10.07.2023

Twitter: Diese sieben Alternativen solltest du kennen

Seit Elon Musks Übernahme von Twitter sind viele Nutzer:innen auf der Suche nach alternativen sozialen Netzwerken. Doch das Angebot ist groß. Der brutkasten hat eine Liste von Twitter-Alternativen erstellt.
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Die Übernahme von Twitter durch Elon Musk hat in den letzten acht Monaten für einigen Wirbel gesorgt. Beginnend mit dem Layoff von rund 80 Prozent der Twitter-Angestellten im vergangenen Jahr hat Musk dafür gesorgt, dass sich ehemalige Mitarbeiter:innen bei Twitter rächen, indem sie ihre eigenen sozialen Medien entwickeln.

Mit Einschränkungen und Co. ist Twitter für viele nicht mehr so attraktiv, wie es einmal war. Viele Menschen sehnen sich nach den Zeiten, als Twitter wirklich Twitter war, bevor das Musk-induzierte Chaos begann. Unzufriedene Twitter-Nutzer:innen, die auf der Suche nach Alternativen sind, überschwemmen die neuen sozialen Netzwerke. Für diejenigen, die noch nicht fündig geworden sind, hat der brutkasten eine Liste von Twitter-Alternativen, die weniger chaotisch geführt werden, erstellt. 

Bluesky

Das als Twitter-Klon bekannte Unternehmen Bluesky bietet eine einladungsbasierte Social-Media-App an, die von Jay Graber im Jahr 2021 gegründet wurde. Ursprünglich als Twitter-Initiative gestartet, wurde das Startup nach der Ausgründung von Jack Dorsey, dem ehemaligen Mitgründer und CEO von Twitter, untersützt. Bluesky ist als iOS- und Android-App verfügbar und zählt nach dem Beta-Launch im Februar 2023 nur eine kleine Anzahl aktiver Nutzer:innen – rund 200.000. Da die Plattform aber nur nach Einladung zugänglich ist, befinden sich derzeit 1,9 Millionen Menschen auf der Warteliste. Wer unbedingt eine Einladung zu Bluesky erhalten möchte, kann in anderen sozialen Netzwerken wie Twitter oder Reddit darum bitten. 

Das Unternehmen aus Washington ermöglicht Nutzer:innen das Posting von Inhalten mit bis zu 300 Zeichen. Obwohl die Plattform Twitter ähnelt, unterstützt Bluesky derzeit keine Direktnachrichten, Live-Streams oder Videos. Graber hat bei der Entwicklung der neuen Social-Media-Plattform nicht nur auf Exklusivität, sondern auch auf Dezentralität gesetzt. Basierend auf dem AT-Protokoll, einem dezentralen sozialen Netzwerkprotokoll und somit eine Alternative zu ActivityHub, gibt Bluesky seinen User:innen mehr Kontrolle über ihre Daten und die von ihnen gesehenen Inhalte. 

Threads

Der Social-Media-Konzern Meta soll mit der textbasierten Applikation Threads eine Twitter-Alternative auf den Markt bringen. Meta zufolge soll die erst Anfang Juli gelaunchte Plattform Threads wie Instagram funktionieren – nur “mit Text statt Bildern”. Threads soll damit eng an die Fotosharing-Plattform Instagram angebunden sein: Like-, Kommentar- und Teilen-Funktion seien vorhanden, Instagram-Nutzende können sich mit ihren Instagram-Daten bei Threads anmelden und ihr Profilfoto sowie ihren Nutzernamen über Instagram verwalten. 

Metas neue textbasierte App ist allerdings vorerst nur in den USA und im Vereinigten Königreich zugelassen, denn Threads ist nicht DSGVO-konform. Threads soll zudem über das Protokoll ActivityPub an die Twitter-Alternative Mastodon und Fediverse angebunden sein. Nur sieben Stunden nach dem Launch hat die Plattform laut Zuckerberg zehn Millionen Anmeldungen überschritten. 

T2 

Die aufstrebende Social-Media-Plattform T2 wurde im November 2022 von zwei ehemaligen Twitter- und Google-Angestellten gegründet. Sarah Oh und Gabor Cselle wollten mit T2 eine Alternative zu Twitter schaffen, die nur durch ein Wartelisten- und Einladungssystem erweitert werden kann. Im April dieses Jahres zählte T2 erst 1.000 aktive Nutzer:innen. Um diese Zahl auf rund 20.000 User:innen zu steigern, sandten die Founder ihren bestehenden Nutzer:innen eine E-Mail mit jeweils fünf Einladungen für Freunde. Derzeit bietet das Startup nur eine Web-App und ist funktional eine abgespeckte Version von Twitter, ohne Direktnachrichten, Communities, Bookmarks, Listen und Tools. Mit einem Zeichenlimit von 280 Zeichen pro Posting kann die T2-Community ins Gespräch kommen. 

Im Vergleich zu Bluesky möchte T2 durch ihr Einladungssystem von fünf Freunden mehr Nutzer:innen gewinnen. Wenn User:innen die Einladungen ausgehen, können sie sich entweder an den T2-Account auf der Plattform oder direkt an die Gründer:innen wenden. Alternativ kann auch auf die ursprüngliche Einladungs-E-Mail geantwortet werden, um weitere Einladungen anzufordern. Ursprünglich hatte das Gründer:innen-Duo mit seiner Plattform auf ehemalige Twitter-Nutzer:innen abgezielt und den Transfer des Verifizierungsstatus von Twitter auf T2 erlaubt. Aktuell seien rund 40 Prozent der Community verifiziert – dank des zusätzlichen Verifizierungsprozesses bei der Anmeldung. T2 werde in Zukunft weitere Einladungswellen per E-Mail für die Erweiterung der Nutzer:innen-Basis durchführen. 

Mastodon

“Ein soziales Netzwerk, das nicht zum Verkauf steht”, so definiert der deutsche Programmierer und Founder von Mastodon, Eugen Rochko, sein soziales Netzwerk. Mit zehn Millionen registrierten Nutzer:innen konnte Mastodon nach der Gründung im Jahr 2016 im November 2022 wieder an Popularität gewinnen. Damit ist es die meistbesuchte Alternative zu Twitter. Während User:innen auf Twitter “tweeten”, sind Mastodon-Nutzer:innen am “tooten”. Obwohl das deutsche Startup optisch Twitter ähnelt, unterscheidet es sich von seinem Konkurrenten durch seine gemeinnützige und dezentrale Struktur. 

Als Open-Source-Angebot wird Mastodon von vielen unabhängigen Servern betrieben, die jeweils maximal 250.000 Teilnehmer:innen zulassen. Benutzer:innen können sich somit verschiedenen Servern anschließen, die sich jeweils auf unterschiedliche Hauptthemen konzentrieren. Diese werden bei der Anmeldung ausgewählt, um sich mit Menschen mit ähnlichen Interessen auszutauschen. Als zusätzlichen Quirk ermöglicht Mastodon neben der Serverauswahl auch die Wahl der App, mit der die User:innen den Dienst auf ihrem Handy nutzen möchten, wie beispielsweise über Metatext oder Ivory.

Post.News

Das New Yorker Startup Post gehört ebenfalls zu den alternativen Plattformen zu Twitter, hat aber wenig Gemeinsamkeiten mit seinen Konkurrenten wie Mastodon und Co. Post wurde im November 2022 nach Musks Übernahme von Twitter gegründet und dient als Plattform zur Veröffentlichung von Nachrichten und zur Förderung unabhängiger Autoren. Anders als andere alternative soziale Netzwerke zielt Post darauf ab, Journalist:innen anzuziehen, die normalerweise ihren Tag auf Twitter verbringen würden. Auf der Plattform soll es also weniger darum gehen, bizarre Meinungen von irgendwelchen Nutzer:innen zu lesen, sondern vielmehr darum, die Beziehung zwischen Verlagen und sozialen Medien zu reflektieren, indem Autor:innen und Publisher durch Mikrozahlungen Geld verdienen. 

Damit soll Mediengestalter:innen geholfen werden, ihre Inhalte online zu monetarisieren. Und so funktioniert es: Post verfügt über eine punktbasierte Währung. Um einen Artikel zu lesen, kann man entweder mit einer bestimmten Anzahl von Punkten bezahlen oder der Autor:in ein Trinkgeld hinterlassen. Der Kauf von zusätzlichen Punkten kostet echtes Geld. Derzeit habe Post bereits einige namhafte Verlage an Bord. Die App ist aktuell nur auf iOS-Geräten verfügbar. Gegründet wurde das Startup von Noam Bardin, der zuvor bis 2021 CEO von Waze und Vice President of Products bei Google war. Bardins will nicht das “liberale Twitter” werden, sondern eine respektvolle Plattform für Meinungen schaffen.   

Spill

Auch die visuell ansprechende Social-Media-Plattform Spill wurde nach den Massenkündigungen bei Twitter im vergangenen Jahr von zwei ehemaligen Twitter-Ingenieuren gegründet. Die Co-Founder, Alphonzo Terrell und DeVaris Brown, verfolgen mit Spill das Ziel, einen sicheren Raum für marginalisierte Gemeinschaften, insbesondere für People of Colour und LGBTQ+ Nutzer:innen, zu schaffen. Als das Gründerduo im Dezember letzten Jahres, den Start der Plattform bekannt gab, standen bereits 20.000 Menschen auf der Warteliste. Auch Spill ist einladungsbasiert und hat durch die jüngsten Twitter-Einschränkungen an Popularität gewonnen. So haben sich im Juli weitere 130.000 Interessent:innen für Spill angemeldet. 

Die Plattform fokussiert insbesondere die Integration von Sicherheitsmaßnahmen zur Bekämpfung von Hate Speech. Dafür besteht das Team aus vielfältigen Entwickler:innen, die ihre unterschiedlichen Hintergründe in die künstliche Intelligenz einbringen, die auf der Plattform für die Überwachung von Missbrauch und Hass eingesetzt wird. Nutzer:innen, welche die Founder als ”Kulturträger:innen” definieren, können auf der Plattform Texte, Bilder, GIFs und Videos teilen. Ähnlich wie Twitters “For You”- oder “Following”-Feed, werden auf Spill spezielle Bereiche für trendige Inhalte als “Fresh Tea” und Beiträge von gefolgten Personen als “My Brew” bezeichnet. 

Hive

Hive ist eine mobile Social Media App, die in ihrer Funktionalität sowohl an Twitter, als auch an Instagram erinnert. Nutzer:innen können anderen Personen folgen, deren Beiträge kommentieren, liken oder teilen und mit einem anpassbaren Dashboard den “Discover”-Bereich durchscrollen. Was Hive von anderen Plattformen unterscheidet, ist der rein chronologischer Feed. Die Beiträge erscheinen also in der Reihenfolge, in der sie gepostet wurden. Bei Hive greifen keine Algorithmen in die Reihenfolge des Contents ein. Ein weiterer USP von Hive ist die unbegrenzte Zeichenanzahl für Posts. Dies soll Nutzer:innen ermöglichen, umfangreichere Inhalte zu teilen, da Hive-Gründerin Kassandra Pop einen großen Wert auf die Individualität und Vielfalt ihrer Nutzer:innen legt. 

Daher können Nutzer:innen ihr Profil ganz individuell gestalten, beispielsweise mit Angaben zu eigenen Pronomen, Sternzeichen, Lieblingsfarben oder der Profilmusik. Hive ist allerdings nur als mobile App für iOS und Android verfügbar, eine Desktop-Version wurde noch nicht gelauncht. Obwohl Hive im Gegensatz zu vielen anderen Twitter-Alternativen schon im Oktober 2019 gegründet wurde und bereits über eine Million Nutzer:innen zählt, ist das Interesse Ende 2022 nicht so stark gewachsen wie ursprünglich erwartet. Dennoch wird die Plattform kontinuierlich weiterentwickelt. Erst im Juni führte Hive eine Verifizierungsfunktion von User:innen ein. 

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Der Startup-Hub Tabakfabrik in Linz © Tabakfabrik Linz Peter Hofstaetter

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Jung, zufrieden und KI-affin

Ein Blick auf die Ergebnisse des Austrian Startup Monitor 2025 zeigt: Mit seinen 442 Startup-Gründungen seit 2015 liegt Oberösterreich mit 12 Prozent aller Gründungen österreichweit zwar weit hinter dem dominanten Hub Wien (46,5 Prozent), aber nahezu gleichauf mit der zweitplatzierten Steiermark (12,4 Prozent). Während das Bundesland beim Anteil an Scaleups (9,1 Prozent) oder Spinoffs (15,9 Prozent) an sämtlichen Gründungen und noch mehr beim Gründerinnen-Anteil (7,4 Prozent) nicht an die heimischen Spitzenreiter herankommt, stechen drei Statistiken positiv hervor:

  • 37% – Oberösterreich hat laut Austrian Startup Monitor 2025 mit 37 Prozent der Gründer:innen, die bei der erstmaligen Gründung unter 25 Jahre alt waren, eine im Vergleich (Österreich-Schnitt: 25,6 Prozent) sehr junge Founder-Community.
  • 74% – 74 Prozent der oberösterreichischen Startups nennen KI als für sie wichtigste Schlüsseltechnologie — auch das ist ein Spitzenwert innerhalb Österreichs, knapp vor Wien (72,7 Prozent).
  • 7,2 Punkte – Kein anderes Bundesland kommt in der Frage nach dem Standort auf eine so hohe Weiterempfehlungsrate: Auf einer Skala von 0 bis 10 liegt Oberösterreich mit durchschnittlich 7,2 Punkten österreichweit auf Platz eins und deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 6,2.

Startups und Scaleups: Die Aushängeschilder

Oberösterreich brachte schon eine ganze Reihe großer Startups und Scaleups hervor. Bei manchen liegt der Exit mittlerweile lange zurück, etwa bei Dynatrace oder Runtastic, bei anderen wie Agilox ein paar Jahre, bei Tractive ist er erst kürzlich (in Rekordhöhe) erfolgt. Wieder andere, etwa der von Analysten milliardenbewertete Spezialist für Sicherheitslösungen Loxone oder das Spacetech Peak Technology, sind der Scaleup-Phase bereits entwachsen und haben sich endgültig als große Player am Weltmarkt etabliert. Es gibt aber auch einige aktive „heiße Eisen“ — rechts vier herausragende Beispiele.

Storyblok

Die Storyblok-Founders Alexander Feiglstorfer und Dominik Angerer. © Storyblok

Mit mehreren Mega-Investments, zuletzt einer 80-Millionen-US-Dollar-Runde im Jahr 2024, steht Storyblok aus Linz auf der exklusiven Liste der heimischen „Soonicorns“ und ist damit das Scaleup-Aushängeschild Oberösterreichs. Mit seinem Headless-CMS kann das Scaleup Referenzen wie Netflix, Tesla und Adidas vorweisen.

neoom

Zu den herausstechenden Scaleups Oberösterreichs zählt auch das auf Energielösungen spezialisierte Unternehmen neoom aus Freistadt. Auf sich aufmerksam machte es mit mehreren achtstelligen Investmentrunden, darunter eine 25-Millionen-Euro-Series-B-Runde 2023. Der Außenumsatz ist laut Unternehmensangaben indes neunstellig.

Walter Kreisel ©neoom

hello again

Entstanden im Runtastic-Umfeld ist hello again aus Leonding längst selbst eine Größe. Das Scaleup ist Marktführer im DACH-Raum bei Kundenbindungs-Apps und erreicht über diese mehr als 16 Millionen Endnutzer:innen. Unter den mehr als 1.000 Unternehmenskunden sind etwa Deichmann, Müller und Klipp.

Franz Tretter © hello again

Blockpit

Und noch einmal Linz: Blockpit hat mit seinem Steuer-Tool erfolgreich eine Nische im gigantischen Krypto-Markt besetzt, die vor allem in der EU von Bedeutung ist. Das Linzer Scaleup ist in seinem Bereich Marktführer im DACH-Raum und hat seine Lösung bei Playern wie Bitpanda und Bybit EU integriert.

Florian Wimmer © Blockpit

Vielseitiges Ökosystem

Wer in Oberösterreich ein Startup gründet, kann neben den bundesweiten Angeboten auf eine ganze Reihe von landesspezifischen Unterstützungsmöglichkeiten zurückgreifen.

Viele davon, etwa der Tech-Inkubator tech2b, der Co-Working-Anbieter Tech Harbor, der auch umfassende Werkstattflächen bereitstellt, und der Kreativwirtschafts-Spezialist creative region, haben gemeinsam mit den oberösterreichischen Unis und FHs, der Wirtschaftskammer und weiteren Playern eine zentrale Anlaufstelle geschaffen: hub’ert. Dort können Startups die passende Unterstützung bzw. die passenden Unterstützungen für ihr Business finden.

Oberösterreichische Startups profitieren nicht nur von der Fülle an einzelnen Angeboten, sondern auch von der Vernetzung zwischen diesen. Dabei spielt — wie sollte es anders sein? — auch die Industrie eine entscheidende Rolle, zum Beispiel über Pier4 von tech2b, das Startups mit etablierten Unternehmen vernetzt. Und wer etwa im MedTech-Inkubator von tech2b ist, findet damit bereits Anschluss an den Medizintechnik-Cluster Oberösterreich.

Teil dieses Ökosystems, wenn auch nicht Teil von hub’ert, ist auch die Startrampe der Sparkasse Oberösterreich mit Sitz in der Linzer Tabakfabrik. Sie bietet unter anderem einen Accelerator, Workspace und Beratung bei Businessplänen und Finanzierung.

Finanzierung

Wer in Oberösterreich Kapital für sein Startup braucht, wird sowohl bei öffentlichen als auch privaten Geldgebern fündig. Mit Business Upper Austria hat auch Oberösterreich eine landeseigene Förderstelle; und mit dem OÖ Gründerfonds und dem Landes-VC OÖ HightechFonds zwei weitere Finanzierungsvehikel.

Auf privater Seite sind es vor allem erfolgreiche Gründer:innen, die über ihre Vehikel als Investor:innen agieren. Heraus stechen hier die Runtastic-Gründer mit ihrer gemeinsamen Investmentgesellschaft 8eyes, aber etwa auch Tractive-Gründer Michael Hurnaus, der schon vor seinem Rekord-Exit (siehe Abschnitt zu Exits) als Business Angel agierte. Mit startup300 nahm zudem das bislang wohl ambitionierteste heimische Angel-Netzwerk seinen Ausgang in Linz, zog sich aber bereits vor einigen Jahren schrittweise wieder zurück.

Auch Österreichs nach Assets under Management größter Private-Equity-Investor hat seinen Sitz in Oberösterreich: die Invest AG der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Sie hat ein breites Portfolio unterschiedlicher Unternehmen, wobei Startup-Finanzierungen in den vergangenen Jahren eine immer größere Rolle spielen.

Der monumentale Knotenpunkt

Was hub’ert auf der organisatorischen Ebene ist, ist die Tabakfabrik Linz auf der physischen: Nicht alle, aber viele Fäden des oberösterreichischen Startup-Ökosystems laufen in der ehemaligen Fabrik zusammen — wo sonst in der Industriestadt? Auf den nicht weniger als 80.000 Quadratmetern Nutzfläche haben nicht nur zahlreiche Ökosystem-Player, sondern auch eine große Zahl an Startups ihren Sitz. Auch das einstmals denkbar ambitionierte Projekt startup300 wählte die Tabakfabrik als Hauptquartier — und betreibt hier heute unter anderem noch den Co-Working-Bereich factory300.

© Tabakfabrik Linz Peter Hofstätter

Spinoff-Schmieden und Österreichs jüngste Uni

Mit der IT:U (Interdisciplinary Transformation University Austria) hat Österreichs jüngste öffentliche Universität ihren Sitz in Linz. Neben einem neuen inhaltlichen Fokus auf digitaler Transformation und neuen Wegen in der Lehre setzt die IT:U von Beginn an auch auf eine Spinoff-Strategie. Dabei kann sie in Oberösterreich durchaus auf ein starkes Ökosystem aufbauen: Sowohl die Johannes Kepler Universität Linz (JKU) als auch die FH Oberösterreich können jeweils eine ganze Reihe erfolgreicher Spin-offs vorweisen. Außerdem setzen beide stark auf die Zusammenarbeit mit Industrie und Wirtschaft. Besonders deutlich wird das im Softwarepark Hagenberg: Dort betreibt die JKU Forschungsinstitute und die FH OÖ ihren IT-Lehr-Standort und den Coworking- und Inkubationsspace Bytewerk. Dabei werden Synergien mit dem außeruniversitären Comet-Zentrum Software Competence Center Hagenberg und mehreren Konzernen und großen Playern am Standort gelebt.

KI-Forschung von Weltrang

Wer die oberösterreichische Universitätslandschaft durch die Innovationsbrille betrachtet, kommt an KI-Koryphäe Sepp Hochreiter nicht vorbei. Der gebürtige Bayer gilt mit seiner Arbeit über Long Short-Term Memory (LSTM) als einer der globalen Wegbereiter der modernen KI. Bereits seit 2006 lehrt er an der JKU und leitet dort das Institut für Machine Learning. Bei der Lehre belässt Hochreiter es aber nicht: Mit dem Spinoff NXAI arbeitet er an der nächsten KI-Grundlage „xLSTM“ (Extended Long Short-Term Memory). Die ist wiederum Basis für spezialisierte KI-Modelle, die die globalen Größen in der jeweiligen Nische übertreffen. Der Schwerpunkt ist dabei — auch hier zeigt sich das oberösterreichische Ökosystem — Industrial AI. In diesem Feld bewegt sich auch das NXAI-Spinout Emmi AI, das mit seinem Exit an den französischen KI-Riesen Mistral dieses Jahr für Aufsehen sorgte.

Doch auch abseits der JKU entstehen in Oberösterreich KI-Startups, etwa das Linzer Unternehmen Straion, das dieses Jahr eine Seed-Finanzierungsrunde im Millionenbereich abschloss. Die Plattform des Startups stellt sicher, dass KI-generierter Code interne Standards, Sicherheitsanforderungen und Architekturvorgaben von Unternehmen einhält und damit „enterprise-ready“ ist.

Katrin Freihofner, Straion

Das Exit-Bundesland

Der oben erwähnte Verkauf von Emmi AI an Mistral um kolportierte mehr als 300 Millionen Euro war spektakulär — ist aber bei Weitem nicht der einzige große oberösterreichische Startup-Exit. Ebenfalls dieses Jahr gelang dem Paschinger Haustier-Tracking-Scaleup Tractive mit dem Verkauf an die italienische Bending Spoons um kolportierte 900 Millionen US-Dollar der vermutlich größte Übernahmedeal der heimischen Startup-Geschichte. Mehr als ein Jahrzehnt zuvor hatte der Exit von Runtastic an Adidas um 220 Millionen Euro maßgeblich zum ersten großen Startup-Hype in Österreich beigetragen. Die vier Runtastic-Gründer — Florian Gschwandtner, René Giretzlehner, Christian Kaar und Alfred Luger — wurden danach nicht nur über ihre Beteiligungsgesellschaft 8eyes selbst zu wichtigen Ökosystem-Playern: Tractive etwa wurde von Gschwandtner mitgegründet; bei Scaleups wie hello again waren die vier Gründer von Beginn an als Investoren an Bord.

  • 300 Mio. € – Verkauf von Emmi AI an Mistral
  • 900 Mio. $ – Verkauf von Tractive an Bending Spoons
  • 220 Mio. € – Exit von Runtastic an Adidas

Alte, neue und große Player

Als Industrie-Bundesland beheimatet Oberösterreich bekanntlich Größen wie voestalpine, Miba, KTM, FACC, Lenzing, Greiner oder Engel — um nur ein paar zu nennen. Einige davon sind längst ins Ausland verkauft, haben aber nach wie vor ihren Sitz in Oberösterreich. Hinzu kommen internationale Riesen wie BMW und Siemens, die im Bundesland konzernweit wichtige Standorte betreiben.

Doch auch Tech-Größen sind in Oberösterreich zu finden. In der Schnittmenge zwischen Industrie- und Tech-Unternehmen befindet sich Keba, das mit seinen Lösungen für industrielle Automatisierung zu den globalen Playern im Feld zählt und dabei massiv auf KI setzt — mehr dazu in der Coverstory mit Keba-CEO Christoph Knogler. So wie Keba stammt ebenfalls aus Linz das international erfolgreichste IT-Unternehmen mit Wurzeln in Österreich: Dynatrace. Seinen formellen Sitz hat der Observability-Weltmarktführer, bei dem Co-Founder Bernd Greifeneder nach wie vor CTO ist, zwar schon lange in den USA; der weltweit größte Standort ist jedoch in der Stahlstadt und wurde erst dieses Jahr mit einem neuen Campus erheblich ausgebaut.

Über Industrie und IT hinaus hat Oberösterreich noch ein drittes Aushängeschild: die Ars Electronica. Was 1979 als Festival an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft begann, ist heute eine vierteilige Institution aus Festival, Prix, dem Museum Ars Electronica Center und dem Futurelab. Letzteres ist für das Innovationsökosystem das relevanteste Element: Das Labor entwickelt gemeinsam mit Unternehmen Prototypen und Zukunftskonzepte und schlägt damit die Brücke zurück zur Industrie. Linz trägt seit 2014 den Unesco-Titel „City of Media Arts“.

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Twitter: Diese sieben Alternativen solltest du kennen

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Der Inhalt des Artikels weist auf einige gesellschaftspolitische Auswirkungen hin: 1. Veränderung der sozialen Mediennutzung: Die Tatsache, dass viele Menschen auf der Suche nach Alternativen zu Twitter sind, zeigt, dass die Nutzerunzufriedenheit mit der Plattform und ihrer Unternehmensführung zugenommen hat. Dies kann zu einem Wechsel in der Social-Media-Landschaft führen, da Menschen nach Plattformen suchen, die ihren Bedürfnissen besser gerecht werden. 2. Dezentralisierung und Kontrolle über Daten: Einige der vorgestellten Alternativen, wie Bluesky und Mastodon, setzen auf dezentrale Netzwerke und geben den Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten. Dieser Trend zeigt, dass Menschen sich zunehmend Sorgen um den Umgang mit ihren persönlichen Informationen machen und nach Alternativen suchen, die ihre Privatsphäre besser schützen. 3. Schaffung von sicheren Räumen und Bekämpfung von Hassrede: Plattformen wie Spill legen besonderen Wert auf die Schaffung von sicheren Räumen für marginalisierte Gemeinschaften. Dies deutet auf eine wachsende Sensibilität und Bemühungen hin, Hassrede und Missbrauch in sozialen Medien zu bekämpfen, um ein inklusiveres und respektvolleres Umfeld zu schaffen. 4. Monetarisierung von Inhalten und Journalismus: Die Plattform Post zielt darauf ab, Journalist:innen und Verlagen die Möglichkeit zu geben, ihre Inhalte online zu monetarisieren. Dies kann dazu beitragen, die Wirtschaftlichkeit des Journalismus in einer Zeit zu verbessern, in der viele traditionelle Medien mit finanziellen Herausforderungen konfrontiert sind. Insgesamt zeigen diese gesellschaftspolitischen Auswirkungen, dass die Veränderungen und Unzufriedenheit mit etablierten Plattformen wie Twitter zu einer Suche nach Alternativen führen, die auf verschiedene Aspekte wie Datenschutz, Sicherheit und wirtschaftliche Nachhaltigkeit abzielen. Das deutet auf ein gesteigertes Bewusstsein und eine aktive Teilnahme der Nutzer an der Gestaltung der sozialen Medienlandschaft hin.

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Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Der Artikel beschreibt verschiedene Alternativen zu Twitter, die aufgrund von Unzufriedenheit mit der Plattform und den durch Elon Musk verursachten Veränderungen immer beliebter werden. Diese Alternativen, wie Bluesky, Threads, T2, Mastodon, Post, Spill und Hive, bieten den Nutzern unterschiedliche Funktionen und Ansätze, um ein alternatives soziales Netzwerk zu nutzen. Dies könnte zu einer Abwanderung von Twitter-Nutzern und einem potenziellen Verlust von Marktanteilen für das Unternehmen führen. Gleichzeitig könnten die neuen Plattformen von diesem Trend profitieren und ihre Nutzerbasis erweitern. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie nachhaltig und erfolgreich diese Alternativen sein werden.

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Als Innovationsmanager:in ist es wichtig, über aktuelle Trends und Entwicklungen in der Social-Media-Branche informiert zu sein. Der Artikel präsentiert sieben alternative Plattformen zu Twitter, die möglicherweise für Ihre Arbeit von Interesse sein könnten. Diese Alternativen könnten Ihnen helfen, neue Ideen und Ansätze im Bereich der sozialen Medien zu entdecken und zu erforschen. Darüber hinaus können Sie durch das Verständnis dieser Plattformen auch besser auf Veränderungen und Verschiebungen in der Social-Media-Landschaft reagieren und möglicherweise neue Möglichkeiten für Innovationen identifizieren.

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Als Investor:in könnte dieser Artikel für Sie relevant sein, da er Ihnen einen Überblick über alternative soziale Medienplattformen wie Bluesky, Threads, T2, Mastodon, Post.News, Spill und Hive gibt. Angesichts des Rückgangs der Attraktivität von Twitter und der Unzufriedenheit vieler Nutzer:innen könnten diese alternativen Plattformen potenzielle Investitionsmöglichkeiten darstellen. Sie könnten das Potenzial haben, in einer Nische erfolgreich zu sein und von denjenigen genutzt zu werden, die nach einer weniger chaotischen Alternative zu Twitter suchen.

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Als Politiker:in ist es wichtig, über aktuelle Entwicklungen und Trends in den sozialen Medien informiert zu sein. Der Artikel stellt verschiedene Alternativen zu Twitter vor, die an Beliebtheit gewinnen und für Menschen attraktiv sind, die mit der aktuellen Entwicklung von Twitter unzufrieden sind. Indem Sie über diese alternativen Plattformen informiert sind, können Sie eine größere Zielgruppe erreichen und Ihre politische Botschaft effektiver verbreiten. Außerdem geben diese Plattformen möglicherweise mehr Kontrolle über Daten und Inhalte, was für Datenschutz und Transparenz von Bedeutung sein kann.

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Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Das Bigger Picture dieses Artikels ist, dass es eine wachsende Unzufriedenheit mit Twitter gibt, die zu einem Anstieg von alternativen Social-Media-Plattformen führt. Die Übernahme von Twitter durch Elon Musk und die daraus resultierenden Veränderungen haben zu Einschränkungen und Chaos geführt, was viele Nutzer:innen dazu veranlasst hat, nach Alternativen zu suchen. Unternehmen wie Bluesky, Threads, T2, Mastodon, Post, Spill und Hive bieten verschiedene Optionen, die weniger chaotisch und attraktiver für bestimmte Zielgruppen sind. Diese alternativen Plattformen legen Wert auf Dezentralität, Sicherheit, Gemeinschaften oder die Förderung von unabhängigen Autoren, um den Bedürfnissen der Nutzer:innen gerecht zu werden. Insgesamt deutet der Artikel darauf hin, dass die Vielfalt und Konkurrenz im sozialen Netzwerkmarkt zunimmt.

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