Uber expandiert mit „Uber Money“ ins Payment-Geschäft
Uber hat in den USA das neue Payment-Angebot namens Uber Money gestartet, das hauptsächlich von Fahrern, aber auch von den Kunden genutzt werden kann. Dazu gibt es unter anderem eine eigene Uber-Kreditkarte.
Apple setzt auf die Apple Card, Amazon auf Amazon Cash – und nun steigt das nächste US-amerikanische IT-Unternehmen ins Finance-Geschäft ein: Der Fahrtdienstvermittler Uber hat vergangene Woche verkündet, mit Uber Money auch Finanzdienstleistungen anzubieten – vorerst in den USA, dann in weiteren Märkten.
Vorerst Fokus auf Uber-Fahrer
Im Fokus stehen dabei vorerst Angebote für die Fahrer. So wird zum Beispiel der Dienst namens „Real-Time Earnings“ eingeführt, bei dem die Fahrer nach jeder Fahrt sofort Zugriff auf das Geld haben, welches auf ihr Uber-Konto überwiesen wird.
Das besagte Konto – der „Uber Debit Account“ – wird gemeinsam mit dem Finance-Unternehmen Green Dot angeboten. Monatliche Gebühren fallen dafür keine an, verspricht Uber. Green Dot ist unter anderem auf das Thema Cashback spezialisiert, was sich auch in den entsprechenden Uber-Angeboten widerspiegelt: Wer als „Uber Pro Driver“ an der Tankstelle mit der Uber Debit Card bezahlt, bekommt drei bis sechs Prozent auf den gezahlten Betrag zurück, verspricht Uber.
Auch Angebote für Uber-Kunden in Arbeit
Die ebenfalls eingeführte Uber Wallet ist eine App, mit der die eigenen Einnahmen und Ausgaben getrackt werden können. Vorerst wird das Produkt in der App für Uber-Fahrer ausgerollt, die reguläre Uber-App und die Uber Eats-App sollen „in Kürze“ folgen.
Außerdem gibt es einen Relaunch der Uber Credit Card: Dabei handelt es sich um ein Consumer-Produkt, das gemeinsam mit Barclays angeboten wird. Die Kunden bekommen hier Rabatte, wenn sie die Kreditkarte bei der Bezahlung von Uber-Diensten verwenden – dazu zählen reguläre Uber-Fahrten ebenso wie Essensbestellungen via Uber Eats oder das Mieten von Fahrrädern und Rollern via JUMP. Rabatte soll es sogar dann geben, wenn man sich via Uber Copter einen Flug mit einem Hubschrauber gönnt.
Mit Uber Copter kann man in den USA auch einen Hubschrauber mieten. (c) Uber
Uber Pay: API für FinTech-Developer
Das Ende der Fahnenstange dürfte dabei noch lange nicht erreicht sein. Denn unter anderem verweist Uber auf einer eigenen Microsite auf mögliche Partnerschaften rund um das Thema Uber Pay. Developer sollen dementsprechend die API von Uber nutzen, um zum Beispiel neue Payment-Methoden für Uber zu ermöglichen oder Kundenbindungsprogramme rund um Uber Cash zu entwickeln.
Unklar ist, ob und wann die neuen Uber-Angebote auch in Österreich verfügbar sein werden. Im Gegensatz zu den USA arbeitet Uber hierzulande weniger mit Privatpersonen, sondern mit Mietwagenfirmen. Außerdem kämpft das US-Unternehmen hierzulande mit regulatorischen Herausforderungen – ein Grund, warum auch der Vorarlberger Konkurrent Holmi sein Mietwagen-Angebot in Wien wieder stoppte.
Codesphere: die europäische Hyperscaler-Alternative ohne eigene Rechenzentren
Mit Codesphere baut Elias Schneider in Deutschland einen virtuellen Cloud-Provider und kann bereits große Regierungsaufträge vorweisen. Im brutkasten-Talk sprach er über sein Scaleup, digitale Souveränität, den Staat als Kunden und Hemmschuhe für europäische Scaleups.
Codesphere: die europäische Hyperscaler-Alternative ohne eigene Rechenzentren
Mit Codesphere baut Elias Schneider in Deutschland einen virtuellen Cloud-Provider und kann bereits große Regierungsaufträge vorweisen. Im brutkasten-Talk sprach er über sein Scaleup, digitale Souveränität, den Staat als Kunden und Hemmschuhe für europäische Scaleups.
Codesphere-Gründer Elias Schneider | (c) brutkasten / Dervisevic
„Es hat sich noch nie so echt angefühlt, wirklich eine Alternative zu den US-Hyperscalern bauen zu können”, sagt Elias Schneider, Gründer und CEO von Codesphere, im brutkasten-Talk über die aktuelle Dynamik auf dem europäischen Cloud-Markt. Das deutsche Scaleup will mit seinem Modell den großen US-Anbietern die Stirn bieten.
Deutsche Regierungsinstitutionen als Referenzkunden
„Wir bauen einen virtuellen Cloud-Provider, also nicht den gesamten Stack eines Hyperscalers mit Rechenzentren und Servern, sondern quasi nur die Software“, erklärt Schneider. Damit konnte man bereits denkbar namhafte Kunden gewinnen: Das System kommt etwa in unterschiedlichen souveränen Plattformen der deutschen Bundesregierung zum Einsatz. Über das Plattform-Modell funktioniere das Angebot wie ein App-Store für jegliche Infrastruktur, sagt der Gründer. Damit könne Software beschleunigt beschafft und im kritischen Infrastrukturmarkt betrieben werden.
Dass Codesphere als europäischer Technologieanbieter auch im direkten Wettbewerb mit etablierten US-Konzernen bestehen kann, erläutert Schneider an einer kürzlich erfolgten Großausschreibung: „Wir haben gemeinsam mit der Schwarz-Gruppe, der Telekom und anderen Partnern eine Ausschreibung für die KI-Plattform der deutschen Bundesregierung im Wert von 250 Millionen Euro gewonnen – und das auch gegen Google.“ Die zuletzt gewonnenen Rahmenverträge des Unternehmens beliefen sich auf ein Gesamtvolumen von mehr als 500 Millionen Euro. „Das eigentliche Hauptargument, heute keine europäischen Lösungen zu kaufen, ist, dass sie nicht so viele Managed Services anbieten können wie die US-Hyperscaler. Dieses Bundle aufzubrechen, geht nur mit starken Partnerschaften in Europa und wenn wir es schaffen, dass man alles zusammen macht.“
“Einer unserer größten Skalierungs-Blocker”
Die Motivation für die Nutzung souveräner Plattformen begründet Schneider mit zentralen Sicherheits- und Wirtschaftsfragen. „Es geht einmal um Autonomie und darum, dass die Infrastruktur der kritischen Infrastruktur dem Bund gehört und man nicht von US-Lösungen abgeklemmt werden kann.“ Gleichzeitig schränke die Aufsplitterung des europäischen Marktes das Wachstum heimischer Unternehmen bisher stark ein. In den USA existierten einheitliche politische Interessen und dieselbe Regulatorik für einen riesigen Markt. In Europa gebe es hingegen pro Land, Bundesland und Sektor unterschiedliche politische Interessen sowie abweichende Regeln. „Das ist einer unserer größten Skalierungs-Blocker, weil wir in Europa keinen Markt haben, der groß genug ist, um Unternehmen zu bauen, die 100 oder 1.000 Milliarden wert sind. Und das liegt daran, dass wir zu wenig miteinander arbeiten.“
Elias Schneider (r.) im brutkasten-Studio mit Dejan Jovicevic | (c) brutkasten / Dervisevic
Um diese Hürden zu überwinden, spiele die öffentliche Hand als Auftraggeber eine Schlüsselrolle. Vor der veränderten geopolitischen Lage habe sich Codesphere zunächst auf regulatorisch anspruchsvolle Nischen und die kritische Infrastruktur fokussiert – wie etwa beim Gefängnis-Telefoniedienstleister Lawful Intercept oder der Staatsbank Baden-Württemberg. „Bei der kritischen Infrastruktur konnten Kunden aus regulatorischen Gründen nicht mit US-Anbietern arbeiten, weil es zu unflexibel war.“ Als sich die geopolitische Lage drehte und der Wandel einsetzte, profitierte Codesphere davon, dass das eigene Produkt diese strengen Sicherheitsstandards und Zertifizierungen aus den Nischenprojekten bereits erfüllte und gehärtet war.
Er wünsche sich, dass der Staat jungen Unternehmen frühzeitig als verlässlicher Ankerkunde zur Seite stehe, sagt Schneider. „Der Staat kann sehr helfen, gerade bei frühphasigen Startups, um die Sicherheit aufzubauen, dass das Startup nicht in sechs Monaten pleite ist. Es braucht keine Förderungen, sondern echte Aufträge, die dazu führen, dass man die Referenz hat, um den Rest der kritischen Infrastruktur zu gewinnen.“
“Sollten Importweltmeister von europäischen Lösungen werden”
Kritisch bewertet Schneider die europäische Neigung, digitale Souveränität primär über Regulierungen und Risikovermeidung zu definieren. „Wir denken viel zu viel darüber nach, was schiefgehen könnte, wenn wir in moderne Technologie investieren. Unsere Währung ist viel zu sehr Blame und wir haben viel zu viel Angst, etwas falsch zu machen.“ Anstatt sich lediglich auf Anwendungsschichten oder Regularien wie die DSGVO zu beschränken, müsse Europa mutig in Kerntechnologien wie Cloud-Infrastrukturen, Kernfusion oder eigene KI-Modelle investieren.
Schneider erzählt eine Anekdote: Auf einer Konferenz habe eine Meta-Vertreterin gefordert, Europa solle bloß „Adoption-Weltmeister“ werden, worauf sein Chief of Staff sarkastisch gefragt habe, ob man stattdessen “Importweltmeister” werden wolle. Schneider warnt davor, sich mit einer reinen Konsumentenrolle abzufinden: „Ich glaube schon, dass Deutschland Importweltmeister werden sollte, allerdings von europäischen Lösungen.“ Dafür müsse ein offener Binnenmarkt geschaffen werden, damit globale Player entstehen können.
Von den USA zurück nach Europa
Seinen Firmensitz verlegte Codesphere über einen sogenannten Reverse Flip bewusst von den USA als Europäische Aktiengesellschaft nach Europa zurück – vor allem, weil Schneider durch die geopolitische Wende im europäischen Staats- und Sicherheitssektor eine enorme Marktchance sah. Unabhängig davon bleibe der Kapitalmarkt ein Nadelöhr für das Wachstum europäischer Scaleups. Dabei konnte Codesphere selbst bisher rund 40 Millionen Euro an Gesamtkapital aufnehmen – darunter knapp 30 Millionen Euro in einer Series-A-Finanzierungsrunde unter Führung des Investors Creandum.
Dennoch bestehe beim Thema Wachstumskapital in Europa weiterhin Nachholbedarf: „Wir haben wahrscheinlich ungefähr zehn große europäische Wachstumsinvestoren – das ist schlichtweg zu wenig, um als Gründer echten Wettbewerb in den Verhandlungen zu haben.“ Zwar sei es vorübergehend akzeptabel, internationales Kapital ohne Kontrollrechte zu nutzen, doch brauche Europa nachhaltige eigene Strukturen. „Wir brauchen unbedingt einen europäischen Kapitalmarkt, und zwar so schnell es geht. Wir müssen dahin kommen, dass wir einen Börsengang mit einem attraktiven Bewertungsmultiple machen können, was die Börse in Frankfurt heute nicht bietet.“
Trotz der Herausforderungen blickt Schneider aber optimistisch auf die Zukunft des Standorts. Durch grenzüberschreitende Kooperationen und gemeinsame Beschaffung lasse sich das vorhandene Talent in Europa erfolgreich nutzen. „Wir müssen mehr zusammenarbeiten, uns mehr gegenseitig unterstützen, mehr voneinander einkaufen – sowohl politisch als auch in der Industrie.“ Wenn die Politik helfe, Barrieren abzubauen und grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten, könnten in Europa auch echte globale Player skalieren.
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Uber expandiert mit „Uber Money“ ins Payment-Geschäft
Uber hat vergangene Woche verkündet, mit Uber Money auch Finanzdienstleistungen anzubieten – vorerst in den USA, dann in weiteren Märkten.
Im Fokus stehen dabei vorerst Angebote für die Fahrer. Sie kommen schneller an ihr Geld.
Der „Uber Debit Account“ wird gemeinsam mit dem Finance-Unternehmen Green Dot angeboten.
Für Endkunden gibt es eine Uber-Kreditkarte mit Rabatten auf Uber-Produkte.
Uber verweist auf einer eigenen Microsite auf mögliche Partnerschaften rund um das Thema Uber Pay.
Developer sollen die API von Uber nutzen, um zum Beispiel neue Payment-Methoden für Uber zu ermöglichen oder Kundenbindungsprogramme rund um Uber Cash zu entwickeln.
AI Kontextualisierung
Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …
Uber expandiert mit „Uber Money“ ins Payment-Geschäft
Uber hat vergangene Woche verkündet, mit Uber Money auch Finanzdienstleistungen anzubieten – vorerst in den USA, dann in weiteren Märkten.
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Der „Uber Debit Account“ wird gemeinsam mit dem Finance-Unternehmen Green Dot angeboten.
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Uber expandiert mit „Uber Money“ ins Payment-Geschäft
Uber hat vergangene Woche verkündet, mit Uber Money auch Finanzdienstleistungen anzubieten – vorerst in den USA, dann in weiteren Märkten.
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Der „Uber Debit Account“ wird gemeinsam mit dem Finance-Unternehmen Green Dot angeboten.
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Uber verweist auf einer eigenen Microsite auf mögliche Partnerschaften rund um das Thema Uber Pay.
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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?
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