08.07.2021

Wien Energie VC Smartworks steigt bei Ubiq (ehem. Parkbob) ein

Der Corporate VC Smartworks von Wien Energie und den Wiener Stadtwerken tätigt im Rahmen einer siebenstelligen Kapitalrunde ein strategisches Investment in das 2014 gegründete Unternehmen.
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(c) Ubiq / Parkbob: CEO Christian Adelsberger
(c) Ubiq / Parkbob: CEO Christian Adelsberger

Vor etwas mehr als einem Jahr stellten Wien Energie und Wiener Stadtwerke ihr Investmentvehikel Smartworks vor. Das Portfolio umfasste bislang zwei Beteiligungen: einen Anteil am Steirer Startup Diggers Research und eine 100 Prozent-Beteiligung am aus dem Startup-Programm Innovation Challenge hervorgegangenen Corporate-Startup Smart Inspection. Nun investiert der Corporate VC in eines der bekannteren heimischen (nicht mehr ganz) Startups: Ubiq (bis 2020 Parkbob).

Ubiq überzeugt Smartworks mit Flottenmanagement-Technologie

Dabei handelt es sich um ein strategisches Investment über 500.000 Euro in das 2014 gegründete und am A1 Startup Campus groß gewordene Unternehmen, das in der Vergangenheit unter anderem mit Kooperationen mit Amazon oder der ESA für Aufsehen sorgte. Das Investment sei Teil einer insgesamt siebenstelligen Kapitalrunde, an der auch mehrere Bestandsinvestoren beteiligt sind heißt es vom Unternehmen. Konkret ziehen Speedinvest und die Business Angels Niki Futter, Heinz Hahn, Ralph Müller und Alfred Schorno mit.

Inzwischen hat sich Ubiq auf AI-gestützte Services im Flottenmanagement im Shared (E-)Mobility-Bereich fokussiert. Dabei geht es etwa um Nachfrage-Vorhersage, rechtzeitiges Laden und Effizienz-Optimierung. Entsprechend relevant ist das Produkt für die zuletzt verstärkten Mobility-Angebote von Wien Energie. „Nachhaltige, intelligente Mobilität ist einer der Schlüsselfaktoren für eine lebenswerte Stadt und wir freuen uns, dass wir Ubiq dabei unterstützen können, wichtige Dienstleistungen für Shared-Mobility-Anbieter in Wien anzubieten“, kommentiert Smartworks Innovation CEO Andreas Straßer in einer Aussendung.

Adelsberger: „Großartige Möglichkeit, unsere eigene tolle Stadt zu unterstützen“

Ubiq-Gründer und CEO Christian Adelsberger: „Es ist inspirierend für uns, ein Funding zu erhalten und ein so wichtiges Programm unterstützen zu können. Dadurch können wir in die weitere Technologieentwicklung investieren, um unseren Fußabdruck zu vergrößern und so immer mehr Städte in intelligente und nachhaltige Ökosysteme zu verwandeln. Außerdem sind wir mehr als glücklich über die großartige Möglichkeit, unsere eigene tolle Stadt zu unterstützen.“

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(c) SecurITe

Manchmal beginnt eine Gründungsgeschichte mit einem Satz, der wie eine Drohung klingt. „Alles, was wir in der Cybersecurity haben, kannst du wegschmeißen. Es wird in ganz kurzer Zeit nicht mehr funktionieren.“ Das soll Manuel Nedbal im Herbst 2024 zu Herbert Stöger gesagt haben – als das Schlagwort „agentic AI“ noch kaum jemand kannte. Rund anderthalb Jahre später, sagen beide, sei genau das eingetreten. Und aus der Ansage ist ein Unternehmen geworden, das nun eine bemerkenswerte Finanzierungsrunde vermeldet.

SecurITe hat eine Seed-Runde im niedrigen zweistelligen Millionenbereich (Euro) abgeschlossen – für eine Frühphasenfinanzierung im österreichischen Kontext eine außergewöhnliche Größenordnung. Sie reicht laut Unternehmen, um die Produktentwicklung über rund 24 Monate durchzufinanzieren. Strukturiert wurde die Runde bewusst über einen europäischen Finanzpartner aus dem Family-Office-Umfeld, der vorerst nicht genannt werden möchte. Auch die bestehenden Gesellschafter zogen mit.

Herbert Stöger, Managing Director x-tention | (c) Thomsen Photography

Hinter SecurITe stehen zwei Akteure, die sich ergänzen: Nedbal, der zwölf Jahre im Silicon Valley Cybersecurity gebaut hat, und Stöger, Gründer und Eigentümer der österreichischen Health-IT-Gruppe x-tention. Das Startup ist aus dieser Partnerschaft entstanden – x-tention brachte den Zugang zum Gesundheitsmarkt und das Problemverständnis ein, Nedbal die Technologie. Eine klassische Ausgründung sei es nicht; x-tention zählt heute zu den bestehenden Gesellschaftern.

Eine Begegnung im Bezirk Amstetten

Die Geschichte dahinter ist die zweier Welten, die im Mostviertel zusammenfanden. Nedbals Stationen im Valley: McAfee (später von Intel übernommen), dann das eigene Startup ShieldX, das nach fünf Jahren an Fortinet verkauft wurde, wo er als VP of Engineering arbeitete. Zuletzt verantwortete er bei Google die Architektur der Cloud-Firewall. Im Zuge der Pandemie kehrte er nach Österreich zurück – ein Muster, das man damals bei einigen heimischen Tech-Talenten beobachten konnte. Dort wurde er über einen gemeinsamen Freund Stöger vorgestellt.

Manuel Nedbal – CEO SecurITe (links) und Bernhard Aigenbauer – COO SecurITe | (c) SecurITe

Dieser hatte x-tention 2001 mit sechs Mitarbeitern gegründet; heute zählt die Gruppe rund 850 Beschäftigte in Österreich, der Schweiz, Deutschland und England sowie ein Office im Silicon Valley. Tief im Bereich Gesundheits-IT verankert, deckt x-tention Datenmanagement, ELGA, Konnektivität und Managed Services ab und betreut nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Kunden im Gesundheitswesen. Marktbedingungen, großes Problem, Marktzugang und Technologie seien „auf einmal zusammengekommen“ – Nedbal nennt es eine „Textbuchvorlage für ein Startup“. Heute verteilt sich das rund 50-köpfige Team auf Österreich, Silicon Valley und Bangalore.

Krankenhäuser als verwundbarster Punkt

Warum ausgerechnet Healthcare? Der Sektor sei von der Cybersecurity-Industrie „vergessen“ worden, argumentiert Nedbal – weil dort andere Regeln gelten. Klassische Schutzmechanismen ließen sich auf medizinischen Geräten und in klinischen Netzen nicht so einsetzen wie in der Enterprise-IT. Hinzu komme, dass während der Pandemie eine Hemmschwelle gefallen sei: Krankenhäuser würden heute ohne Schonung attackiert – rund um die Uhr.

Hier setzt das Resilienz-Argument der Gründer an: Krankenhäuser seien ein Paradebeispiel für kritische Infrastruktur, deren Absicherung längst keine rein technische Frage mehr sei, sondern eine der europäischen Souveränität. Die Sorge: Erkenntnisse über neue, KI-getriebene Angriffsmuster zirkulierten oft nur in einem begrenzten Kreis großer US-Anbieter – Krankenhaussoftware-Hersteller und europäische Institutionen seien dabei selten am Tisch. Eine eigenständige europäische Antwort, die nicht aus den USA, Israel oder China komme, sieht das Team daher als Chance. Konsequenterweise habe man auch die Finanzierung „aus Europa und für für das globale Wachstum“ gestemmt – die IP bleibe aber in Europa.

Die nächste Bedrohungsstufe sieht SecurITe in autonomen Agenten: Setzen Kliniken selbst KI-Agenten ein, könnten diese sich fehlverhalten; ein Angriff durch autonome Agenten sei zudem um ein Vielfaches gefährlicher als von einem menschlichen Akteur. Genau hier setzt das Produkt agentis360 an: Statt auf eine zentrale Instanz setzt es auf eigene Sensoren und kleine KI-Modelle, die direkt in der Infrastruktur sitzen und das Verhalten von Systemen und Agenten laufend auf Auffälligkeiten profilieren. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen die Produktentwicklung vorantreiben und parallel internationalen Vertrieb sowie Partnerschaften aufbauen – mit Europa als Ausgangspunkt und dem globalen Rollout für kritische Infrastruktur als nächstes Ziel.

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