23.06.2022

UriSalt: Tiroler eHealth-Startup schlitterte in Konkurs

Das 2018 gegründete Startup UriSalt hatte eine Möglichkeit entwickelt, den Natriumhaushalt über Einmal-Urinstreifen zu bestimmen und war seit 2020 am A1 Startup Campus.
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Das Gründerteam von UriSalt
Das Gründer:innenteam von UriSalt | (c) UriSalt

Üblicherweise ist eine Laboruntersuchung und eine invasive Blutuntersuchung notwendig, um den Elektrolytstatus eines Menschen zu ermitteln. Das 2018 gegründete Tiroler Startup UriSalt – ein Spinoff von Uni Innsbruck und MedUni Innsbruck – arbeitete bis vor kurzem an einer deutlich einfacheren Lösung: einer Elektrolythaushalt-Bestimmung mittels Urinanalyse (SODISENS), die auch von Privatpersonen, etwa Personen mit Bluthochdruck, durchgeführt werden kann. Dazu wurden Einmal-Urinstreifen und ein Point-of-Care Gerät genutzt. Doch die Coronakrise machte dem eHealth-Startup, das seit 2020 auch Member im A1 Startup Campus war, einen Strich durch die Rechnung. Vor kurzem wurde ein Konkursverfahren eröffnet.

UriSalt: Verzögerung durch Pandemie als Insolvenz-Ursache

„Das Abgleiten in die nunmehrige Insolvenz wird vor allem auf die Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19 Pandemie und den daraus resultierenden Verzögerungen der Forschungstätigkeit zurückgeführt“, heißt es auf der Page des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV). Zuletzt hatte das Unternehmen, an dem auch die Uni Innsbruck Anteile hielt, vier Dienstnehmer:innen. Vom Insolvenzverfahren sind laut AKV-Angaben 18 Gläubiger:innen mit Gesamtforderungen von rund  220.000 Euro betroffen.

„Immenses Marktpotenzial“ konnte nicht gehoben werden

Das Gründer:innen-Trio, Chemikerin Gerda Fuhrmann, Unternehmensberaterin und Chemikerin Pinar Kilickiran und Peter Heinz-Erian, Mitarbeiter der Pädiatrie der Medizinische Universität Innsbruck, holte sich für das Konzept mehrere Preise. Noch Anfang 2020 gab man sich sehr optimistisch, was die wirtschaftlichen Chancen betrifft. „Das Marktpotenzial ist immens. Alleine im DACH-Raum leben 18 Millionen Patienten mit Bluthochdruck, die einen erhöhten Natriumspiegel strikt vermeiden sollten“, sagte Kilickiran damals. Der oben beschriebene Test SODISENS war damals frisch auf den Markt gekommen.

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© woom GmbH / Wolfgang Bohusch

Nach dem laut Unternehmensangaben bislang stärksten Geschäftsjahr 2025 habe man den Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 19 Prozent auf 107 Millionen Euro gesteigert, verkündet der der Kinderfahrrad-Hersteller woom. Vor zwei Jahren sahen die Unternehmenszahlen noch anders aus: 2024 verzeichnete das Unternehmen 16 Millionen Euro Verluste. Nun sei man trotz eines laut woom „weiterhin äußerst herausfordernden Marktumfelds“ in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Internationalisierung als Wachstumstreiber

Insgesamt setzte woom im ersten Halbjahr nach eigenen Angaben knapp 300.000 Fahrräder und mehr als 100.000 Helme ab; der Umsatz im Helmsegment sei um 17 Prozent gestiegen. Als wesentlichen Wachstumstreiber nennt das Unternehmen die Übernahme des Direktgeschäfts in Großbritannien, wo der Umsatz um 157 Prozent gestiegen sei. Weitere Zuwächse verzeichnete woom laut eigenen Angaben in der Benelux-Region (+72 Prozent), in den nordischen Ländern (+62 Prozent), in den USA (+18 Prozent) sowie in den DACH-Kernmärkten (+15 Prozent).

Zur Rückkehr in die Profitabilität meint CEO Bernd Hake: „Man kann wirtschaftlich diszipliniert handeln und gleichzeitig mit vollem Herzen die besten Kinder- und Jugendfahrräder bauen.“

Neues E-Bike für das zweite Halbjahr geplant

Für die kommenden Monate kündigt die Geschäftsführung eine Erweiterung des Produktportfolios an: Neben einem neuen Helm soll ein E-Bike-Modell auf den Markt kommen. Technische Details dazu nennt woom bislang nicht. Für das erste Quartal 2027 stellt das Unternehmen zudem einen weiteren, nicht näher spezifizierten Produktlaunch sowie den Eintritt in zusätzliche internationale Märkte in Aussicht.

Bereits im ersten Halbjahr erweiterte woom sein Sortiment: Mit „woom WOW“, einem Fahrzeug für Kleinkinder ab neun Monaten, stieg das Unternehmen erstmals in den Spielwarenbereich ein. Davon seien laut woom bislang mehr als 19.000 Stück verkauft worden.

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