01.02.2022

Uniqa Ventures aus Wien auf Platz 2 der Corporate VCs Europas

In einem aktuellen Dealroom-Ranking liegt nur mehr die deutsche Munich Re Ventures vor Österreichs mit Abstand aktivstem Corporate VC.
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UNIQA Ventures
das Team von UNIQA Ventures | Foto: UNIQA Ventures

Die Wiener Beteiligungsgesellschaft Uniqa Ventures des Versicherungsriesen Uniqa ist nun auf Platz zwei der „prominentesten“ Corporate VCs (CVCs) Europas. Das ergibt ein aktuelles Ranking der Plattform dealroom.co. Demnach liegt nur Munich Re Ventures des deutschen Rückversicherungs-Giganten Munich Re vor dem Wiener CVC. Das Dealroom-Ranking basiert laut Angaben der Plattform „primär auf der Anzahl an Unicorns und zukünftigen Unicorns im Portfolio und auf dem Grad der Deal-Aktivität“.

Uniqa Ventures: Portfolio-Wert aktuell bei 5,7 Milliarden US-Dollar

Dealroom zählt bei Uniqa Ventures aktuell 35 Startups mit einem Gesamtwert von 5,7 Milliarden US-Dollar im Portfolio. Im Ranking hinter sich lässt der Wiener CVC etwa Gesellschaften wie ING Ventures aus Amsterdam (Platz 3) oder AXA Ventures Partners aus Paris (Platz 7).

Uniqa Ventures bei Dealroom auf Platz 2 der aktivsten Corporate VCs
(c) dealroom.co

Uniqa Ventures hat sich diesen Status innerhalb weniger Jahre erarbeitet. 2016 begann Uniqa in Startups zu investieren. 2018 wurde Uniqa Ventures als eigener Corporate VC ausgegründet. Die zunächst 25 Millionen Euro Budget wurden bald erheblich aufgestockt – auf inzwischen 150 Millionen Euro. 2021 verkündete man, insgesamt bereits mehr als 50 Millionen Euro investiert zu haben. Ein besonderer Fokus liegt dabei neben InsureTech und FinTech auf dem HealthTech-Bereich.

Nicht nur aktivster CVC des Landes

Inzwischen ist die Beteiligungsgesellschaft unter der Leitung von CEO Andreas Nemeth nicht mehr nur der aktivste Corporate VC, sondern nach in Österreich investiertem Kapital-Volumen sogar der aktivste VC des Landes. Eine besondere Rolle spielt dabei auch eine Partnerschaft mit dem insgesamt nach Volumen aktivsten VC des Landes, Speedinvest, und dem CVC der Raiffeisenbank International, Elevator Ventures, im FinTech-Bereich. In deren Rahmen wurde unter anderem in Österreichs erstes Unicorn Bitpanda investiert.

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Mike Grabowski von Callstack und Marc Rousavy von Margelo | (c) Callstack
Marc Rousavy (l.) und Mike Grabowski von Callstack von Margelo | (c) Callstack

Nur einmal die App coden und sie sowohl auf iOS als auch auf Android als native App herausbringen – das ist eines der zentralen Versprechen von React Native, einer App-Entwickler-Umgebung des US-Tech-Riesen Meta. Doch aus dem Framework ist noch deutlich mehr herauszuholen. Das beweist das vor fünf Jahren gegründete Wiener Startup Margelo. Mehrere Module mit unterschiedlichen Funktionalitäten für Developer, die das Unternehmen für React Native entwickelte, verzeichneten je Download-Zahlen im mittleren bis hohen zweistelligen Millionenbereich.

Dienstleister kauft Entwickler

Ebenfalls auf React Native spezialisiert ist das Unternehmen Callstack aus Polen – dieses richtet sich an große Unternehmen, die bei der Einführung des Frameworks unterstützt werden. Nun übernahm Callstack Margelo für „mehr als 20 Millionen Euro“, wie es von den beiden Unternehmen heißt. Das polnische Unternehmen hatte sich im vergangenen Jahr eine große Finanzierung von der Investmentgesellschaft Viking geholt.

Margelo-Gründer Rousavy behält „signifikanten Anteil“

Margelo war bislang komplett im Besitz von Gründer Marc Rousavy. Er werde auch weiterhin „einen signifikanten Anteil“ an der Firma halten, schreibt er auf LinkedIn und gibt im Posting einen Einblick in die Gründungsgeschichte: „Ich habe Margelo vor fünf Jahren gegründet und hatte damals keine Ahnung von Business – ich habe sogar nach nur drei Tagen mein Wirtschaftsstudium abgebrochen.“

Langjährige Freundschaft

Mit Callstack-Gründer Mike Grabowski sei er schon länger befreundet. Nun werde man gemeinsame Sache machen. Auch Grabowski betont in seinem LinkedIn-Posting die Freundschaft: „Wir haben schon lange darüber gesprochen zusammenzuarbeiten. Einmal haben wir einander sogar versprochen, ein gemeinsames Venture zu starten.“ Nun sei es soweit. Dabei soll Margelos Entwicklung im Open-Source-Bereich fortgeführt werden.

„Foundation schaffen, die Teams brauchen, um mit Agents zuverlässige Software zu entwickeln“

Zudem will man gemeinsam auch auf den aktuellen Wandel im Software-Development durch KI eingehen, heißt es von den beiden Unternehmen in einer Aussendung. „Indem wir diese Stärken zusammenbringen, haben wir das Team und die Reichweite, um noch mehr der schwierigen Probleme zu lösen, die darüber entscheiden, ob Software in Production erfolgreich ist“, wird Grabowski dort zitiert. Und Rousavy kündigt an: „Während Softwareentwicklung zunehmend agentic wird, wollen wir mit dieser Technologie die Foundation schaffen, die Teams brauchen, um mit Agents zuverlässige Software zu entwickeln.“

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