27.10.2025
INTERVIEW

TU-Wien-Rektor Schneider: „Unser mittelfristiges Ziel: 30 bis 50 Spin-offs pro Jahr“

Jens Schneider, Rektor der TU Wien, spricht im Interview über die aktuelle Spin-off-Strategie und Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen.
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Jens Schneider, Rektor der TU Wien | (c) Dominik Perlaki / brutkasten
Jens Schneider, Rektor der TU Wien | (c) Dominik Perlaki / brutkasten

Seit etwa zwei Jahren ist Jens Schneider Rektor der Technischen Universität Wien (TU Wien). Dieses Jahr setzte er mit der Uni gleich mehrere auffällige Schritte in Sachen Spin-off-Strategie: Im März wurden erstmals die Pläne für den gemeinsam mit Speedinvest aufgestellten Fonds Noctua Science Ventures präsentiert. Im Mai folgte die Vorstellung der neuen „Spinoff Factory“.

Zuletzt präsentierte sich die TU Wien am Verbund Venture Day als Teil der Initiative „Energy Launchpad“, die ebenfalls Spin-offs fördern soll, zusammen mit ETH Zürich, TU München, Verbund, EnBW und Energie 360° – brutkasten berichtete.

Im Interview im Rahmen des Verbund Venture Day sprach brutkasten mit Schneider über die Spin-off-Strategie, das neue „Energy Launchpad“, die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Corporates sowie zwischen Universitäten untereinander – und über eine Vision von Wien als „das neue New York, aber anders interpretiert“.


brutkasten: Die TU Wien hat in letzter Zeit ihre Spin-off-Strategie sehr stark forciert. Die Strategie hat mehrere Komponenten. Was sind für Sie die Kernelemente, mit denen Sie die Ausgründungen in der TU Wien vorantreiben wollen?

Jens Schneider: Drei Kernelemente sind entscheidend: Erstens die ‚Spin-off Factory‘, die entlang der gesamten Student Journey und Researcher Journey – von Bachelor und Master über Docs und Postdocs bis zu Professor:innen – maßgeschneiderte Serviceleistungen bietet. Dies soll dazu dienen, dass Entrepreneurship und Ausgründung gut begleitet und dadurch viele an der TU Wien motiviert werden, selbst zu gründen.

Der zweite Punkt ist mir besonders wichtig: Wir entwickeln gerade das Konzept ‚Entrepreneurship for All‘. Wir wollen unternehmerische Grundlagen bereits im Bachelorstudium in allen Fakultäten verankern. Nicht jede:r Studierende soll gründen. Aber jede:r soll in Kontakt mit Entrepreneurship kommen, um zu verstehen, wie ein Unternehmen funktioniert. Es soll vermittelt werden, was ein Businessplan ist und was Cashflow bedeutet, wie Buchführung grundsätzlich funktioniert und wie eine Bilanz aufgebaut ist. In Unternehmensberatungen wird das manchmal als “Mini MBA” bezeichnet. Dieses wirtschaftliche Grundverständnis ist enorm wichtig, weil es einem überall helfen kann, egal welchen Karriereweg man nimmt.

Der dritte Punkt, der mir ebenfalls sehr wichtig ist, betrifft das Schaffen von Strukturen, die eine die Ausgründung wirklich aktiv unterstützen. Ein Beispiel hierfür ist unser Pre-Seed Fonds Noctua Ventures, den wir gemeinsam mit Speedinvest aufgesetzt haben.

Gleichzeitig ist es auch sehr wichtig, die internen Regelwerke in der TU Wien so zu gestalten, dass bekannt ist, was man machen darf und was nicht. Denn es kann auch Interessenskonflikte geben. Es muss geregelt sein, zu welchen Bedingungen Räume, Labore oder High-Performance-Computer genutzt werden können oder wie Anstellungsverhältnisse gestaltet sein müssen, damit man parallel an der TU Wien und im Spin-off arbeiten kann. Und bei Erfindungen bzw. IP muss geklärt sein, was im Bereich der TU Wien und was beim Spin-off liegt und wie beide Partner die Erfindungen möglichst erfolgreich valorisieren.

Gestern haben wir entschieden, die TU Wien an einem unserer vielversprechendsten Spin-offs mit einem ‚IP for Shares‘-Modell zu beteiligen. Das bedeutet, dass wir als TU Wien nicht sofort das Geld aus dem IP-Lizenzvertrag erhalten, sondern einen Anteil an dem Startup halten, und selbst investieren. Das machen wir naturgemäß nur bei Themen und Technologien, von denen wir überzeugt sind, dass es funktionieren wird.

Die drei Elemente sind also: erstens die komplette “Customer Journey” unserer Studentinnen und Studenten und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bedienen, zweitens Entrepreneurship in der Lehre von Anfang und drittens die richtigen Randbedingungen dafür zu schaffen, dass Spin-offs und die TU Wien profitieren.

Was sind die mittelfristigen Ziele, die Sie sich gesetzt haben? Kann man das in Zahlen gießen?

Unser mittelfristiges Ziel: 30 bis 50 Spin-offs pro Jahr an der TU Wien und 100 bis 200 im gesamten TU-Austria-Netzwerk. TU Austria besteht aus TU Wien, TU Graz, Montanuni Leoben und den technischen Fakultäten der Unis Linz und Innsbruck sowie der BOKU Wien.

Wir stehen momentan bei etwa zehn Millionen Euro.

Wir brauchen eine breitere Basis, weshalb ich überzeugt bin, dass es nicht reicht, nur auf der Ebene der Doktorand:innen, Postdocs und Professor:innen anzusetzen. Wir müssen die Anreize schon bei Bachelor und Master setzen. Die TU Wien hat 25.000 Studierende, die TU Austria insgesamt rund 40.000. Wenn wir die technik-affinen Studierenden der Uni Innsbruck, der JKU Linz und der BOKU noch dazurechnen, kommen wir locker auf 100.000 Studierende. Das ist ein wahnsinniges Potenzial, das überhaupt noch nicht ausgeschöpft ist.

Und eine weitere Zahl: Wir lukrieren zur Zeit das Kapital für den Noctua Venture Fonds. Ich glaube, wir stehen momentan bei etwa zehn Millionen Euro. Das First Closing wird dann wahrscheinlich im nächsten Frühjahr sein. Geld zu lukrieren ist nie einfach, deshalb muss es auch gut vorbereitet sein. Und ich bin wirklich stolz, dass die Einrichtung des Fonds mit Speedinvest hier in Österreich so schnell geklappt hat. Dafür gebührt allen Beteiligten großer Dank.

Wir sind heute auf einem Event von Verbund und Xista, auf dem das “Energy Launchpad” präsentiert wurde. Die TU ist zusammen mit Verbund, der TU München, der ETH Zürich, der deutschen EnBW und der Schweizer Energie 360° daran beteiligt. Die Initiative steht im Zeichen der Kooperation von Wissenschaft und Corporates mit Spin-offs und Startups. Wie wichtig ist diese Ebene der Kooperation mit etablierten Unternehmen für die TU?

Technische Universitäten pflegen traditionell viele Kooperationen mit Unternehmen. Allerdings sind das oft nur Eins-zu-eins-Kooperationen von einzelnen Professor:innen mit den Unternehmen. Meistens kommt ein Unternehmen auf die Professor:innen zu, weil es eine Anforderung hat und nach Lösung sucht. Für uns ist es wichtig, dass dies strukturierter abläuft.

Wir wollen keinen zusätzlichen Aufwand oder eine weitere administrative Ebene schaffen. Aber Kooperationen mit wichtigen Corporates sollen zum Nutzen aller für unterschiedliche Bereiche an der TU offen sein, und dafür brauchen wir einen Key Account für die Koordination. Bei uns ist das beim Energy Launchpad zum Beispiel Professor Rene Hofmann, der das hervorragend macht und auch sofort identifiziert, welche Themen aufkommen, die man mit anderen Professorinnen und Professoren gemeinsam zu lösen sind.

Wenn sich nun ein starkes Netzwerk mit München, Zürich und Wien entwickelt, hat man natürlich ganz andere Hebelwirkungen, zum Beispiel auch um zu den richtigen Ebenen in den Unternehmen vorzudringen. Gemeinsam können wir Themen besser in die Politik einbringen und etwas bewegen. Dies ist für alle Beteiligten wichtig, gerade weil im Energiebereich die Transformation voll im Gange ist. Und Energie ist auch ein sehr wichtiges Feld für die TU Wien und die TU Austria.

Die TU München und die ETH Zürich sind auch zwei Universitäten, die in Österreich immer genannt werden, wenn es darum geht, wo eine Spin-off-Strategie besonders gut gelungen ist. Sind das für Sie auch Vorbilder?

Ja, natürlich. Das muss man klar sagen: Zürich hat sehr früh mit Spin-off Konzepten angefangen. Auch Helmut Schönenberger aus München [Anm. Mitgründer und CEO UnternehmerTUM] war schon sehr früh dabei – vor mehr als 20 Jahren. Ich denke, der Unterschied hier in Österreich ist nur, dass wir das für das ganze Land aufbauen müssen. Wir sehen nicht nur die TU Wien, sondern wollen in TU Austria und mit den anderen Partnern aus den Unis, z.B. der MedUni, den Fachhochschulen und mit AIT und ISTA immer für ganz Österreich denken.

Die TU Wien selbst ist auch nicht groß genug, das muss man ehrlich sagen.

Denn wenn die Aktivitäten zu fragmentiert und zu klein sind, können wir nicht gut skalieren. Die TU Wien setzt hier Maßstäbe, aber wir denken immer an die gesamte Community. Denn die TU Wien selbst ist auch nicht groß genug, das muss man ehrlich sagen. Der Erfolg kommt nur mit einer gemeinschaftlichen Aktion.

Man könnte also sagen, das übergeordnete Motto sowohl innerhalb der Wissenschaft als auch mit Corporates und im gesamten Spin-off-Bereich ist Vernetzung und Zusammenarbeit?

Zusammenarbeit ist entscheidend, wo Mindestgrößen und Hebelwirkung benötigt werden. In manchen Bereichen der Forschung und dem Wettbewerb um die besten Köpfe werden wir nach wie vor im Mitbewerb zur ETH Zürich oder zur TU München sein. Unser Alleinstellungsmerkmal sind die Ökosysteme, die jetzt bei uns in Österreich gerade entstehen und dass wir es zusammen anpacken. Dann haben wir eine riesige Chance, zum Beispiel auch durch die Nähe zu, Ost- und Südosteuropa. Dort gibt es einen enorm guten MINT-Bildungsbereich und Österreich und Wien können als Talentemagnet für den gesamten Kulturkreis fungieren.

Gibt es da auch Hürden, die Sie spüren?

Regionale Eigenheiten können teilweise mühsam sein. Wien wird sowohl positiv als Magnet als auch negativ als “schwarzes Loch” gesehen. Die Stadt ist natürlich mit über zwei Millionen Einwohnern in einem Land von knapp neun Millionen sehr dominant in Österreich. Deswegen entstehen Sorgen nach dem Motto: Alles wird von Wien vereinnahmt. Dem müssen wir entgegentreten. Denn oft kommen motivierte Talente aus der Umgebung, die sehr konzentriert und ehrgeizig ihren Weg machen. Wir müssen dafür sorgen, dass in ganz Österreich Innovation entsteht. Denn Österreich ist überall dort lebenswert, wo die Menschen merken, dass ein Zusammenspiel zwischen Urbanität und ländlichem Raum funktioniert. Davon profitiert die gesamte Gesellschaft.

Mein Traum ist, dass Wien langfristig so etwas wie das neue New York wird, aber anders interpretiert.

Andererseits kann man global aber keine Rolle spielen, wenn eine Millionenstadt wie Wien nicht das Zugpferd ist. Wien muss ein Innovation Hub werden – wie Kopenhagen oder Paris oder Regionen um die Universitäten in Stanford, MIT, Cambridge und Oxford. Wien hat diese Chance durch seine kulturelle Vielfalt. Vor etwas mehr als 100 Jahren gab es hier zehn Amtssprachen. Wien ist eine Stadt mit einer unglaublich breiten kulturellen Verankerung.

Mein Traum ist, dass Wien langfristig so etwas wie das neue New York wird, aber anders interpretiert. Es geht dabei nicht nur um Cash. Wir müssen auch an die Menschen und den Purpose denken und daran, wie dieser gesellschaftspolitisch funktioniert. Das ist meines Erachtens die Schwäche im Silicon Valley. Dort sind einzelne Leute extrem reich geworden und viele andere haben nichts davon. Das führt zwangsläufig zu einer gesellschaftlichen Spaltung.

Zu sehen zum Beispiel an den Zeltstädten von Obdachlosen direkt in San Francisco…

Ja, denn leider wird viel zu oft nur das Schöne gezeigt. Das mag beeindruckend sein, aber eine Ellenbogenmentalität führt langfristig nicht zum guten Ziel. Dennoch muss sich Leistung lohnen und es ist ein permanenter Aushandlungsprozess.

Ich möchte zuletzt noch einmal auf das heute präsentierte Energy Launchpad zurückkommen. Die Initiative zielt sehr stark auf Zusammenarbeit und gemeinsame Open Innovation ab. Allerdings ist sie branchenmäßig klar auf die Energiebranche fixiert. Ist das ein spannendes Modell auch für andere Bereiche, da die TU wissenschaftlich doch deutlich breiter aufgestellt ist als nur im Energiebereich?

Absolut. Das ist ein Pilotprojekt, bei dem wir testen wie eine solche Plattform für Open Innovation funktioniert. Dabei geht es erst einmal nicht um Top-Down-Förderung durch Ministerien oder Ähnliches, sondern um einen Bottom-Up-Ansatz. Wir haben das selbst mit den Partnern initiiert. Daher ist es auch ein Funktionstest.

Gleichzeitig denke ich, dass das auf andere Felder ausgedehnt werden kann, beispielsweise auf den Quantenbereich. Österreich ist führend in Quantentechnologie – etwa im Quantencomputing in Innsbruck oder in Quantenoptik und -sensoren in Wien. Dafür könnte man sich auch solch eine Plattform vorstellen – obwohl es außer Infineon noch nicht so viele Industriepartner in der Größe gibt, wie im Energiebereich. Diese müssen erst entstehen. Weitere spannende Bereiche sind Biotech, Automation, der gesamte KI-Bereich und Cyber Security.

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Wer Blockchain hört, denkt oft noch immer an Kryptowährungen, Kursentwicklungen und die Spekulationsexzesse der vergangenen Jahre. Dieses Bild greift jedoch zunehmend zu kurz. Nach zwei Tagen beim Proof of Talk in Paris, einem der relevantesten europäischen Treffen für Web3, digitale Assets und Finanzinnovation, ist mein Eindruck vor allem einer: Die Diskussion hat sich fundamental verändert.

Bemerkenswert war dabei weniger die Technologie selbst als die Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Neben Gründer:innen und Technologieunternehmen waren Banken, Asset Manager, institutionelle Investoren, Zahlungsdienstleister und Regulatoren präsent. Viele der Gespräche drehten sich nicht mehr um die Frage, ob Blockchain-Technologien künftig eine Rolle spielen werden, sondern darum, wo und wie sie konkret eingesetzt werden können. Die Debatte hat die Nische verlassen und ist in der Mitte des Finanzsystems angekommen.

Genau darin liegt auch die eigentliche Relevanz der Entwicklung. Im Kern geht es längst nicht mehr um Kryptowährungen. Es geht um die Infrastruktur der Finanzwelt von morgen. Diskutiert wurden Themen wie Tokenisierung, Stablecoins, digitale Identitäten, neue Kapitalmarktmodelle und die Frage, wie Finanztransaktionen künftig abgewickelt werden. Viele dieser Entwicklungen stehen noch am Anfang. Dennoch entsteht zunehmend der Eindruck, dass sich hier grundlegende Bausteine einer neuen Finanzarchitektur herausbilden.

Besonders häufig fiel in Paris das Schlagwort Tokenisierung. Die dahinterstehende Idee ist, reale Vermögenswerte digital abzubilden und damit einfacher handelbar, teilbar und zugänglich zu machen. Befürworter sehen darin die Chance auf effizientere Kapitalmärkte und einen leichteren Zugang zu Investitionen. Ob sich diese Vision in vollem Umfang verwirklichen wird, bleibt abzuwarten. Unübersehbar ist jedoch, dass erhebliche Ressourcen und Aufmerksamkeit in diese Richtung fließen.

Für Europa stellt sich dabei eine weit größere Frage als jene nach einzelnen Technologien oder Geschäftsmodellen, nämlich die Wettbewerbsfähigkeit. In den vergangenen Jahren wurde intensiv darüber diskutiert, wie Europa bei künstlicher Intelligenz, Cloud-Infrastruktur oder Halbleitern eine stärkere Rolle einnehmen kann. Weniger Aufmerksamkeit erhält bislang die Frage, wer die Finanzinfrastruktur des digitalen Zeitalters gestaltet.

Dabei sind die Parallelen offensichtlich. Wer die Standards definiert, die Plattformen betreibt und die Infrastruktur kontrolliert, verfügt über einen erheblichen strategischen Vorteil. Wenn Europa digitale Souveränität ernst meint, sollte diese Debatte daher nicht bei KI oder Cloud-Lösungen enden. Sie muss auch den Finanzsektor umfassen.

Die Voraussetzungen dafür wären grundsätzlich vorhanden. Europa verfügt über starke Universitäten, technologisches Know-how, hohe Sparquoten und etablierte Finanzinstitutionen. Gleichzeitig zeigt sich seit Jahren ein wiederkehrendes Muster: Innovationen entstehen häufig in Europa, werden aber anderswo skaliert. Genau deshalb wird es entscheidend sein, Forschung, Unternehmertum, Kapital und Regulierung stärker zusammenzuführen und die Umsetzungsgeschwindigkeit zu erhöhen.

Proof of Talk hat mir vor allem eines vor Augen geführt: Die Diskussion befindet sich an einem anderen Punkt als noch vor wenigen Jahren. Die Frage lautet nicht mehr, ob Blockchain-Technologien jemals relevant werden könnten. Die Frage lautet zunehmend, welche konkreten Anwendungen sich durchsetzen und welche Regionen von dieser Entwicklung profitieren werden.

Ob Blockchain tatsächlich die Finanzwelt grundlegend verändern wird, kann heute niemand mit Sicherheit beantworten. Sicher ist jedoch, dass Banken, Investoren, Unternehmen und Regulatoren diese Möglichkeit mittlerweile ernsthaft diskutieren. Allein das unterscheidet die aktuelle Situation grundlegend von jener vor einigen Jahren.

Gerade deshalb lohnt es sich, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen. Nicht, weil jede technologische Vision Realität wird. Sondern weil in solchen Phasen oft die Grundlagen jener Infrastrukturen entstehen, die Wirtschaft und Gesellschaft über Jahrzehnte prägen. Die nächste Finanzinfrastruktur wird möglicherweise genau jetzt gebaut. Die entscheidende Frage für Europa lautet daher nicht, ob sie kommt, sondern welche Rolle wir dabei spielen werden.

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