16.01.2025
INVESTMENT

US-Fonds KKR beteiligt sich mehrheitlich an Grazer AgriTech smaXtec

KKR, eine weltweit führende Investmentgesellschaft mit Sitz in New York, übernimmt die Mehrheitsbeteiligung an dem steirischen Unternehmen smaXtec.
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smaXtec
© smaXtec -CEO: Stefan Scherer.

Das Grazer Unternehmen smaXtec digitalisiert die Milchviehhaltung durch sein KI-gestütztes Gesundheitssystem für Milchkühe. Der Sensor namens „in-vivo Bolus“ wird im Netzmagen der Kuh platziert und sammelt so eine Vielzahl von Echtzeitdaten. Durch individuelles Monitoring der Kuhgesundheit kann eine Reduktion der Methanemissionen um bis zu 15 Prozent pro Kilogramm Milch erreicht werden – brutkasten berichtete. Zudem könne man dadurch Krankheiten bei den Kühen bis zu fünf Tage früher erkennen.

Seit seiner Gründung im Jahr 2009 entwickelte sich smaXtec zu einem etablierten Unternehmen im österreichischen AgriTech-Sektor. Mit der Mehrheitsbeteiligung durch die internationale Investmentgesellschaft KKR und den Technologie-Investor Highland Europe beginnt für smaXtec nun eine neue Wachstumsphase.

KKR und Highland Europe als neue Investoren

Mit KKR beteiligt sich nicht irgendeine Investmentgesellschaft an smaXtec, sondern ein US-Fonds mit einem Jahresumsatz von über 14 Milliarden US-Dollar. Bekannt ist KKR unter anderem als größter ehemaliger Eigentümer von Axel Springer. Das Investment in smaXtec erfolgt vor allem über den spezialisierten Next Generation Technology Growth Fund III, der sich auf Wachstumsinvestitionen im Technologiesektor konzentriert. Die Höhe des Investments wird nicht genannt, denn darüber wurde Stillschweigen vereinbart wurde, sagt smaXtec gegenüber brutkasten. Gerüchte sprechen von einem Betrag im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Eine Summe, die Scherer gegenüber der Kleinen Zeitung „weder bestätigen noch dementieren“ konnte.

Neben KKR steigt auch der Technologie-Investor Highland Europe als neuer Investor in das Unternehmen ein. Der bisherige Anteilseigner Sophora bleibt mit einer Minderheitsbeteiligung weiterhin an Bord.

„Ich bin begeistert, dass wir mit KKR unser globales Wachstum von kontinuierlicher Verdopplung in den letzten fünf Jahren, nicht nur sichern, sondern noch weiter beschleunigen können. smaXtec besteht aus einem kompetenten und engagierten Team, das noch viel erreichen wird. Ich bedanke mich für die bisherige Zusammenarbeit und freue mich auf die Zukunft“, so smaXtec CEO Stefan Scherer.

smaXtec will nun international weiter skalieren

Das Investment von KKR zielt darauf ab, die Milchindustrie durch den Einsatz neuer Technologien nachhaltig zu verbessern und das internationale Wachstum von smaXtec weiter zu fördern. smaXtec möchte die „operative Expertise von KKR“ nutzen, um seine Skalierung voranzutreiben und seine „führende Position als Pionier in der Milchviehwirtschaft“ weiter auszubauen, heißt es in einer offiziellen Aussendung.

Marta Szczerba, Director in European Tech Growth bei KKR, sagt zur Beteiligung: „Die Technologie von smaXtec hat sich als echte Disruption für die Milchindustrie erwiesen und ermöglicht es Landwirten, die Effizienz ihrer Betriebe erheblich zu steigern. smaXtecs außergewöhnlicher Fokus auf ihre Kunden und die damit verbundene starke Kundenbindung und Innovationskraft positionieren smaXtec hervorragend, um die Digitalisierung des Milchsektors weltweit weiter voranzutreiben. Wir freuen uns, das nächste Kapitel der Wachstumsgeschichte des Unternehmens zu unterstützen.“

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(c) Brantner

Die Paprec-Gruppe wird strategischer Mehrheitsgesellschafter von Brantner green solutions, der Umwelt- und Abfallwirtschaftssparte der Kremser Brantner Gruppe. Das gaben die Unternehmen am Dienstag bekannt. Paprec übernimmt 80 Prozent, die restlichen 20 Prozent bleiben im Besitz der Familie Brantner. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der erforderlichen regulatorischen Genehmigungen, der Vollzug wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Zum Kaufpreis machen die Unternehmen keine Angaben. Der brutkasten hat bei Brantner green solutions nachgefragt.

Fünf Länder, 65 Standorte

Brantner green solutions wurde 1936 gegründet und ist in Österreich, wo sich auch der Hauptsitz befindet, sowie in der Slowakei, Tschechien, Rumänien und Serbien tätig. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.500 Mitarbeitende an 65 Anlagen und Niederlassungen und betreut mehr als 28.000 kommunale, industrielle und gewerbliche Kunden. Der Umsatz liegt bei mehr als 320 Mio. Euro.

Für Paprec ist es der Eintritt in fünf neue Märkte. Nach der Schweiz, Spanien und Italien bezeichnet die Gruppe den Schritt als nächste Etappe ihrer europäischen Expansion und als Wachstumsplattform in Mittel- und Osteuropa.

„Diese Transaktion ist unsere wichtigste Akquisition seit dem Zusammenschluss mit Coved im Jahr 2016. Sie ermöglicht uns den Eintritt in fünf neue Länder und stärkt unsere europäische Präsenz erheblich“, wird Mathieu Petithuguenin, Chairman und CEO der Paprec-Gruppe, in der Aussendung zitiert.

Logistik und Immobilien bleiben in der Familie

Der Deal betrifft ausdrücklich nur die Kreislaufsparte. „Wichtig ist zu betonen, dass sich diese Partnerschaft ausschließlich auf Brantner green solutions bezieht. Brantner logistic solutions und Brantner Real Estate bleiben vollständig im Eigentum der Familie Brantner und werden unabhängig weiterentwickelt“, stellt Bernd Brantner klar. Er führt die Brantner Gruppe seit 24 Jahren als CEO und vertritt die dritte Generation der Familie.

Der Entscheidung ging laut Aussendung ein fast zweijähriger Prozess voraus, an dessen Ende sich die Familie einstimmig für Paprec aussprach. „Die Chancen, die vor uns liegen, sind enorm, ihre Realisierung wird jedoch erhebliche langfristige Investitionen erfordern“, begründet Bernd Brantner den Schritt. Als Familie habe man sich deshalb bewusst für einen starken strategischen Gesellschafter entschieden, der die eigenen unternehmerischen Werte teile. In der neu geschaffenen Gesellschaft übernimmt er die Rolle des stellvertretenden Vorsitzenden.

Von 40 auf 26.000 Mitarbeitende

Paprec startete vor 32 Jahren als kleines Altpapierrecycling-Unternehmen mit 40 Mitarbeitenden in La Courneuve bei Paris. Die Schweiz war vor mehr als 15 Jahren der erste Markt außerhalb Frankreichs, in Spanien beschäftigt die Gruppe heute fast 4.000 Menschen. Nach Abschluss der Transaktion soll Paprec rund 26.000 Mitarbeitende in 15 Ländern zählen und einen Jahresumsatz von mehr als 4,5 Mrd. Euro erreichen.

Brantner fiel zuletzt mit Innovationsprojekten auf

Das Kremser Familienunternehmen war in den vergangenen Jahren mehrfach mit Vorstößen in der Kreislaufwirtschaft präsent. 2024 vereinbarte Brantner green solutions gemeinsam mit dem Schaumstoffproduzenten Neveon die Gründung eines Joint Ventures für das Recycling von Matratzen mit Sitz in Krems. In Hohenruppersdorf betreibt das Unternehmen zudem eine Anlage, in der Asche und Schlacke aus der Müllverbrennung aufbereitet werden. Und mit Scarab brachte Brantner Österreichs ersten autonomen Müllroboter auf die Straße, der Mülltonnen ohne menschliches Zutun leert.

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