07.04.2020

KMU Corona-Hilfe: Überbrückungsgarantien nach Schweizer Modell sollen kommen

Die österreichische Bundesregierung wird im Zuge der Corona-Hilfe das Instrument der Überbrückungsgarantien weiter ausbauen. Nach grünem Licht der EU-Kommission sollen KMU künftig bis zu 100-prozentige Staatsgarantien für die Aufnahmen von Krediten bekommen können.
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Überbrückungsgarantien
(c) Adobestock

In Zuge der Coronakrise wurde bereits viel über die staatlichen Überbrückungsgarantien berichtet, die kleineren- und mittleren Unternehmen im Rahmen der Corona-Hilfe zur Verfügung stehen. Das derzeitige Modell sieht so aus, dass der Staat Garantien im Rahmen einer Kreditaufnahme bei der Bank von bis zu 80 Prozent übernimmt.

In den letzten Wochen gab es unter Unternehmern die Diskussion, warum sich die österreichische Bundesregierung nicht am Schweizer-Überbrückungskreditmodell orientiert. Dieses sieht vor, dass 100 Prozent der Kredite durch Garantien vom Staat besichert werden. Zuletzt sprach sich Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer dafür aus, dass diese auf 90 Prozent ausgeweitet werden soll.

+++ Corno, Wirtschaft und die Innovation +++

Grünes Licht der EU-Kommission

Wie Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck in einem LinkedIn-Posting erläuterte, seien Garantien mit einer Haftung von 100 Prozent bislang aufgrund des europäischen Beihilfenrechts nicht möglich gewesen. Nach einem grünen Licht der EU-Kommission und aufgrund des Drucks zahlreicher EU-Staaten, darunter auch Österreich, sollen nun aber bis zu 100-Prozent-Garantien des Staates möglich werden.

„Wir haben uns deshalb aktiv und gemeinsam mit anderen Ländern für eine Lockerung und Ausweitung auf 100 Prozent eingesetzt. Nun hat die EU-Kommission durch eine Ausnahmeregelung den Weg in Richtung Schweizer Variante durch eine Ausnahmeregelung ermöglicht“, so Schramböck.

Die Kriterien

Der Bund soll künftig Kreditgarantien mit einer Haftung von bis zu 100 Prozent für Notkredite bis 500.000 Euro oder bis zu zehn Prozent des Umsatzes übernehmen können. Die EU-Kommission erlaubt Garantien bis zu 800.000 Euro.

Die Garantien richten sich dabei an KMU. Wie Schramböck im LinkedIn-Posting erläutert, ist die jeweilige Hausbank als One-Stop-Shop zuständig, darf aber keine Zinsen einheben. Zudem soll sie gemeinsam mit den betroffenen Unternehmen den jeweiligen Liquiditätsbedarf definieren.

Sofern dies erfolgt ist, werden die Garantien in einem weiteren Schritt über die Austria Wirtschaftsservice (aws) abgewickelt. Über die aws wurden laut Schramböck bereits Garantien über rund eine Milliarde Euro Kreditvolumen an KMU vergeben.


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In der heißesten Zeit des Jahres können die Produkte und Dienstleistungen von Startups Abhilfe schaffen. | (c) AdobeStock

Von Sonnenbrillen für Kinder über vegane Grillalternativen bis zu effizienteren Klimaanlagen: Österreichische Startups verbessern den Sommer mit ihren innovativen Ideen. Rechtzeitig zur sonnenreichsten Zeit des Jahres stellen wir Produkte und Dienstleistungen vor, die auch für euch hilfreich sein können.  

SooNice

Die beiden Gründerinnen von SooNice Sunnies: Christina Reifeltshammer und Doris Reifeltshammer | (c) verenaschierl photography
Die beiden Gründerinnen von SooNice Sunnies: Christina Reifeltshammer und Doris Reifeltshammer | (c) verenaschierl photography

Im Sommer darf eines nicht fehlen: die passende Sonnenbrille. Das österreichische Startup SooNice produziert sie speziell für Kinder. Kratzfeste Brillengläser und Seitenklappen sollen hochwertigen UV-Schutz bieten. Dabei setzt das Unternehmen mit biobasiertem Kunststoff auf Nachhaltigkeit. Das Konzept scheint zu funktionieren, denn das vergangene Geschäftsjahr war für das Unternehmen das bisher erfolgreichste. 2026 rechnet man mit einer weiteren Gewinnsteigerung. Konkret brachte SooNice zur Saison 2026 zwei neue Modelle und eine neue Farbvariante auf den Markt. Mit den 10- bis 16-Jährigen will das Startup eine neue Zielgruppe erschließen. Zusätzlich kam 2026 eine Sonnenbrille für sportliche Aktivitäten auf den Markt. Geografisch setze die Firma laut Geschäftsführerin Christina Reifeltshammer aktuell einen Fokus auf die BeNeLux-Länder.

Like2camp

Legales, naturnahes Campen: like2camp macht es möglich. | (c) like2camp

Für viele ist es der Urlaub schlechthin: Campen in der Wildnis. Dabei ist es oft gar nicht so einfach, einen naturnahen Stellplatz zu finden, der auch noch legal ist. Das Salzburger Startup like2camp hat sich genau dieses Problems angenommen. Sie wollen Camper:innen eine Alternative zum Wildcampen bieten, indem sie auf ihrer Plattform naturnahe Stellplätze vermitteln. Im vergangenen Dezember wurde bekannt, dass die Schweizer Buchungsplattform Nomady das Salzburger Startup im Rahmen eines Asset-Deals übernimmt. Like2camp wurde dabei vollständig in nomady.camp integriert, blieb aber als Produkt und Marke innerhalb von Nomady bestehen. Die Schweizer Buchungsplattform hatte bereits davor eine Plattform für naturnahes Campen in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien betrieben. Durch den Zusammenschluss soll die Reichweite erhöht und die Community erweitert werden.

Die Pflanzerei

Gründerin Nadina Ruedl vertreibt vegane Hausmannskost in Wien. | (c) Die Pflanzerei

Für viele Österreicher:innen gehört Grillen einfach zum Sommer. Für all jene, die auf Fleisch verzichten, bietet das Startup “Die Pflanzerei” rund um Gründerin Nadina Ruedl eine geeignete Alternative. In ihrem Shop im siebten Wiener Gemeindebezirk bekommt man österreichische vegane Hausmannskost. Sie verkauft neben veganen Würsteln unter anderem auch pflanzlichen Leberkäse, Fleischknödel oder Schnitzel. Beim Wirtschaftspreis Trigos wurde die Pflanzerei 2025 in der Kategorie “regionale Wertschaffung” ausgezeichnet. Das Projekt „Regionale Wertschöpfung bei pflanzenbasierten Fleischalternativen“ wurde dabei hervorgehoben. Damit unterstützt die Pflanzerei regionale Traditionsbetriebe beim Einstieg in pflanzliche Alternativen. 

so.cool

(l.n.r.) Ben Assa, Philippe Schmit (CEO) und Alireza Eslamian (CTO) setzen auf innovative Lösungen. | © Alex Wieselthaler

Diesen Sommer hatte Österreich mit einer Hitzewelle nach der anderen zu kämpfen. Die Temperaturen in Wiens Wohnungen stiegen teilweise jenseits der 35 Grad, in den Nächten kühlte es nicht ab. Die Klimaanlagen des Startups so.cool (vormals Social Cooling) können Abhilfe schaffen. Das Besondere: Das patentierte thermische Energiespeichersystem Terra Breeze funktioniert ohne den klassischen Abluftaustausch und muss nicht installiert werden. Die Wärme wird nicht nach außen geleitet, sondern im Gerät gespeichert und wieder abgegeben, wenn niemand im Raum ist. Das System soll laut so.cool rund 40 Prozent weniger Energie verbrauchen als herkömmliche Klimaanlagen. Das Konzept scheint zu überzeugen, vergangenes Jahr holte das Startup ein Pre-Seed-Investment von 400.000 Euro. Lead-Investoren waren der Schweizer Krypto-Unternehmer Robert Lauko sowie das Wiener Family Office c.e.l.l. Investment, das vor allem im Nachhaltigkeitsbereich aktiv ist. Im März eröffnete so.cool einen neuen Standort im Wiener Technologiezentrum Seestadt. 

Dæly

Die Dæly-Gründer v.l.: Paul Truffner, Florian Ritter und Alexander Walliser | (c) Dæly
Die Dæly-Gründer v.l.: Paul Truffner, Florian Ritter und Alexander Walliser | (c) Dæly

Sommerzeit ist Ferienzeit. Viele Familien stellt sie vor organisatorische Herausforderungen. Das Grazer Startup Dæly setzt genau hier an: bei der Planung. Ein 15,6 Zoll großer Touchscreen soll die Zettelwirtschaft von Einkaufslisten, Kalendern, To-Do-Anwendungen etc. beseitigen und so die Organisation erleichtern. Kinder besäßen laut Co-Founder Florian Ritter noch kein Smartphone. Daher müssen Eltern neben digitalen auch analoge Kalender pflegen. Die Organisation werde daher auf bis zu acht verschiedenen Geräten abgewickelt, was zu mangelndem Überblick, ständigen Missverständnissen und Koordinationsstress im Alltag führe.

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Vereinsplaner-Gründer (v.l.) Lukas Krainz und Mathias Maier © Vereinsplaner

Egal ob Meisterschaft, Camps oder Trainingslager: Im Sommer blühen Österreichs Vereine auf. Auch bei ihnen ist die Organisation oftmals nicht leicht. Der Vereinsplaner soll Vereinsvorständen die tägliche Arbeit erleichtern. Das Online-Verwaltungstool kann von der Terminplanung über Mitgliedermanagement bis hin zu Dokumentenverwaltung eingesetzt werden. 2022 machte das Startup mit einem Auftritt bei “2 Minuten 2 Millionen” erstmals auf sich aufmerksam. Zuletzt dehnte das Unternehmen seine Aktivitäten nach Deutschland aus. Mit einer Niederlassung in Passau sollen die Betreuung vor Ort sowie lokale Partnerschaften intensiviert werden. 

Sonnnig

Das sonnnig-Gründerteam: Roman Öfferlbauer, Jonathan Buchinger und Lukas Hückel © sonnnig

In keiner Jahreszeit gibt es so viele Sonnenstunden wie im Sommer. Das erhöht auch die Stromproduktion von PV-Anlagen. Das Energy-Sharing-Startup Sonnnig verwaltet Energiegemeinschaften. So können z.B. Familien ihre Wohnsitze verbinden und Strom austauschen oder Einzelpersonen ihr Strom-Guthaben einlösen. Ursprünglich konzentrierte sich das Startup auf Endverbraucher, also Privatpersonen, Unternehmen und Gemeinden. Nun soll Sonnnig aber auch mit Energieversorgern kooperieren, denn Energieversorgungsunternehmen stünden zunehmend vor einem Einkaufs- und Prognoseproblem.     

infrared.city

Der Hitzestress in Wien wird hier visualisiert. (c) Live.infrared.city

Die Sommer werden immer heißer und Großstädte wie Wien stehen zunehmend unter Hitzestress. Die Hitze ist nicht nur unangenehm, sondern unter Umständen auch gefährlich. Das ClimateTech-Startup live.infrared.city möchte dem entgegenwirken. Es liefert eine kostenlos abrufbare Echtzeit-Hitzekarte, die das gesamte Wiener Stadtgebiet abdeckt. Dadurch sollen unkompliziert die kühlste Route, die schattigsten Straßen oder das heißeste Gebiet gefunden werden. Wien war die erste Stadt, die von live.infrared.city abgedeckt wurde. Mittlerweile sind auch London, New York und Stuttgart auf der Webseite zu finden.

Kennt ihr noch Startups, die euch den Sommer erleichtern? Dann schreibt uns unter [email protected].

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AI Summaries

KMU Corona-Hilfe: Überbrückungsgarantien nach Schweizer Modell sollen kommen

  • In Zuge der Coronakrise wurde bereits viel über die staatlichen Überbrückungsgarantien berichtet, die kleineren- und mittleren Unternehmen im Rahmen der Corona-Hilfe zur Verfügung stehen.
  • Das derzeitige Modell sieht so aus, dass der Staat Garantien im Rahmen einer Kreditaufnahme bei der Bank von bis zu 80 Prozent übernimmt.
  • In den letzten Wochen gab es unter Unternehmener die Diskussion, warum sich die österreichische Bundesregierung nicht am Schweizer-Überbrückungskreditmodell orientiert.
  • Nach einem grünen Licht der EU-Kommission aufgrund des Drucks zahlreicher EU-Staaten, darunter auch Österreich, sollen nun aber 100-Prozent-Garantien des Staats möglich werden.
  • Der Bund soll künftig Staatsgarantien mit einer Haftung von bis zu 100 Prozent für Notkredite bis 500.000 Euro übernehmen können.
  • Über die aws wurden laut Schramböck bereits Garantien über rund eine Milliarde Euro Kreditvolumen an KMU vergeben.

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  • In den letzten Wochen gab es unter Unternehmener die Diskussion, warum sich die österreichische Bundesregierung nicht am Schweizer-Überbrückungskreditmodell orientiert.
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  • Nach einem grünen Licht der EU-Kommission aufgrund des Drucks zahlreicher EU-Staaten, darunter auch Österreich, sollen nun aber 100-Prozent-Garantien des Staats möglich werden.
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KMU Corona-Hilfe: Überbrückungsgarantien nach Schweizer Modell sollen kommen

  • In Zuge der Coronakrise wurde bereits viel über die staatlichen Überbrückungsgarantien berichtet, die kleineren- und mittleren Unternehmen im Rahmen der Corona-Hilfe zur Verfügung stehen.
  • Das derzeitige Modell sieht so aus, dass der Staat Garantien im Rahmen einer Kreditaufnahme bei der Bank von bis zu 80 Prozent übernimmt.
  • In den letzten Wochen gab es unter Unternehmener die Diskussion, warum sich die österreichische Bundesregierung nicht am Schweizer-Überbrückungskreditmodell orientiert.
  • Nach einem grünen Licht der EU-Kommission aufgrund des Drucks zahlreicher EU-Staaten, darunter auch Österreich, sollen nun aber 100-Prozent-Garantien des Staats möglich werden.
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KMU Corona-Hilfe: Überbrückungsgarantien nach Schweizer Modell sollen kommen

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