09.10.2020

Up Spell: Apple-Autocorrect-Entwickler kreiert Buchstabier-Spiel

Der frühere Apple-Entwickler Ken Kocienda, der unter anderem Autocorrect für iOS prägte, kann mit seiner neuen Spiele-App Up Spell das Thema Rechtschreibung nicht lassen.
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Up Spell (Video-Screenshot)
(c) Up Spell (Video-Screenshot)

Oft wird darüber geflucht, es wurden schon viele mehr oder weniger gute Witze darüber gemacht und dennoch hat die Funktion unbestreitbare Vorteile: Die Rede ist von Autocorrect. Einer von jenen, die hinter dem Feature stehen, ist der US-Entwickler Ken Kocienda. Er war mehr als 15 Jahre bei Apple beschäftigt und arbeitete dort am Browser Safari und verschiedensten Software-Features von iPhone, iPad und Apple Watch, darunter auch Autocorrect für iOS. Eine App hat Kocienda bislang allerdings noch nie gebaut. Das holte er nun mit dem iOS-Spiel Up Spell nach.

Mehr Wörter, weniger Schnick-Schnack

Mit dem relativ simpel gehaltenen Buchstabier-Spiel, bei dem mit sieben vorgegebenen Buchstaben innerhalb von zwei Minuten möglichst viele Worten gebildet werden müssen, verarbeitet er seine Erfahrung aus der Entwicklung von Autocorrect. Wert habe er dabei darauf gelegt, dass möglichst viele Begriffe „gültig“ sind, erzählt er dem Magazin TechCrunch. So fügte er neben einem in den USA allgemein anerkannten Wörter-Verzeichnis als Basis, auch Listen mit Eigennamen und umgangssprachlichen Ausdrücken hinzu. „Viele Spiele akzeptieren Wörter wie ‚Pharaoh‘ und ‚Pyramid‘, aber nicht ‚Nile‘ oder ‚Egypt‘. Das ergibt für mich keinen Sinn. Das sind alles Worte“, sagt Kocienda gegenüber TechCrunch.

Up Spell-Promo-Video mit Entwickler Ken Kocienda:

Doch Up Spell sticht über eine andere Eigenschaft vielleicht noch viel mehr unter ähnlichen Spielen hervor: Die App kostet einmalig 1,99 US-Dollar und das war’s. Es gibt kein Abo-Modell und keine Zusatz-Gimmicks über In-App-Käufe. 25 Cent pro gekaufte App gehen zudem an einen wohltätigen Zweck. „Du buchstabierst einfach nur Wörter. 2020 war ein hartes Jahr für alle, und da kann es die perfekte Stressbewältigung sein, sich einfach mal zwei Minuten Zeit zu nehmen, in denen man über nichts anderes nachdenkt, als ein paar Worte zu buchstabieren“, sagt Kocienda. „Ich hoffe, Up Spell bringt den Menschen ein wenig unerwartete Freude in ihr Jahr 2020“.

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Personen im Büro an Laptops
(c) Annie Spratt via Unsplash

„Wer heute in den Arbeitsmarkt einsteigt, wird von Anfang an gefordert. Das ist für junge Menschen eine große Chance, aber auch eine Herausforderung“, ordnet Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich, die Ergebnisse einer aktuellen Studie ein. Im Rahmen des globalen „AI Jobs Barometer 2026“ hat die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC weltweit mehr als eine Milliarde Stellenanzeigen aus 27 Ländern auf sechs Kontinenten analysiert. Die Untersuchung soll aufzeigen, wie Künstliche Intelligenz (KI) Berufsprofile, Gehälter, Fähigkeiten und die Arbeitsproduktivität beeinflusst.

Neue Ansprüche bei Einstiegsjobs

Besonders stark zeigt sich der Wandel am Anfang der Karriereleiter. Für Einstiegspositionen erwarten Arbeitgeber in KI-geprägten Berufen zunehmend Fähigkeiten, die traditionell eher erfahrenen Fachkräften vorbehalten waren. Zu diesen gehört die Entwicklung fortgeschrittener, spezifisch menschlicher Kompetenzen wie kritisches Denken, Kooperationsfähigkeit, Veränderungsbereitschaft und Führungskompetenz.

Laut Studie machen solche traditionell seniorigen Fähigkeiten wie motivierende Führung, strategische Entscheidungsfindung oder Teambildung bereits 52 Prozent der neu geforderten Skills in KI-exponierten Einstiegsberufen aus. Bei Berufen mit geringem KI-Kontakt liegt dieser Anteil bei lediglich sieben Prozent. Die Studienautor:innen schreiben in diesem Zusammenhang von einer „Seniorisierung“ von Junior-Rollen. Während klassische Einstiegsjobs in stark betroffenen Branchen insgesamt stagnieren, verzeichnen solche „seniorisierten“ Einstiegspositionen, die mindestens zehn dieser neuen fortgeschrittenen Fähigkeiten verlangen, ein deutliches Wachstum von 35 Prozent. Dies zwingt Unternehmen und das Bildungssystem dazu, Berufseinsteiger:innen künftig anders zu fördern und zu begleiten.

Produktivität treibt Beschäftigungswachstum

Entgegen bekannter Befürchtungen, dass Künstliche Intelligenz in großem Stil Arbeitsplätze ersetzen wird, zeichnet der Bericht ein anderes Bild. Unternehmen mit hoher KI-Intensität verzeichnen nicht nur stärkere Produktivitätszuwächse, sondern bauen auch ihre Belegschaften schneller aus. Zwischen 2018 und 2025 stieg die Produktivität von Firmen mit starkem KI-Einsatz um 34 Prozent (im Vergleich zu 24 Prozent bei geringem Einsatz). Parallel dazu wuchs deren Beschäftigung um 52 Prozent, während Unternehmen mit geringer KI-Nutzung ihre Belegschaft nur um 36 Prozent vergrößerten.

PwC-Österreich-Chef Krickl zieht dazu eine historische Parallele: „Wir beobachten hier ein klassisches Muster der Wirtschaftsgeschichte. Auch die Industrialisierung hat kurzfristig Jobs verdrängt, langfristig aber deutlich mehr neue geschaffen, weil Produktivitätsgewinne Wachstum ermöglichen. Dieses Wachstum schafft wiederum neue Aufgaben und erhöht den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften“.

Zweigeteilter Arbeitsmarkt: „Professionalised“ vs. „Democratised“

Die Analysen deuten darauf hin, dass sich ein zunehmend zweigeteilter Arbeitsmarkt entwickelt. Auf der einen Seite stehen sogenannte „Professionalised Roles“ (professionalisierte Berufe), in denen KI Routineaufgaben übernimmt, wodurch menschliches Urteilsvermögen, Fachwissen und strategische Entscheidungen an Bedeutung gewinnen. Diese Berufsgruppen, zu denen etwa Personalvermittler:innen oder Jurist:innen gehören, wachsen weltweit mehr als doppelt so schnell wie „Democratised Roles“ (demokratisierte Berufe). In Letzteren standardisiert die Technologie Aufgaben so stark, dass sie auch für Nicht-Fachkräfte leichter zugänglich werden, was jedoch das Lohnwachstum dämpfen kann. Seit 2021 verzeichnen die professionalisierten Berufe eine um 42 Prozent raschere Gehaltsentwicklung als demokratisierte Positionen.

KI-Kompetenzen als Gehalts- und Einstellungsfaktor

Gleichzeitig erweisen sich spezifische KI-Kenntnisse als massiver Gehaltsfaktor. Stellen, die entsprechendes Fachwissen – wie Machine Learning oder Prompt Engineering – explizit verlangen, bieten weltweit einen durchschnittlichen Gehaltsaufschlag von 62 Prozent (nach 57 Prozent im Vorjahr). Zudem wächst die Nachfrage schnell: Binnen eines Jahres stieg die Anzahl der Stellenausschreibungen, die KI-Kompetenzen fordern, um 69 Prozent. Die Einstellung von KI-Spezialist:innen wuchs im Jahr 2025 weltweit achtmal schneller als der gesamte Arbeitsmarkt. Spitzenreiter ist die Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche, in der 11,4 Prozent aller Stellenausschreibungen auf KI-Spezialist:innen abzielen.

Für Unternehmen bedeutet diese Entwicklung, dass sie sich vermehrt auf die menschlichen Erfolgsfaktoren konzentrieren müssen. Krickl betont in diesem Zusammenhang: „KI-Kompetenzen sind gefragter denn je, Menschen, die sie souverän einsetzen können, bleiben jedoch rar. Nicht die Technologie allein macht Unternehmen erfolgreicher, sondern die Menschen, die sie sinnvoll einsetzen. KI-Tools kann heute jedes Unternehmen kaufen – kritisches Denken, Urteilsvermögen und Teamfähigkeit nicht. Wer jetzt in diese Fähigkeiten investiert, verschafft sich einen Vorsprung, der in den kommenden Jahren weiter an Wert gewinnen wird“.

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