02.11.2023

UpSurfDown: Wiener Startup entwickelt Doppelkanal für das Surfen in der Stadt

Das Wiener Startup UpSurfDown möchte die Stadt zum Strand machen - und das gleich doppelt. Derzeit wird ein Pilotprojekt entwickelt, mit dem es möglich sein soll, stehende Wellen in gleich zwei Kanälen zu besurfen.
/artikel/upsurfdown
(c) UpSurfDown GmbH

Wer gerne surft, zieht in Österreich den Kürzeren. Die nächsten Surfspots sind mit einer langen Anreise verbunden, und auch dort ist der Surfspaß meist abhängig von den Jahreszeiten. Eine Alternative dafür: Stehende Wellen. Mit kontrolliert erzeugten Wellen in einer eigenen Anlage können auch surfbegeisterte Menschen Wellen reiten, die nicht in unmittelbarer Nähe von geeigneten Stränden wohnen. Dieses Konzept hat auch Stefan Stockinger durchschaut. 2020 gründete er mit UpSurfDown sein eigenes Surf-Startup – inklusive Patent für seinen neu entwickelten Doppelkanal.

Doppelte Surfkapazität mit geringem Mehraufwand

Surfen stehender Wellen ist an sich keine Neuheit – in Wien bietet etwa CityWave bereits stationäres Surfen an. Üblicherweise gibt es hier eine surfbare Welle, die durch unterirdische Zirkulation aufrechterhalten wird. Stockinger entwickelte in Kooperation mit der TU Wien jedoch ein zweikanäliges Modell: Das Wasser werde auf fünf Meter hinaufgepumpt, fließe dann in den ersten Kanal, wo eine Welle erzeugt wird. Danach geht es um die Kurve in einen zweiten, parallelen Kanal, der jedoch tiefer liegt – auch dort entsteht eine Welle. „So haben wir doppelte Surfkapazitäten mit nur 15% mehr Energieverbrauch“, so Stockinger im Interview mit brutkasten.

Eigentlich kommt der Gründer vom Fallschirmspringen: „Ich habe Kontingente für Windkanäle vermarktet, und habe die Nachteile von Beton- und Stahlbau bemerkt. Ich habe mir gedacht, mit einer Surfwelle muss das einfacher funktionieren.“ Vor sieben Jahren pitchte er Boris Huber, dem Institutsleiter vom Wasserbaulabor der TU Wien, ein Modell für seine Idee. Mit mehreren Versuchen hat sich das Duo an eine Machbarkeit herangetastet. „Wir sind dieses Modell dann schlussendlich erfolgreich gesurft.“ Mit den gewonnenen Ergebnissen entstehe derzeit ein Pilotprojekt.

Kanadischer Konzern an Upsurfdown interessiert

Einige Business Angels sind bereits an Bord – etwa eine Rechtsanwältin, eine Finanzmanagerin, und ein Angel aus dem Marketingbereich. Das Patent für den Doppelkanal ist in zehn Ländern angemeldet, unter anderem in den USA und in Kanada: „Ein kanadischer Wasserparkkonzern interessiert sich für unser Unternehmen. Das Pilotprojekt möchte ich jedoch inzwischen in Oberösterreich oder Wien aufsetzen.“

Konkret stellt sich Stockinger eine mögliche Zweiteilung der Kanäle vor – ein Kanal, der „regulär“ kommerziell betrieben wird, und ein mögliches „Athletencenter“, eine Surfschule. „Das würde mir sehr viel Spaß machen, dieses Athletencenter aufzubauen und Surfer zu promoten und zu pushen, dass sie international Competitions gewinnen können“, so Stockinger abschließend.


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Die Quivo-Geschäftsführer Christoph Glatzl und Georg Weiß | (c) Quivo
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Mit rund 55 Millionen Euro Schulden war die Insolvenz des von Katharina Schneider aufgebauten Unternehmens MediaShop im Februar eine der aufsehenerregenderen in diesem Jahr. Zunächst war die Zukunft der Marke ungewiss. Mit dem Unternehmer Christoph Bauer mit One Spot fand sich ein Käufer, der die Marke seit Anfang Juni weiterführte und neu aufstellte. Im Zuge dessen wird nun auch die Logistik am deutschen Markt umgestellt. Dieser ist mit rund der Hälfte der Gesamtumsätze der wichtigste Einzelmarkt des Unternehmens. In den drei Monaten nach dem Neustart Anfang Juni wurden dort nach Unternehmensangaben mit rund 60.000 Bestellungen mehr als vier Millionen Euro Umsatz erzielt.

Neuer Partner im Fulfillment ist das vom österreichischen Gründer-Duo Christoph Glatzl und Georg Weiß geführte Scaleup Quivo, das stark auf Automatisierung setzt. Dieses war 2022 aus der Fusion des Wiener Startup Logsta mit der deutschen Ancla hervorgegangen und hat seinen formellen Hauptsitz in Deutschland, seinen operativen Sitz aber in Wien. Vor etwa einem Jahr machte es mit einer großen Finanzierungsrunde auf sich aufmerksam, wie brutkasten berichtete.

Logistische Herausforderungen durch kurzfristige Peaks

Mit der Logistik-Umstellung von MediaShop in Deutschland werden nun rund 10.000 Paletten Ware vom bisherigen Zentrallager in Augsburg nach Frankfurt verlagert. Das ist aber nur die erste von vielen zu erwartenden logistischen Herausforderungen, will das Teleshopping-Unternehmen seine Präsenz am deutschen Markt doch noch stärker ausbauen. So steigerte man die TV-Einschaltungen in Deutschland seit dem Neustart von zwischenzeitlich nur drei Sendern auf zwölf. International stieg die Zahl der Sender seit dem Neustart von 16 in zwei Ländern auf 50 in fünf Ländern.

Das Geschäftsmodell von MediaShop stelle enorme Anforderungen an Geschwindigkeit und Flexibilität, sagt Quivo-CEO Weiß: „Bei MediaShop zeigt sich besonders deutlich, dass modernes Fulfillment weit mehr ist als Lagerfläche und Paketversand. Wenn innerhalb kurzer Zeit große Bestellmengen eingehen, müssen Technologie, Prozesse und Personal nahtlos zusammenspielen.“ Die Plattform verbinde unterschiedliche Systeme und automatisiere große Teile der Bestellabwicklung. „Gleichzeitig haben wir die Infrastruktur und die personellen Ressourcen, um auch kurzfristige Nachfragespitzen abzufangen. Genau für solche Wachstumsszenarien haben wir Quivo aufgebaut“, so der Gründer.

„Wir haben MediaShop in sehr kurzer Zeit neu aufgestellt und sind wieder auf Kurs. Dafür brauchen wir eine Logistik, die nicht nur unser heutiges Bestellvolumen zuverlässig bewältigt, sondern auch mit uns wachsen kann“, kommentiert der neue MediaShop-Inhaber und -Chef Christoph Bauer. „Mit Quivo haben wir einen Partner gefunden, der Technologie, operative Erfahrung und die notwendige Skalierbarkeit verbindet. Das ist für uns insbesondere in einem Geschäft entscheidend, in dem Nachfrage sehr kurzfristig entstehen kann.“

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