09.03.2023

Uber in Klosterneuburg: Mit 5 Euro pauschal und Glück zur Abendstunde sicher nach Hause

Uber und das Taxiunternehmen Glück kooperieren in Klosterneuburg. Und bieten Fahrten zu einem Fixpreis an.
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Uber, Klosterneuburg, 5 Euro,
(c) Uber/APA-Fotoservice/Hörmandinger (v.l.n.r.) Alexander Glück, Geschäftsführer Taxi Glück, Martin Essl, General Manager Uber Österreich, Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager und Gemeinderat Johannes Kehrer.

Es gibt sogar ein Lied darüber. Für Bewohner:innen außerhalb des Stadtgebietes ist zu nächtlichen Stunden der Weg heim oftmals mit dem eigenen Auto, zu Fuß oder zu hohen Kosten möglich. Ein weit verbreitetes Phänomen in ländlichen Gebieten, dem die Vorarlberger Band „Holstuonarmusigbigbandclub“ (HMBC) ein Lied widmete. „Vo Mello bis ge Schoppornou“ hat zwar nichts mit Klosterneuburg zu tun, zeigt aber gut auf, was Betroffene durchmachen müssen. Zumindest in Niederösterreich möchte Uber da jetzt aushelfen.

Uber fand das Glück

Gemeinsam mit der Stadt und dem Taxiunternehmen „Glück“ kann das Stadttaxi nun auch über die Uber-App gebucht und bezahlt werden. Zum Fixpreis von fünf Euro kommt man an sieben Tagen die Woche zwischen 19:00 und 1:30 Uhr nach Hause und kann so auf das eigene Auto verzichten.

„Ich freue mich, dass wir bei Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager und auch dem lokalen Taxiunternehmer auf offene Ohren gestoßen sind und nun gemeinsam ein attraktives und modernes Mobilitätsangebot auf den Weg bringen konnten“, sagt Martin Essl, General Manager Uber Österreich.

Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager ergänzt: „Seit fünf Jahren gibt es das Stadttaxi – zum Jubiläum freut es mich ganz besonders, dass wir mit der Zeit gehen können. Mit der Uber-App sprechen wir vor allem junge Menschen in unserer Gemeinde an und wollen ihnen den sicheren Nachhauseweg so noch einfacher ermöglichen.“

Zwei Umsteigeknoten

Konkret können Uber-Nutzer:innen von den beiden Umsteigeknoten Klosterneuburg-Weidling und Klosterneuburg-Kierling zum von der Stadt geförderten Pauschalpreis ihre Fahrt im gesamten Gemeindegebiet sowie nach Hadersfeld in der Uber-App buchen. Bei mit Uber gebuchten Stadttaxi-Fahrten ist das Ausfüllen eines Papier-Fahrauftrages nicht mehr notwendig.

„In ländlichen Gebieten ist der öffentliche Verkehr oft nicht flächendeckend bis in die späten Abendstunden finanzierbar. Mit Angeboten wie dem Stadttaxi schaffen wir die optimale Ergänzung zum ÖV und eine attraktive Alternative zum eigenen PKW“, sagt auch Gemeinderat Johannes Kehrer.

Uber-General Manager: „Lücke schließen“

Bisher ist das Angebot in Klosterneuburg ein Pilotprojekt, Essl hofft aber auf weitere interessierte Gemeinden, um so zur Reduzierung des Individualverkehrs beizutragen: „Wir wollen allen Österreicherinnen und Österreichern moderne Mobilität anbieten. Gerade kurze Strecken zu öffentlichen Verkehrsmitteln sind eine Lücke, die wir mit Mobilitätsangeboten wie Uber schließen können.“

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(v.l.) Peter Hajek, Monika Köppl-Turyna, Lisa-Marie Fassl und Markus Raunig © Tobias Gärtner

Wie steht es um das Interesse an der Selbstständigkeit in Österreich? Eine Online-Befragung von Peter Hajek Public Opinion Strategies im Auftrag der Stiftung Unternehmerische Zukunft liefert dazu aktuelle Daten. Im Befragungszeitraum vom 22. Mai bis 8. Juni 2026 wurden insgesamt rund 1.500 Personen der österreichischen Wohnbevölkerung im erwerbsfähigen Alter zwischen 16 und 69 Jahren befragt. Die Zahlen zeigen, wie stark das direkte Umfeld die Neigung zum Unternehmertum in Österreich prägt.

Der „Eltern-Effekt“ als zentraler Einflussfaktor

Der zentralste Befund der Untersuchung liegt in der familiären Prägung: Der Wunsch und die konkrete Absicht zu gründen gehen laut den Studiendaten maßgeblich mit der unternehmerischen Tätigkeit der eigenen Eltern einher. Insgesamt geben 20 Prozent der Befragten an, mindestens einen selbstständigen oder unternehmerischen Elternteil zu haben. Laut Umfrage verändert diese Erfahrung die Haltung grundlegend: Während sich ohne unternehmerischen Hintergrund lediglich 27 Prozent der Befragten eine Gründung grundsätzlich vorstellen können, steigt dieser Wert bei Personen mit unternehmerischem Elternhaus auf 47 Prozent.

Noch drastischer unterscheidet sich die konkrete Planung: Bei Befragten ohne unternehmerische Eltern geben derzeit nur 7 Prozent an, innerhalb der nächsten zwölf Monate konkret eine Gründung zu planen. Hat mindestens ein Elternteil ein Unternehmen geführt oder gegründet, springt diese Gründungsabsicht auf 18 Prozent, also mehr als das Doppelte. Das Elternhaus senkt somit laut Studie die subjektiven Hürden von der bloßen Vorstellung hin zur konkreten Absicht.

Eklatanter Mangel an sichtbaren Vorbildern im Alltag

Dass die familiäre Herkunft in den Daten eine so dominante Rolle spielt, deckt sich mit einem deutlichen Mangel an sichtbaren Alternativen im öffentlichen Raum. Laut Umfrage fällt fast der Hälfte der Gesamtbevölkerung (49 Prozent) spontan kein einziger Name einer Unternehmerin oder eines Unternehmers ein.

Unter den Befragten zwischen 16 und 29 Jahren geben sogar 60 Prozent an, niemanden nennen zu können. Werden überhaupt Namen genannt, handelt es sich meist um prominente Großunternehmer wie Mateschitz (13 Prozent), Haselsteiner (5 Prozent), Benko (3 Prozent), Swarovski (3 Prozent) oder Elon Musk (2 Prozent). Greifbare Vorbilder aus dem alltäglichen Leben fehlen in der Wahrnehmung vieler Befragter.

Gleichzeitig zeigt die Erhebung: Wer im unternehmerischen Umfeld aufwächst oder entsprechende Kontakte hat, würde im Falle eines Gründungsvorhabens eine nahestehende Person laut Eigenangabe mit 37 Prozent mehr als doppelt so oft aktiv bestärken wie Personen ohne dieses Umfeld (17 Prozent).

Breiter Ruf nach Wirtschaftsbildung an Schulen

Unterstützung aus dem Elternhaus ist ein wichtiger Faktor, doch soll er laut den Befragten nicht der einzige sein, der über die berufliche Zukunft entscheidet, wie sich aus weiteren Ergebnissen ablesen lässt. 80 Prozent sprechen sich dafür aus, dass Jugendliche bereits in der Schule stärker lernen sollten, wie man Unternehmen gründet oder führt. Zudem hätten sich 75 Prozent selbst mehr praktische Wirtschaftsbildung gewünscht.

Für Markus Raunig, Vorstand der Stiftung Unternehmerische Zukunft, liefern die Befragungsergebnisse deshalb einen klaren Auftrag an die Bildungspolitik. Seine zentrale These formuliert Raunig bei der heutigen Pressekonferenz als Kernversprechen der Stiftungsarbeit: „Unsere Überzeugung als Stiftung lautet: Es darf nicht davon abhängen, was für Eltern oder welches Umfeld man hat, ob man unternehmerisch tätig wird oder nicht.“

Durch praxisnahe Schulprogramme, den Aufbau eigener Medienkanäle zur Veranschaulichung des unternehmerischen Alltags und die gezielte Sichtbarmachung nahbarer Vorbilder soll dieses Herkunfts-Delta geschlossen werden.

Wachstumsorientierte Startups als echter Jobmotor

Aus volkswirtschaftlicher Sicht kommt es jedoch nicht bloß auf die reine Anzahl an Gründungen an, sondern auf deren Qualität, das betont Monika Köppl-Turyna, Direktorin von EcoAustria. Die auch als Vorstandsmitglied der Stiftung agierende Wirtschaftsforscherin hebt hervor, dass vor allem junge, wachstumsstarke Unternehmen als entscheidender Motor für Beschäftigung und Innovation wirken und überproportional viele neue Arbeitsplätze schaffen.

Auf der Pressekonferenz spitzte Investorin und Stiftungs-Vorstandsmitglied Lisa-Marie Fassl die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Haltungswende zu: „Das einzige, was uns hilft wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben als Standort, ist Innovation. […] Es muss gesamtgesellschaftlich gesehen einfach wieder sexy sein, einen Beitrag zu leisten. Wir leben in einem Land mit einer massiven Vollkaskomentalität, wo man darauf wartet, dass irgendwer etwas für einen richtet.“

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