14.05.2025
PWC-STUDIE

Nicht nur in der Gen Z: Viele würden mehr Urlaub statt mehr Gehalt nehmen

Für eine aktuelle PwC-Studie wurden mehr als 1.100 Arbeitnehmer:innen in Österreich zu Mitarbeiterbenefits befragt. Das Thema Work-Life-Balance spielt dabei über die Generationen hinweg eine große Rolle.
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Eine Frau sitzt lachend auf einem Schreibtisch mit einem Schwimmreifen und einem Cocktail in der Hand
(c) Adobe Stock / Andrey Popov

Angetrieben durch (angebliche) überzogene Erwartungen der Gen Z ist der Begriff für viele längst zum Reizwort geworden: die Work-Life-Balance. Sollte man nicht auch in der Arbeit und nicht nur in der Freizeit „leben“? Haben wir gar ein gesellschaftliches Motivations- und Leistungsproblem? Die Arbeitnehmer:innen des Landes – und zwar von Berufseinsteiger:in bis zum Boomer, der knapp vor der Pensionierung steht, lassen sich von dieser Diskussion nicht beirren, wie eine aktuelle PwC-Studie einmal mehr zeigt.

91 Prozent wünschen sich flexible Arbeitsbedingungen

Mehr als 1.100 österreichische Arbeitnehmende wurden für die Studie zum Thema Benefits befragt. Der Succus: Geld spielt natürlich eine wichtige Rolle, die vielgeschmähte Work-Life-Balance aber eben auch. Demnach wünschen sich ganze 91 Prozent der Befragten flexible Arbeitsbedingungen – insbesondere in Bezug auf Arbeitszeit und Arbeitsort. Eine zusätzliche Urlaubswoche und die Möglichkeit, remote zu arbeiten, werden dabei besonders geschätzt. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) würde auch auf den Austausch mit Kolleg:innen im Büro verzichten, um dafür von überall aus arbeiten zu können.

Gehaltsverzicht für eine Woche mehr Urlaub für 37 Prozent denkbar

Dabei wird zwar nicht von der Mehrheit, aber von einem signifikanten Anteil der Befragten auch mehr Freizeit dem Vorzug vor mehr Geld eingeräumt: Mehr als ein Drittel (37 Prozent) der Arbeitnehmenden wäre bereit, für eine zusätzliche Urlaubswoche auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten. Der durchschnittliche Gehaltsverzicht liegt dabei bei 7,5 Prozent.

Und das Geld ist doch entscheidend

Doch was ist aus Arbeitnehmer:innen-Sicht besser als mehr Freizeit oder mehr Geld? Natürlich mehr Freizeit und mehr Geld. Letzteres spielt dann eben doch auch eine entscheidende Rolle: 90 Prozent der Befragten betonen, wie wichtig ihnen eine faire Bezahlung und zusätzliche finanzielle Anreize sind – Frauen (53 Prozent) legen dabei laut Umfrageergebnis mehr Wert auf finanzielle Sicherheit als Männer (45 Prozent). Zusätzlich dazu sind Essenszuschüsse und Vergünstigungen auf Unternehmensprodukte bei 85 Prozent der Befragten gefragt, während 83 Prozent auf zusätzliche finanzielle Unterstützungen wie Boni oder eine betriebliche Altersvorsorge Wert legen.

Auch Transparenz steht ganz oben auf der Wunschliste

War’s das? Nein. Tatsächlich spielen nicht nur Work-Life-Balance und Geld, sondern auch Dinge, die sich als „Culture“ zusammenfassen lassen, eine wichtige Rolle für Arbeitnehmer:innen. 90 Prozent der Befragten wünschen sich demnach eine offene Kommunikation im Unternehmen. Zudem geben zwei Drittel (66 Prozent) an, dass sie durch Gehaltstransparenz motivierter sind und 67 Prozent würden sogar auf firmeninterne Feiern verzichten, wenn sie dafür mehr Klarheit über die Gehälter ihrer Kolleg:innen hätten.

Weiterbildung und Karrieremöglichkeiten ebenfalls essenziell

Und noch ein weiterer Punkt steht ganz oben auf der Wunschliste: 90 Prozent der Befragten halten auch Benefits rund um Weiterbildung und Karrieremöglichkeiten für besonders wichtig. Dabei gelten Angebote wie Schulungen oder Mentoring-Programme als entscheidende Faktoren für berufliches Wachstum und langfristige Motivation.

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Die Oceanloop-Gründer Fabian Riedel und Bert Wecker | (c) Oceanloop
Die Oceanloop-Gründer Fabian Riedel und Bert Wecker | (c) Oceanloop

„Diese Finanzierung markiert den Beginn der industriellen Skalierung von Oceanloop“, erklärt Fabian Riedel, Gründer und CEO des Aquakultur-Scaleups mit Sitz in München. Das 2023 durch eine Fusion entstandene Unternehmen kommunizierte nun eine große Finanzierungsrunde: Das Unternehmen hat sich Zusagen über bis zu 38,5 Millionen Euro gesichert, um die erste kommerzielle Riesenzackenbarsch-Zucht in Europa aufzubauen und seine softwaregesteuerte Kreislauftechnologie (Recirculating Aquaculture Systems, RAS) zu skalieren.

Millioneninvestment und riesiger EIB-Kreditrahmen

Die aktuelle Finanzierung besteht aus einem Investment und einer Kreditzusage. Angeführt wird die Eigenkapitalrunde von der Investmentfirma Hatch Blue und deren „Blue Revolution Fund“. Als strategischer Partner beteiligt sich zudem Stolt Ventures. Deren Muttergesellschaft Stolt-Nielsen bringt über 50 Jahre Erfahrung im Bereich der landgestützten Plattfischzucht in die Partnerschaft ein. Den maßgeblich größeren Anteil der Finanzierung stellt allerdings die Europäische Investitionsbank (EIB) im Rahmen einer Venture-Debt-Fazilität, also eines Kreditrahmens, über 32 Millionen Euro bereit. Dieser bereits 2024 vereinbarte Kredit wurde im Juli 2026 erweitert, um speziell die Zucht von Riesenzackenbarschen abzudecken. Abgesichert wird das Darlehen durch das InvestEU-Programm der Europäischen Union.

Zackenbarsch im Fokus, Garnelen in Planung

Der Fokus des Jungunternehmens liegt auf dem Riesenzackenbarsch, der vor allem in asiatischen Premium-Märkten für sein festes Fleisch und seine kulinarische Vielseitigkeit geschätzt wird. Mit der lokalen Produktion in Europa wolle man eine neue Premium-Kategorie für die Gastronomie etablieren und gleichzeitig eine nachhaltigere Alternative zu weit gereisten Importen bieten, heißt es vonseiten des Unternehmens in einer Aussendung. Da die verwendete Technologie modular aufgebaut und softwaregesteuert ist, bleibt sie hochgradig flexibel. Oceanloop forscht parallel an der landgestützten Garnelenzucht und führt bereits Lizenzgespräche für internationale Partnerschaften.

Zwischen Schleswig-Holstein und Gran Canaria

Die Skalierung erfolgt in zwei Schritten: Am bestehenden Entwicklungsstandort im schleswig-holsteinischen Strande bei Kiel läuft der kommerzielle Vertrieb über das Schwesterunternehmen Honest Catch bereits seit April 2026. Für das laufende Jahr wird mit einer Ernte von rund 20 Tonnen gerechnet, die im kommenden Jahr auf 40 Tonnen anwachsen soll. Noch vor Ende 2026 soll am Standort der Bau einer neuen Anlage mit einer Jahreskapazität von 250 Tonnen beginnen, die zugleich als Referenz- und Schulungszentrum dient. Ab 2029 ist schließlich der Bau einer industriellen Großanlage mit einer Kapazität von 2.000 Tonnen auf Gran Canaria geplant, wo eine Tochtergesellschaft das Vorhaben bereits vorbereitet.

„Erhebliches Interesse von Partnern“

„Landgestützte Aquakultur kann zu einer wichtigen zusätzlichen Säule der europäischen Fischversorgung werden“, betont CEO Riedel mit Blick auf die EIB-Finanzierung. Diese erlaube es dem Unternehmen, mit einer langfristigen Perspektive in Technologie und Biokapazitäten zu investieren, was durch rein klassisches Startup-Kapital nur schwer darstellbar sei. Georg Baunach, Gründer und CEO von Hatch Blue, attestiert dem Scaleup eine starke Marktstrategie sowie ein Team, „das technisches Fachwissen, biologisches Verständnis und geschäftliches Geschick vereint“. Auch CTO Bert Wecker sieht den Horizont weit über Europa hinausreichen: Die breitere Plattform sei für eine internationale Replikation konzipiert. „Wir sehen erhebliches Interesse von Partnern, die erstklassige Meeresfrüchte näher am Konsumort produzieren möchten, ohne die erforderliche Biologie, Technik, Software und betriebliche Expertise von Grund auf neu entwickeln zu müssen“, so Wecker.

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