12.02.2026
MAXXI SHARP

Tuch von OÖ-Startup soll Lebensdauer von Einwegrasierern „verhundertfachen“

Milliarden von Einwegrasierern landen jährlich im Müll. Maxxi Sharp aus Arbing in Oberösterreich will das ändern. Hinter der patentierten Textil-Technologie steht ein ungewöhnlicher Gründer: Ein ehemaliger Metzgermeister, der sein Handwerks-Know-how in ein High-Tech-Produkt übersetzt hat.
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Max Pachinger will mit Maxxi Sharp die Lebensdauer von Einwegrasierern massiv verlängern | Porträt: (c) Maxxi Sharp / Hintergrund: (c) Pavel Avakumov via Unsplash
Max Pachinger will mit Maxxi Sharp die Lebensdauer von Einwegrasierern massiv verlängern | Porträt: (c) Maxxi Sharp / Hintergrund: (c) Pavel Avakumov via Unsplash

Es ist ein globaler Milliardenmarkt, der Jahr für Jahr große Müllberge produziert. Rund elf Milliarden Einwegrasierer werden laut dem globalen Produzenten BIC jährlich verkauft. Das verursacht Schätzungen zufolge an die 60.000 Tonnen Plastikmüll. Hier setzt das oberösterreichische Unternehmen Maxxi Sharp an. Das Versprechen aus Arbing klingt ambitioniert: Eine „textile Rasier-Revolution“, die die Lebensdauer von Klingen bis zu verhundertfachen und so Geldbörse der Kund:innen und die Umwelt schonen.

Wenn Fleischhauer-Wissen auf Textiltechnik trifft

Die Geschichte hinter dem Produkt ist durchaus ungewöhnlich. Erfinder und Kopf hinter Maxxi Sharp ist Max Pachinger, ein ehemaliger Metzgermeister aus Oberösterreich. Jahrzehntelang gehörte das Schärfen von Messern und Klingen zu seinem beruflichen Alltag.

Bereits in der Pension, begann er sich an der kurzen Lebensdauer von Einwegrasierern zu stören, wie er auf seiner Page schildert. Der „Wahnsinn aus Umwelt-Sicht“ habe ihn angetrieben, nach Lösungen zu suchen. Die ersten Versuche im Eigenbau scheiterten jedoch: Hausmittel wie Jeansstoff oder Leder sowie im Internet verfügbare Schärfer hätten nicht die gewünschten professionellen Ergebnisse geliefert.

Der Durchbruch sei erst durch die Partnerschaft mit einem Fachmann aus der Textilindustrie gelungen. Die Kombination aus Pachingers Klingen-Expertise und dem Material-Know-how des Partners führte schließlich zur Gründung der GmbH.

Mehr als nur ein Stoff

Das Ergebnis dieser Entwicklung ist ein Pad, das optisch unscheinbar wirkt, technologisch aber laut Startup hochkomplex ist. Maxxi Sharp ließ die Technologie weltweit patentieren, produziert wird in der EU. Dabei werden Mikrofasern in einer Vakuumstraße elektrostatisch auf ein Trägermedium aufgebracht und fixiert.

Das Unternehmen betont besonders die Widerstandsfähigkeit des Materials. Während hochwertige Textilien üblicherweise 18.000 bis 20.000 Scheuertouren aushalten, soll das „High Tech Textil“ von Maxxi Sharp auf 250.000 Touren kommen. Erreicht werde dies durch eine spezielle molekulare Beschichtung jeder einzelnen Faser, die zudem ökologisch unbedenklich sei.

Schärfer, sauberer, langlebiger

In der Anwendung soll das Pad den Rasierer nicht nur mechanisch aufbereiten, sondern auch hygienisch reinigen. Laut Maxxi Sharp wirkt das Textil antiviral und antibakteriell. Zieht man die Klinge vor und nach der Rasur fünf bis 15 Mal entgegen der Rasierrichtung über das Pad, werden laut Hersteller „mikroskopisch kleine Schäden“ an der Klinge entfernt und der Stahl poliert.

Das Startup verspricht, dass ein Einwegrasierer so „viele Wochen, sogar Monate“ funktionstüchtig bleibe. Man weist jedoch darauf hin, dass das System vor allem die Lebensdauer neuer Klingen verlängere. Bereits kaputte Rasierer könne auch das High-Tech-Textil nicht reparieren.

Nächsten Dienstag, 17.2., ist Max Pachinger mit Maxxi Sharp in der Puls4-Show 2 Minuten 2 Millionen zu sehen.

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Diego Szekely programmierte seine Diabetes-App im Alleingang © Hannah Fasching

„Ich war der, der die Waage rausgeholt hat, um meinen Insulinbedarf zu berechnen“, erinnert sich Carbetic-Gründer Diego Szekely an die Zeit nach seiner eigenen Typ-1-Diabetes-Diagnose vor vier Jahren. Bei der Autoimmunerkrankung produziert der Körper überhaupt kein eigenes Insulin mehr, weshalb jede Aufnahme von Kohlenhydraten exakt berechnet und durch externe Insulingaben ausgeglichen werden muss.

Im Austausch mit anderen Betroffenen stellte er jedoch schnell fest, dass die meisten Diabetiker:innen im Alltag ihren Bedarf lediglich abschätzen. Da ungenaue Werte langfristige gesundheitliche Risiken bergen, entwickelte der heute 18-Jährige Carbetic, um eine verlässlichere, unkomplizierte Lösung im Alltag anzubieten. „Ich hab einfach das gebaut, was uns Diabetikern wirklich gefehlt hat“, so der Gründer.

© Carbetic

Räumliche Tiefe als technischer USP

Mittlerweile ist die Anwendung bereits in 41 Sprachen verfügbar, wobei aktuell die USA, dicht gefolgt von Deutschland, den größten Markt darstellen. Das technische Fundament unterscheidet sich laut dem Gründer aus Perchtoldsdorf vor allem in einem Punkt von klassischen Lifestyle-Trackern.

Statt einer simplen 2D-Bildanalyse setzt Carbetic laut eigenen Angaben auf räumliche Tiefe durch drei schnell geschossene Fotos aus unterschiedlichen Winkeln sowie LiDAR-Sensoren moderner Smartphones. „Die drei Fotos sind wahnsinnig wichtig, um die Dimensionen gescheit abzuschätzen“, betont Szekely.

Aus der Kombination dieser Bild- und Raumdaten berechnet ein feinjustiertes KI-Modell schließlich den Kohlenhydratgehalt der einzelnen Komponenten auf dem Teller, der wiederum für die Bestimmung des Insulinbedarfs benötigt wird. Neben der Foto-Analyse wird das Produkt in der Praxis durch eine integrierte Sprachsteuerung sowie die Option ergänzt, Koch-URLs oder abfotografierte, handschriftliche Rezepte automatisch von der KI auslesen zu lassen.

Conversion im SaaS-Modell

Nach nur drei Monaten verzeichnet die App rund 20.000 Downloads. Interessant ist vor allem die Conversion-Rate: „5.000 Nutzer sind aktuell in einem Probeabo oder bezahlten Abo“, erklärt der Gründer. Von den 5.000 „zahlen bereits 4.000“, so Szekely weiter. Das Geschäftsmodell basiert auf einer Software-as-a-Service-Struktur. Das Einstiegs-Abo für bis zu zehn Analysen am Tag kostet 4,49 Euro im Monat, während die unlimitierte Version für 9,99 Euro angeboten wird.

Auf die Frage, wie man ein solches Wachstum erziele, meint der Gründer: „Gute Frage. Und da ich keine gute Antwort habe, ist die Antwort, das Produkt funktioniert.“ Hauptsächlich über Mundpropaganda und Empfehlungen von Ärzt:innen, die Szekely unter anderem auf Ärztekongressen kennenlernte, wachse das Produkt aktuell organisch. „Wenn mir Patient:innen schreiben, dass die App ihnen hilft, den Alltag ein Stück mehr wie ein gesunder Mensch zu leben, macht mich das einfach so stolz“, so der Gründer.

„Mit allen großen Medizintechnik-Firmen in Kontakt“

Einen langfristigen Wettbewerbsvorsprung will sich der Gründer, der für sein Startup Studienplätze am UCL und King’s College in London sausen lässt, künftig über zwei strategische Säulen verschaffen, die über die reine Nutzer:innenbasis hinausgehen. Neben einer umfassenden Datensammlung zur Optimierung der Algorithmen steht ein digitaler Ärztezugang im Fokus. Über diesen können Mediziner:innen nach expliziter Freigabe die Mahlzeiten ihrer Patient:innen analysieren und die Therapie gezielter begleiten.

Während der aktuelle Fokus auf Typ-1-Diabetes-Patient:innen liegt, zeigt sich Szekely zuversichtlich, dass auch Typ-2-Patient:innen über kurz oder lang auf seine Anwendung zugreifen werden: „Alle Apps, die Typ 1 machen, übernehmen irgendwann auch den Typ-2-Markt. Das ist immer so.“ Zudem startet in Kürze eine Genauigkeitsstudie mit der Universität Wien. Auch gegenüber strategischen Partnerschaften und Investments zeigt sich der Solo-Founder offen: „Ich bin mit allen großen Medizintechnik-Firmen im Diabetes-Bereich in Kontakt. Und die sind alle begeistert.“

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