05.04.2022

Britische Regierung will UK zu einem globalen Krypto-Zentrum machen

Großbritannien will der EU zeigen, wie Krypto-Regulierung geht. Die ersten konkreten Schritte sind die Regulierung von Stablecoins und ein NFT der Münzprägeanstalt.
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UK, Großbritannien, London
© Unsplash

Die Münzprägeanstalt Royal Mint wurde im Jahr 886 gegründet und stellt seither britische Münzen her. Nun hat die britische Regierung entschieden, dass sie auch für staatliche NFTs zuständig ist – der erste non-fungible Token soll noch im Sommer 2022 erscheinen. Der zuständige Staatsekretär John Glen sieht diesen Token als Symbol für die neue Strategie rund um Krypto-Assets, die die Regierung am Montag bekannt gab. Großbritannien will zu einem globalen Krypto-Zentrum werden – der Zeitpunkt der Ankündigung ist wohl kaum zufällig gewählt: die EU hat der Krypto-Branche mit der jüngsten Entscheidung des ECON-Ausschusses im EU-Parlament vor den Kopf gestoßen. Der Ausschuss hatte sich für eine Identitätsprüfung bei „unhosted Wallets“ ausgesprochen (brutkasten berichtete).

Stablecoins sollen reguliertes Zahlungsmittel werden

Während die britische Regierung zu dem geplanten NFT der Royal Mint noch kaum Details nannte, gibt es einige Punkte, die bereits sehr konkret klingen. „Wenn Kryptoasset-Technologien ein wesentlicher Teil der Zukunft sein werden, dann wollen wir in Großbritannien dabei sein, und zwar vom ersten Tag an“, sagte Glen auf einer Veranstaltung in London. Ein erster Schritt wird die Regulierung von Stablecoins sein, die künftig unter der Aufsicht der Notenbank stehen sollen und damit in Großbritannien als Zahlungsmöglichkeit anerkannt werden.

Sandbox und CryptoSprint für Unternehmen

Die Regulierungsbehörde FCA wird zudem eine Sandbox für Unternehmen einrichten, die mit entsprechenden Technologien, vor allem Distributed Ledger Technologies (DLT), experimentieren wollen. Im Mai werde es einen „CryptoSprint“ geben, bei dem gemeinsam mit Vertretern aus der Wirtschaft die größten Spannungsfelder der Branche erarbeitet werden sollen. Die Regierung richtet eine „Cryptoasset Engagement Group“ ein, die eng mit der Wirtschaft zusammenarbeiten soll.

Steuerliche Anpassungen für Krypto-Assets

Auch steuerlich soll es Änderungen geben, um „die Entwicklung der Kryptoasset-Märkte zu unterstützen“, wie es in der Ankündigung heißt. Konkrete Überlegungen dürfte es bereits für DeFi-Kredite geben. „Wir wollen, dass die Unternehmen der Zukunft – und die von ihnen geschaffenen Arbeitsplätze – hier in Großbritannien ansässig sind, und durch eine sinnvolle Regulierung können wir ihnen die Sicherheit geben, die sie brauchen, um langfristig zu planen und zu investieren“, sagt der britische Finanzminister Rishi Sunak.

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Herbert Eibensteiner, CEO voestalpine AG, und Michael Strugl, CEO Verbund AG | (c) voestalpine/Michael Jurtin
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Beim Start 2019 war „H2FUTURE“ von voestalpine und Verbund das weltweit größte Wasserstoffpilotprojekt. Sieben Jahre später ist von derartigen Superlativen zwar nicht mehr die Rede, doch im Rahmen der Weiterführung unter dem Titel „H2FUTURE-Follow-Up“ sollen die Grundlagen für einen grundlegenden Wandel in der Stahlproduktion bei der voestalpine geschaffen werden. Dafür investieren die Projektpartner weitere 16,4 Millionen Euro.

Schon bislang wurde am Standort mittels „Protonen-Austausch-Membran-(PEM)-Elektrolyseanlage“ grüner Wasserstoff erzeugt – konkret knapp unter 2.000 Tonnen im gesamten Zeitraum. Die Anlage wird aktuell insbesondere dafür genutzt, um Frequenzschwankungen im Stromnetz auszugleichen, die durch die unregelmäßige Verfügbarkeit erneuerbarer Energien oder unterschiedliche Strombedarfe entstehen.

Erweiterung bringt neue Funktionen und Möglichkeiten

Mit der Erweiterung der Anlage kommen zur Erzeugung des Wasserstoffs nun auch die Verdichtung, Reinigung, Speicherung sowie die Verladung und Weiterverwendung hinzu. Vier von insgesamt fünf neuen Wasserstoffspeichertanks sollen Schwankungen zwischen der fluktuierenden Wasserstofferzeugung und dem Verbrauch ausgleichen und so zur Versorgungssicherheit beitragen. Über den fünften (Versand-)Tank soll ab Ende 2027 die Demonstrationsanlage „HY4SMELT“ direkt über eine rund einen Kilometer lange Rohrleitung mit Wasserstoff versorgt werden. Dabei handelt es sich laut voestalpine um Österreichs größtes Klimaschutz-Forschungsprojekt. Außerdem kann der Wasserstoff nun mittels Hochdruckverdichtern auf bis zu 500 bar komprimiert und in Trailer für den Straßentransport abgefüllt werden, um auch an externe Abnehmer:innen geliefert werden zu können.

Die Wasserstoffpilotanlage H2FUTURE | (c) Verbund

„Wir haben mit greentec steel eine klare Strategie zur Transformation unserer Stahlproduktion. Wir werden bereits im 1. Halbjahr 2027 je einen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz in Betrieb nehmen und können damit in einem ersten Schritt bis 2029 bis zu 30 Prozent unserer CO2-Emissionen einsparen. Langfristig streben wir bis 2050 eine Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen an. Wasserstoff wird dabei eine wichtige Rolle einnehmen“, sagt dazu voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner.

Erste neue Forschungsergebnisse Ende des Jahres

Die ersten Funktionstests des erweiterten Projekts wurden bereits gestartet, erste Forschungsergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Das Projekt endet im Dezember 2030 und wird auch aus Mitteln der Umweltförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus gefördert. „Das Projekt zeigt im industriellen Maßstab, wie erneuerbarer Strom in grünen Wasserstoff umgewandelt und für konkrete industrielle Anwendungen nutzbar gemacht werden kann“, kommentiert Verbund-CEO Michael Strugl.

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