27.05.2015

TV-Moderator Clerici investiert: Courseticket sichert sich 500.000 Euro von Investoren

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Das Wiener Startup Courseticket überzeugt die Investoren und stellt eine halbe Million auf.

Courseticket nennt sich das Startup aus Wien, das inzwischen österreichweit der führende Online-Marktplatz für Aus- und Weiterbildung ist. Über 15.000 Kursangebote finden sich auf der Plattform, also mehr als jeder andere Kursanbieter in Österreich bereitstellt. Für die Expansion sichert sich das Unternehmen eine Finanzierung in der Höhe von einer halben Million Euro. Außerdem möchte man das Portfolio rund um „Marketplace-as-a-Service“ für Firmenkunden in Zukunft ausweiten- eine cloudbasierte Anwendung in der Seminare, Kurse und Veranstaltungen für Mitarbeiter gemanagt werden sollen.

Zu den Investoren zählen erfahrene Unternehmer wie Peter Lehner, Geschäftsführer OnTec Software Solutions AG, sowie Business Angel und TV-Moderator Christian Clerici. Die Finanzierungsrunde wurde von Venionaire Capital strukturiert und begleitet.

Mit dem Geld möchte man vorrangig expandieren: „Alle Weichen sind gestellt und wir sind mit Produkt, Technologie und Strategie bestens für eine Expansion nach Deutschland aufgestellt“, sagt Geschäftsführer Alexander Schmid. Sowohl Marktplatz als auch B2B-Vertrieb sollen bis Ende des Jahres in den größten deutschen Städten etabliert werden. Das Startup baut dazu Vertriebsteam, Kursportfolio und Medienpartnerschaften aus und investiert in das Firmenkundengeschäft.

Mit der „Marketplace-as-a-Service“-Lösung ermöglicht Courseticket überdies Buchungs-, Ticketing-, Zahlungs- und Buchhaltungsprozesse auch im firmeneigenen Intranet und über Dritt-Anbieterwebseiten automatisiert abzuwickeln. „Unternehmen sparen mit unserer Lösung spürbar an Kosten und Zeitaufwand für das Management von internen Veranstaltungen. Die steigende Nachfrage nach alternativen Vertriebskanälen wirkt sich sehr positiv auf unser Geschäftsmodell aus“, erklärt Schmid.

Die Investorensuche an sich, scheint nicht allzu schwierig gewesen zu sein. Die Zahlen sprechen für sich: „Heute finden sich mehr als 2.700 Anbieter auf der Plattform. Damit hat sich das Angebot innerhalb der letzten 12 Monate versechsfacht und es zeigt sich ein anhaltendes Wachstum. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache und so haben auch schon erste ausländische Investoren das Unternehmen auf dem Radar“, freut sich Berthold Baurek-Karlic, CEO von Venionaire Capital, der die Abwicklung der Finanzierungsrunde beratend begleitet hat.

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Die Gründer von versa: Jakob Logar, Maximilian Brehm und Elija Dentler (v. l.) | (c) webformance.agency

Ein schwieriges Kundengespräch, eine heikle Preisverhandlung oder eine verärgerte Kundin: Solche Situationen gehören in vielen Berufen zum Alltag. Doch wie bereitet man Mitarbeitende darauf vor? Klassische Kommunikationstrainings sind oft zeitaufwendig und bieten nur begrenzte Möglichkeiten, das Gelernte praktisch anzuwenden.

Genau hier setzt das Grazer Startup versa an. Das im Jänner 2026 gegründete Unternehmen hat eine KI-basierte Plattform entwickelt, mit der Mitarbeitende realistische Gesprächssituationen simulieren und anschließend individuelles Feedback erhalten können.

Gegründet wurde das Unternehmen von Jakob Logar, Elija Dentler und Maximilian Brehm. Die Idee entstand aus den beruflichen Erfahrungen der Gründer. Co-CEO Logar war rund 20 Jahre im Vertrieb tätig und absolvierte selbst zahlreiche Kommunikationstrainings. Diese seien zwar hilfreich gewesen, hätten aber meist nur wenig Raum für praktische Übungen geboten. „Da haben wir jetzt einfach gesehen, das was KI da möglich macht, ist eben diesen Flaschenhals der Rollenspiele aufzuheben“, erklärt Logar. Mitarbeitende könnten dadurch unabhängig von Trainer:innen oder Vorgesetzten Gespräche üben.

Von einem Forschungsprojekt zur KI-Plattform

Den Anstoß lieferte ein Forschungsprojekt am Grazer Know-Center. Dort wurde auf Anfrage der Medizinischen Universität Innsbruck untersucht, ob sich Arzt-Patienten-Gespräche mit KI simulieren lassen. Ein erster ChatGPT-Prototyp zeigte Potenzial, aber auch technische Grenzen.

Heute kombiniert versa verschiedene KI-Modelle für die Szenarioerstellung, Sprachinteraktion und Auswertung. Unternehmen können eigene Unterlagen und Kundenprofile einbinden, um möglichst praxisnahe Trainingssituationen zu schaffen.

Doch warum braucht es dafür eine eigene Plattform statt ChatGPT? „Die Magie liegt eigentlich in der KI-Architektur und in der Agent-Orchestrierung“, sagt Logar. Anders als bei der Nutzung eines einzelnen Sprachmodells sollen die KI-Personas konsistent bleiben und die Auswertungen vergleichbar sein.

Eigene KI-Basismodelle entwickelt das Startup nicht. Stattdessen setzt es auf eine flexibel aufgebaute Architektur. „Wir verwenden immer das beste Modell“, so Logar. Neue Technologien könnten dadurch einzelne Komponenten ersetzen, ohne die gesamte Plattform verändern zu müssen.

Eingesetzt wird versa derzeit vor allem beim Onboarding neuer Mitarbeitender. Diese können vom ersten Kundentelefonat bis zur Preisverhandlung unterschiedliche Gesprächssituationen trainieren.

Das KI-Trainingsgespräch selbst erfolgt dann im Look eines Video-Calls. (c) versa Training GmbH

14 zahlende Kunden und bereits profitabel

Nur wenige Monate nach der Gründung zählt versa laut Logar rund 14 zahlende Unternehmenskunden. Darunter befinden sich eine große Bank und einer der größten deutschen Versicherer. Als Zielgruppe sieht versa nicht ausschließlich Großkonzerne. Interessant sei die Plattform grundsätzlich für Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitenden in kundenorientierten Rollen, etwa im Vertrieb oder Kundenservice.

Der Weg vom ersten Interesse zum Vertragsabschluss sei allerdings nicht immer kurz. Besonders bei größeren Unternehmen würden rechtliche Prüfungen rund um den Einsatz von KI den Verkaufsprozess verlängern.

Finanziert wurde das Startup bislang ausschließlich aus Eigenmitteln. Das Stammkapital von 10.000 Euro brachten die drei Gründer selbst auf. Auf die Frage, wann das Unternehmen profitabel werden wolle, antwortet Logar: „Wir sind schon profitabel.“

Förderabsage als Wendepunkt

Ursprünglich hatte das Gründerteam auf eine aws-Seedförderung gehofft. Nach einem Pitch im Frühjahr 2026 folgte jedoch die Absage. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gründer ihre bisherigen Jobs bereits gekündigt. Trotz des Rückschlags beschlossen sie weiterzumachen. „Wir haben dann aber den Entschluss gefasst, weiterzumachen, weil die Idee so gut ist“, erzählt Logar. Die Absage habe das Team letztlich stärker auf den Markt fokussiert.

Aktuell ist versa in der Science Park Graz Academy und arbeitet im Grazer Unicorn. Zunächst will das Startup aus eigener Kraft weiterwachsen und einen mittleren sechsstelligen Umsatzbetrag erreichen. Für die spätere Skalierung werden Partner gesucht.

Dabei denkt das Team von Beginn an international. „Wir haben ja keine sprachlichen Restriktionen“, erklärt Logar. Erste Kunden aus Deutschland hat versa bereits gewonnen. Langfristig will das Unternehmen vor allem dort wachsen, wo der Bedarf an skalierbaren Kommunikationstrainings besonders groß ist.

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