04.11.2025
LEBENSMITTELRETTUNG

Unverschwendet gewinnt Thomas Brezina als Werbefigur

Das Wiener Unternehmen Unverschwendet arbeitet in seiner aktuellen Social-Media-Kampagne mit dem Star-Kinderbuch-Autor zusammen.
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vl.: Cornelia Diesnreiter, Thomas Brezina und Andreas Diesenreiter | (c) Unverschwendet
vl.: Cornelia Diesenreiter, Thomas Brezina und Andreas Diesenreiter | (c) Unverschwendet

„Der Fall der krummen Karotte“ oder „Das Geheimnis der blassen Wassermelone“ – diese Titel erinnern nicht zufällig an Kinder-Literatur wie Tom Turbo oder Knickerbocker-Bande. Tatsächlich steht Autor Thomas Brezina dahinter. Es sind die Headlines aktueller Social-Media-Videos des Wiener Unternehmens Unverschwendet, bei denen Brezina als Sprecher fungiert.

Eines der neuen Werbevideos:

Gin aus Manner-Waffeln und Großteil des Volumens über Hofer-Kooperation

Das Unternehmen nimmt sich seit mittlerweile fast zehn Jahren der Verarbeitung sonst weggeworfener Lebensmittel an. Mit der Eigenmarke werden unter anderem Marmeladen, Saucen, Chutneys, Gewürzen und ein Gin aus geretteten Manner-Waffeln (brutkasten berichtete) angeboten. Daneben setzt das Unternehmen auch auf Kooperationen. So läuft etwa bereits seit drei Jahren eine Zusammenarbeit mit der Supermarkt-Kette Hofer unter dem Markennamen „Rettenswert“ (brutkasten berichtete). Im Rahmen davon seien seit dem Start 2022 rund 1.400 Tonnen Lebensmittel gerettet worden, hieß es kürzlich von Hofer – ein Gros des Gesamtvolumens seit der Gründung 2016, das Unverschwendet mit ca. 1.500 Tonnen beziffert.

„Immer mehr Betriebe retten, spenden und verarbeiten Überschüsse bereits“

Außerdem betreibt das Unternehmen einen Marktstand am Wiener Schwendermarkt und bald auch am Naschmarkt und setzt gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium die Vermittlungsplattform „Kostbar Markt“ für die Weitergabe von Lebensmittelüberschüssen an soziale Einrichtungen um. „Unser Ziel ist es, Lösungen zu finden und zu unterstützen. Immer mehr Betriebe retten, spenden und verarbeiten Überschüsse bereits“, erklärt Cornelia Diesenreiter, die Unverschwendet gemeinsam mit ihrem Bruder Andreas Diesenreiter gegründet hat.

Brezina-Kampagne soll Bewusstsein schaffen

Die neue Online-Kampagne mit Thomas Brezina und heimischen Landwirt:innen, die ebenfalls vom Landwirtschaftsministerium unterstützt wird, soll nun Bewusstsein für das Thema schaffen. „In mittlerweile fast zehn Jahren Unverschwendet sind uns schon hunderte Gründe untergekommen, warum Lebensmittel nicht genutzt werden. Zu klein, zu groß, zu krumm, zu reif oder einfach zur falschen Zeit geerntet – oft sind es optische Makel (auch durch Auswirkungen des Klimawandels), Preisdruck und Marktmechanismen sowie Food-Trends, die entscheiden, ob Karotten, Äpfel oder Marillen im Abfall landen“, so das Gründer:innen-Duo einer Aussendung.

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easy-connect, mamdani, Metropolitan Opera, Met, NY
© Laura Böhler - Gerald Stockinger (l.)(Co-Founder & CTO) und Wolfgang Graf (Co-Founder & CEO).

Die Metropolitan Opera und New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani kündigten Ende September eine Initiative an: In der Saison 2026/27 gibt die Met jeden Monat 10.000 Karten an New Yorker:innen frei, die seit 2019 kein Met-Ticket gekauft haben. Das sind rund zehn Prozent aller Tickets der Saison. Das Unternehmen easy-connect aus Wien liefert dafür die Technologie, wie dieses heute bekanntgab.

easy-connect in New York

Die Tickets werden über die bestehende digitale Lotterie in der App vergeben: Dazu müssen Nutzer:innen ihren Ausweis für die Berechtigungsprüfung in der App hochladen und sich für eine Vorstellung zur Lotterie anmelden. Von einem möglichen Gewinn erfahren sie per Push-Nachricht – und erhalten das Ticket direkt am Handy. Das Besondere daran: So kann die Met auch jene Teilnehmer:innen erneut ansprechen, die bei der Lotterie nicht gewinnen.

„Mit Opera for All wollten wir es New Yorker:innen in allen fünf Stadtbezirken leicht machen, die Met zu entdecken – und sie persönlich bei uns willkommen heißen. Weil Lotterie und Ausweisprüfung bereits in der App, die wir auch für unsere Rush-Tickets nutzen, verfügbar waren, ging es bemerkenswert schnell von der Idee zum Start – und das in der Größenordnung, die diese ambitionierte Initiative gebraucht hat. Möglich war das dank unserer Zusammenarbeit mit dem innovativen und flexiblen Team von easy-connect, das uns bei jedem Schritt begleitet hat, vom Design bis zur Umsetzung“, sagt Gillian Brierley, Chief Audiences, Marketing, and Communications Officer der Metropolitan Opera.

Bürgermeister Mamdani über „Opera for All“

Das Modell lässt sich auf viele Kulturbetriebe übertragen. Seit 2024 vergibt die Met über eine Lotterie in der App vergünstigte Tickets für 25 Dollar. Mehr als 550.000-mal haben Menschen seither bei der Verlosung mitgemacht, mehr als die Hälfte der App-Nutzer:innen ist unter 40 Jahren alt – und trotzdem sind rund vier von fünf Tickets, die in der App gekauft werden, ganz reguläre (Vollpreis-)Karten. Für viele Menschen stelle die Lotterie den ersten Schritt ins Haus dar.

Denn wer sich in der App anmeldet, sei für die Met kein:e Unbekannte:r mehr. Wer bei der Lotterie nicht gewinnt, bekommt automatisch ein passendes Angebot für ein reguläres Ticket. Im deutschsprachigen Raum gibt es ebenfalls solche Modelle und Initiativen, um kulturelle Teilhabe über alle Besuchergruppen hinweg zu ermöglichen, unabhängig von Herkunft oder finanziellen Möglichkeiten. Zum Beispiel am Opernhaus Zürich mit einer Ticket-Lotterie und der digitalen Prüfung der „KulturLegi-Berechtigung“ für Menschen mit geringem Einkommen, direkt in der App.

„Stammpublikum entwickeln“

„Kultur einfacher zugänglich zu machen, war von Anfang an unser Anspruch. Nun macht es uns besonders stolz, dass die Technologie hinter einem Programm dieser Größenordnung aus Wien kommt“, sagt Wolfgang Graf, Co-Founder & CEO von easy-connect, der das Unternehmen gemeinsam mit Gerald Stockinger gegründet hat. „Drei von vier Erstbesucher:innen kommen nie wieder. Mit einer eigenen App können Häuser das ändern: Menschen zum ersten Mal hereinholen, sie persönlich ansprechen und daraus Stammpublikum entwickeln. Am Ende des Tages geht es darum, möglichst viele Menschen für Kunst und Kultur zu begeistern. Und was in New York funktioniert, funktioniert genauso in Wien, Zürich oder Berlin.“

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