Valanx: Wiener Biotech holt sich 3 Millionen Euro – Fujifilm Corporation als Investor
Das Biotech-Unternehmen Valanx hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 3 Millionen Euro abgeschlossen. Mit dem frischen Geld soll ein neues Medikament gegen Brustkrebs entwickelt werden.
Im November 2023 kommunizierte Valanx eine Finanzierungsrunde in Höhe von 2,3 Millionen Euro (brutkasten berichtete). Nun fließt weiteres Kapital in das in Wien ansässige BioTech. Wie das Unternehmen heute bekannt gab, konnte eine Finanzierungsrunde in Höhe von drei Millionen Euro abgeschlossen werden. Neu an Bord sind die auf Krebsforschung spezialisierte Foundation Fournier-Majoie sowie die japanische Fujifilm Corporation. Sie schließen sich den bisherigen Investoren an. Dazu zählen xista science ventures, tecnet equity, SOSV sowie Urs Spitz und SkyGene.
Valanx entwickelt Krebsmedikament
Valanx entwickelt ein zielgerichtetes Medikament („VLX-ADC-001“) gegen Brustkrebs. Die genaue Festlegung auf den finalen Wirkstoff soll bis Juni 2026 erfolgen. Zusätzlich soll die firmeneigene Technologie fit für die Qualitätsstandards der Medikamentenherstellung gemacht werden. Die Technologie von Valanx macht es möglich, bestimmte Abwehrstoffe (Antikörper) und Zellgifte präzise miteinander zu verbinden. Das Ziel: Das Medikament soll den Krebs im Körper gezielter angreifen und gleichzeitig die starken Nebenwirkungen für die Patientinnen verringern.
Neuzugang im Vorstand
Michael Lukesch, Gründer und CEO von Valanx, erklärt, dass die eigene Technologie einen praktischen Weg biete, Medikamente präzise zusammenzusetzen. So könne man die bestmögliche Balance zwischen Wirkung und Verträglichkeit finden. „Dieser Abschluss ermöglicht es uns, unser Medikament bis Juni 2026 im Labor entscheidend weiterzuentwickeln“, so Lukesch.
Mit dem Einstieg der neuen Investoren zieht Ana Maricevic als Vertreterin der Foundation Fournier-Majoie in den Vorstand von Valanx ein. „Als Stiftung für Innovationen in der Krebsforschung unterstützen wir Teams mit herausragenden wissenschaftlichen Programmen und einem klaren Weg nach vorne“, sagt Maricevic. Der Ansatz von Valanx löse ein zentrales Problem in der Entwicklung moderner Krebstherapien.
6-facher Le Mans-Sieger, ein „Wohnungsbrand“ und echte G-Kraft: Die Geschichte des Racing-Startups VBR
Das österreichische Startup VBR Innovations GmbH entwickelt eine neue Form des Motorsporterlebnisses, bei der reale Miniatur-Rennfahrzeuge und Simulatoren über teleoperierte Systeme und Echtzeitdaten miteinander verbunden werden.
6-facher Le Mans-Sieger, ein „Wohnungsbrand“ und echte G-Kraft: Die Geschichte des Racing-Startups VBR
Das österreichische Startup VBR Innovations GmbH entwickelt eine neue Form des Motorsporterlebnisses, bei der reale Miniatur-Rennfahrzeuge und Simulatoren über teleoperierte Systeme und Echtzeitdaten miteinander verbunden werden.
Das Gefühl des echten Rennfahrens hat das Gründungs-Trio Philipp Lietz, Thomas Steinber und Paul Aigner gemeinsam mit dem sechsfachen Le-Mans-Sieger Richard Lietz dazu motiviert, mit VBR Innovations ein Racing-Startup zu gründen, das reale Rennsport-Events mit teleoperierter Fahrzeugsteuerung und interaktiven Racing-Systemen kombiniert.
VBR: Die Anfänge
Die Idee für das Projekt entstand schon Jahre vor der Gründung 2021 mit einer zentralen Frage als Ausgangspunkt: Warum steuert man echte kleine Fahrzeuge nicht aus einem Simulator heraus, da dies deutlich günstiger und potenziell auch sicherer wäre als klassischer Rennbetrieb? Aus dieser Überlegung entwickelte sich über mehrere Jahre hinweg ein Technologie- und Produktkonzept.
Besonders die frühe Entwicklungsphase des Projekts ist Teil der Gründungsgeschichte und beinhaltet sogar einen „Wohnungsbrand“: „Das war ganz am Anfang beim Tüfteln, so etwa um 2018 herum. Klassisch, wie es beim Entwickeln so ist, hat es kurz mal gebrannt, es war aber nichts Schlimmes und es bestand keine Gefahr für die Wohnung – nur eine lustige ‚Tüftler-Anekdote'“, erklärt Philipp Lietz.
Kräfte, Vibrationen und Bewegungsimpulse
Heute steht im Zentrum von VBR eine Kombination aus Simulator-Technologie, Fahrzeugen und sogenannter taktiler Interaktionstechnologie. Dabei werden physische Rückmeldungen wie Kräfte, Vibrationen und Bewegungsimpulse in die Steuerung integriert, um ein möglichst realistisches Fahrerlebnis zu erzeugen. Die Cockpits reagieren dabei auf Fahrmanöver mit haptischem Feedback, das Beschleunigung, Bremsverhalten und Streckenbedingungen simulieren soll.
Die Datenübertragung erfolgt über WLAN-Infrastruktur, wobei perspektivisch auch der Einsatz von 5G möglich ist, um geringere Latenzzeiten und stabilere Verbindungen zu ermöglichen.
Ein Teil des Systems wird bereits mit Simulatoren und Fahrzeugen in München getestet bzw. betrieben. Dabei werden im Rahmen eines Event-Use-Cases reale Fahrdaten vor Ort über ein eigenes WLAN-Netzwerk zwischen Fahrzeugen und Simulatoren übertragen. Ziel ist es, echte Fahrzeugkräfte und Fahrdynamiken möglichst unmittelbar in die Simulation zu überführen.
Le Mans und WRC Rallye
Das Startup aus Ybbsitz (Niederösterreich) war zuletzt bei zwei der größten Motorsportevents der Welt im Einsatz: dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans sowie der WRC Rallye Griechenland. Insgesamt konnten dabei mehr als 6.500 Besucher das System in speziell aufgebauten „Race Zones“ erleben.
Bei den 24 Stunden von Le Mans realisierte das Team gemeinsam mit Goodyear eine interaktive Fan-Zone, in der über 4.500 Besucher Rennfahrzeuge über ein teleoperiertes System steuerten. Die Fahrzeuge wurden dabei in einem physischen Setup mit Force-Feedback-Technologie und Echtzeitdaten bewegt, um ein möglichst direktes Fahrgefühl zu erzeugen.
Nach dem Event wurde die gesamte Infrastruktur abgebaut, nach Athen transportiert und bei der WRC Rallye Griechenland erneut eingesetzt. Dort nutzten weitere rund 2.000 Besucher das Format in Kooperation mit EKO.
VBR mit Franchise
Parallel zu solchen Events baut das Unternehmen ein wachsendes Standort- und Franchise-Modell auf. Erste Installationen befinden sich bereits in Betrieb, darunter in Amstetten in Österreich und in Bielefeld in Deutschland. Ein weiterer Standort in Bratislava ist in Vorbereitung.
Somit basiert das Geschäftsmodell auf zwei Säulen: temporären Installationen bei internationalen Motorsportevents sowie dauerhaft betriebenen „Race Experience“-Standorten. Nutzer können dabei entweder zeitbasiert oder über Ticketmodelle teilnehmen. Im Rahmen der Event-Use-Cases soll das System künftig auch bei internationalen Motorsportveranstaltungen wie dem Goodwood Festival of Speed eingesetzt werden, um reale Fahrdaten direkt in interaktive Simulator- und Racing-Erlebnisse zu übertragen.
Bislang wurden rund 300.000 Euro an Investitionen aus dem österreichischen Umfeld eingesammelt, die vor allem in die Entwicklung der Technologie und den Aufbau der ersten Standorte geflossen sind. Eine weitere Finanzierungsrunde ist in Vorbereitung.
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