekanntlich deutlich verschärft. Nun vermeldet das Wiener Unternehmen Validvent den Erhalt der entsprechenden Zulassung. Damit ist das Team rund um die Gründer Georg Brameshuber und Robert Schwertner (bekannt als „CryptoRobby“) sowie CFO Christian Viehof offiziell berechtigt, Anlageberatung für Krypto-Assets anzubieten.

Fokus auf Beratung

Im Gegensatz zu vielen anderen Playern am Markt, die als Börsen oder Custody-Anbieter fungieren, positioniert sich Validvent als unabhängiges Beratungshaus. Das Geschäftsmodell sieht vor, Kund:innen bei der Klassifizierung von Transaktionen, steuerlichen Fragestellungen und der strategischen Anlage in Krypto-Werte zu unterstützen, ohne dabei die Kontrolle über die privaten Schlüssel (Private Keys) der Klient:innen zu übernehmen.

Wie Mitgründer Georg Brameshuber in einem LinkedIn-Posting schreibt, verstehe man sich als „europäisches, unabhängiges Krypto-Asset-Beratungsunternehmen“. Er betont dabei die Abgrenzung zu klassischen Handelsplattformen: „Keine Plattform. Keine Börse. Nicht hier, um die Token von irgendjemandem zu pushen.“

„Über Blockchain gesprochen, als die meisten Leute es noch für ein Nischenthema hielten“

Hinter Validvent steht ein Team, das bereits lange im Blockchain-Sektor aktiv ist. In der Vergangenheit lag der Schwerpunkt unter anderem auf der Aufarbeitung von Transaktionsdaten für Gerichtsgutachten, der Krypto-Steuerberatung sowie Projekten an der Schnittstelle von Kunst und Technologie (etwa digitale Museumskuration).

Brameshuber blickt in seinem Posting auf die Anfänge ohne Lizenzen oder große Strukturen zurück, in denen man „Forschung betrieben, gelehrt und über Blockchain gesprochen hat, als die meisten Leute es noch für ein Nischenthema hielten.“ Das Unternehmen sei organisch und ohne externe Finanzierungsrunden durch die Marktzyklen gewachsen.

Finanzielle Souveränität als Philosophie

Trotz der nun erfolgten Regulierung durch die MiCAR-Lizenz betont die Führungsebene von Validvent weiterhin die Kernwerte der dezentralen Technologie. Der Erhalt der Konzession sei zwar ein „Meilenstein“, aber laut Brameshuber nicht die Ziellinie.

In seinem Statement ordnet er die Ausrichtung des Unternehmens ideologisch ein: „Wir glauben an das Investieren via Self-Hosting. Wir glauben, dass jeder die volle Kontrolle über sein Vermögen haben sollte. Wir glauben an finanzielle Souveränität, Resilienz und Freiheit.“ Man wolle, so Brameshuber weiter, „der ursprünglichen Idee von Bitcoin treu bleiben“ – also Beratung ohne Mittelsmänner oder die Bindung an Verwahrstellen („No custody lock-ins“).

Mit der offiziellen Zulassung in der Tasche plant Validvent, seine Präsenz im europäischen Ökosystem weiter auszubauen. Die neue Regulatorik biete laut dem Unternehmen einen „massiven Schub für das gesamte Ökosystem“.

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Die Stadtwerke Klagenfurt versorgen die Region unter anderem mit Strom, Gas, Fernwärme, Wasser und verantworten den öffentlichen Personennahverkehr. © Stadtwerke Klagenfurt

Ob E-Mails, vertrauliche Kunden-Dokumente oder interne Richtlinien: Viele österreichische Unternehmen haben verstanden, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz unausweichlich wird, stehen allerdings vor der Herausforderung, KI sicher in die eigenen Arbeitsabläufe zu integrieren. Bei den Stadtwerken Klagenfurt entschied man sich bewusst gegen Standard-Lizenzen externer US-Hyperscaler und entwickelte stattdessen eine maßgeschneiderte Inhouse-Lösung: den „Stadtwerke GPT“, auch liebevoll „Susi-Sorglos“ genannt.

Die Vision: Ein DSGVO-konformer „Büro-Buddy“

Das Hauptziel war von Beginn an klar definiert: eine sichere Umgebung zu schaffen, in der Mitarbeiter:innen Bedenken bezüglich des Datenschutzes komplett ausräumen können. „Wir wollten unseren Mitarbeitern einen souveränen, DSGVO-konformen Chatbot anbieten, den sie komplett bedenkenlos nutzen können, wo sie personenbezogene Daten von Kunden reinkopieren und vertrauliche Dokumente hochladen können“, erklärt Peter Weratschnig, IT-Bereichsleiter der Stadtwerke Klagenfurt.

Neben der Chatbot-Funktion dient die KI als intelligenter „Büro-Buddy“. Über ein Retrieval-Augmented-Generation-System (RAG) wurden ca. 2.000 Seiten an internen Dokumenten, von Konzernrichtlinien bis hin zu IT-Anleitungen, eingebunden, um Fragen zu regulatorischen Vorgaben oder Systembedienungen direkt zu beantworten.

Der Gamechanger: Die Austria Wirtschaftsservice (aws)-Förderung

Das Projekt hat man nicht alleine umgesetzt, sondern entstand durch den Kontakt mit dem Wiener KI-Startup BReact, das 2022 von Raphael Fakhir und Nemanja Klincov gegründet wurde. Der entscheidende Impuls für die Realisierung lag in der Förderlandschaft. Denn das finanzielle Gesamtinvestment bewegte sich im fast sechsstelligen Bereich, erklärte Weratschnig im Interview.

Hier kam die IÖB-Toolbox-Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) als entscheidender Beschleuniger ins Spiel. „Ohne diese Förderung hätten wir es nicht gemacht“, betont Weratschnig rückblickend. Die Förderung reduzierte das finanzielle Risiko für die Stadtwerke entscheidend und machte den Weg frei für die gemeinsame Entwicklung mit dem Startup.

Das Förderungsprogramm aws IÖB-Toolbox richtet sich an öffentliche Beschaffer und hat den Zweck, die Planung und Umsetzung von IÖB-Challenges als innovativem Instrument der Markterkundung, juristische und/oder technische Expertise für die Erstellung von Unterlagen für eine geplante Ausschreibung (Modul Prepare), sowie die Durchführung von innovativen Beschaffungen (Modul Transfer) zu ermöglichen. Damit sollen Anreize für eine verstärkte Innovationsnachfrage durch den öffentlichen Sektor gesetzt werden, insbesondere für Vorhaben mit positiven Beiträgen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

Europäische KI-Architektur On-Premise

Auch technisch setzten die Partner auf digitale Souveränität: Als Sprachmodell dient ein Modell des französischen KI-Unternehmens Mistral, das Mitte des Jahres auch das Linzer Startup EmmiAI kaufte. Die Datenhaltung erfolgt laut Weratschnig ausschließlich On-Premise in eigenen IT-Systemen. Lediglich die reine GPU-Rechenleistung wird bei einem italienischen Anbieter angemietet. „Sobald das Modell nachdenkt, tut es das in dieser Infrastruktur ohne persistente Datenspeicherung. Danach sind keine Datenspuren außerhalb unseres IT-Systems zu finden“, erklärt der IT-Bereichsleiter. Das Resultat ist der angestrebte „Susi Sorglos“-Bot für den internen Arbeitsalltag.

Große Begehrlichkeiten & wertvolle Erkenntnisse

Nach der schrittweisen Bereitstellung als internes Web-Service stieß das Tool auf enormes Interesse in den Fachbereichen. Neben Fachfragen zu Richtlinien entstehen bereits Ideen für eigene Teil-Wissensdatenbanken oder interaktive Schulungsassistenten.

Gleichzeitig liefert das Projekt wertvolle Erkenntnisse für künftige KI-Initiativen. „Der Benefit aus unseren Lessons Learned ist fast ebenso hoch einzustufen wie das Tool an sich“, fasst Weratschnig zusammen. Seine zentralen Ratschläge an andere Unternehmen: Von Beginn an die eigene IT-Architektur und Lieferkette der Dienstleister genau prüfen sowie die Qualität der zugrundeliegenden Analog-Dokumente gründlich analysieren.


Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienbeauftragung mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.

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