18.02.2019

US Bank JP Morgan startet eigene Kryptowährung „JPM Coin“

Wie der US-Business-Sender CNBC berichtet, startet die US Bank JP Morgan eine eigene Kryptowährung namens JPM Coin. Das Ziel sei es, Transaktionen der Kunden zu beschleunigen.
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Jamie Dimon: JP Morgan bringt eigene Kryptowährung JPM Coin heraus
(c) Steve Jurvetson - Flickr: Jamie Dimon, CEO, JPMorgan Chase

Beobachter konnten in den letzten Wochen ein gestiegenes Interesse von JP Morgan an der Blockchain feststellen. Nun lässt die US-Bank mit der Meldung aufhorchen, dass man mit dem JPM Coin (in wenigen Monaten) eine hauseigene Kryptowährung herausbringt, die vorerst schnelleren Transaktionen zwischen Kunden dienen soll. Laut einem CNBC-Report bewegt JPM täglich 6 Billionen US-Dollar (Rund 5,3 Billionen Euro) rund um den Globus.

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Keine Konkurrenz zu Bitcoin

Die Kryptowährung von JP Morgan, die an den US-Dollar gekoppelt wird, möchte keine Konkurrenz zu Blockchain-basierten Systemen wie Ethereum oder Bitcoin sein, man habe sich deshalb für das Format eines Stable-Coins (entspricht immer dem Gegenwert eines US-Dollars und kann jederzeit wieder gegen diesen eingetauscht werden) entschieden. Beim Rücktausch in Dollar wird der Coin zerstört. JPM wolle Bankengeschäfte in „Realtime“ ermöglichen. Der Coin von JP Morgan wird allerdings nicht im freien Handel verfügbar sein, sondern nur für Banken, Unternehmen und Börsenhändler, die Kunden bei der Bank sind.

Spott für Bankenchef

Bankenchef Jamie Dimon, der bisher als großer Kritiker von Bitcoin und Co galt und wiederholt die Seriosität digitaler Währungen in Frage gestellt hatte, war jedoch der Blockchain an sich nie abgeneigt. Er hatte sie wiederholt als vielversprechend bezeichnet. Die Entscheidung jetzt selbst eine Kryptowährung zu entwickeln, löste dennoch bei manchen Usern in sozialen Netzwerken gelinde gesagt Verwunderung aus.

JP Morgan
(C) Facebook/Davide Tavazzas – Sowohl Twitter-User als auch das „Netz“ sehen die Wandlung des JPM-CEO Jamie Dimon hinsichtlich Kryptowährung zynisch.

JP Morgan: drei Anwendungsgebiete für JPM COIN

Umar Farooq, Leiter der Blockchain-Projekte bei JP Morgan nennt drei Anwendungsgebiete für die hauseigene Kryptowährung.  Erstens: Internationale Zahlungen für Unternehmen, die SWIFT ersetzen und mittels der Blockchain-Anwendung in Echtzeit und zu jeder Tageszeit möglich sein sollen. Zweitens: Keine zeitliche Verzögerung zwischen der Abwicklung und der Bezahlung bei Wertpapier-Transaktionen. Und zu guter Letzt soll der US-Dollar für Unternehmen im Bereich des Werteaufbewahrungsservices ersetzt werden. Dies hätte die Vorteile, Geldtransfers ohne das eigentliche Versenden von Geld zu ermöglichen, was wiederum zu höherer Geschwindigkeit und geringeren Transaktionsgebühren führe.

Ein Schritt in die Zukunft

Der Schritt einen eigenen Coin zu entwickeln, ist laut Farooq nur einer in eine neue Zukunft. „Das Anwendungsgebiet ist  ziemlich endlos. Überall wo ‚Distributed-Ledger-Technologie‘ verwendet wird, ob in Unternehmen oder Institutionen, kann man dies nutzen“, sagt er gegenüber CNBC.

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⇒ JPM

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Andreas Klinger ist einer der Initiatoren von EU Inc | (c) brutkasten / Dervisevic
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„Das Startup-Ökosystem muss vor dem 16. Juli laut werden.“ – mit diesem Appell wendet sich die Initiative EU-INC aktuell an die europäische Startup-Szene. Denn die kommenden Wochen seien das entscheidende Zeitfenster, um noch auf den Gesetzgebungsprozess in Brüssel einzuwirken. Die Warnung der Initiatoren fällt deutlich aus: „Mehrere Lobbygruppen drängen darauf, genau die eine Klausel zu streichen, die das Ganze funktionsfähig macht.“ Konkret geht es um die freie Wahl des Registrierungssitzes. Diese Klausel bildet ein Herzstück des Entwurfs. Falle sie weg, drohe das gesamte Projekt für Startups seinen Wert zu verlieren, meint man bei der Initiative.

Kritik bereits bei Kommissions-Entwurf im März

Die Forderung nach einer einheitlichen europäischen Rechtsform für Startups treibt das Ökosystem seit Monaten an. Die Initiative EU-INC sammelte zehntausende Unterschriften, um ein Gegenkonzept zur regulatorischen Fragmentierung in der EU und damit eine ernsthafte Alternative zur US-Rechtsform Delaware Inc. für europäische Startups zu schaffen. Das klare Ziel: Gründungen, grenzüberschreitende Skalierung und Investments deutlich zu vereinfachen.

Die EU-Kommission griff die Forderung auf und lieferte schließlich im März einen Entwurf, der den Begriff „EU Inc.“ von der Initiative übernahm, aber bei weitem nicht alle Forderungen (brutkasten berichtete). Schon vor der offiziellen Veröffentlichung äußerten viele aus dem Ökosystem Kritik an Kompromissen und potenziellen Hürden. Sie befürchteten, dass nationale Interessen eine wirklich einheitliche Lösung blockieren.

EU Inc. als „Plug-in“

Nun liegt eine juristische Detailprüfung des Kommissionsentwurfs im Auftrag der Initiative vor. Und mit ihr folgt seitens EU-INC eine teilweise Neupositionierung. Der Entwurf bringe nicht das ursprünglich geforderte „28. Regime“ – also eine völlig losgelöste, eigenständige europäische Rechtsform mit einem eigenen Gesellschaftsrecht und einem eigenen Gerichtssystem, wird klargestellt. Stattdessen bewerten die Expert:innen die EU Inc. nun als „Plug-in für das Rechtssystem jedes Landes“.

Die Initiative passte ihre Vorschläge nun an diese Gegebenheiten an. Die Rechtsform könne weiterhin als Wegweiser zu einem paneuropäischen Standard dienen, vorausgesetzt, die Politik setze sie korrekt um, heißt es. Da setzt die aktuelle Kritik an. Die Initiative spricht sich vehement gegen das Szenario aus, dass nationale Anpassungswünsche den Entwurf aushöhlen und am Ende „27 verschiedene Geschmacksrichtungen“ entstehen. Eine Kern-Forderung der Initiator:innen: „Lasst nicht zu, dass die freie Wahl des Registrierungssitzes verwässert wird“. Sie betrachten diese Wahlfreiheit als die absolut unverhandelbare Grundvoraussetzung für den Erfolg der Rechtsform.

Klinger: „Phase 3 beginnt“

EU-INC bläst unter anderem via LinkedIn zur Mobilisierung innerhalb der europäischen Startup-Szene. Andreas Klinger, Co-Initiator und bekanntes Gesicht der Kampagne, kommentiert in einem Posting: „Das ist groß. Die Phase 3 von EU-INC beginnt.“ Man brauche nun die gesamte Startup-Community hinter den Forderungen der Initiative. „Lasst uns das über die nächste Ziellinie bringen“, so Klinger.

Konkret ruft die Initiative Gründer:innen und Investor:innen auf: „Postet auf LinkedIn. Fordert: Ein Europa. Einen Standard.“ Die Akteure sollen ihre EU-Abgeordneten sowie Staats- und Regierungschefs in ihren Beiträgen direkt markieren. Gerade im deutschsprachigen Raum sollen die Gründer gezielt Politiker wie den SPD-Europaabgeordneten René Repasi, der bereits vergangenes Jahr mit einem Gegenentwurf zur Initiative auf sich aufmerksam machte, in die Pflicht nehmen und den öffentlichen Druck aufrechterhalten. „Helft uns, das bis zum 16. Juli richtigzustellen“, so die Initiator:innen.

Aufruf von AustrianStartups

Von AustrianStartups kommt zugleich ein Aufruf an die heimische Community: Es sei an der Zeit, laut zu werden – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene. Österreichische Minister:innen könnten nämlich im Rat der EU Einfluss auf die finale Entscheidung nehmen. „In Österreich zieht aber nicht jeder am selben Strang. Die typischen Interessensvertetungen arbeiten dagegen“, heißt es von AustrianStartups. Man arbeite sowohl „hinter verschlossenen Türen“ als auch öffentlich an Verbesserungen.

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