12.07.2023

Twitter blockiert Links zu neuer Meta Plattform Threads

Twitter und Threads vertragen sich nicht. Das zeigt vor allem Elon Musk in emotionalen Tweets gegen seinen Rivalen Mark Zuckerberg. Nun soll Twitter auch Verlinkungen zur neuen Meta Plattform gesperrt haben.
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Die Rivalitäten zwischen Twitter und Threads gehen weiter. (c) Adobe Stock

Laut dem US-Portal TechCrunch haben einige Nutzer:innen zu Wochenbeginn berichtet, dass Twitter anscheinend selektiv Links zum Meta-Konkurrenten Threads in der Twitter-Suche blockiert. Twitter macht es seinen Nutzenden damit schwerer, Unterhaltungen und Profile von Nutzer:innen auf der Meta-Alternative zu finden.

Suche nach Threads Beiträgen ergebnislos

Der US-Tech-Experte Andy Baio soll einer derjenigen gewesen sein, der die Änderungen auf Twitter bemerkte. Seine Suche mit dem Operator “url:threads.net” soll keine Ergebnisse geliefert haben. Normalerweise würde dieser Operator nämlich alle Tweets mit Links zu den angegebenen Webseiten anzeigen. Aktuell gibt es viele Tweets, die Links zu threads.net enthalten. Diese würden jedoch nicht angezeigt:

(c) Andy Baio auf Threads via TechCrunch

Eine Twitter-Suche ohne den Operator “url:” liefert Tweets, die auf die threads.net-Website oder Twitter-Nutzer verweisen, die ihre Threads-Benutzernamen an ihre Follower weitergeben. Die Suche liefert aber anscheinend keine direkten Links zu Diskussionen auf der Threads-Plattform. Die Änderungen seien, gemäß TechCrunch, auch von anderen Twitter-Nutzenden bemerkt worden. Der genaue Zeitpunkt der Sperrung bleibt unklar.

Twitter blockiert nicht das erste Mal

Dass Twitter Links zur Website eines Konkurrenten blockiert, ist schon öfter vorgekommen. So blockierte Twitter Links zur News-Plattform Substack und dessen Diskussionsfunktion (Substack Notes). Bei Substack handelt es sich um eine US-amerikanische Website, auf der Autoren Newsletter und weitere Inhalte innerhalb eines Abonnements anbieten können. Die Plattform wurde 2017 in den USA eingeführt. Damals machte es Twitter unmöglich, auf Beiträge zu antworten, zu liken oder zu retweeten. Die aktuelle Threads-Sperre geht (noch) nicht so weit.

Rivalen Musk und Zuckerberg

Die Rivalität zwischen den Social Media Managern Musk und Zuckerberg hat sich in den letzten Tagen zugespitzt. So forderte Musk seinen Rivalen Zuckerberg Anfang des Monats zu einem “Cage Match“ heraus. Am Wochenende kam es zu Beschuldigungen vonseiten Musks gegenüber dem Meta-CEO.

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Die beiden Polytender-Gründer Matthias Neumayer und Dima Rubanov | (c) Vlad Dobre

„Dream Big“ passt wohl auch zu Polytender. Die beiden Gründer Dima Rubanov und Matthias Neumayer haben sich zum Ziel gesetzt, sie zur größten Ausschreibungsplattform der Welt zu machen. Die beiden Wiener sehen großes ungenutztes Potential in öffentlichen Ausschreibungen. „Behörden vergeben in der EU jedes Jahr Aufträge im Wert von zwei Billionen Euro“, sagt Co-Founder Dima Rubanov im brutkasten-Gespräch.

Diese seien auf Hunderte Portale verteilt. Viele Unternehmen wüssten schlicht nicht, welche Aufträge sie gewinnen können, wodurch viele Ausschreibungen oftmals nur ein einziges Angebot hätten. Dabei sei die staatliche Beschaffung eine große Möglichkeit für Unternehmen. „SpaceX würde ohne die öffentliche Hand nicht existieren. Man vergisst oft, wie wichtig dieses Thema eigentlich ist“, sagt Rubanov. Ihre neue Plattform Polytender soll das nun ändern und die Suche nach öffentlichen Ausschreibungen erleichtern – in der gesamten EU.

Startup-Studio „Run Labs“

Die Gründer sind in der Szene keine Unbekannten. Rubanov und Matthias Neumayer entwickelten in den letzten Jahren Produkte wie Oscar Stories, die kindgerechte KI Lora oder den Dokumente-Erklär-Chatbot FragDasPDF. Alles läuft unter dem Startup-Studio Run Labs zusammen.

SpaceX würde ohne die öffentliche Hand nicht existieren.

Dima Rubanov, Co-CEO von Run Labs

400 Unternehmen in zwei Monaten

Ihre neueste Plattform, Polytender, wurde im August gelauncht und soll seitdem über 400 registrierte Unternehmen auf der Plattform gewonnen haben. Einige davon sind laut den Geschäftsführern noch Pilotkunden, es gebe aber auch bereits um die dreißig reguläre Abnehmer wie Helferline oder AV-Professional.

„Polytender beschleunigt unseren Prozess in der Suche, Bewertung und Abwicklung von Ausschreibungen wesentlich. Die dadurch freigesetzten Ressourcen können optimal eingesetzt werden“, sagt David Knapp, CEO der AV-Professional GmbH.

Eine „signifikante Zeitersparnis“

Die erhöhte Geschwindigkeit sei einer der großen Benefits, die Polytender für Firmen aufweise. „Gerade bei der Suche bieten wir für Unternehmen eine signifikante Zeitersparnis. Das funktioniert schon über alle EU-Länder und ein paar weitere Länder hinweg“, erklärt Rubanov. Neben den 27 EU-Staaten operiert Polytender auch in den USA, der Schweiz, Norwegen und Großbritannien und bündle so über 300 Vergabeportale. Die Plattform vereinfacht es den Unternehmen, Ausschreibungen überhaupt zu finden und daran teilzunehmen. Alles mit KI-Unterstützung.

KI-nativ als Alleinstellungsmerkmal

Ein Matching-Algorithmus gleicht neue Ausschreibungen sprachübergreifend mit Suchprofilen ab. Noch im November soll es auch eine KI-Zusammenfassung und eine Bid-Einschätzung geben. „Wir werden dann KI-Agenten haben, die riesige Datenmengen durchforsten, zusammenfassen und für den User personalisiert aufbereiten. Dadurch muss man nicht 100 Seiten lesen, um zu wissen, ob man sich bewerben soll oder nicht“, erklärt Neumayer.

Das Besondere: Polytender funktioniert KI-nativ. Jede Ausschreibung lässt sich direkt aus KI-Assistenten wie Mistral, Claude, ChatGPT und Microsoft Copilot durchsuchen. Unternehmen können dadurch eigene Ausschreibungs-Agenten bauen und so passende Aufträge finden und bewerten.

„Wir sind der Meinung, dass in einer AI-Agent-Zukunft weniger Interfaces notwendig sein werden. Deshalb haben wir alle App-Funktionen auch für Agents zugänglich gemacht“, erklärt Neumayer und ergänzt: „Wir haben auch Kunden, die ihre eigenen internen Agents haben, die wiederum mit ihren eigenen Daten angereichert sind. Diese Daten können sie dann mit unseren Daten aus öffentlichen Ausschreibungen, aus Dokumenten etc. verbinden und in ihre eigenen Abläufe einbauen.“

Die europäische Lösung, Datenschutz etc.

Wichtig sei den beiden Wienern, die sich bereits seit ihrer Schulzeit kennen, eine europäische Lösung anzubieten. „Wer unsere LinkedIn-Aktivitäten kennt, weiß, dass wir sehr pro-europäisch denken und uns auch europäische Souveränität wichtig ist. Wir sind auch der Meinung, dass diesbezüglich gerade die öffentliche Beschaffung ein großer Hebel wäre, der underused ist“, sagt Neumayer.

Auch bezüglich Datenschutz haben Rubanov und Neumayer klare Vorstellungen. „Wir hosten alles auf Hetzner, einem Server in Deutschland. Unsere KI-Modelle laufen auf europäischer Infrastruktur. Wir passen sehr auf, dass kein Abfluss von Daten entstehen kann. Wir sind auch DSGVO-konform“, sagt Rubanov.

Die All-in-Tender-Lösung

Rubanov und Neumayer denken die Plattform bereits weiter. Sie wollen nämlich nicht nur die Abläufe auf der Bieterseite vereinfachen, sondern auch auf der Vergabeseite. „Unsere große Vision ist es, eine All-in-one-Tender-Plattform zu haben. Sie soll auf der Bieterseite die Suche nach Aufträgen und Unterlagenerstellung und auf der Auftraggeberseite die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen abdecken“, sagt Neumayer. Sie können sich auch vorstellen, Ausschreibungen von Unternehmen auf Polytender zu veröffentlichen, wobei der Fokus auf staatlichen Ausschreibungen liege. Diese „Vision“ wolle man noch im ersten Quartal 2027 umsetzen.

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