Universität Wien: Das war die Entrepreneurship Night 2023
Viele Startups in Österreich sind stark universitär geprägt. Die Entrepreneurship Night 2023 der Universität Wien stand ganz im Zeichen der wichtigen Rolle von Gründungen und dem damit verbundenen Impact.
An Universitäten geht es nicht nur um Forschung und Lehre, sondern auch um das Danach. Auf dem österreichischen Arbeitsmarkt findet man als Akademiker:in zahlreiche Möglichkeiten vor. Eine davon ist das Unternehmertum. Auch die Universität Wien widmet sich dem wichtigen Potenzial der Unternehmensgründung. Darum ging es auch auf der vierten Entrepreneurship Night, die am 6. März 2023 stattfand. Unter den Leitfragen “Wie generieren wir Impact? Was brauchen Gründer:innen dafür?” fand im Rahmen von Podiumsdiskussionen, Workshops und Co. ein Austausch statt. Schließlich waren sich die Anwesenden einig: Startups wachsen nicht nur sehr schnell, sondern generieren auch viel Impact. Und dieser geht weit über das Unternehmen hinaus.
Uni Wien bringt die meisten Unicorns
“Es ist unsere Aufgabe als Universität, Neues zu suchen, kritisch zu hinterfragen, Probleme zu lösen und neue Wege zu finden”, betont Christa Schnabl, Vizerektorin der Universität Wien, auf der Bühne der Entrepreneurship Night 2023. Das scheint bisher bereits recht erfolgreich gewesen zu sein, denn wie Kambis Kohansal Vajargah, Head of Startup Services der WKO feststellt, ist die Universität die Hochschule mit dem höchsten Alumni-Anteil unter österreichischen Unicorn-Gründern – nämlich vier von sechs.
Auf der Veranstaltung im Festsaal der Universität Wien kamen 400 Teilnehmer:innen zusammen. Bei Kurzpräsentationen und Podiumsdiskussionen standen die Wirtschaftskammer, Wirtschaftsagentur Wien, Austria Wirtschaftsservice und sechs Gründer:innen auf der Bühne. Zusätzlich konnten sich Teilnehmende mit Mentor:innen vernetzen, an Workshops teilnehmen und sich auf dem sogenannten “Marktplatz der Möglichkeiten” inspirieren lassen.
Die Entrepreneurship Night 2023 im Festsaal der Universität Wien
Erstmal machen: “Done is better than perfect”
Wie wichtig Entrepreneurship für Österreich ist, repräsentieren nicht zuletzt auch die anwesenden Gründer:innen. Denn “wenn wir kein junges Unternehmertum in Österreich hätten, würde dieses Land vor die Hunde gehen”, ist sich die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich, Amelie Groß, sicher. Als Geschäftsführerin eines Familienunternehmens sei ihr Motto “done is better than perfect”. In der Unternehmensgründung ist es ihrer Meinung nach wichtig, den ersten Schritt zu setzen, auch wenn die Idee noch nicht perfekt ist.
HealthTech und BioTech: Gründer:innen der Universität Wien
Co-Founder des Wiener Biotechnologie-Startups Arkeon, Simon Rittmann, bietet mit seinem Werdegang ein Beispiel für eine Uni Wien-Gründungsgeschichte. Nach seiner Forschungszeit an der Universität Wien gründete er gemeinsam mit Günther Bochmann und Gregor Tegl ein Startup, das eine Technologie entwickelte, die alle 20 Aminosäuren herstellen kann, die für die menschliche Ernährung essentiell sind. “Unser Impact könnte ziemlich groß werden: Wir könnten den Klimawandel bekämpfen und die Nahrungsmittelproblematik auf diesem Planeten in den Griff bekommen”, meint Rittman bei der Entrepreneurship Night. Eigentlich wollte er in der Forschung bleiben, doch für eine solche wissenschaftliche Entdeckung habe es den Schritt in die Wirtschaft gebraucht.
Memocorby-CEO und Co-Founderin Elisabeth Dokalik-Jonak betont zudem, dass man Durchhaltevermögen üben könne. “An der Uni Wien habe ich viel mitgenommen, wie unter anderem kritisches Denken – das hilft beim Probleme Lösen. Hier lernte ich ein Werkzeug, zuhause beginnt das Denken”, so Dokalik-Jonak. Mit über 40 Jahren und als dreifache Mutter zu gründen war zwar ein großer Schritt für sie, allerdings einer, auf den sie sehr stolz ist. Mit dem Wiener HealthTech-Startup produziert sie multisensorische Würfel, die unter anderem Schlaganfallpatient:innen bei der Wiedererlangung ihrer Sprache helfen sollen.
Entrepreneurship und die Universität Wien
Die Bedeutsamkeit von Entrepreneurship für die Universität Wien wurde am 6. März 2023 also nicht erkannt, sondern unterstrichen. Für Vizerektor Ronald Maier geht es darum, dass die Unternehmer:innen der Zukunft ihre Freiheit nutzen, um Dinge zu unternehmen, die unsere Welt ein bisschen besser machen: “Und wie könnte man das besser machen, als aufgrund neuer Erkenntnisse?”
Das Voting zum „Innovator of the Year“ 2026 – Kategorie Startups
Mit dem Innovator of the Year kürt brutkasten jedes Jahr gemeinsam mit seiner Community die innovativsten Köpfe Österreichs. In der Kategorie „Startups“ kannst du jetzt bis 1. November 2026 für deine:n Favorit:in abstimmen. Der Award wird am 5. November im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum vergeben.
Das Voting zum „Innovator of the Year“ 2026 – Kategorie Startups
Mit dem Innovator of the Year kürt brutkasten jedes Jahr gemeinsam mit seiner Community die innovativsten Köpfe Österreichs. In der Kategorie „Startups“ kannst du jetzt bis 1. November 2026 für deine:n Favorit:in abstimmen. Der Award wird am 5. November im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum vergeben.
Ein weiteres spannendes Jahr in der heimischen Startup-Welt geht in die finale Phase. Während das tiefe Tal beim Investmentvolumen endlich überwunden ist, sorgen die weiterhin angespannte gesamtwirtschaftliche Lage und immer neue geopolitische Zerwürfnisse nach wie vor für Herausforderungen.
Einige Startups müssen sich geschlagen geben, andere schlagen sich durch und manche schlagen sich richtig gut. Mit Ausdauer, Umsetzungswillen und einzigartigen Innovationen haben auch dieses Jahr viele junge Unternehmen großes geschafft.
Zehn davon holen wir als Nominierte für den Innovator of the Year in der Kategorie Startups vor den Vorhang. Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Startups wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Scaleups und Corporate Innovation vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.
Die „Innovator of the Year“-Kategorie Startups wird durch die Österreichische Notariatskammer unterstützt.
Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Startups“
Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.
(Hinweis: Bei mehrfacher Stimmabgabe pro Tag erfolgt zwar keine gesonderte Fehlermeldung im Voting-Tool, Mehrfachvotes werden vom System jedoch automatisiert erkannt und ausgefiltert).
Aktuell schießen sehr viele KI-Startups aus dem Boden. Doch nur ein winziger Bruchteil davon baut ein eigenes KI-Modell. Ablatic AI aus Linz ist eines davon. Im September ging es mit seinem Large Language Model Talos an den Start, das in mehreren Benchmark-Tests mit der Weltklasse mitspielt. In einer Kategorie übertraf man sogar OpenAIs Flagship-Modell GPT-5.6 Sol. Das gelang mit einem kleinen Team und bislang ohne VC-Kapital. Trainiert wird das Modell in der AI Factory Austria AI:AT im Rahmen des EuroHPC-Programms.
Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum, die Gründer von Aitiologic, holten heuer 6,4 Mio. Euro in einer Seed-Runde, angeführt von den Healthcare-Investoren Heal Capital und Ananda Impact Ventures. Aitiologic entwickelt die Plattform „Aitios“, die zellfreie DNA im Blut untersucht und die Daten mit KI auswertet. Die Technologie geht auf die Forschung von Gründer und CEO Andreas Posch bei Siemens Healthineers zurück und wurde vom Startup exklusiv lizenziert. Zudem holte man Gordon Sanghera, den Mitgründer des britischen DNA-Sequenzierungs-Spinoffs Oxford Nanopore Technologies, an Bord. Er führte es 21 Jahre lang als CEO, bis zum Börsengang in London.
Das HealthTech-Unternehmen aus Linz entwickelt einen nicht-invasiven Selbsttest zur Diagnose von Endometriose, der auf Menstruationsblut basiert und Frauen operative Eingriffe ersparen soll. Im März 2026 sicherte sich das Team rund um Clara Ganhör ein sechsstelliges Investment, um die Produktentwicklung und wichtige klinische Tests weiter voranzutreiben. Das Jahr 2026 war zudem für Diamens besonders erfolgreich, da das Spinoff den S&B Award sowie den Edison-Preis in Oberösterreich gewann. Hinzu kam eine Nominierung für den EY-Scaleup Award in der Kategorie BioTech und Spin-off.
Das Linzer Deep-Tech-Startup Iono Robotics von Gründer und CEO Ümit Bas hat heuer in der Tabakfabrik Linz seinen humanoiden Roboter „Workmate“ erstmals öffentlich präsentiert. Das System soll in knapp zwei Jahren in Serienproduktion gehen und ist speziell für den industriellen Einsatz konzipiert. Erste Pilotkund:innen sind bereits an Bord. Gedacht ist „Workmate“, wie der Name nahelegt, als Unterstützung in Arbeitsumgebungen, konkret in Branchen wie Industrie, Logistik, Handel und Service. Punkten soll er dabei unter anderem mit einer im Kopf integrierten Drohne, die aus der Luft die Umgebung noch besser erfassen kann.
Das Tiroler Startup REPS von Gründer Alfons Huber macht Straßen zu Kraftwerken: Sein Road Energy Production System wandelt die Bremsenergie von Lkw über Platten in der Fahrbahn in Strom um. Seit November 2025 läuft die erste kommerzielle Anlage im Hamburger Hafen, über 115.000 Lkw haben dort in sechs Monaten rund 6.700 Kilowattstunden erzeugt. Im Mai holte sich REPS 23,6 Millionen US-Dollar mit einem britischen VC-Fonds im Lead, nur acht Monate nach dem 1,3-Millionen-Seed. Mit dem Kapital will das Unternehmen aus Mils, an dem auch Elisabeth Köstinger beteiligt ist, international ausrollen. Über 90 Interessenten aus der Hafen- und Logistikbranche stehen laut eigenen Angaben in Gesprächen.
Eine Reihe von Produkten und Technologien müssen in der Schwerelosigkeit getestet werden. R-Space mit Sitz am Flughafen Wien-Schwechat will diese In-Orbit-Tests mit seiner Technologie und dank „Ride-Sharing“ deutlich günstiger und mit deutlich geringerer Wartezeit anbieten. Ins All fliegt R-Space von Europa aus mit dem bayerischen Raketen-Startup Isar Aerospace. Noch diesen Herbst will man so seinen vollständig in Österreich gebauten kommerziellen Satelliten AT-Astra mit Tests von drei Kunden in den Orbit befördern.
Der KI-Boom bringt eine neue Geschwindigkeit mit sich. Auch für etablierte Unternehmen führt daher kein Weg an KI-generiertem Code vorbei. Dieser birgt aber bekanntlich (noch) erhebliche Risiken. Das Linzer Startup Straion nimmt sich des Problems an und sorgt mit seiner Anwendung dafür, dass der KI-generierte Code interne Standards, Sicherheitsanforderungen und Architekturvorgaben von Unternehmen erfüllt. Damit konnte sich das Startup dieses Jahr auch ein 1,1-Mio.-Euro-Investment sichern.
Das Wiener Space-Tech-Startup Tumbleweed hat dieses Jahr bewiesen, dass der Zugang zum Weltall in Rekordgeschwindigkeit möglich ist: Die Hardware für die erste Orbit-Mission „Oasis Alpha“ wurde in unter neun Monaten fertiggestellt und war laut eigenen Angaben bereits frühzeitig ausgebucht. Am 7. Juli 2026 feierte das Unternehmen einen weiteren Meilenstein, als der Satellit im Rahmen einer SpaceX Transporter-17-Mission erfolgreich in eine erdnahe Umlaufbahn gebracht wurde.
Das Wiener Startup Turn-Motion von Georg Popp, Chien-hua Huang und Manuel Lachmayr fertigt maßgeschneiderte Orthesen mit KI und 3D-Druck, bis zu 15 Stück in der Zeit, die bisher für eine einzige gebraucht wurde. Die Gründungsgeschichte ist persönlich: Popp erkrankte als Kind an Polio und sollte laut Prognose den Rollstuhl kaum verlassen können. Heuer holte sich das Startup sein erstes privates Kapital, und das mit Signalwirkung: Noctua Science Ventures, der Spinoff-Fonds von Speedinvest und TU Wien, führte die Pre-Seed-Runde an, sein erstes bekanntes Investment überhaupt. Mit dabei sind das Wiener Tech-Scaleup Squer und drei Business Angels.
Das Wiener Startup zone14 von Simon Schmiderer, Tobias Gahleitner und Lukas Grömer baute sein Engagement im heimischen Fußball aus und schloss heuer eine Partnerschaft mit dem Wiener Sport-Club. Das Team will mit seiner Technologie Video- und Performance-Analysen im Fußball breiter zugänglich machen und konnte neben dem Hernalser Kultklub auch Ex-ÖFB-Kapitän Marc Janko als strategischen Investor für sich gewinnen. Die Technologie des Startups ist in über zehn Ländern verfügbar: Mehr als 200 Systeme sind global im Einsatz – von flächendeckenden Ausstattungen ganzer Ligen wie der ersten Profiliga Zyperns bis hin zu Traditionsvereinen wie dem SK Rapid, dem FK Austria Wien und dem SV Darmstadt 98.
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