04.12.2024
NEUE TECHNOLOGIE

uugot.it: Interaktive Untertitel ermöglichen Integration und Partizipation in Schulen

Das Wiener Sprachlern-Startup uugot.it präsentiert eine neue Produktlinie: ReachAll kommt erstmals beim „Digitalen Elternabend“ zum Einsatz. Die Stadt Linz ist die erste Kommune Österreichs, die auf den neuen Service setzt.
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(v.l.n.r.) Dietmar Prammer, geschäftsführender Vizebürgermeister Stadt Linz; Philipp Etzlinger, Gründer uugot.it; Franz Winkler, Projektmanager Innovation & Partizipation; Tina Blöchl, Integrationsreferentin Stadt Linz (c) Stadt Linz

Im Frühjahr 2017 ging die uugot.it-App nach einer dreijährigen Entwicklungsphase an die Öffentlichkeit. Die App ermöglicht durch interaktive Untertitel einen einfachen Zugang zu tagesaktuellen TV-Sendungen – brutkasten berichtete. Das Startup rund um Gründer Philipp Etzlinger will so Menschen mit einer anderen Erstsprache das Deutschlernen und die Integration erleichtern. Diese Lösung brachte dem Startup nicht nur ein Pilotprojekt mit der Stadt Linz, sondern auch den städtischen Integrationspreis ein.

Mit dem neuen Produkt ReachAll wird das Konzept von uugot.it nun weiterentwickelt und ausgeweitet. Die neue Lösung stattet Videos mit interaktiven Untertiteln aus, die in 17 Sprachen verfügbar sind. Damit eröffnet das Startup Organisationen, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen die Möglichkeit, Videos sprachbarrierefrei zugänglich zu machen.

ReachAll will durch interaktive Untertitel Sprachbarrieren abbauen

Die Stadt Linz setzt ReachAll erstmals im Rahmen des Projekts „Digitaler Elternabend“ um, welches in Zusammenarbeit mit der Ars Electronica Future Thinking School entstand. Hierbei greifen Expert:innen in Videos aktuelle Themen und Herausforderungen auf, die Jugendliche betreffen. Uugot.it stattet diese Videos mit den sogenannten click2translate-Untertiteln aus, um Menschen mit anderer Erstsprache den Zugang zu diesen Informationen zu erleichtern. Gleichzeitig soll auch das Sprachverständnis gefördert werden. Ziel des Projekts ist es, Eltern und Pädagog:innen bei der Bewältigung digitaler Herausforderungen zu unterstützen und Sprachbarrieren abzubauen.

Insbesonders im interkulturellen Kontext sei die Nutzung von uugot.it ReachAll „von großer Bedeutung“, behauptet das Startup. Beim Digitalen Elternabend erleichtert es Eltern mit Migrationshintergrund den Zugang zu komplexen Themen wie Medienkompetenz, digitalen Trends, sowie den Auswirkungen von Social Media auf Jugendliche.

Dietmar Prammer, geschäftsführender Vizebürgermeister der Stadt Linz, und Integrationsreferentin Stadträtin Tina Blöchl betonen dabei: „Mit dem Einsatz von uugot.it beim ‚Digitalen Elternabend‘ schaffen wir einen Zugang zu wichtigen Informationen, der allen Linzer:innen – unabhängig von ihren Sprachkenntnissen – offensteht. Diese Technologie hilft uns, Linz noch stärker als eine Stadt der Teilhabe und des Miteinanders zu gestalten“.

ReachAll kann vielseitig eingesetzt werden

Die Einsatzmöglichkeiten von ReachAll sind laut eigenen Angaben vielseitig: Bildungsinstitutionen, öffentliche Behörden oder auch kulturelle Einrichtungen würden von den interaktiven Untertiteln profitieren. Auch im Arbeitsmarkt- und Unternehmensumfeld kann das Tool genutzt werden, um Inhalte für Menschen mit unterschiedlichen sprachlichen Hintergründen barrierefrei zugänglich zu machen. Dabei fungiere es als „wirksames Tool im Kampf gegen den Fachkräftemangel“. Zudem lässt sich das Tool in beliebige Drittplattformen, CMS oder LMS Systemen integrieren.

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RNAnalytics, tecnet
© equity - (v.l.) Christian Laurer, Adriana González Palomo, Viktoria Enkmann, Hannes Burgstaller und Natalija Rajicic.

Mit einem SAFE (Simple Agreement for Future Equity) beteiligt sich tecnet equity am niederösterreichischen TechBio-Startup RNAnalytics. Das von Viktoria Enkmann und Hannes-Oliver Burgstaller gegründete Unternehmen ist im accent Makerspace in Tulln angesiedelt und entwickelt dort Lösungen für die Analyse von Lipid-Nanopartikeln – winzigen Transporthüllen, die Wirkstoffe wie RNA sicher in menschliche Zellen bringen sollen. Mit dem Investment möchte RNAnalytics die Weiterentwicklung seiner modularen Analyse-Toolkits sowie den Ausbau seiner integrierten Softwareplattform vorantreiben. Über die Höhe der Beteiligung wurde Stillschweigen vereinbart. Doch wie brutkasten erfahren hat, handelt es sich inklusive Förderungen um eine Summe im „höheren sechsstelligen Bereich“.

RNAnalytics: Analysen sehr aufwendig

RNA-basierte Medikamente haben durch neue Impfstoffe und Therapieansätze stark an Bedeutung gewonnen. Damit RNA im Körper überhaupt dort ankommt, wo sie wirken soll, braucht sie eine schützende Transporthülle. Dafür werden häufig sogenannte Lipid-Nanopartikel, kurz LNPs, eingesetzt.

Ob diese winzigen Partikel richtig funktionieren, muss während der Entwicklung eines Medikaments immer wieder überprüft werden. Entscheidend sei dabei, die Eigenschaften der Partikel genau zu verstehen, von ihrer Größe und Stabilität über die tatsächlich eingeschlossene RNA-Menge bis hin zu ihrem Verhalten in unterschiedlichen Zellen.

Diese Analysen seien heute oft aufwendig, erfordern teilweise teure Spezialgeräte und würden mangels einheitlicher Methoden nur eingeschränkt vergleichbare Ergebnisse liefern. „Das kostet Zeit und erschwert insbesondere kleineren BioTech-Unternehmen und Forschungslabors den Zugang zu einer Technologie, die für die Entwicklung neuer RNA-Therapien immer wichtiger wird“, liest man in der Aussendung.

Modulare Toolkits

RNAnalytics hat es sich daher zum Ziel gesetzt, diese Analysen einfacher und standardisierter zu machen. Dafür entwickelt das Unternehmen modulare Toolkits, die auf bereits vorhandener Laborausstattung eingesetzt werden können. Sie kombinieren validierte Messmethoden, Reagenzien und Referenzmaterialien und wollen Laboren damit einen „klar definierten Ablauf für die Untersuchung von Lipid-Nanopartikeln“ ermöglichen.

„Die SAFE-Finanzierung gibt uns in dieser frühen Phase die Möglichkeit, unsere Toolkits konsequent weiterzuentwickeln und parallel den Ausbau unserer Softwareplattform voranzutreiben. Mit tecnet equity haben wir dabei einen Partner an unserer Seite, der die Herausforderungen technologieintensiver Gründungen versteht“, sagt Enkmann, CEO von RNAnalytics.

RNAnalytics: Plattform in Entwicklung

Der Ansatz des Tullner Startups geht jedoch über einzelne Labortests hinaus, wie man mitteilt: Parallel zu den Toolkits entwickelt das Unternehmen eine Softwareplattform, in der die bei den Analysen entstehenden Daten zusammengeführt und automatisch ausgewertet werden können.

So entstehe ein umfassendes Bild der relevanten Qualitätsmerkmale eines RNA-Therapeutikums. Statt Messergebnisse aus unterschiedlichen Geräten und Tests einzeln auszuwerten, könnten Labore ihre Daten zentral verarbeiten, verschiedene Qualitätsparameter miteinander vergleichen und standardisierte Berichte erstellen. Die Kombination aus physischen Toolkits und Software soll damit einen bislang stark fragmentierten Analyseprozess in einen durchgängigen Workflow überführen.

„RNAnalytics setzt an einem sehr konkreten Problem in einem technologisch anspruchsvollen und stark wachsenden Bereich der Biotechnologie an. Besonders überzeugt uns der Ansatz, komplexe Laboranalytik durch standardisierte Toolkits zugänglicher zu machen und diese gleichzeitig in einer skalierbaren Softwareplattform zusammenzuführen“, erklärt Christian Laurer, Senior Investment Manager bei tecnet equity. „Die beiden Gründer:innen verbinden fundiertes wissenschaftliches Know-how mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen in der LNP-Analytik und einer überzeugenden Produktvision. Diese Kombination war für uns eine wesentliche Grundlage für das Investment in dieser frühen Phase.“

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