Upper: Neue Plattform mit Ex-N26-CTO an Bord matcht Unternehmen mit Developern
Mit Upper können Unternehmen, die auf der Suche nach Entwicklern sind, auf Abruf Zugang zu Developern bekommen. Als Business Angels ist unter anderem der ehemalige N26-CTO Christian Rebernik dabei.
Einen passenden Developer zu finden, scheint für viele Unternehmen heute ein fast unmögliches Unterfangen zu sein, denn der IT-Fachkräftemangel ist europaweit so groß wie nie zuvor. Alleine in Österreich sind laut einer UBIT-Studie aus dem Juli über 10.000 Stellen unbesetzt, in Deutschland prognostiziert der Bitkom-Verband über 120.000 offene IT-Positionen, die oft monatelang unbesetzt bleiben. Mit Upper geht nun eine Plattform an den Start, die Unternehmen mit Programmierern, Produktmanagern und Designern auf Abruf matchen und außerdem den herkömmlichen Recruiting-Prozess ersetzen will.
Die digitalen Talente, die allesamt bei bekannten Tech-Unternehmen gearbeitet haben und im Durchschnitt elf Jahre Arbeitserfahrung mitbringen, werden bei Upper mit Projekten von Unternehmen gematcht, die bspw. einen individuellen Entwickler über Upper suchen oder auf der Suche nach einem kompletten Software-Team sind, um digitale Projekte von Null weg umzusetzen.
Ohne flexiblere Modelle geht es nicht
„Unternehmen, die digitale Talente für die Produktentwicklung suchen, müssen auf flexiblere Arbeitsmodelle umsteigen, um für Developer oder Produktmanager im Top Level Bereich interessant zu bleiben, das beobachten wir täglich“, meint Upper CEO Victor Cazacu, der schon seit den letzten Jahren den Trend bei Developern hin zu flexibleren Arbeitsmodellen wie Freelance und Remote Work mitverfolgt.
Eine Entwicklung, die in den vergangenen Monaten durch die Covid-19-Krise generell durch alle IT-Sparten hindurch noch einmal vorangetrieben wurde. Upper sieht sich hier als Schnittstelle und arbeitet an einem breiten Ökosystem, in dem einerseits Unternehmen ihre digitalen Ziele und Agenden erfüllen sollen – „ohne händeringend nach dem geeigneten Entwickler suchen zu müssen“ – und in dem andererseits Tech-Freelancer ihre professionellen Karrieren planen und managen können. Außerdem will Upper zeitfressende bürokratische Abläufe übernehmen, wie notwendige Zeiterfassungen oder das Aufsetzen von Verträgen und setzt beim Geschäftsmodell auf eine fixe Servicegebühr, ganz unabhängig von den Freelancer-Tarifen.
Upper CEO: „Haben selbst eine starke Tech-DNA“
„Wir unterscheiden uns grundlegend von anderen Anbietern der Branche, da wir selbst eine starke Tech-DNA in uns haben und selbst Software gebaut und digitale Projekte entwickelt haben – daher verstehen wir auch, wie das Matching funktionieren muss. Darüber hinaus haben wir Zugang zu den richtigen Netzwerken und wissen, was ‚tech talents‘ in Europa von der Branche, aber auch von uns, erwarten und können mit ihnen auf Augenhöhe sprechen“, meint Upper CEO Victor Cazacu.
Oft werden Entwickler von Recruitern, selbst keine IT-Spezialisten, für Positionen interviewt, für die sie nicht passen, was zu Frustration auf beiden Seiten führt. Denn nicht jeder Developer kann jedes Produkt bauen – etwas, was viele nicht verstehen oder wissen. Das ist natürlich für den Programmierer mühsam, vor allem, wenn schon Zeit investiert wurde, aber letztendlich auch für den Recruiter. Der Prozess bis zum Onboarding dauert im im herkömmlichen Recruiting sehr lange, wo viele Kanäle gleichzeitig betreut werden müssen und Job-Annoncen auf unterschiedlichen Portalen gepostet werden. Das kostet viel Zeit und auch die Kandidatenauswahl ist schwierig für jemanden, der nicht das nötige Tech-Know-How mitbringt.
„Wir ersetzen den kompletten, mühsamen Recruiting-Prozess und ersparen damit dem Unternehmen und dessen HR-Abteilung, aber auch dem Developer wertvolle Zeit. Bei uns matchen Experten auf CTO-Level einen Freelancer zu einem Projekt, damit können Missverständnisse oder Frustrationen gar nicht erst entstehen. Wir finden heraus, welches Talent mit welchen Skills der Kunde für sein Projekt braucht und finden den ‘perfekten Fit’ innerhalb unserer Upper-Community“, erklärt Upper COO Paul Friedrich.
Zwei strategische VCs und u.a. N26-Co-Founder als Business Angel an Bord
Das Team hinter Upper ist in der Digitalbranche selbst seit vielen Jahren unterwegs und hat in mehreren Top Positionen großer Tech-Unternehmen gearbeitet, aber auch eigene Unternehmen gegründet. Daher verstehe man beide Seiten: die der IT-Freelancer, aber auch jene der Unternehmer.
Victor Cazacu, der zuletzt als Gründer der MVP Factory in Berlin bereits erfolgreich unternehmerisch tätig war, ist hierzulande bekannt durch seine Rolle als Head of Mobile bei der Bank N26, wo er am Aufbau der FinTech Bank-App beteiligt war und hat als Entwickler im letzten Jahrzehnt Produkte gebaut, die von Millionen Menschen auch heute noch täglich benutzt werden. Paul Friedrich hat zuletzt die europaweiten Operations für die führende Crowdtesting-Plattform Applause geleitet und Ivan Bernat war als Head of Talent Developers und Director of Engineering bei Toptal, dem größten Freelancer Marktplatz weltweit, tätig. Das Gründerteam und das Matching von IT-Spezialisten mit Fokus auf Freelance und Remote sei auch für die Investoren ausschlaggebend gewesen: Mit Lead-Investor Cavalry Ventures aus Berlin und another.vc sind zwei strategische VCs mit an Board und mit Vassil Terziev, Co-Founder von Telerik, und dem Österreicher Christian Rebernik, dem vormaligen Geschäftsführer und CTO von N26, auch zwei Business Angels.
„Co-Founder as a Service“: Wie Decoto International MedTech-Firmen in neue Märkte bringt
Das ursprünglich von Tokio nach Graz gewanderte Netzwerk Decoto International begleitet MedTech-Unternehmen als „Co-Founder as a Service“ beim Eintritt in neue Märkte. Nun stellt sich das Netzwerk organisatorisch breiter auf: Ottronic-CEO Günter Winkler übernimmt als neuer Geschäftsführer eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung von Decoto.
„Co-Founder as a Service“: Wie Decoto International MedTech-Firmen in neue Märkte bringt
Das ursprünglich von Tokio nach Graz gewanderte Netzwerk Decoto International begleitet MedTech-Unternehmen als „Co-Founder as a Service“ beim Eintritt in neue Märkte. Nun stellt sich das Netzwerk organisatorisch breiter auf: Ottronic-CEO Günter Winkler übernimmt als neuer Geschäftsführer eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung von Decoto.
v.l.n.r.) Sergio Rodríguez, Alejandro Huenich und Günter Winkler beim Decoto-Netzwerktreffen „Beyond the Pitlane 2026" am Red Bull Ring | (c) brutkasten
Millionenbudgets, erfahrene Business Developer und am Ende trotzdem kein einziger Abschluss: An diesem Muster scheiterten japanische Medizintechnik-Unternehmen immer wieder bei ihren Expansionsversuchen in die USA. „Zu Decoto kamen Unternehmen, die zuvor Millionen in ihr Business Development in den USA investiert und ihre besten japanischen Mitarbeiter dorthin geschickt hatten und nach zwei oder drei Jahren trotzdem keinen Umsatz erzielen konnten“, erzählt Alejandro Huenich im Gespräch mit brutkasten.
Aus genau dieser Beobachtung heraus gründete Sean Yoshikawa vor rund vier Jahren Decoto International in Tokio: als Antwort auf Handelshemmnisse, Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede, an denen die Internationalisierung von MedTech-Unternehmen häufig scheitert.
Huenich, der zuvor in der österreichischen Blockchain-Szene aktiv war, stieg später als Co-Founder ein. Kennengelernt hatten sich die beiden bereits Jahre zuvor bei einer Startup-Live-Veranstaltung in Österreich, an der Yoshikawa auf Einladung der WKO teilgenommen hatte. In die Medizintechnik kam Huenich zunächst ohne Branchenerfahrung: Innerhalb von 48 Stunden erhielt er zwei voneinander unabhängige Anfragen aus dem MedTech-Bereich, neben Yoshikawas Anruf auch eine Vermittlung zum Wiener Medizintechnik-Unternehmen Aurimod. „Das Universum hat mir innerhalb von 48 Stunden gleich zweimal MedTech auf den Tisch geknallt“, sagt Huenich.
Seit Jänner 2026 führt Huenich Decoto als Geschäftsführer und hat die Marke übernommen. Gründer Yoshikawa ist aus privaten Gründen aus dem operativen Geschäft ausgestiegen, begleitet das Netzwerk jedoch weiterhin punktuell beratend. Eine spätere Rückkehr bleibt offen.
Mit dem Wechsel an der Spitze kam auch eine strategische Neuausrichtung: „Ich habe Decoto stärker europäisch ausgerichtet“, sagt Huenich. Graz soll künftig als „Gateway to Europe“ dienen und internationalen MedTech-Unternehmen den Zugang zu europäischen Märkten erleichtern. Gleichzeitig bleibt das globale Modell bestehen: Partner in Mexiko öffnen den Zugang zu Lateinamerika, das Netzwerk in Japan zu Südostasien, weitere Partner decken Europa und die USA ab.
Ein Netzwerk ohne Angestellte
Decoto ist in mehr als elf Ländern aktiv, mit Schwerpunkten in Südostasien, Japan, Korea, den USA, Lateinamerika und Europa. China und die Schweiz sollen als nächste Märkte hinzukommen. Das Konstrukt dahinter ist ungewöhnlich: „Decoto ist ein System ohne Angestellte“, erklärt Huenich. Im Ökosystem arbeiten eigenständige Unternehmen, Expert:innen und Einzelunternehmer:innen projektbezogen zusammen, vergleichbar mit einer international aufgestellten Anwaltskanzlei. Vergütet wird, wer tatsächlich an einem Projekt beteiligt ist. Das hält die Struktur schlank und schafft für die Partner einen Anreiz, ihre Expertise einzubringen und das Netzwerk aktiv weiterzuentwickeln. Klassisches Marketing betreibe Decoto kaum, die Projektpipeline sei dennoch gut gefüllt.
Das Netzwerk unterscheidet sich nach Huenichs Verständnis jedoch nicht nur durch seine Struktur, sondern auch durch die Art, wie Partnerschaften aufgebaut und Geschäfte gemacht werden. „We are not a business company with some spiritual qualities. We are a spiritual company doing business“, beschreibt er den Ansatz. Im Gespräch wechselt er zwischen Deutsch und Englisch. Gemeint ist eine Unternehmenskultur, in der Achtsamkeit, Wertschätzung, Transparenz, Reflexion und kaufmännische Integrität die Grundlage der Zusammenarbeit bilden.
(v.l.n.r.) Günter Winkler, Alejandro Huenich, Sergio Rodríguez und Amel Havkic beim Decoto-Netzwerktreffen „Beyond the Pitlane 2026″ am Red Bull Ring. | (c) Decoto International
„Gute Beziehungen, Freude an der Zusammenarbeit und geschäftlicher Erfolg sind für uns kein Widerspruch, sie gehören zusammen“, sagt Huenich. Gerade die Monetarisierung von Netzwerken sei schwierig: Viele verfügten über starke Kontakte, schafften es jedoch nicht, daraus nachhaltige Projekte und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Decoto sieht seinen bisherigen Erfolg deshalb in der Verbindung gemeinsamer Werte mit einer klaren Methodologie, definierten Rollen und konkreten wirtschaftlichen Zielen.
Gleichzeitig ist Huenich überzeugt, dass die zwischenmenschliche Ebene künftig noch wichtiger wird. Künstliche Intelligenz werde zunehmend Prozesse übernehmen, Vertrauen, persönliche Beziehungen und die Qualität der Zusammenarbeit ließen sich jedoch nicht auf dieselbe Weise automatisieren. Eine ähnliche Haltung verfolgt er als Founding Member von Conxious (brutkasten berichtete), einer Initiative für bewusstere und werteorientierte Formen des Unternehmertums.
Decoto versteht sich ausdrücklich nicht als reine Unternehmensberatung. Beratung ist zwar ein Bestandteil der Arbeit, der Ansatz geht jedoch deutlich darüber hinaus: Gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern beteiligt sich Decoto aktiv an der Umsetzung und begleitet MedTech-Unternehmen beim Eintritt in neue Märkte. Unter dem Modell „Co-Founder as a Service“ übernimmt beispielsweise ein lokaler Partner den Aufbau der Aktivitäten vor Ort, bis das Unternehmen eigene Strukturen geschaffen hat und selbst übernehmen kann.
Die Partner kennen die jeweiligen Gesundheitssysteme, Marktmechanismen, kulturellen Besonderheiten und relevanten Entscheidungsträger. Dadurch erhalten die Unternehmen nicht nur strategische Empfehlungen, sondern auch operative Unterstützung und Zugang zu den notwendigen lokalen Netzwerken.
Wie finanziert sich Decoto?
Das Geschäftsmodell ruht auf drei Säulen: klassischer Beratung, Venture Building im Sinne des „Co-Founder as a Service“-Modells sowie erfolgsabhängigen Vergütungen im Vertrieb, die jeweils mit einem Retainer kombiniert werden. Beteiligungen an Unternehmen nimmt Decoto nur in Ausnahmefällen. „Equity ist nicht nur gut, es ist auch eine Verantwortung“, sagt Huenich. Inhaltlich konzentriert sich das Netzwerk auf MedTech und Life Sciences, von Digital Health bis Longevity. Pharma ist ausdrücklich ausgeschlossen.
Projekte von Decoto
Zu den aktuellen Projekten zählen laut Huenich die Ansiedlung eines iranischen Startups in Graz, die laufende Ansiedlung eines indischen Unternehmens, die Zusammenarbeit mit einem koreanischen Unternehmen im Demenzbereich sowie die Unterstützung österreichischer Startups.
Als Referenzprojekt nennt Huenich das koreanische Unternehmen Seven Point One, das mit „AlzWIN“ ein KI-gestütztes, sprachbasiertes Screening zur Früherkennung von Demenzrisiken entwickelt hat. Das Unternehmen war bereits in Korea etabliert und laut Huenich auch in Japan erfolgreich, kam beim Eintritt in den US-Markt jedoch zwei Jahre lang kaum voran.
Gemeinsam mit den Decoto-Partnern wurden anschließend unter anderem der FDA-Prozess, das Branding, die Kapitalaufnahme und die ersten Verkäufe an Krankenhäuser bearbeitet. Nach acht Monaten sei das Unternehmen bereit gewesen, seine Aktivitäten in den USA zu skalieren.
Das zentrale Learning daraus beschreibt Huenich so: „Wenn du als ausländisches Unternehmen in einen neuen Markt gehst, wirst du zunächst immer als ausländisches Unternehmen wahrgenommen. Es gilt fast überall: America first, Japan first oder India first.“ Deshalb brauche es lokale Partner, die nicht nur den Markt kennen, sondern auch über das notwendige Vertrauen und die richtigen Beziehungen verfügen.
Eine zentrale Rolle in diesem internationalen Modell übernimmt Sergio Rodríguez. Neben Alejandro Huenich und Günter Winkler ist er der dritte Co-Founder des neu ausgerichteten, stärker europäisch verankerten Decoto-Unternehmens. Rodríguez ist seit mehr als 17 Monaten Teil des Netzwerks, leitet die Aktivitäten in Spanien und Lateinamerika und verantwortet die Bereiche Projektmanagement und Finanzen.
Der Strukturbauer: Günter Winkler
Seit Juni verstärkt Günter Winkler Decoto als neuer Geschäftsführer. Der Wirtschaftsingenieur war lange in der Automotive-Branche tätig, zunächst bei einem OEM in Stuttgart, danach zehn Jahre beim Grazer Technologieunternehmen AVL, wo er zuletzt ein internationales Entwicklungsteam in Indien, Ungarn und Österreich leitete. Seit 2022 ist er zudem Geschäftsführer von Ottronic, einem obersteirischen Entwicklungs- und Fertigungspartner für Medizintechnik-Unternehmen mit Sitz in Fohnsdorf.
Sein Weg zu Decoto begann zunächst als Kunde. Ausgangspunkt war die Wachstumsfrage von Ottronic: Der DACH-Markt allein passte nicht mehr zu den internationalen Zielen des Unternehmens. Die Zusammenarbeit begann mit einem geförderten Internationalisierungsprojekt, in dessen Rahmen Winkler gemeinsam mit Huenich zur World Health Expo und zur MedTech World nach Dubai reiste. Darauf folgte ein gemeinsames Südamerika-Projekt in Kooperation mit dem Internationalisierungscenter Steiermark (ICS) mit einem Volumen von knapp 50.000 Euro.
Nach der Zusammenarbeit in diesen beiden Projekten entschied sich Winkler im Juni, nicht nur Kunde und Partner des Netzwerks zu bleiben, sondern als neuer Geschäftsführer Verantwortung für die weitere Entwicklung von Decoto zu übernehmen.
Seine zentrale Aufgabe ist es, aus dem bislang bewusst lose organisierten Zusammenschluss internationaler Expert:innen und Partner ein professionell strukturiertes Unternehmen zu entwickeln, das dem aktuellen Wachstum nachhaltig standhalten kann. Die organisatorische Weiterentwicklung ist notwendig, um die wachsende Nachfrage und die bestehende Projektpipeline künftig zuverlässig bedienen zu können.
Dabei soll Decoto vor allem in organisatorischer und struktureller Hinsicht professionalisiert werden, ohne jene bewährten Aspekte aufzugeben, die das Netzwerk bisher erfolgreich gemacht haben: seine Flexibilität, die persönliche Zusammenarbeit und die enge Verbindung zwischen den internationalen Partnern.
Die Arbeitsteilung bringt Huenich auf den Punkt: „Günter baut das Unternehmen, ich kümmere mich um die Menschen.“
Diese Fassung bleibt sehr nah am Original, stellt Günters neue Position aber deutlich klarer heraus und erklärt nachvollziehbar, warum er jetzt Geschäftsführer wird und welche konkrete Aufgabe er übernimmt.
Die klinische Perspektive: Amel Havkic und EvoMed
Mit Amel Havkic erweitert Decoto sein Netzwerk um klinisch-medizinische Expertise. Der Frankfurter Pneumologe ist Ärztlicher Leiter für Weaning und Heimbeatmung am St. Elisabethen-Krankenhaus Frankfurt und Gründer von EvoMed Consulting. Als Partner im Decoto-Netzwerk bringt er insbesondere seine Erfahrung in der klinischen Bewertung und Clinical Adoption ein – also bei der Frage, wie medizinische Innovationen sinnvoll in den klinischen Alltag integriert und von den späteren Anwender:innen angenommen werden können.
Huenich und Havkic lernten sich zunächst über LinkedIn kennen. Persönlich trafen sie sich kurz darauf bei der von Dylan Attard gegründeten MedTech World Dubai. Decoto ist Partner der internationalen Veranstaltungsreihe und regelmäßig bei deren Events vertreten. Im November soll ein großer Teil des Decoto-Netzwerks bei der MedTech World Europe auf Malta zusammenkommen.
„Statt uns als Konkurrenz zu betrachten, haben wir schnell erkannt, dass sich unsere Kompetenzen sehr gut ergänzen“, sagt Havkic. Den strategischen Wert der Partnerschaft sieht Huenich vor allem in Havkics Nähe zur klinischen Praxis: „Er kennt den medizinischen Bereich und den Alltag der Menschen, die eine Innovation später im Krankenhaus anwenden müssen. Dieser Aspekt ist unglaublich wichtig und wird häufig massiv unterschätzt.“
Für Havkic ist Clinical Adoption eine der entscheidenden Erfolgsmetriken im Gesundheitswesen: Wenn Ärzt:innen und Pflegepersonal ein Produkt im Alltag nicht sinnvoll einsetzen können oder darin keinen konkreten Mehrwert erkennen, kann selbst die beste Technologie scheitern.
Wie die Netzwerkarbeit funktioniert
Wie Decoto Netzwerkarbeit versteht, zeigte sich zuletzt am Red Bull Ring. Beim ADAC Racing Weekend lud das Unternehmen gemeinsam mit CESA und Reiter Racing zum Event „Beyond the Pitlane 2026“ – einer kuratierten Runde aus Spitzensport, MedTech und Venture Capital. Das Programm reichte vom Lunch im Fahrerlager über den Renntag in der Box von Reiter Racing, dessen Team an diesem Wochenende den zweiten Platz belegte, bis hin zu einer Paneldiskussion.
Netzwerkveranstaltung am Red Bull Ring | (c) brutkasten
Auf dem Podium diskutierten unter anderem Amel Havkic von EvoMed Consulting, Lejla Pock von Human.technology Styria, Matthew Foran von Meadow Valley Capital, Guillermo Fernando Pezzetto von AVL Racetech, Aleksandra Krajnc vom Know Center und Shavini Fernando von OxiWear. Moderiert wurde die Diskussion von Alejandro Huenich.
Das Event war zugleich Teil eines aktuellen Decoto-Projekts: Peak Performance MedTech. Die Initiative soll eine Brücke zwischen medizinischer Innovation und Spitzensport schlagen. Der Motorsport bietet dafür ein besonders geeignetes Umfeld, da der menschliche Körper hier seit Jahrzehnten an seine Grenzen gebracht wird – häufig lange bevor daraus gewonnene Erkenntnisse Eingang in die reguläre Gesundheitsversorgung finden.
MedTech-Innovationen sollen im Hochleistungssport erprobt, weiterentwickelt und sichtbar gemacht werden und von dort ihren Weg in breitere Märkte finden. Gleichzeitig zeigt das Format, wie das Decoto-Modell im Kern funktioniert: Unterschiedliche Akteure werden gezielt zusammengebracht, persönliche Beziehungen aufgebaut und daraus konkrete Projekte und Partnerschaften entwickelt.
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Upper: Neue Plattform mit Ex-N26-CTO an Bord matcht Unternehmen mit Developern
Einen passenden Developer zu finden, scheint für viele Unternehmen heute ein fast unmögliches Unterfangen zu sein, denn der IT-Fachkräftemangel ist europaweit so groß wie nie zuvor.
Mit Upper geht nun eine Plattform an den Start, die Unternehmen mit Programmierern, Produktmanagern und Designern auf Abruf matchen und außerdem den herkömmlichen Recruiting-Prozess ersetzen will.
Die digitalen Talente, die allesamt bei bekannten Tech-Unternehmen gearbeitet haben und im Durchschnitt elf Jahre Arbeitserfahrung mitbringen, werden bei Upper mit Projekten von Unternehmen gematcht, die bspw. einen individuellen Entwickler über Upper suchen oder auf der Suche nach einem kompletten Software-Team sind, um digitale Projekte von Null weg umzusetzen.
„Unternehmen, die digitale Talente für die Produktentwicklung suchen, müssen auf flexiblere Arbeitsmodelle umsteigen, um für Developer oder Produktmanager im Top Level Bereich interessant zu bleiben, das beobachten wir täglich“, meint Upper CEO Victor Cazacu, der schon seit den letzten Jahren den Trend bei Developern hin zu flexibleren Arbeitsmodellen wie Freelance und Remote Work mitverfolgt.
Oft werden Entwickler von Recruitern, selbst keine IT-Spezialisten, für Positionen interviewt, für die sie nicht passen, was zu Frustration auf beiden Seiten führt.
Denn nicht jeder Developer kann jedes Produkt bauen – etwas, was viele nicht verstehen oder wissen.
AI Kontextualisierung
Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
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Die digitalen Talente, die allesamt bei bekannten Tech-Unternehmen gearbeitet haben und im Durchschnitt elf Jahre Arbeitserfahrung mitbringen, werden bei Upper mit Projekten von Unternehmen gematcht, die bspw. einen individuellen Entwickler über Upper suchen oder auf der Suche nach einem kompletten Software-Team sind, um digitale Projekte von Null weg umzusetzen.
„Unternehmen, die digitale Talente für die Produktentwicklung suchen, müssen auf flexiblere Arbeitsmodelle umsteigen, um für Developer oder Produktmanager im Top Level Bereich interessant zu bleiben, das beobachten wir täglich“, meint Upper CEO Victor Cazacu, der schon seit den letzten Jahren den Trend bei Developern hin zu flexibleren Arbeitsmodellen wie Freelance und Remote Work mitverfolgt.
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